Berliner Bühne: Mehr Märchen 2013
Von Kaiserinnen, grünen Feen und Fundi-Prinzen
2013 ist das Jahr der Brüder Grimm. Daher nun ein Märchen von und auf der Berliner Bühne.
Es war einmal eine Kaiserin, die regierte ihr Land seit sieben Jahren. Sie hatte einen Hofnarren, der sich tagein, tagaus zum Horst machte. Und sie hatte einen Vizekaiser, der sich mit immer neuen Kleidern, mal in Steuersenkungsblau, mal in Haushaltskonsolidierungsgelb, schmückte. Das Wahlvolk aber ließ sich nicht von des Vizekaisers neuen Kleidern blenden. »Seht her, der Vizekaiser ist nackt«, rief es.
Umso mehr schätzte das Volk seine Kaiserin. Daran konnten auch ihre roten Gegenspieler, die aus einem 23-prozentigen Schlaf erwacht waren, nichts ändern. Das hatte viel mit Sternbrücktaler zu tun: An der goldenen Gans unter seinem Arm klebten zu viele Honorare. Das bereitete dem Grünen Fundi-Prinzen Trittin, der eigentlich ein verwunschener Realo war, Kummer, wollte er doch die Kaiserin stürzen. Zu diesem Zweck hatten die drei grünen Feen Claudia, Renate und Katrin den Basisspiegel befragt: »Basisspieglein an der Wand, wer von uns ist die Schönste im ganzen Land?« Der Spiegel antwortete: »Ihr, Claudia und Renate, seid schön. Aber Katrin von den gläubigen Evangelen mit den guten Seelen ist tausendmal schöner als ihr.«
Die Kaiserin jedoch beobachtete all das mit Gelassenheit. Sie wusste: Was nutzt die schönste Fee, wenn der Sternbrücktaler zum Regieren nicht reicht.





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