FrauenpolitikHer mit den Müttern!

Die Frauenquote mag Frauen fördern – aber nur die, die keine Kinder haben. von Hilke Brockmann

Die Frauenquote soll Frauen helfen, die gläserne Decke zu durchbrechen und Karriere zu machen. Doch sie hilft vor allem kinderlosen Frauen, nicht Müttern – obwohl es gerade von ihnen auf hohen Entscheidungsebenen besonders wenige gibt.

Werfen wir einen Blick auf den Bundestag. Bis auf die FDP haben alle politischen Parteien in den vergangenen Jahrzehnten eine Frauenquote eingeführt. Seit ihrer Gründung besetzen die Grünen (1979) und die Linken (2007) die Hälfte aller Ämter mit Frauen. Die SPD führte 1988 eine Quote von 40 Prozent ein; die CDU hat 1996 ein Frauenquorum beschlossen, wonach zumindest ein Drittel der Ämter mit Frauen besetzt sein soll. 2010 zog die CSU mit einer Quote von 40 Prozent nach, von der allerdings Ämter auf Kreis- und Ortsebene ausgenommen sind.

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Tatsächlich, die Quote hatte Einfluss auf die politische Vertretung von Frauen. In den fünfziger und sechziger Jahren war der Bundestag noch stark von Männern dominiert; 91 Prozent der Abgeordneten waren männlich. In den letzten Jahren sank ihr Anteil auf 68 Prozent – auch wenn zwischen den Parteien erhebliche Unterschiede fortbestehen. Während der letzten drei Wahlperioden waren nahezu acht von zehn Christdemokraten im Bundestag Männer und nur drei von zehn Freidemokraten Frauen. Nur bei den Grünen überwogen die weiblichen Abgeordneten.

Doch was ist mit den Müttern? Frauen im Bundestag haben signifikant weniger Kinder als ihre männlichen Kollegen. Dieser Unterschied ist heute sogar noch gravierender als in früheren Legislaturperioden. Und weibliche Abgeordnete haben weniger Kinder als Frauen in der deutschen Bevölkerung. Die Kinderzahlen sinken auf dem politischen Spektrum von rechts nach links. Die Frauenquote mag Frauen fördern – vor allem kinderlose. Mütter haben durch sie oft keine Vorteile.

Die Einführung von Frauenquoten hat an der politischen Unterrepräsentanz von Müttern nichts geändert. Im Gegenteil. Heute machen vor allem Frauen in der CDU/CSU politisch Karriere, die keine Kinder haben. Ursula von der Leyen, die Ministerin und Mutter von sieben Kindern ist, bleibt eine Ausnahme. Das war in den ersten Legislaturperioden des Bundestages noch nicht so. Und links von den christlichen Parteien sind auch Jahrzehnte nach Einführung einer Frauenquote Mütter seltener vertreten als in der Gesellschaft. Mit durchschnittlich einem Kind pro Abgeordneter haben Politikerinnen der Linken am wenigsten Nachwuchs im Parlament.

Ein Grund für diese Diskrepanz mag sein, dass die wachsende Zahl kinderloser Frauen Mütter nicht unterstützen, sondern mit ihnen konkurrieren. Warum sollten jene, die für ihr berufliches Fortkommen auf Kinder verzichtet haben, Frauen mit Kindern zur Karriere verhelfen? So viel Selbstlosigkeit ist wohl kaum zu erwarten. Zudem sind Mütter tagtäglich mit Problemen konfrontiert, von denen kinderlose Frauen und Männer kaum etwas wissen. Mütter im Bundestag haben in einer Studie die langen, späten und auch oft unvorhersehbaren Arbeitszeiten als Karrierehindernis ausgemacht. Wichtige politische Entscheidungen, so eine Abgeordnete der Grünen, werden gern abends in politischen Hinterzimmern gefällt. Bei diesen informellen Treffen, an denen oft das berufliche Fortkommen hängt, ist Präsenz ausschlaggebend. Aber natürlich nehmen die Öffnungszeiten von Krippen, Kindergärten und Schulen darauf keine Rücksicht.

