Hattie-Studie: Ich bin superwichtig!
Kleine Klassen bringen nichts, offener Unterricht auch nicht. Entscheidend ist: Der Lehrer, die Lehrerin. Das sagt John Hattie. Noch nie von ihm gehört? Das wird sich ändern.
Ein neuer Name geht um in der Pädagogik. Man liest ihn in Aufsätzen und hört ihn in Vorträgen. Einige der wichtigsten deutschen Schulforscher kommen ohne ihn nicht mehr aus. Und schon bald, das sei prophezeit, werden es alle sein. Vom »Hattie-Faktor« und vom »Hattie-Ranking« ist die Rede. Und man fragt: »Was steht bei Hattie dazu?«
John Hattie – Neuseeländer, Bildungsforscher, Professor an der University of Melbourne – hat 2008 ein Buch herausgebracht, das die pädagogische Welt seitdem elektrisiert. Visible Learning (sinngemäß übersetzt: sichtbare Lernprozesse) heißt der Titel des Werkes. Es hat den Anspruch, die wichtigste Frage der Bildungsforschung umfassend zu beantworten: Was ist guter Unterricht?
Das klingt anmaßend, ja wahnsinnig, und ein bisschen ist es das auch. Denn John Hattie tat, was vor ihm noch niemand versucht hatte: sämtliche englischsprachige Studien weltweit zum Lernerfolg zu sichten, zu gewichten und zu einer großen Synthese der empirischen Unterrichtsforschung zusammenzuführen. Mehr als 800 Metaanalysen wertete er dafür aus, also jene Art von Untersuchungen, die verschiedene Studien zu einem Thema zusammenfassen, sei es zu Hausaufgaben oder Förderunterricht, zum Vokabellernen, zur Elternarbeit oder zum Sitzenbleiben.
Aus diesen Metaanalysen erstellte er mit dem Handwerkzeug des Statistikers eine Megaanalyse, in die mehr als 50.000 Einzeluntersuchungen mit 250 Millionen beteiligten Schülern eingeflossen sind. Für die verschiedenen Unterrichtsmethoden und Lernbedingungen errechnete Hattie dann einen Erfolgsfaktor, Effektstärke genannt. Anderthalb Jahrzehnte benötigte der Forscher für seine Fleißarbeit. Am Ende erstellte Hattie eine Art Bestenliste der wirkungsvollsten pädagogischen Programme.
- Die Hattie-Studie
Der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie hat in einer Studie mit mehr als 800 Metaanalysen, die wiederum 50000 Einzelstudien zusammenfassen, untersucht, was guten Unterricht ausmacht. Insgesamt waren an den Untersuchungen 250 Millionen Schüler beteiligt. Sein Buch »Visible Learning« (2008) liefert die umfangreichste Darstellung der weltweiten Unterrichtsforschung. Hattie verbreitert seine Datenbasis ständig mit neuen Erhebungen. Anbei einige der insgesamt 136 Einflussgrößen, die Hattie in seinem Buch bewertet. Sie geben einen Hinweis darauf, welche Faktoren für sich genommen das Lernen hemmen und welche sie fördern.
- Was schadet
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Was schadet
- Sitzenbleiben
- übermäßiges Fernsehen
- lange Sommerferien
Was nicht schadet, aber auch nicht hilft- offener Unterricht
- jahrgangsübergreifender Unterricht
- Web-basiertes Lehren und Lernen
Was nur wenig hilft- geringe Klassengröße
- finanzielle Ausstattung
- entdeckendes Lernen
- Hausaufgaben
- Was hilft
-
Was mehr hilft
- regelmäßige Leistungsüberprüfungen
- vorschulische Fördermaßnahmen
- lehrergeleiteter Unterricht
- Zusatzangebote für starke Schüler
Was richtig hilft- Lehrerfeedback
- problemlösender Unterricht
- fachspezifische Lehrerfortbildung
- Programme zur Leseförderung
- vertrauensvolles Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schüler
Visible Learning – die weltweit größte Datenbasis zur Unterrichtsforschung – machte Hattie innerhalb kurzer Zeit zu einer internationalen Größe. Die Bildungsbeilage der englischen Times nennt ihn den »wohl einflussreichsten Bildungswissenschaftler der Welt«. Andere stellen sein Buch mit den großen internationalen Vergleichsuntersuchungen wie Pisa auf eine Stufe. Und selbst kritische Artikel tragen Überschriften wie: »Hat John Hattie tatsächlich den Heiligen Gral der Schulforschung gefunden?«
Dabei begründet nicht allein die megalomanische Dimension seines Projektes Hatties Ruf oder die Kälte seines wissenschaftlichen Blicks (»Meinungen gibt es genug; was zählt, ist messbare Evidenz«). Die größte Sprengkraft liegt in seinen Erkenntnissen. Denn diese stehen geradezu quer zur bildungspolitischen Debatte in vielen Ländern. »Wir diskutieren leidenschaftlich über die äußeren Strukturen von Schule und Unterricht«, kritisiert Hattie. »Sie rangieren aber ganz unten in der Tabelle und sind, was das Lernen angeht, unwichtig.«
So hat die finanzielle Ausstattung einer Schule nur wenig Einfluss auf den Wissensgewinn ihrer Schüler. Ähnlich verhält es sich mit der Reduzierung der Klassengröße, der Lieblingslösung der Lehrerschaft für Probleme jeder Art. Kleine Klassen kosten zwar viel Geld, bleiben in puncto Lernerfolg aber weitgehend ertraglos. Auf Hatties Ranking landet die Klassengröße auf Platz 106. Weltweit wird zudem die Konkurrenz zwischen staatlichen und privaten Schulen beschworen. In den Lernfortschritten der Schüler unterscheiden sich die Schulformen jedoch nur minimal.
