Christine Lagarde"Er ist ein Freund"
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"Ich glaube an Europa"

ZEIT: Wo kommt dieses Wachstum her?

Lagarde: Etwas Unterstützung wird es von außen geben. Wir glauben, dass die weltwirtschaftliche Dynamik anzieht. Aus den USA, aus China und aus den anderen Schwellenländern kamen zuletzt wieder positivere Konjunktursignale. Aber die Europäer müssen ihre Hausaufgaben erledigen.

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ZEIT: Welche sind das?

Lagarde: Die Währungspolitik muss weiterhin hilfreich zur Seite stehen. Das Anleiheprogramm der EZB muss voll funktionsfähig sein und die Bankenunion vollendet werden. Zudem sollte die Fiskalunion auf den Weg gebracht werden.

ZEIT: Danach sieht es doch aber im Moment nicht aus. Man hat sich zwar auf eine gemeinsame Finanzaufsicht verständigt, doch der von vielen Experten geforderte Abwicklungsfonds für kriselnde Institute ist nicht in Sicht.

Lagarde: Ich bin eine Optimistin und glaube an Europa – und daran, dass die Reise, die unsere Vorgänger begonnen haben, als sie den Euro einführten, noch nicht zu Ende ist. Es ist Schwung in die Sache gekommen. Das muss man ausnutzen. Die Aufsicht ist etabliert, ein grenzüberschreitendes Abwicklungsregime wird der nächste Schritt sein. Auch das wird harte Arbeit sein, aber ich glaube, sie wird zu guten Ergebnissen führen. Auf unsere Unterstützung können die Europäer in dieser Frage zählen.

ZEIT: Wie lange wird sich der IWF noch in Europa engagieren?

Lagarde: Wir haben viele Rollen: wirtschaftspolitische Beratung, technischer Beistand und die Vergabe von Krediten. Wir haben uns an der Finanzierung der Hilfsprogramme beteiligt, weil wir das für richtig hielten. Das war auch eine Herausforderung, weil wir gemeinsam mit europäischen Institutionen handeln und einen Konsens finden mussten.

ZEIT: Und jetzt haben Sie genug?

Lagarde: Das habe ich nicht gesagt. Aber wir müssen uns nicht unbedingt in allen Fällen finanziell engagieren. Es kann auch Fälle geben, in denen wir uns stärker darauf konzentrieren, bei der Entwicklung und Überwachung von Anpassungsprogrammen zu helfen. Ich habe den Eindruck, dass viele Staaten unsere Unabhängigkeit und Expertise bei der Bewältigung von Krisen schätzen.

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Leserkommentare
  1. 1. .....

    [Unsere Prognosen sagen, dass die Wirtschaft der Euro-Zone sich im kommenden Jahr besser entwickelt]

    Nichts wird sich besser entwickeln. Es wird nur noch schlimmer - zumindest für den Durchschnittsbürger und für die Armen.

    [Das stützt sich allerdings auf die Annahme, dass die richtigen Politikmaßnahmen umgesetzt werden.]

    Ja ja, die richtigen Maßnahmen.... Und die wären? Handelsüberschüsse und -defizite zu beseitigen mag richtig sein, nur wird dadurch nichts besser (des einen Gewinn ist des anderen Verlust - meißt ein Nullsummenspiel).

    [Wenn das geschieht, erwarten wir, dass das Wachstum anzieht.]

    Und wieder ein Beispiel, dass man nichts verstanden hat. Das ewige Mantra vom Wachstum. Vielleicht sollte man sich fragen wieso das System, aber nicht der Mensch, immerwährendes Wachstum braucht... (wäre zumindest ein Anfang)

    3 Leserempfehlungen
  2. Sobald Freundschaften zwischen von einer demokratischen Gesellschaft definierten Gegenpolen beginnen, ist die den Demokratien nützliche Gewaltentrennung dahin (dieses Phänomen wird umgangssprachlich häufig mit dem Wort "FILZ" umschrieben).

    Seitdem die stabilitätsgebende Golddeckung der Währungen abgeschafft wurde, kann Geld häufiger denn je zur Bestechung von Personen bereitgestellt werden, es kostet ja nur noch das Papier, auf dem sein Wert abgedruckt ist.

    Auch insofern sind mir Freundschaften wie die oben genannte ausgesprochen suspekt.

    6 Leserempfehlungen
    • beat126
    • 28. Dezember 2012 13:45 Uhr

    ...warum ein solcher Artikel unter Wirtschaft erscheint.

    Wenn, wäre er wohl besser unter Gesellschaft oder Kultur untergebracht.