Auch jenseits des politischen Lebens haben vor allem Mütter berufliche und finanzielle Nachteile zu tragen. Es sind Mütter, und nicht (mehr) kinderlose Frauen, die weniger verdienen als Männer. Amerikanische Forscher nennen das motherhood penalty, Mutterschaftsstrafe, und beziffern damit die statistischen Einkommensverluste, die mit jedem Kind verbunden sind. Deutsche Forscher haben ermittelt, dass Mütter mit jedem Kind 16 bis 18 Prozent Gehalt einbüßen. Wenn wir von Altersarmut sprechen, ist meistens die Armut von Müttern gemeint.

Das Armutsrisiko von Haushalten mit einem Alleinerziehenden ist fast fünfmal so hoch wie das von Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kinder. Selbst im Vergleich zu Singlehaushalten sind Alleinerziehende, die mehrheitlich Frauen sind, doppelt so oft von Armut betroffen.

Die Ursachen für die finanzielle Schieflage von Müttern sind auch in einer Arbeitswelt zu suchen, die bis heute eine lebenslange und lückenlose Vollbeschäftigung vorsieht. Forschungsergebnisse belegen, dass eine längere Abwesenheit nach der Geburt eines Kindes die Karrierechancen von Frauen nachhaltig behindert. Deshalb raten Experten, die Elternzeit kurz zu halten. Die Lücken im Erwerbsleben, die Frau von der Leyens Lebenslauf aufweist, weil sie sieben Kinder auf die Welt gebracht hat, wären in der privaten Wirtschaft oder Wissenschaft untragbar. Warum eigentlich?

Und schließlich gibt es auch noch die Ungerechtigkeit, die sich vererbt. Ich erinnere mich an einen Vortrag eines namhaften amerikanischen Demografen. Der berichtete von einer Studie, die zeigt, dass Väter beim Erben die Familie bevorteilen, in der sie am Ende ihres Lebens gelebt haben, Mütter hingegen immer ihre biologischen Kinder. Unzählige Untersuchungen weisen zudem nach, dass sich soziale Benachteiligungen über Generationen vererben. In Zeiten sinkender Heiratszahlen und hoher Scheidungs- und Trennungsraten erhält der Mütterstatus vielleicht eine neue Bedeutung. Denn abgesehen von diesen Ungerechtigkeiten sind es vor allem Mütter, die Tag für Tag den Generationenvertrag leben. Sie kennen die Probleme und Nöte ihrer Kinder besser als andere Erwachsene und können Position für die Generation beziehen, die (noch) kein politisches Wahlrecht hat. Möglicherweise würden die greisen Länder Europas nicht eine so beschämend hohe Jugendarbeitslosigkeit dulden, von der heute Millionen junger Menschen betroffen sind, wenn Mütter mehr politischen und wirtschaftlichen Einfluss hätten.

Brauchen wir also eine Mütterquote in der Politik und auch anderswo? Dafür spricht, dass Quoten funktionieren, dass sie die Präsenz von Frauen mit Kindern in der Politik und in anderen einflussreichen Bereichen der Gesellschaft verstärken würden. Für eine Quote spricht auch, dass sich kinderlose Frauen nicht unbedingt als Förderinnen von Müttern eignen.

Es gibt aber auch Probleme mit der Mütterquote. Als Mutter wird man nicht geboren, Mutter wird man. Deshalb ist nicht klar, wer wann berechtigt ist. Warum nicht alleinerziehende Väter? Und was ist mit Müttern, deren Kinder bereits ausgezogen sind? Haben Mütter mit einem Kind, das tagsüber von einer Kinderfrau betreut wird, das gleiche Recht wie Mütter, die sich selbst jahrelang um ihre fünf Kinder gekümmert haben?

