Hattie-Studie: Ich bin superwichtig!
Kleine Klassen bringen nichts, offener Unterricht auch nicht. Entscheidend ist: Der Lehrer, die Lehrerin. Das sagt John Hattie. Noch nie von ihm gehört? Das wird sich ändern.
Ein neuer Name geht um in der Pädagogik. Man liest ihn in Aufsätzen und hört ihn in Vorträgen. Einige der wichtigsten deutschen Schulforscher kommen ohne ihn nicht mehr aus. Und schon bald, das sei prophezeit, werden es alle sein. Vom »Hattie-Faktor« und vom »Hattie-Ranking« ist die Rede. Und man fragt: »Was steht bei Hattie dazu?«
John Hattie – Neuseeländer, Bildungsforscher, Professor an der University of Melbourne – hat 2008 ein Buch herausgebracht, das die pädagogische Welt seitdem elektrisiert. Visible Learning (sinngemäß übersetzt: sichtbare Lernprozesse) heißt der Titel des Werkes. Es hat den Anspruch, die wichtigste Frage der Bildungsforschung umfassend zu beantworten: Was ist guter Unterricht?
Das klingt anmaßend, ja wahnsinnig, und ein bisschen ist es das auch. Denn John Hattie tat, was vor ihm noch niemand versucht hatte: sämtliche englischsprachige Studien weltweit zum Lernerfolg zu sichten, zu gewichten und zu einer großen Synthese der empirischen Unterrichtsforschung zusammenzuführen. Mehr als 800 Metaanalysen wertete er dafür aus, also jene Art von Untersuchungen, die verschiedene Studien zu einem Thema zusammenfassen, sei es zu Hausaufgaben oder Förderunterricht, zum Vokabellernen, zur Elternarbeit oder zum Sitzenbleiben.
Aus diesen Metaanalysen erstellte er mit dem Handwerkzeug des Statistikers eine Megaanalyse, in die mehr als 50.000 Einzeluntersuchungen mit 250 Millionen beteiligten Schülern eingeflossen sind. Für die verschiedenen Unterrichtsmethoden und Lernbedingungen errechnete Hattie dann einen Erfolgsfaktor, Effektstärke genannt. Anderthalb Jahrzehnte benötigte der Forscher für seine Fleißarbeit. Am Ende erstellte Hattie eine Art Bestenliste der wirkungsvollsten pädagogischen Programme.
- Die Hattie-Studie
Der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie hat in einer Studie mit mehr als 800 Metaanalysen, die wiederum 50000 Einzelstudien zusammenfassen, untersucht, was guten Unterricht ausmacht. Insgesamt waren an den Untersuchungen 250 Millionen Schüler beteiligt. Sein Buch »Visible Learning« (2008) liefert die umfangreichste Darstellung der weltweiten Unterrichtsforschung. Hattie verbreitert seine Datenbasis ständig mit neuen Erhebungen. Anbei einige der insgesamt 136 Einflussgrößen, die Hattie in seinem Buch bewertet. Sie geben einen Hinweis darauf, welche Faktoren für sich genommen das Lernen hemmen und welche sie fördern.