Ohnehin hält Hattie das Gerede über vorbildliche Schulen für »nahezu irrelevant«. Alle seine Daten belegen, so der Schulforscher, dass sich die größten Unterschiede im Lernzuwachs nicht zwischen Schulen zeigen, sondern zwischen einzelnen Klassen, und das bedeutet: zwischen einzelnen Lehrern. Das ist Hatties zentrale Botschaft, die er aus dem Datengebirge zutage gefördert hat: Was Schüler lernen, bestimmt der einzelne Pädagoge. Alle anderen Einflussfaktoren – die materiellen Rahmenbedingungen, die Schulform oder spezielle Lehrmethoden – sind dagegen zweitrangig.
Auf den guten Lehrer kommt es also an. Das klingt banal, meint man. Das weiß doch jeder, heißt es. Doch warum glaubt die Politik noch immer, Lernergebnisse mit Strukturreformen verbessern zu können? Wieso blüht gerade in der deutschen Schuldebatte ein Methodenglauben? Und wie kommt es, dass ausgerechnet Pädagogen ihre Bedeutung kleinreden? Im vergangenen Jahr fragte das Allensbach-Institut Lehrer nach ihrer Bedeutung. 48 Prozent meinten, sie hätten wenig oder gar keinen Einfluss auf ihre Schüler, ganz im Gegensatz zu den Medien etwa. Nur ganze acht Prozent schrieben sich eine »sehr große« Bedeutung zu.
Hatties Forschungsergebnisse dementieren solche Einflusslosigkeit. Gleichzeitig widerspricht er allen Ansinnen, den Lehrer im Unterricht zu marginalisieren. Für Hattie darf ein Lehrer kein bloßer Lernbegleiter sein, kein Architekt von Lernumgebungen (»faciliator«). Will er etwas erreichen, muss ein Lehrer sich vielmehr als Regisseur verstehen, als »activator«, der seine Klasse im Griff und jeden Einzelnen stets im Blick hat.
Für reformpädagogisch Bewegte sind diese Aussagen schwer verdaulich. Dass Schüler ihre »Lernprozesse am besten selbst gestalten«, wie etwa die jüngst gegründete Initiative »Schule im Aufbruch« propagiert, dürfte Hattie für abwegig halten. Andere Lieblingskonzepte der Neudenker von Schule fallen bei ihm ebenso durch. Das gilt besonders für den »offenen Unterricht« oder die »jahrgangsübergreifenden Klassen«. Für beides hat Hattie so gut wie keine empirischen Belege dafür gefunden, dass es das Lernen verbessert.
Auch dass die Individualisierung des Unterrichts per se eine hohe Lernwirksamkeit besitzt, kann man nach Hatties Befunden nicht sagen. »Angesichts der großen Hoffnungen, die man mit der sogenannten individuellen Förderung verbindet, sollte man noch einmal überlegen, was man mit dem Schlagwort meint«, warnt Eckhard Klieme. Der Frankfurter Schulforscher hat Hatties Großprojekt als einer der Ersten in Deutschland rezipiert. Für ihn unterstreichen die Forschungsergebnisse des Neuseeländers vor allem die Bedeutung der Struktur für jeden guten Unterricht.
Das beginnt mit einer stringenten Klassenführung (»classroom management«). Ein guter Lehrer darf keine Zeit mit unwichtigen Dingen verschwenden, und er muss rasch erkennen, wann er auf eine Störung mit Strenge und wann mit Humor reagiert. Noch höher auf der Hattie-Skala rangiert die »teacher clarity«, dass Schüler also verstehen, was der Lehrer von ihnen will. Beide Erfolgsbedingungen für einen gelungenen Unterricht werden stark unterschätzt. In der Pädagogenausbildung spielen sie kaum eine Rolle. Dabei gehen im Leben eines Schülers Wochen an Lernzeit allein damit verloren, dass Lehrer umständlich Arbeitsblätter verteilen. Ganze Stunden erweisen sich als wirkungslos, weil der Lehrer zu Beginn nicht klarmacht, worauf es in den nächsten 45 Minuten ankommt.
Strukturiert und disziplinbewusst, fachbezogen und stets im Mittelpunkt des Geschehens: Den Lehrertyp kenn ich, wird mancher in Deutschland sagen, den findet man doch bei uns in jedem Gymnasium! Doch so sehr Hattie den »Lerncoach« ablehnt, der ab und an vom Rand des Unterrichtsgeschehens eine Bemerkung macht, so wenig taugen seine Forschungen, um den traditionellen Studienrat zu rehabilitieren, der seinen Schülern die Früchte eines umfassenden Fachwissens mittels Vorträgen kredenzt.
Zwar steuert ein guter Lehrer laut Hattie den Unterricht von der ersten bis zur letzten Minute. Er nimmt hierbei jedoch – das ist das Besondere – immer die Perspektive seiner Schüler ein. »Ein guter Lehrer sieht den eigenen Unterricht mit den Augen seiner Schüler«, sagt Hattie. Wie das genau funktioniert, erklärt der neuseeländische Bildungsforscher in seinem zweiten Buch, das 2011 erschienen ist. In Visible Learning for Teachers skizziert John Hattie eine Pädagogik der permanenten Selbstreflexion.