Wir sollten Mütterquoten schlicht ausprobieren. In kleinen, begrenzten Feldversuchen könnten wir testen, ob Parteien oder Betriebe, die eine Mütterquote in einem Landkreis oder in einzelnen Abteilungen beschließen, besser fahren als solche ohne. Wir könnten versuchen, die Wissenschaft zu gewinnen, um diese Experimente objektiv auszuwerten. Wenn es nützt, sollten wir die Mütterquote behalten; wenn nicht, können wir sie wieder verwerfen. Einen Versuch sollte es uns wert sein.

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Leserkommentare
  1. Die Autorin sollte sich mal überlegen, wieviel Zeit und Energie in die Leitung eines Unternehmens investiert werden müssen.

    Entweder die Mutter macht den Job nur halbherzig, oder die Kinder werden nicht viel von ihrer Mutter haben...

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    das Rabenmutterargument muss ja jetzt kommen.
    Warum verlangt die Gesellschaft von Müttern Selbstaufgabe?

    Nebenbeschäftigung. Sie ist eine ernsthafte Aufgabe, die keine Kompromisse zulässt und auch nicht in andere Hände gegeben werden kann. Würde man die Arbeit entsprechend der Verantwortung entlohnen, hätte sie auch ein entsprechendes Image.

    • S.W.
    • 12. Januar 2013 10:09 Uhr

    die Väter kümmern sich!

    Mir war es irgendwann mal wurscht. Ich habe 3 Kinder und Abi und Hochschulreife und hatte auch mal ne Anstellung in der "freien" Wirtschaft . Als einzige!!! Mutter in meiner Fa. Väter gab es natürlich schon... Jetzt reicht es mir damit. Mein Chef versuchte mich schwanger zu kündigen. Meine Rente wird mal 350,- Euro betragen. Heute arbeite ich freiberuflich. Deutschland ist für Mütter das allerletzte ! Schule endet jeden Tag für jedes Kind zu einer anderen Uhrzeit.. Mütter werden aus dem Job geekelt. Es ist NICHT übertrieben. Solange man es nicht erlebt hat macht frau es sich lieber bei den Siegern bequem und tut so, als ob sie "gleichberechtigt" wäre!
    Die armen Kinder! ( Die es bald kaum mehr geben wird)

    ...um ihre kinder kümmern, gäbe es dieses problem nicht. aber ist natürlich bequem, den schwarzen peter an die frauen abzuschieben; sogar in zweierlei hinsicht: kein stress mit der kinderarbeit und haushalt und bessere karrierechancen, da mütter als konkurrenz ja wegfallen - wie praktisch.

    • simax
    • 15. Januar 2013 20:09 Uhr

    Wieder mal ne Extrawurst zusätzlich für Mutti. Das es auch sowas wie Väter gibt kommt weder hier vor noch bei der Rentenaufbesserung für Alleinerziehende, die mich als Vater für den Zeitraum von 8 Jahren betreffen würde. Die Rede ist allerdings immer nur von Frauenförderung, Frauenförderung oder Frauenförderung.

  2. das Rabenmutterargument muss ja jetzt kommen.
    Warum verlangt die Gesellschaft von Müttern Selbstaufgabe?

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Die armen Kinder!"
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    Führungsposition nimmt viel Zeit in Anspruch
    Kind großziehen nimmt viel Zeit in Anspruch
    Ergo: Konflikt, eine der beiden Sachen muss zurückstehen.

    Aber, lassen sie mich raten, die Lösung lautet, wie immer, mehr staatliche Erziehung, damit Frau UND Mann (Vorwurf gegen beide!) ihrer Karriere hinterhecheln können.

