Silvesteressen : Brot statt Böller
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Schweiz

Ferkeleien auf der Treppe

Im deutschsprachigen Raum hat man Schwein, wenn man Glück hat. Der Umkehrschluss ist einfach: Wer Glück will fürs kommende Jahr, der braucht Schwein. Und wer Glück wünschen will, der sollte Schwein schenken. Es muss glücklicherweise kein ausgewachsenes Tier sein – und es darf sogar fleischlos sein. Als beliebtestes Format konnte sich das kleine, leicht zartrosa gefärbte Marzipanschwein durchsetzen. Doch es geht auch deftiger: Vor allem in Teilen Süddeutschlands hat sich der Brauch erhalten, zu Silvester ordentliche Schweinegerichte wie Kassler auf den Tisch zu bringen; die Franken servieren traditionell sogar gekochte Schweinerüssel, um sich erfolgreich ins neue Jahr vorzuwühlen. Für Freunde des lebenden Glücksschweins gibt es dagegen eine junge Tradition im Schweizer Ort Klosters nahe Davos. In einem sportlichen Wettkampf treten dort am Neujahrstag zehn Ferkel, im Dialekt Hotsch genannt, gegeneinander an. Das beliebte Glücksschweinrennen verläuft über einen 50 Meter langen Parcours mit kleinen Hindernissen wie Treppen, Bodenwellen und Tunnel. Die Rennschweine werden vor ihrem großen Tag einen Monat lang vom Landwirt Thomas Kessler trainiert und müssen die Dezembernächte in Iglus zubringen, um sich an die Außentemperaturen zu gewöhnen. Zuschauer, die auf die richtige Hotsch setzen, verdoppeln ihren Wetteinsatz und sollen ein sorgenfreies Jahr vor sich haben. Die Ferkel erwartet am Ziel eine Extraportion Futter zur Belohnung. Der Schlachtung entgehen sie auf Dauer nicht. Es müsste schon ein Renngast kommen und sie freikaufen. Dann hätten die Schweine auch mal – Schwein gehabt.

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Kommentare

15 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Warum so zynisch

... es wird Ihnen doch nicht den Appetit verdorben haben ;-)

Aber Sie haben freilich ein bisschen Recht: ja, ich tu mir Jahr für Jahr schwerer, unsere kulturellen Bräuche und Feierlichkeiten einfach nur noch blank zu genießen. Wir in den ersten Welten machen uns vielleicht manchmal keine Vorstellung mehr, welch Luxus Kultur an End doch ist. Besonders schwer mach es mir die Tatsache, dass es halt verdammt nochmal auch auf Kosten der dritten Welten ist! Und ja, ich denk zwar nicht an die Toiletten in Indien aber im Grunde begleiten mich ähnliche Gedanken durch die Tage.
Wäre es verdaulicher wenn ich vorweg geschrieben hätte: bei uns gibt es immer Fondue?

Fondue, Bleigiessen, Sekt oder Selters- was isst man weltweit?

Fondue ist ein klassischer Silvesterspass samt Bleigiessen und Böller inkl. des Sekt, Prosecco oder gar der edle Champagner.

Auch das Katerfrühstück danach am Neujahrstag- Fisch, Rollmops und co samt Aspirin und salziges ist immer noch was uns zum Jahreswechsel bekannt ist....

Bräuche zu Silvester rund um die Welt- was isst die Welt zu Silvester und was für Bräuche und AGlücksbringer gibt es rund um unsere Erdkugel??