Das beginnt mit der Haltung. Viel zu viele Lehrer, kritisiert Hattie, erklärten die fehlenden Lernfortschritte mit den Schwächen ihrer Schüler: dem Mangel an Fleiß, der falschen Eignung oder der fehlenden Unterstützung des Elternhauses. Stattdessen müsse der Lehrer sich fragen, was er falsch macht, wenn seine Klasse beim Lernen nicht vorankommt.
Die Empirie gibt Hattie anscheinend recht. Bis zu einer Klassenstufe kann sich der Lernfortschritt von Schülern unterscheiden, je nachdem welchen Lehrer sie haben. Besonders augenfällig machte diese Qualitätsdifferenz vor einigen Jahren ein Experiment aus Schweden. Hier übernahmen ausgewählte Lehrer die Klasse einer Brennpunktschule, deren Schüler sich weitgehend aufgegeben hatten. Nach einem Jahr hatten sie die Stimmung gedreht und den Lernrückstand beträchtlich verkleinert.
Auch Hatties Ideallehrer ist so ein Superheld, jedoch einer, der systematisch seine Selbstzweifel pflegt. Er fragt nicht nur regelmäßig den Lernstand jedes einzelnen Schülers ab, mit kleinen Tests, die oft nur zwei, drei Minuten dauern müssen. Gleichzeitig lässt er die Schüler auch systematisch über seinen Unterricht urteilen. Solche Schülerstatements – »Ich bin die ganze Stunde bei der Sache geblieben«, »Mir war klar, was ich in dieser Stunde lernen sollte« – lassen sich per Ankreuztests bereits in der Grundschule einholen. Für Deutschland hat sie die Forschungsgruppe um Andreas Helmke entwickelt. »Mit den richtigen Werkzeugen urteilen Schüler meist fair und überraschend präzise über Unterricht«, sagt der Schulforscher von der Universität Koblenz-Landau. Auch können Schüler gut ermessen, was sie selbst können. Kein anderes Instrument kann in Hatties Ranking eine größere Effektstärke aufweisen als die systematische Selbsteinschätzung von Schülern.
Hattie predigt eine Kultur des »Feedbacks«, kein Begriff fällt häufiger in seinem Buch. Von Lob dagegen spricht er wenig, von Strafe überhaupt nicht. Laut Hattie sollen Rückmeldungen an Schüler stets neutral erfolgen, bezogen allein auf den Unterrichtsgegenstand. Falsche Antworten der Schüler sind in diesem Konzept geradezu willkommen. Hattie versteht Fehler als die eigentlichen Treiber allen Lernens (»the essence of learning«).
Das gilt ebenso für den Lehrer selbst. Zwar kann man auch in Hatties neuem Buch nachschlagen, welche Unterrichtsverfahren sich nach seiner Megaanalyse als besonders wirksam erwiesen haben. Darunter etwa die »direkte Instruktion«, also der häufig als Lehrermonolog missverstandene Frontalunterricht. Jeder Methodenstreit ist dem Neuseeländer jedoch zuwider. Ein guter Lehrer verfügt für ihn über ein breites Repertoire von Unterrichtsstilen, die er je nach Klasse ausprobiert, »evidenzbasiert« prüft und – wenn nötig – auch wieder verwirft. »There are no magic bullets«, sagt Hattie, es gibt keine pädagogischen Patentrezepte.
Für nicht verhandelbar hält der Neuseeländer hingegen die emotionale Seite des Lernens. Ohne Respekt und Wertschätzung, Fürsorge und Vertrauen könne Unterricht nicht gelingen, schreibt er und belegt das mit eindrucksvollen Zahlen. Selbst die altmodische »Liebe zum Fach« lebt bei ihm wieder auf. »Wer Hattie gelesen hat, wird nie wieder vor einer Kuschelpädagogik warnen«, sagt Ulrich Steffens vom hessischen Institut für Qualitätsentwicklung leicht spöttisch, der Hatties Kernbotschaften in einigen Fachartikeln prägnant auf Deutsch zusammengefasst hat.
In der hiesigen Schuldebatte sind Hatties Lektionen für alle Beteiligten eine Provokation – und eine Bestätigung zugleich. So sollte es in einer Schule zuallererst um Leistung gehen, Noten dagegen sind Hattie egal; Frontalunterricht funktioniert, sagt er, aber nur wenn die Lehrkraft wenig redet; Lehrer haben einen überragenden Einfluss, den sie jedoch lediglich dann geltend machen können, wenn sie in jedem Augenblick an ihre Schüler denken. Reformpädagogen dürften sich darüber ärgern, dass der offene Unterricht meist unwirksam ist, Traditionalisten, dass dasselbe fürs Sitzenbleiben gilt. Und beiden Fraktionen wird kaum gefallen, dass kleine Klassen zum Lernerfolg so gut wie nichts beitragen.
Das dürfte sparbewusste Politiker erfreuen. Wenn sie Hattie jedoch genau lesen, muss ihnen anders werden. Denn der Forscher erklärt ihr Handeln für weitgehend wirkungslos. Von außen nämlich, das legt die von ihm angeführte Empirie nahe, lassen sich bessere Lernergebnisse nicht organisieren; ganz sicher nicht in ein oder zwei Legislaturperioden. Solange Bildungspolitik nur die Oberfläche von Schule erreicht, nicht aber die Tiefenstruktur verändert – also den konkreten Unterricht –, geht sie ins Leere.