    Einige werden sicherlich einen Vater (ganz selten eine Mutter) haben, welche aufgrund seiner Arbeit viel auf Reisen, (sehr) lange Arbeitszeiten etc. hatten. Die Folge war, dass eben der Vater selten zuhause war. Das hat die Folge, dass die Kinder später oft wenig Bezug zu dem Vater haben (sie kennen ihnen kaum; Anders herum gilt es natürlich auch).
    Wenn nun Mütter eine hohe Kariere anstreben, hat das nun ähnliche Folgen. Es ist nun mal so, dass sich jemand um das Kind kümmern muss. Das macht dann entweder der Vater (der im Extremfall die Rolle eines Hausmann übernimmt), die Großeltern, Ganztagsbetreuung etc. Die Konsequenz ist, dass die Bindung zwischen dem Kind und der Mutter geringer wird.
    Der Tag hat auch für Mütter nur 24 Stunden.
    Was die Selbstaufgabe betrifft: Das wird doch genau von einem Politiker oder einer (hoher) Führungskraft erwartet. Man erwartet von einem Manager eben, dass er immer für die Firma da ist (wofür werden sie letztlich so gut bezahlt) bzw. einen Politiker, dass er immer für das Volk (bzw. für seine Partei) da ist.
    Was einer Quote für Mütter betrifft: Ich bin generell kein Freund von Quoten. Wenn man mehr Mütter in der Politik haben will, dann sollte man einfach Mütter wählen. Alternativ kann man sich in einer Partei betätigen und dafür kämpfen, dass mehr Mütter auf den Listen aufgestellt werden oder sogar mit Mitstreiter eine eigene Partei gründen. Das bedeutet aber natürlich viel mehr Arbeit, als bei einer Quote...

    Warum verlangt die Gesellschaft von Müttern Selbstaufgabe?

    Kinder erziehen ist Selbstaufgabe?

    Warum zwingt der Kapitalismus Eltern und damit auch deren Kinder zur Selbstaufgabe?

  3. ...ich arbeite mit Müttern und die müssen nach Hause wenn was mit den Kindern nicht stimmt, wenn die Schule anruft, kommen erst garnicht zur Arbeit wenn die Kinder krank sind oder wenn sie einen Termin für/wegen der Kinder haben.
    Während Paare sich diese Aufgaben teilen können - bin selbst verheirateter Vater - haben Alleinerzieher keine andere Möglichkeit.
    Als Mensch, Vater und Vorgesetzer verstehe ich das natürlich voll und ganz, aber die Arbeit wird nicht weniger und muss dann natürlich auf andere verteilt werden.
    Wenn es dann um mehr Verantwortung, Beförderung und Gehaltserhöhung geht hat die (alleinerziehende) Mutter schlechte Karten.
    Eine Quote würde hier nur Kollegen frustieren die zwar auch verständins zeigen, aber irgendwann auch genug haben.
    Im öffentlichen Dienst mag sowas funktionieren, aber da muss man als Steuerzahler auch fragen was man hier mit Steuergeldern macht.

    Garnicht zu akzeptieren ist jedoch die Altersarmut von Müttern, die sich aber ganz leicht beeden lassen würde. 500 Euro im Monat - von mir aus auch mehr - für jedes Kind zur Rente und das Thema wäre vom Tisch. Da ist die Politik gefragt und die kann das morgen beenden.

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    wird gelehrt: "garnicht wird gar nicht zusammen geschrieben".

    Als alleinerziehender Vater kann ich nur bestätigen, was sie schreiben. Um sich trotz der schwierigen Situation Anerkennung bei den Kollegen zu verschaffen, gehe ich jedes Wochenende extra arbeiten. In der Summe habe ich so eher eine 50-60 Stunden Woche, denn eine (wie vertraglich vereinbart) 40 Stunden Woche. Dies führt jedoch dazu, dass mein Sohn jedes Wochenende zu den Großeltern kommt. Ob es dass sein kann... Tja, man sucht sich die Situation ja nicht unbedingt aus.

    Aber auf Dauer ist die Gefahr, abgehängt zu werden, halt zu groß, als das man mit den Nachteilen des Alleinerziehenden nur das leistet, was alle anderen auch leisten.

