Als der niederländische Schriftsteller Alfred van Cleef eines Tages nicht mehr weiß, was er mit sich anfangen soll, beschließt er, den Nullmeridian entlangzuwandern. Kann eine unsichtbare Linie wie diese den Menschen in ihrer Nähe etwas bedeuten, ihnen so etwas wie Orientierung geben?

Van Cleef hat bei seinem Aufbruch zur 4800 Kilometer langen Reise durch acht Länder große Fragen – und landet bald in einer von Tristesse geprägten Provinz. Denn der nullte Längengrad führt ihn dorthin, wo sonst keiner geht: an englischen Schaufenstern mit Blümchennachthemden vorbei, durch französische Minidörfer voll abweisender Alter, in die von Rebellen, Nomaden und Militär beherrschte Sahara bis hin zu einem ghanaischen Containerhafen.

Der Weg wird immer steiniger, van Cleef immer lakonischer. Doch gerade die Unaufgeregtheit des Autors entfaltet schnell einen faszinierenden Sog, der sogar die Öde mitunter weltbewegend erscheinen lässt.