Der Umstand, dass 30 Jahre Schulreform in Deutschland an vielen Klassenzimmern spurlos vorbeigegangen ist, scheint dafür der beste Beleg. Genau hinschauen sollten auch die Lehrerverbände. Gute Pädagogen sind wichtig. Das haben sie schon immer gesagt. Die logische Schlussfolgerung haben sie uns allerdings immer verschwiegen: dass es auch schlechte Vertreter ihres Metiers gibt. Die man mit allen Mitteln dazu bringen sollte, besser zu werden – oder ihren Job zu wechseln. Die bewusste Ignoranz, Qualitätsunterschiede zwischen Lehrern anzuerkennen, nennt Hattie eine »Verschwörung des Schweigens«.
Noch hat der Streit um John Hatties Werk Deutschland nicht erreicht. Das wird sich ändern. Demnächst erscheint Visible Learning auf Deutsch, in einer Übersetzung des Oldenburger Schulforschers Klaus Zierer. Dabei lassen sich die Befunde des Neuseeländers nicht eins zu eins auf die deutsche Schulwirklichkeit übertragen. Die von ihm aggregierten Metaanalysen stammen aus der englischsprachigen Forschung, die wiederum die angelsächsischen Bildungssysteme zum Gegenstand hat. Wenn Hattie Schulferien als »lernschädlich« klassifiziert, bezieht er sich auf die mehrmonatigen Ferienzeiten in den USA oder Australien. Hierzulande dürfte der Effekt weit niedriger sein.
Klaus Zierer warnt denn auch vor einem »Fast-Food-Hattie«. Man dürfe sich nicht allein auf den numerischen Wirkungsfaktor verlassen, sondern sollte sich jeden von Hattie geprüften Einflussfaktor aufs Lernen genau anschauen. Hausaufgaben etwa bringen in der Grundschule wenig, in höheren Klassen dagegen fördern sie den Lernerfolg durchaus. In Hatties Ranking liegt die durchschnittliche Effektstärke für »homework« irgendwo in der Mitte.
Auch der offene Unterricht kann durchaus ertragreich sein – wenn die Schüler dem eigenständigen Lernen gewachsen sind und die Lehrer es gründlich vorbereiten und über seinen Verlauf penibel wachen. Dass beides jedoch anscheinend selten zutrifft, darauf verweisen Hatties Forschungsergebnisse. Und selbstverständlich verfolgt die Schule noch andere Ziele, als die Schüler zu intellektuellen Höchstleistungen zu bringen. Kreativität oder Demokratiefähigkeit, der Sinn für Ästhetik und fürs Soziale tauchen in Hatties Listen als Lernziele nicht auf. Ihn interessieren »achievements«, messbare kognitive Fachleistungen. Sie aber sind nun einmal das Kerngeschäft von Schule.
Hatties Befunde können die schulpolitische Debatte in Deutschland verändern. »Niemand, der über Schule redet, darf sie ignorieren«, sagt Andreas Helmke. Wir müssen nicht »unser Bildungssystem grundlegend umdenken«, wie es die Initiative »Schule im Aufbruch« fordert. Systemfragen sollte man nach Hattie am besten gar nicht mehr stellen. Der Neuseeländer rückt den Lehrer wieder dorthin, wo sein Platz sein sollte: ins Zentrum allen Redens über Schule. Er ist der Hauptverantwortliche dafür, was Schüler lernen. Er entscheidet darüber, ob Schule besser wird. »Die Schulen sollen endlich einmal in Ruhe arbeiten«, lautet eine nach Jahren hektischer Schulreformen populäre Forderung. Sie richtet sich an unsere Bildungspolitiker. Für unsere Lehrer gilt sie jedoch genauso.
Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio
Mehr erfahren Sie auf der Website von Hatties privatem Institut, der deutschsprachigen Seite zur Hattie-Studie mit Vorträgen, Filmen und Interviews oder im Heft der hessischen Lehrerbildung.





Nehmen wir die Ergebnisse der Studie ernst, so müssen wir alle Abstand nehmen von den Diskussionen über Schularten, Schulstrukturen und uns alle wieder konzentrieren auf das, was Lehren und Lernen ausmacht – die Situation im Klassenzimmer.
Lernen geschieht in einer direkten Interaktion zwischen Kindern und Jugendlichen und einem Lehrer, der seine Klasse im Griff und jeden Einzelnen stets im Blick hat. Er ist nicht Lernbegleiter, sondern ein Mensch, der etwas weiß und kann und von seinen Schüler in fachlicher und menschlicher Weise respektiert und gemocht wird. Welche Methoden er dann im Unterricht anwendet, ergibt sich aus der konkreten Unterrichtssituation und nicht aus Dogmen über angeblich allein zielführende didaktische Modelle. Dies mögen sich alle Vertreter der Schulverwaltung in ihr Merkheft schreiben, die jetzt Konzepte wie das „Kooperatives Lernen“, selbstorganisiertes Lernen“, „Lernen durch Lehren“ etc. als Non-Plus-Ultra pädagogischen Handelns von allen Lehrern einfordern möchten.
als ein Ort zum Lernen! Kinder verbringen hier ein Drittel ihres Tages, die wesentlichen Jahre ihrer Entwicklung; werden belehrt, interagieren mit anderen, essen, spielen, entwickeln sich und lernen. "Es ist Zeit, unser Verständnis von Schule, Lernen und Lehren zu überdenken und unsere Schulen von Grund auf umzugestalten: hin zu einer Lernkultur der Potenzialentfaltung." http://www.schule-im-aufb...