  3. Teil I
    27.12.2012
    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich optimistisch gezeigt, dass sich die Euro-Krise im kommenden Jahr entschärfen wird. “Ich glaube, wir haben das Schlimmste hinter uns”, sagte Schäuble der “Bild"-Zeitung.
    http://www.welt.de/politi...

    21.04.2012
    Mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise geht Schäuble davon aus, “dass wir das Schlimmste hinter uns haben”.
    http://www.rp-online.de/w...

    4 Leserempfehlungen
  4. Teil II
    29.01.2011
    Ihre Botschaft ist klar: Der Euro hat das Schlimmste hinter sich. In Davos verkünden Finanzminister Schäuble und seine französische Kollegin Lagarde die Wende in der europäischen Krise.
    http://www.spiegel.de/wir...

    17.11.2009
    Die Koalitionäre seien sich zudem einig, dass “die Schuldengrenze des Grundgesetzes gilt”, sagte Schäuble. Die Bundesregierung wolle 2011 mit dem Schuldenabbau beginnen, 2013 solle das Haushaltsdefizit unter die Drei-Prozent-Marke gedrückt werden und Deutschland wieder die strengen Maastricht-Vorgaben des Stabilitätspaktes einhalten. Schäuble sah zudem gute Chancen, “dass der schlimmste Teil der Krise hinter uns liegt”. Risiken bestünden aber nach wie vor.
    http://www.welt.de/politi...

    5 Leserempfehlungen
  5. <<<... Das ewige Mantra vom Wachstum. Vielleicht sollte man sich fragen wieso das System, aber nicht der Mensch, immerwährendes Wachstum braucht... (wäre zumindest ein Anfang) <<<

    Und dann?
    Kapitalismus funktioniert nur MIT Wachstum.
    Ohne Wachstum sind sie auf permanente Umverteilung der Vermögen angewiesen.
    Entweder wird von unten nach oben verteilt, das finden die Armen doof, weil die dann irgendwann zwangsläufig unter der Brücke hausen müssen; oder es wird von oben nach unten verteilt.
    Das finden die Reichen doof und ziehen ihr Kapital ab, wenn es sich nicht mehr wettbewerbsfähig vermehrt.
    Mit der Konsequenz, dass es zwar überall Fabriken gibt, aber nirgendwo mehr produziert wird.
    "Lohnt sich ja nicht mehr."

    Der Feststellung, dass das mit dem Wachstum nicht mehr geht, folgt unmittelbar die Konsequenz, dass der Kapitalismus dann seines Lebenselixier beraubt wird, ergo durch eine andere Wirtschaft-/Gesellschaftsform ersetzt werden muss.
    Und das würde vor allem bedeuten, dass Frau Lagarde und Herr Schäuble demnächst wohl arbeitslos und nichts mehr zu sagen hätten...

    Ist doch also logisch, dass, wenn der Kapitalismus nicht infrage gestellt werden kann, dies beim Wachstum ebenso gilt.

    Einen politischen Wechsel gibt es nicht durch Einsicht in die Notwendigkeiten der ganzen Kapitalismusverwalter und sonstiger Systemprofiteure; sondern wenn eine kritische Masse der Menschen den politischen Wechsel gestaltet bzw. ihre Wünsche nachdrücklich und unüberhörbar artikuliert.

    2 Leserempfehlungen
  6. Gleich welchem sterbenskranken Patienten zu sagen, dass das Schlimmste nunmehr hinter ihm liege, diskreditiert dessen Leben vor Eintritt des körperlichen Todes über alle Maße und spricht ihm noch in der letzten Stunde seines irdischen Daseins sämtlich einschlägig vorliegenden Befunden zuwider ab, je ein Mensch gewesen zu sein. Vor allem als Juristin kommt deshalb Frau Lagarde als ihres Zeichens amtierende Direktorin des IWF nicht umhin, endlich zum Wohle aller davon abzulassen, das erwiesenermaßen einzig sozial existente Wesen des Einzelnen unter das Sachenrecht zu subsumieren.

    • Allora
    • 28. Dezember 2012 18:47 Uhr

    Frau Lagarde plappert erst das vor, was das deutsche Publikum hören will und am Ende plädiert sie doch wieder für eine Beibehaltung der statutenwidrigen fiskalpolitischen Einmischung der EZB. Das ist eine Kernfrage. Sie glaubt an Europa, aber der IWF soll sich zurückziehen, weil die Eurozone zu einem Faß ohne Boden verkommt. Es ist diese scheinheilige und auch gerade französische Salamitaktik, die das Vertrauen zwischen den Ländern in Europa nachhaltig negativ beeinträchtigen wird.

    Eine Leserempfehlung

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