    Das mit der Rente ist meines Erachtens der eigentlich Skandal. Es kann nicht sein, dass die Erziehungsarbeit, die Eltern erbringen, später von der gesamten Gesellschaft genutzt wird, aber die Eltern selber nichts (oder nur einen Anteil) davon haben. Insofern ist es eben die ausgleichende Gerechtigkeit, wenn Kollegen dann mehr arbeiten müssen, wenn ein Eltern wegen krankem Kind zu Hause bleiben müssen. Später profitieren kinderlose Menschen ja auch durch die Rente, die dann von den einstigen Kindern erbracht wird.

    MfG henry

    Es gibt auch Mütter von erwachsenen Kindern, die im Laufe des Lebens wichtige soziale Kompetenzen erworben haben.
    Warum sollte die unzuverlässig sein?

    ...gäbe es nicht, wenn es alle angestellen früher oder später einmal betreffen würde - wenn väter ebenso ausfallen würden wie mütter. dann würde es einfach geschehen und der arbeitgeber müsste damit leben. aber so kann man praktischer weise das risiko auf die frauen reduzieren und ihnen entsprechend wenig verantwortung geben.

    abgesehen davon, ist es wirklich notwendig, dass zb wichtige meetings etc. nach 16:00 angesetzt werden? man hockt eh schon 7 std. davor in der arbeit, mehr als genug zeit.

    Hört endlich auf zu fordern, daß Menschen, die Kinder erziehen, noch irgendeinen anderen Job machen. Kinder erziehen ist drei Jahre lang ein Vollzeitjob, danach noch 10 Jahre lang ein Halbtagsjob - und sollte genauso in die Rente eingerechnet werden. Dann bräuchte sich der kindererziehende Elternteil um sein Alter keine Sorgen mehr zu machen, sein gesellschaftliches Ansehen wäre gesichert - und ich gehe jede Wette ein, daß wir damit die Geburtenrate sprunghaft erhöhen würden. Ob Mann oder Frau den Beruf "kindererziehender Elternteil" ausüben, ist dann ja wohl wirklich egal.

  4. stärker Gewicht eingeräumt werden müssen, beschreibt der Artikel korrekt. Auch das Phänomen, dass man mit der Frauenquote tendenziell eher den Anteil an Frauen in Führungsetagen bekommt,den man da nicht unbedingt haben will (also neben Karrieremännern auch noch Karrierefrauen, die sich wenig Zeit für (ihre) eigenen Kinder nehmen), ist korrekt beschrieben.

    ABER: Es wird weder die Frage gestellt, warum Kindererziehung eine einseitige Frauenaufgabe sein soll und Männer daran nicht teilhaben dürfen, noch wird der Punkt angesprochen, wie realistisch es ist, dass ein Mensch sowohl Führungsaufgaben in einem Unternehmen, als auch in wesentliche Kinderbetreuungs- und Erziehungsaufgaben übernehmen kann.

    Vielleicht sollte man ja auch mal darüber nachdenken, wie fair und sinnvoll das derzeitige Gesellschaftsbild von streng hierarchischen Strukturen mit reichen Eliten ist?

    Vielleicht ist das Problem ja nicht, dass sich Frauen (mit oder ohne Kind) zu wenig in Führungspositionen mit hohem Gehalt befinden, sondern dass solche Positionen überhaupt notwendig sind?

    Ich kann jedoch nachvollziehen, dass es wesentlich aufwändiger und anspruchsvoller wäre, sich einmal darüber Gedanken zu machen. Einfacher ist es, einfach alles zu lassen wie es ist und nur eine Frauenquote einzuführen. Aber dann muss man eben auch damit Leben, dass die Menschen im derzeitigen System entweder Kinder haben oder Karriere machen. Egal, ob Mann oder Frau.