Wenn es um das Lernen des Einmal-Eins, Lesen, Gedichte aufsagen und die Maxwellschen Gleichungen geht, mag es so sein, wie Hattie postuliert, aber Schule ist ein wesentlicher Ort der Entwicklung von Menschen, und hier sind bestimmte Rahmenbedingungen hilfreicher als andere. Wollen wir freie, selbstbestimmte, -bewußte und denkende Menschen erziehen oder Menschen, die abrufbares Wissen optimal gespeichert haben? Noch gilt allzuoft Senecas bedauernder Ausruf, auch wenn dessen Negation in den letzten 2000 Jahren immer häufiger behauptet wurde. Aber bereiten wir Kinder wirklich auf's Leben vor, wenn wir ihnen lediglich Wissen möglichst optimal vermitteln?
Aber richtig ist natürlich, daß mehr motiviertere und didaktisch und sozial fähige Lehrer benötigt werden, die ihre Schüler lieben, verstehen, als ganze Menschen mit jeweiligen Stärken und Schwächen begreifen, in der Lage sind mit ihnen und deren Eltern auf Augenhöhe zu kommunizieren und sw...
Weshalb gibt es hier eine REDAKTIONSEMPFEHLUNG?
In dem Beitrag von Mausbach gibt es NICHTS, das bedenkenwert wäre, allerdings einen Seminarausbilder, der sich hier äußert und ...... zunächst:
Bli Bla Blu (oder Bliu). Diesen Textteil finde ich o.k. - Credentials usw. Dann: eine Kategorisierung und Erklärung (Lehrerlehrer!*).
Ab "dennoch" wird es aber absurd: Was ist "dennoch" möglich und weshalb wäre es wünschenswert? In "bester" pädagogischer Tradition gibt Mausbach hier einen anekdotischen Heilserfolg zum Besten. Empirie? Gerne gelobt, aber tatsächlich - so scheint es - weit überschätzt!
Der letzte Absatz ist in der vorliegenden Form vollkommen überflüssig, weil ohne potentiellen Erkenntnisgewinn. (Es sei denn Online-Redaktion und Mausbach haben einen exklusiven Informationsaustausch auf den Mausbach sich hier bezieht!).
Ich arbeite als (Physik-)Lehrer (und Mausbachs Kommentar** zum Artikel hätte ich nicht gut bewertet (s.o.)) aber Hatties Ergebnisse schätze ich, so wie er. (Nur würde ich sie vermutlich anders anwenden :) ).
Knatterton
* immer noch ohne Erkenntnisgewinn
** ich schätze:durchgefaöllen
als ein Ort zum Lernen! Kinder verbringen hier ein Drittel ihres Tages, die wesentlichen Jahre ihrer Entwicklung; werden belehrt, interagieren mit anderen, essen, spielen, entwickeln sich und lernen. "Es ist Zeit, unser Verständnis von Schule, Lernen und Lehren zu überdenken und unsere Schulen von Grund auf umzugestalten: hin zu einer Lernkultur der Potenzialentfaltung." http://www.schule-im-aufb...
Wenn es um das Lernen des Einmal-Eins, Lesen, Gedichte aufsagen und die Maxwellschen Gleichungen geht, mag es so sein, wie Hattie postuliert, aber Schule ist ein wesentlicher Ort der Entwicklung von Menschen, und hier sind bestimmte Rahmenbedingungen hilfreicher als andere. Wollen wir freie, selbstbestimmte, -bewußte und denkende Menschen erziehen oder Menschen, die abrufbares Wissen optimal gespeichert haben? Noch gilt allzuoft Senecas bedauernder Ausruf, auch wenn dessen Negation in den letzten 2000 Jahren immer häufiger behauptet wurde. Aber bereiten wir Kinder wirklich auf's Leben vor, wenn wir ihnen lediglich Wissen möglichst optimal vermitteln?
Aber richtig ist natürlich, daß mehr motiviertere und didaktisch und sozial fähige Lehrer benötigt werden, die ihre Schüler lieben, verstehen, als ganze Menschen mit jeweiligen Stärken und Schwächen begreifen, in der Lage sind mit ihnen und deren Eltern auf Augenhöhe zu kommunizieren und sw...
Weshalb gibt es hier eine REDAKTIONSEMPFEHLUNG?
In dem Beitrag von Mausbach gibt es NICHTS, das bedenkenwert wäre, allerdings einen Seminarausbilder, der sich hier äußert und ...... zunächst:
Bli Bla Blu (oder Bliu). Diesen Textteil finde ich o.k. - Credentials usw. Dann: eine Kategorisierung und Erklärung (Lehrerlehrer!*).
Ab "dennoch" wird es aber absurd: Was ist "dennoch" möglich und weshalb wäre es wünschenswert? In "bester" pädagogischer Tradition gibt Mausbach hier einen anekdotischen Heilserfolg zum Besten. Empirie? Gerne gelobt, aber tatsächlich - so scheint es - weit überschätzt!
Der letzte Absatz ist in der vorliegenden Form vollkommen überflüssig, weil ohne potentiellen Erkenntnisgewinn. (Es sei denn Online-Redaktion und Mausbach haben einen exklusiven Informationsaustausch auf den Mausbach sich hier bezieht!).
Ich arbeite als (Physik-)Lehrer (und Mausbachs Kommentar** zum Artikel hätte ich nicht gut bewertet (s.o.)) aber Hatties Ergebnisse schätze ich, so wie er. (Nur würde ich sie vermutlich anders anwenden :) ).
