Lana del Rey"Ich spiele keine Lolita-Rolle"
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"Ich habe altmodische Werte"

Del Rey: Ich habe altmodische Werte. Ich mag Dinge, die gemacht wurden, um schön zu sein. Und zu singen ist für mich so natürlich wie zu reden. Daher ist es nicht so, dass ich auf die Bühne gehe und mich dort in eine völlig andere Person verwandle. Ich bin immer dieselbe.

ZEIT: Auch wenn Sie für H&M modeln?

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Del Rey: Tja...

ZEIT: Interessieren Sie sich überhaupt für Mode?

Del Rey: Nein. Sie sehen ja, was ich trage (Karohemd, enge Jeans, Mokassins, Anm d. Red.) . Schmuck ist das Einzige, was ich gelegentlich kaufe. Manchmal finde ich ein paar hübsche Secondhandsachen.

ZEIT: Ist Ihre Jacke aus einem Secondhandladen?

Del Rey: Nein, die ist von K-Mart, das ist ein Billigkaufhaus. Als wir neulich in New York waren, habe ich gefroren, und weil auf der anderen Straßenseite ein K-Mart war, bin ich rein und hab mir diese Jacke gekauft. Tut mir leid, wenn ich damit nicht sehr glamourös aussehe.

ZEIT: Aber die Hollywoodgarderobe, die dramatischen Frisuren, das opulente Make-up – wer hat sich das alles ausgedacht?

Del Rey: Ich bin mit den Verantwortlichen jeden Tag unterwegs: Anna macht mir immer die Haare, Pamela kümmert sich um meine Augen und Lippen. Und dann ist da noch Johnny Blueyes, wie man ihn in der weiten Welt der Mode nennt. Er ist derjenige, der mir immer die richtige Garderobe besorgt. Etwa, wenn ich ein Kleid in der Art möchte, wie es Marilyn Monroe getragen hat.

ZEIT: Im Video zu National Anthem spielen Sie nicht nur Marilyn Monroe, sondern auch Jackie Kennedy – zwei Ikonen auf einen Streich.

Del Rey: Ich mag diese Frauen, deshalb habe ich ein Video-Treatment geschrieben, in dem beide vorkommen.

ZEIT: Weil es zwei Vorbilder sind?

Del Rey: Sicher, wer außer Marilyn ist noch Jahrzehnte nach seinem Tod ein so großer Star? Es muss einen Grund dafür geben, dass sie bei Millionen von Menschen immer noch einen Nerv trifft. Mir gefällt, dass sie so nett war!

ZEIT: Sind Sie auch eine von den Netten?

Del Rey: Ja, ich denke, das bin ich. Ich bin nicht so traurig, wie ich in meinen Songs klinge. Ich versuche, integer zu sein, richtige Dinge zu tun. Ich singe, seit ich 17 Jahre alt bin, und die meiste Zeit hat sich kein Mensch dafür interessiert. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum das jetzt anders ist. Ich bin immer den geraden Weg gegangen, habe Kontinuität gezeigt. Aber in letzter Zeit sieht man mich als eine Person, die alles an sich geändert hat. Das verspricht wohl einfach mehr Aufregung.

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Leserkommentare
    • bvdl
    • 04. Januar 2013 7:20 Uhr
    1. […]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf haltlose Spekulationen. Formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "...Debütalbum Born to Die hat sich allein in Deutschland 400.000-mal verkauft."

    Das ist wenig und kein Massenmarkt. Die Klientel, die Sie ansprechen (Junge Unterschicht, nur nicht von Ihnen so genannt) hört meistens andere Musik.
    Wenn Sie sich nicht auskennen, lassen Sie es einfach.

  1. Erwartungen oder spielt Rollen.
    Die sind alle so, total authentisch und natürlich, immer.
    Eh die sich für Geld an irgendwas anpassen machen sie doch lieber keine Karriere und kein Geld.

    "Del Rey: Ich habe altmodische Werte. Ich mag Dinge, die gemacht wurden, um schön zu sein. .... Ich bin immer dieselbe.
    ZEIT: Auch wenn Sie für H&M modeln?
    Del Rey: Tja..."

    Tja.

    4 Leserempfehlungen
    • TDU
    • 04. Januar 2013 9:14 Uhr

    Nich einafch ist das in der Branche. Da werden Etiketten aufgeklebt, "Retro Pop Queen", und egal was man sagt, es scheint immer ausgeklügelt von Marketing Experten. Da hatten die Musiker es früher einfacher. Einen Schluck aus der Pulle und herzliches "Cheers" an die Presse.

    Scheinbar hat sie bei Ihrer Oberlippe was nachgeholfen. Das verändert die natürlichen Proportionen des Gesichts und da ist schon ein wenig Ende mit natürliche Glanz.

    Aber trotzdem. Das ganze Statement unterscheidet sich wohltuend von den vielleicht ebenfalls gut ausgedachten Strategien der Supersozialen Politischen Correctness mit Engagement und vollem Botschaftspotential fürs richtige und bessere Leben einschliesslich des anderenfalls apokalytischen Endes allen Daseins.

    3 Leserempfehlungen
  2. "...Debütalbum Born to Die hat sich allein in Deutschland 400.000-mal verkauft."

    Das ist wenig und kein Massenmarkt. Die Klientel, die Sie ansprechen (Junge Unterschicht, nur nicht von Ihnen so genannt) hört meistens andere Musik.
    Wenn Sie sich nicht auskennen, lassen Sie es einfach.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "[…]"
  3. Redaktion

    Danke für Ihren Kommentar. Sie scheinen Experte auf dem Themengebiet zu sein. Haben Sie beruflich damit zu tun?

    Beste Grüße
    Sebastian Horn

    Antwort auf "Klangqualität"

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