    MfG henry

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    "Vielleicht ist das Problem ja nicht, dass sich Frauen (mit oder ohne Kind) zu wenig in Führungspositionen mit hohem Gehalt befinden, sondern dass solche Positionen überhaupt notwendig sind?"
    Jedenfalls wird sich nichts bessern, wenn alles beim Alten bleibt und Frauen dann eben gleichberechtigt mit Männern das Unheil anrichten ... Eigentlich kennen wir solche Frauen in Führungspositionen schon: Thatcher, Merkel etc. Machen auch bloß die gleiche Politik wie weiße Männer, ggf. noch einen Zacken schärfer, weil frau sich ja beweisen muß.
    Kurzum, mir erscheint das gesamte wirtschaftliche und politische System fragwürdig: es ist unnötig hierarchisch, undemokratisch (in der "Wirtschaft" gibt es keine Demokratie), anti-gesellschaftlich, patriarchalisch, es befördert Profitmaximierung und damit soziale Ungleichheit, es beutet Natur und arme Länder aus, schert sich einen Dreck um uns und unsere Kinder.
    Was würde also besser werden, wenn Frauen da mitmachten?
    Um Mißverständnissen vorzubeugen: Gleichberechtigung hat Verfassungsrang und sollte schon deshalb erfüllt werden - auch auf allen Ebenen des Arbeitslebens. Nur kann ich eben keinen besonderen Fortschritt darin sehen, daß Frauen in "Führungspositionen" gelangen, weil ich nur darin einen Fortschritt sehen kann, daß "Führungspositionen" verschwinden.
    Und: ich denke nicht, daß Frauen in "Führungspositionen" das System im Sinne einer Verbesserung ändern könnten - im Gegenteil wird sie das System verändern.

  5. 5. .....

    Eine Mütterquote wäre genau so sexistisch und diskriminierend wie eine Frauenquote, auch wenn die Argumente für eine Mütterquote zum Teil logisch erscheinen, doch nur im Vergleich zur einfachen Frauenquote.

    Ich habe den starken Verdacht dass diese Mütterquoten-Idee nur als Vehikel genutzt werden soll, um die einfache Frauenquote zu pushen.

    Zudem erscheint es fast schon amüsant, wie sehr sich die Autorin bemüht die „Frauen“ als Geschlecht positiv hervorzuheben.

    Und die absolute Horrorvorstellung...Wenn es eine Mütterquote geben würde, wäre dann die Gefahr nicht mehr als gewaltig, dass Frauen ein Kind bekommen, nur um „Quotenberechtigt“ zu sein ?
    Bestimmt nicht sehr Kinderfreundlich, doch Kinder, hm, die sind dann ja ein anderes Thema, nehme ich mal an.

    Und zgtletzt, an welche Wissenschaft hat die Autorin gedacht, um diese „Experimente objektiv!? auszuwerten“?

    8 Leserempfehlungen
  6. ...eine Vaterquote bitte. Und wenn wir schon dabei sind, mein Onkel sucht auch Arbeit!

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  7. wird gelehrt: "garnicht wird gar nicht zusammen geschrieben".

  8. Diese Art Artikel nervt langsam. "Frauen ohne Kinder wissen wenig über die Probleme von Müttern".Stimmt vielleicht. Umgekehrt aber genauso. Frauen, die immer nur zuhause waren und Kinder betüddelt haben, wissen nicht, wie belastend Vollzeitberufstätigkeit ist. Frauen, die im Schichtdienst (Krankenhäuser, Pflegedienste) oder in Kaufhäusern (lange Tage, Wochenendarbeit) tätig sind, können das Gejammer der "überlasteten Mütter", deren Arbeitstag ja "nie zuende geht", nicht mehr hören. Auch Berufstätige haben einen Haushalt zu versorgen. Manche machen sogar beides: Kinder und Beruf!
    Letztlich entscheidet erstmal jede Frau selbst, ob sie ihren Beruf voll ausüben will oder ein Kind haben möchte. Ist das Kind dann da, entscheidet sie wieder, ob sie aus dem Beruf ganz, teilweise, und wie lange ausscheiden MÖCHTE. Danach richtet sich die Art der Kinderbetreuung. Alles frei zu wählen. Kassiererinnen beim Discounter werden ein anderes Karrierestreben haben als die leitende Angestellte in einem Krankenhaus oder einer Bank. Kinder zu betreuen und den ganzen Tag zuhause der eigene Chef zu sein, ist für manche bequemer und "natürlicher" als der harte Existenzkampf im Beruf, wo man sich immer wieder neu beweisen und behaupten muss. Da bekommt man sein Geld nicht sowieso! Auch das sollte mal gesehen werden. Muttersein ist freiwillige Wahl, Qualifikation nicht nötig. Und was Alleinerzieh. betrifft: Auch deren Kinder haben Väter. Es sind oft die Mütter, die das "vergessen".