Knatterton
* immer noch ohne Erkenntnisgewinn
** ich schätze:durchgefaöllen
Danke für diesen ausführlichen Artikel, der an noch prominenterer Stelle erscheinen sollte. Jeder Mensch, der im weitesten Sinne mit Entscheidungen in unserem Bildungssystem zu tun hat, sollte ihn lesen - wenn ich sehe, wie einige Leute in den letzten Jahren viele Teile unseres Systems verschlimmbessert haben, ganze Schulformen abgeschafft haben, nur um irgendwelche Reformen vorweisen zu können, wird einem ganz anders.
Ich hoffe, dass diese Meinung sich durchsetzt und das allgegenwärtige Methoden-Gerede endlich durch einen praktischen und sinnvollen Diskurs ersetzt wird. Eigentlich scheinen die Problempunkte ja viel einfacher, als viele glauben. Also danke und bitte verbreiten!
wird (große) methodische Mängel und andere Bedingungen wie in D feststellen, damit die eigene Ideologie nicht gefährdet wird.
>ganze Schulformen abgeschafft haben, nur um irgendwelche Reformen vorweisen zu können
Haben Sie sich einmal auch nur annähernd mit der Schulwirklichkeit befasst? Die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems ist im Europamaßstab und darüber hinaus erstens schon lange überfällig und zweitens hatten Absolventen der Haupt- bzw. zunehmend der Realschulen langsam keine Schnitte mehr am Arbeitsmarkt.
Es ist also weit mehr als nur ein Reformungetüm. Aber so sind wir Deutschen: verbohrt (und) konservativ.
wird (große) methodische Mängel und andere Bedingungen wie in D feststellen, damit die eigene Ideologie nicht gefährdet wird.
>ganze Schulformen abgeschafft haben, nur um irgendwelche Reformen vorweisen zu können
Haben Sie sich einmal auch nur annähernd mit der Schulwirklichkeit befasst? Die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems ist im Europamaßstab und darüber hinaus erstens schon lange überfällig und zweitens hatten Absolventen der Haupt- bzw. zunehmend der Realschulen langsam keine Schnitte mehr am Arbeitsmarkt.
Es ist also weit mehr als nur ein Reformungetüm. Aber so sind wir Deutschen: verbohrt (und) konservativ.
Ich fühle mich auch als Nicht-Pädagoge bestätigt, da mich die Fixierung auf Rahmenstrukturen besorgte und mir Beziehung zwischen den Beteiligten als bedeutsamerer Faktor erschien.
Bei der Interpretation der Ergebnisse von Herrn Hattie wäre ich dennoch vorsichtig, wenn wirklich nur "Lernoutput" gemessen wurde - habe die Bücher noch nicht gelesen. Bildung ist mehr als Fachwissen. Professionelle Intelligenz mehr als IQ.
Und was speziell "Lernen durch Lehren" (LdL) angeht, verstehe ich die Kritik aus dem ersten Kommentar nicht. Ganz vorne mit dabei sind bei Hattie:lehrergeleiteter Unterricht (bei LdL ist der Lehrer DER Regisseur, der über seine Akteure wacht), Lehrerfeedback (ist bei LdL ein Grundelement), problemlösender Unterricht (nicht zwingend Bestandteil, aber gut verknüpfbar), vertrauensvolles Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schüler (ohne das funktioniert LdL nicht). Auch LdL ist nicht DIE Methode, die gibt es nicht. Die offenbar ablehnende Pauschalkritik kann ich dennoch nicht nachvollziehen.
Sehr geehrter Herr Tacke,
Sie haben recht! Man kann "Lernen durch Lehren" und die anderen von mir angesprochenen didaktischen Modelle nicht verurteilen; sie haben ihre Berechtigung. Aber sie dürfen nicht als Paradigmenwechsel der Pädagogik angepriesen und von der Bildungsverwaltung den Lehrkräften vorgeschrieben werden, wie dies im Moment bei der Einführung der Gemeinschaftschule in BW geschieht.
Zieht man ein erstes, vorsichtiges Résumé, kann man sicher eines schon sagen: John Hattie ist es zu verdanken, dass der Blick auf schulisches Lernen in Deutschland wieder ein wenig mehr von Realismus und Praxiserfahrung geleitet werden kann. Man darf gespannt sein, wie die Erziehungswissenschaft, die Bildungspolitiker und die Kultusbürokratien mit diesen Erkenntnissen umgehen werden. In jedem Fall können sich die vielen guten Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen aller Schularten, die häufig genug erfolgreich arbeiten, durch die Ergebnisse der Studie bestätigt fühlen und bekommen dadurch den Rücken frei, sich unabhängig von ideologisch geprägten Vorgaben, sinnvoll und reflektiert ihrer täglichen Arbeit zu widmen. Lernen geschieht im Klassenzimmer in einer direkten menschlichen Begegnung zwischen Lehrer und Schülern – das ist es, was durch John Hattie wieder neu in den Blick kam. Dafür sei ihm gedankt!
... meint, dass Schüler für sich selbst auch lernen,
wenn sie einem Mitschüler z. B. das gerade eben Verstandene erklären.
Das habe ich selbst als Schüler so erfahren, als ich meinem Sitznachbarn die Lösung einer Mathematikaufgabe mit eigenen Worten erklärte – das war notwendig, da der Lehrer (an einem Gymnasium) sich nie mit Erläuterungen aufhielt. Der Versuch, sich dem Mitschüler so verständlich zu machen, dass auch bei ihm „der Groschen fällt“, klärt eigene Unsicherheiten. Am Ende ist der „lehrende Schüler“ sich seines Wissens umso sicherer.
