Volvo XC90Von A nach B

Stephan Lebert fährt mit dem Volvo XC90 von Wolfratshausen nach Ebenhausen. von Stefan Lebert

Volvo XC90

Volvo XC90  |  © Hersteller

Warum müssen sich Menschen eigentlich immer in die Augen schauen, wenn sie miteinander sprechen? Oder genauer: Warum muss ich eigentlich immer die Menschen anschauen, wenn ich mit ihnen rede? Immer. Es geht um das Wort immer.

Ich fahre mit dem Volvo XC90 eine besondere Strecke – vom bayerischen Städtchen Wolfratshausen ins bayerische Dörfchen Ebenhausen, alle beide im Münchner Süden gelegen –, die ich vor mehr als dreißig Jahren schon einmal fahren sollte. Heute sitzt meine kleine Familie im Auto, entspannte Frau, fröhliches Kind. Damals saß mein Fahrlehrer neben mir und hinten der Fahrprüfer. Ich schwöre, ich habe verdrängt, wie sie aussahen.

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Ich darf ein klein wenig ausholen. Mir ist die Kompetenz zum Autofahren, wie so manch anderes auch, nicht in die Wiege gelegt worden. Ich hatte viele Fahrstunden, sehr viele. Ich hatte eine Fahrprüfung und dann eine zweite, von der hier die Rede ist. Kurz bevor ich damals in Wolfratshausen losfuhr, raunte mir mein Fahrlehrer zu, diesmal könne nichts schiefgehen, der Prüfer sei ganz außerordentlich nett, der habe praktisch noch nie jemanden durchfallen lassen.

Von A nach B
Alle Folgen der Serie "Von A nach B" aus dem ZEITmagazin

Alle Folgen der Serie "Von A nach B" aus dem ZEITmagazin  |  © .marqs/Photocase

Diese Auskunft beruhigte mich nicht, da ich dem Satz »Es kann nichts schiefgehen« schon immer misstraut habe. Allerdings hätte mich vermutlich auch kein anderer Satz auf dieser Welt beruhigen können. Schweißnass tuckerte ich los. Ein paar Hundert Meter weiter stand ein Umleitungsschild, und ich blinkte nach rechts. Warum ich nach rechts blinke, fragte der freundliche Fahrprüfer, er habe doch gar nichts gesagt. Ja, und dann geschah es, ich drehte mich um, sah ihm in die Augen und sagte, ich täte das wegen des Umleitungsschilds. Ich sah seine Augen, aber nicht, dass wir in einer Kurve waren. Der Fahrlehrer musste bremsen, sonst hätten wir die Friedhofsmauer durchbrochen. So etwas durfte man damals nicht. Ich war durchgefallen.

Man kann dunkle Ereignisse aus der Vergangenheit überwinden. Diesmal gelingt die Strecke. Ich muss nur manchmal an damals denken. Und ich suche den Blickkontakt mit dem Kind auf dem Rücksitz, doch das klappt nicht. Im Rücken des Beifahrersitzes befindet sich im Volvo XC90 eine Mediaanlage, mit DVD-Player und Fernseher. Das Kind ist begeistert. Hätte der Fahrprüfer Fernsehen geschaut, hätte er nicht so blöde Fragen gestellt.

Technische Daten

Motorbauart: 5-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 120 kW (163 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 11,8 s
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
CO₂-Emission: 212 g/km
Durchschnittsverbrauch: 8,1 Liter
Basispreis: 41.750 Euro

Stephan Lebert leitet das Investigativ-Ressort der ZEIT.

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Leserkommentare
    • Rychard
    • 28. Dezember 2012 10:23 Uhr

    der Testwagen in Metallic? Angekommen ist ja anscheinend. Nein, ich bin kein Fahrprüfer, eher ein Autonarr ..

  1. Ich warte jetzt nur noch auf einen "Auto-Test" in dem das Fahrzeug GAR NICHT mehr vorkommt! Bereits die vorherige Ausgabe, in der ein Winterreifen vorgestellt wurde, war bemerkenswert. Antizipieren die Herren Redakteure bereits das autolose Zeitalter oder wird hier nur vermeintlicher Zeitgeist zelebriert - wie Sie sehen, sehen Sie nichts!?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... wer'n se gleich sehen ;-)

  2. ... wer'n se gleich sehen ;-)

  3. Die Autotests in der Zeit, die dem Zeit-Magazin entstammen, sind eine lesbare Abwechslung. Es geht nicht um Hubraum oder wie ich mich anschnallen muss. Das sollte dem Leser der Zeit klar sein.

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  • Schlagworte Volvo | Auto | Euro | Familie | Oder
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