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    Ihr Kommentar bestätigt die These des Artikels -

    Frauen, die keine Kinder haben, haben wenig Verständnis für Mütter und verstehen überhaupt nicht, warum man diese dann auch noch fördern sollte.
    Frauen werden solange nicht gleichberechtigt sein, solange sie sich gegenseitig für ihre Lebensentwürfe niedermachen und sich gegeneinander aufhetzen lassen.

    Das ist das Selbe wie mit Arbeitern und Armen. Schlecht bezahlte Arbeiter hetzt man gegen Sozialhilfeempfänger, Sozialhilfeempfänger gegen Migranten und Frauen gegen Mütter.... ....

    "Frauen werden solange nicht gleichberechtigt sein, solange sie sich gegenseitig für ihre Lebensentwürfe niedermachen und sich gegeneinander aufhetzen lassen."

    Sie werden keine gesetzlich verankerte Benachteiligung von Frauen finden. Männer/Väter hingegen werden familienrechtlich diskriminiert, heißt: sind Müttern gegenüber nicht gleichberechtigt. Die deutsche Rechtspraxis wurde bereits mehrfach vom Europa-Gericht als väterdiskriminierend verurteilt. Politische Konsequenzen im frauengeführten "Familienministerium" über Jahre: keine. Eine Mütterquote würde diese diskriminierende Politik nur fortsetzen, denn sie schließt Väter aus obgleich keiner wegen seines Geschlechts benachteiligt werden darf.
    Eine Forderung wie "Her mit den Müttern" lässt bereits die geschlechterrassistische Geisteshaltung erkennen, welche hierzulande seit Jahrzehnten die sogenannte Familienpolitik bestimmt. Solange Frauen/Mütter mit staatlicher Hilfe die Väter "ihrer" Kinder auf barunterhaltspflichtige "Erzeuger" reduzieren können, kann also von Gleichberechtigung in der Tat keine Rede sein.

    • Tossim
    • 14. Januar 2013 13:38 Uhr

    Für Kinder entscheidet Mann/Frau sich frei, das wohl. Nicht aber für die damit einhergehenden Umstände und Nachteile. So wie die Discounter-Kassiererin auch keine Diskriminierung und Benachteiligung mitunterschrieben hat. Ist das dann Pech und selber Schuld, oder eben doch langsam eine Frage der Politik, die sich mehr kümmern muss!

    Sicher, eine Mütterquote verstärkt mal wieder den Unterschied der Geschlechterrollen, anstatt die Väter mit ins Boot zu holen. Aber sie wäre ein Puzzlestein im Umdenken in Richtung Wertschätzung von Familien. Da ist nicht viel los in Deutschland, und deshalb entscheiden sich auch immer mehr Paare dagegen.

    P.S.
    @maikäfer09: "bequemer als der harte Existenzkampf im Beruf, wo man sich immer wieder neu beweisen und behaupten muss. Da bekommt man sein Geld nicht sowieso! "

    Im Unterschied zum Job der Mutter und Hausfrau, die bekommt ihr hohes Honorar und ihre Anerkennung ja auch im Schlaf. - Hallo? Kleiner Denkfehler?

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  • Schlagworte Frauenquote | Politik | Familie | Kinder
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