Heute meint man mit „Lernen durch Lehren“, wenn Schüler für ihre Klasse ein neues Thema vorbereiten, präsentieren und erklären. Das kann so weit gehen, dass die Schüler eine ganze Unterrichts(doppel)stunde selbständig gestalten.
Für meine Kinder finde ich diese Alternativen zum oft öden Frontalunterricht sehr positiv. Wir haben mit selbstorganisiertem Lernen gute Erfahrungen gemacht – zum Dogma sollte es aber selbstverständlich nicht erhoben werden.
Sehr geehrter Herr Tacke,
Sie haben recht! Man kann "Lernen durch Lehren" und die anderen von mir angesprochenen didaktischen Modelle nicht verurteilen; sie haben ihre Berechtigung. Aber sie dürfen nicht als Paradigmenwechsel der Pädagogik angepriesen und von der Bildungsverwaltung den Lehrkräften vorgeschrieben werden, wie dies im Moment bei der Einführung der Gemeinschaftschule in BW geschieht.
Zieht man ein erstes, vorsichtiges Résumé, kann man sicher eines schon sagen: John Hattie ist es zu verdanken, dass der Blick auf schulisches Lernen in Deutschland wieder ein wenig mehr von Realismus und Praxiserfahrung geleitet werden kann. Man darf gespannt sein, wie die Erziehungswissenschaft, die Bildungspolitiker und die Kultusbürokratien mit diesen Erkenntnissen umgehen werden. In jedem Fall können sich die vielen guten Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen aller Schularten, die häufig genug erfolgreich arbeiten, durch die Ergebnisse der Studie bestätigt fühlen und bekommen dadurch den Rücken frei, sich unabhängig von ideologisch geprägten Vorgaben, sinnvoll und reflektiert ihrer täglichen Arbeit zu widmen. Lernen geschieht im Klassenzimmer in einer direkten menschlichen Begegnung zwischen Lehrer und Schülern – das ist es, was durch John Hattie wieder neu in den Blick kam. Dafür sei ihm gedankt!
... meint, dass Schüler für sich selbst auch lernen,
wenn sie einem Mitschüler z. B. das gerade eben Verstandene erklären.
Das habe ich selbst als Schüler so erfahren, als ich meinem Sitznachbarn die Lösung einer Mathematikaufgabe mit eigenen Worten erklärte – das war notwendig, da der Lehrer (an einem Gymnasium) sich nie mit Erläuterungen aufhielt. Der Versuch, sich dem Mitschüler so verständlich zu machen, dass auch bei ihm „der Groschen fällt“, klärt eigene Unsicherheiten. Am Ende ist der „lehrende Schüler“ sich seines Wissens umso sicherer.
Heute meint man mit „Lernen durch Lehren“, wenn Schüler für ihre Klasse ein neues Thema vorbereiten, präsentieren und erklären. Das kann so weit gehen, dass die Schüler eine ganze Unterrichts(doppel)stunde selbständig gestalten.
Für meine Kinder finde ich diese Alternativen zum oft öden Frontalunterricht sehr positiv. Wir haben mit selbstorganisiertem Lernen gute Erfahrungen gemacht – zum Dogma sollte es aber selbstverständlich nicht erhoben werden.
Sehr geehrter Herr Tacke,
Sie haben recht! Man kann "Lernen durch Lehren" und die anderen von mir angesprochenen didaktischen Modelle nicht verurteilen; sie haben ihre Berechtigung. Aber sie dürfen nicht als Paradigmenwechsel der Pädagogik angepriesen und von der Bildungsverwaltung den Lehrkräften vorgeschrieben werden, wie dies im Moment bei der Einführung der Gemeinschaftschule in BW geschieht.
Zieht man ein erstes, vorsichtiges Résumé, kann man sicher eines schon sagen: John Hattie ist es zu verdanken, dass der Blick auf schulisches Lernen in Deutschland wieder ein wenig mehr von Realismus und Praxiserfahrung geleitet werden kann. Man darf gespannt sein, wie die Erziehungswissenschaft, die Bildungspolitiker und die Kultusbürokratien mit diesen Erkenntnissen umgehen werden. In jedem Fall können sich die vielen guten Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen aller Schularten, die häufig genug erfolgreich arbeiten, durch die Ergebnisse der Studie bestätigt fühlen und bekommen dadurch den Rücken frei, sich unabhängig von ideologisch geprägten Vorgaben, sinnvoll und reflektiert ihrer täglichen Arbeit zu widmen. Lernen geschieht im Klassenzimmer in einer direkten menschlichen Begegnung zwischen Lehrer und Schülern – das ist es, was durch John Hattie wieder neu in den Blick kam. Dafür sei ihm gedankt!
Sehr geehrter Herr Korinek,
danke für ihre klärende Entgegnung! Von einer Zwangsverordnung einer bestimmten Methode, die Lehrer zu benutzen haben, halte ich ebenso wenig wie Sie.
Ich als derzeitiger Abiturient hatte schon immer die Meinung, dass guter Unterricht großteilig von den Lehrern abhängig ist. Ein Lehrer der 1. die Schüler nicht im Griff hat oder oder 2. auch keine Ahnung hat was er wie unterrichten soll ist fehl am Platz. Das schlimme in BaWü derweil ist ja (mindestens meienr subjektiven Meinung nach), das Leute nach dem Motto "Wer ncihts wird, wird Lehrer" Schulpädagogik studieren. Meiner Meinung nach, fahren die Grünen das Schulsystem in BaWü an die Wand. Und die im Kultusministeium wurden als sie in der Schule waren häftigst gemobbt und wollen uns ein Weltbild des Nihilismuses und der Gewalt einreden...
Was mich an dieser Studie auch noch interessieren würde ist, in wieweit der Lernwille der Schüler doe Lernleistung der Klasse beeinflusst?
„die Grünen fahren das Schulsystem in BaWü an die Wand. Die netten Leute im Kultusministeium (sic!) wurden als sie in der Schule waren häftigs (sic!) gemobbt und wollen uns ein Weltbild des Nihilismuses und der Gewalt einreden, wenn man sich die Lektüren mal ansieht.“
Haben Sie eigentlich irgendwelche Belege bezüglich der persönlichen Geschichte der Mitarbeiter des Kultusministeriums? Oder ist das einfach nur mal so eine Unterstellung die sich schön dahin schreiben lässt, weil sie ins eigene einfache Weltbild passt?
Die Studien von Hattie sprechen übrigens gerade GEGEN einen kurzfristigen Einfluss der Politik, aber vielleich war Ihnen der Artikel einfach zu lang?
Den ersten zwei Sätzen des Kommentars kann man in jedem (!) Fall zustimmen. Und dem Tenor nach dem dritten Satz ebenso.
Aber, was haben die Grünen in BaWü hier zu suchen? Die sind erst seit einem (1!) verantwortlich für die Schulpolitik BaWü's :). Der unmotivierte Gedankensprung zum Kultusministerium und seinen Mitarbeitern ist vollkommen sinnlos. Was will uns "SchrödingersKater" sagen?
Einzig interessant scheint die Frage nach dem Lernwillen der Lerngruppe. Aber, da hoffe ich, dass solche (meistens sozial korrelierten) Einflüsse in einer Metastudie keinen Einfluss auf das Ergebnis haben!?
Fazit: Liebe Redaktion, nicht nur die ersten vier Worte eines Kommmentars lesen, wenn ihr eine Empfehlung aussprechen wollt!
Danke, Nick Knatterton
„die Grünen fahren das Schulsystem in BaWü an die Wand. Die netten Leute im Kultusministeium (sic!) wurden als sie in der Schule waren häftigs (sic!) gemobbt und wollen uns ein Weltbild des Nihilismuses und der Gewalt einreden, wenn man sich die Lektüren mal ansieht.“
Haben Sie eigentlich irgendwelche Belege bezüglich der persönlichen Geschichte der Mitarbeiter des Kultusministeriums? Oder ist das einfach nur mal so eine Unterstellung die sich schön dahin schreiben lässt, weil sie ins eigene einfache Weltbild passt?
Die Studien von Hattie sprechen übrigens gerade GEGEN einen kurzfristigen Einfluss der Politik, aber vielleich war Ihnen der Artikel einfach zu lang?
Den ersten zwei Sätzen des Kommentars kann man in jedem (!) Fall zustimmen. Und dem Tenor nach dem dritten Satz ebenso.
Aber, was haben die Grünen in BaWü hier zu suchen? Die sind erst seit einem (1!) verantwortlich für die Schulpolitik BaWü's :). Der unmotivierte Gedankensprung zum Kultusministerium und seinen Mitarbeitern ist vollkommen sinnlos. Was will uns "SchrödingersKater" sagen?
Einzig interessant scheint die Frage nach dem Lernwillen der Lerngruppe. Aber, da hoffe ich, dass solche (meistens sozial korrelierten) Einflüsse in einer Metastudie keinen Einfluss auf das Ergebnis haben!?
Fazit: Liebe Redaktion, nicht nur die ersten vier Worte eines Kommmentars lesen, wenn ihr eine Empfehlung aussprechen wollt!
Danke, Nick Knatterton
Doppelost. Die Redaktion/se
In meiner Tätigkeit als Seminarausbilder für Physikreferendare bin ich vor etwa 2 ½ Jahren auf Hattie und seine weiteren Mitstreiter gestoßen. Seit dieser Zeit bemühe ich mich, die Erkenntnisse der Studien zu verstehen und umzusetzen.
Zunächst muss man noch einmal deutlich die empirischen geprägten Metastudien, die Hattie zusammengefasst hat von anderen empirischen Studien abgrenzen. In der Regel werden hier hypothesentestende Studien mit Kontroll- und Experimentiergruppen herangezogen. D.h. man ändert tatsächlich, wie in harten Wissenschaften, nur einen Parameter und untersucht, wie sich die Änderung auf einen Parameter, z.B. die Leistung auswirkt. Die Zusammenfassung mehrerer solcher Studien macht die Erkenntnisse dann fehlerfreier aber auch abstrakter. Dennoch ist dies möglich und hat auch schon in der Referendarsausbildung erste Erfolge gebracht. Dabei können bereits kleine Schritte viel bewirken. Der Geschickte Einsatz von einfachen kooperativen Arbeitsformen bewirkte z.B. bei den Schülern von einem meiner Physikreferendaren einen deutlichen Lernschub.
Hattie fragt allerdings nicht „Was ist guter Unterricht?“ sondern stellt in seinem Buch Visible Learning allgemein dar, welche Intervention wie gut funktioniert. Damit verfolgt der den sog. „What work’s best?“-Ansatz. Dabei hat er nicht den Anspruch alle Methoden und alle Interventionen die bereits auf dem pädagogischen Markt gehandelt werden aufzuführen!
hassen, oder sollte ich sagen - zu verachten - gelernt hat.
hassen, oder sollte ich sagen - zu verachten - gelernt hat.
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