- Was schadet
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Was schadet
- Sitzenbleiben
- übermäßiges Fernsehen
- lange Sommerferien
Was nicht schadet, aber auch nicht hilft- offener Unterricht
- jahrgangsübergreifender Unterricht
- Web-basiertes Lehren und Lernen
Was nur wenig hilft- geringe Klassengröße
- finanzielle Ausstattung
- entdeckendes Lernen
- Hausaufgaben
- Was hilft
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Was mehr hilft
- regelmäßige Leistungsüberprüfungen
- vorschulische Fördermaßnahmen
- lehrergeleiteter Unterricht
- Zusatzangebote für starke Schüler
Was richtig hilft- Lehrerfeedback
- problemlösender Unterricht
- fachspezifische Lehrerfortbildung
- Programme zur Leseförderung
- vertrauensvolles Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schüler
Visible Learning – die weltweit größte Datenbasis zur Unterrichtsforschung – machte Hattie innerhalb kurzer Zeit zu einer internationalen Größe. Die Bildungsbeilage der englischen Times nennt ihn den »wohl einflussreichsten Bildungswissenschaftler der Welt«. Andere stellen sein Buch mit den großen internationalen Vergleichsuntersuchungen wie Pisa auf eine Stufe. Und selbst kritische Artikel tragen Überschriften wie: »Hat John Hattie tatsächlich den Heiligen Gral der Schulforschung gefunden?«
Dabei begründet nicht allein die megalomanische Dimension seines Projektes Hatties Ruf oder die Kälte seines wissenschaftlichen Blicks (»Meinungen gibt es genug; was zählt, ist messbare Evidenz«). Die größte Sprengkraft liegt in seinen Erkenntnissen. Denn diese stehen geradezu quer zur bildungspolitischen Debatte in vielen Ländern. »Wir diskutieren leidenschaftlich über die äußeren Strukturen von Schule und Unterricht«, kritisiert Hattie. »Sie rangieren aber ganz unten in der Tabelle und sind, was das Lernen angeht, unwichtig.«
So hat die finanzielle Ausstattung einer Schule nur wenig Einfluss auf den Wissensgewinn ihrer Schüler. Ähnlich verhält es sich mit der Reduzierung der Klassengröße, der Lieblingslösung der Lehrerschaft für Probleme jeder Art. Kleine Klassen kosten zwar viel Geld, bleiben in puncto Lernerfolg aber weitgehend ertraglos. Auf Hatties Ranking landet die Klassengröße auf Platz 106. Weltweit wird zudem die Konkurrenz zwischen staatlichen und privaten Schulen beschworen. In den Lernfortschritten der Schüler unterscheiden sich die Schulformen jedoch nur minimal.





Hm, was ist da jetzt neu dran? Die Studie ist doch seit Ende 2011 (!) auch hier bekannt:
http://www.zeit.de/2011/4...
Wenn man jetzt noch ergänzend die in der FAZ veröffentlichte Studie liest, sieht man, dass das Pendel mal wieder zurückschwingt. Eigentlich alles wie immer:
http://www.faz.net/aktuel...
Was ich mich im übrigen immer frage, ist, warum gerade der Berufsstand Lehrer kritischer mit sich selbst ins Gericht gehen sollte als andere Professionen? Sind doch auch nur Menschen und kein Berufsverband, keine Gewerkschaft handelt im Interesse der eigenen Mitglieder, wenn er/sie diese rundmacht. Qualitätskontrolle ist Aufgabe der Schulleiter - und diese erfüllen sie in der Regel im Rahmen des Möglichen. Ausnahmen gibt es überall. Wenn ich mir nur die Medizinerskandale der letzten Zeit so anschaue...
Es geht nicht um das Pendel, sondern um eine Objektivierung der Wirkungen von Unterricht, Verhalten etc. im Unterricht. "Was wirkt wie und wie stark!" Ist die Botschaft Hatties Meta-Metaanalyse. Dies kann man nicht mit einer einzelnen Studie zum Frontalunterricht vergleichen (FAZ). Endlich kann man die ein oder andere pädagogische Intervention, die man so dringend einführen soll, mit anderen vergleichen, sie evtl. für zu wenig effektiv einordnen und getrost links liegen lassen.
Hatties Sudie ermöglcih es wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.
Nicht Frontalunterricht, sondern guter Frontal Unterricht nach den Kriterien der Direkten Instruktion ist wichtig, ebenso kooperatives Arbeiten in Gruppen und Klassenführung etc.
Wichtige Dinge, wie Feedback im laufgenden Unterricht werden erst durch Hattie klar betont.
Es geht nicht um das Pendel, sondern um eine Objektivierung der Wirkungen von Unterricht, Verhalten etc. im Unterricht. "Was wirkt wie und wie stark!" Ist die Botschaft Hatties Meta-Metaanalyse. Dies kann man nicht mit einer einzelnen Studie zum Frontalunterricht vergleichen (FAZ). Endlich kann man die ein oder andere pädagogische Intervention, die man so dringend einführen soll, mit anderen vergleichen, sie evtl. für zu wenig effektiv einordnen und getrost links liegen lassen.
Hatties Sudie ermöglcih es wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.
Nicht Frontalunterricht, sondern guter Frontal Unterricht nach den Kriterien der Direkten Instruktion ist wichtig, ebenso kooperatives Arbeiten in Gruppen und Klassenführung etc.
Wichtige Dinge, wie Feedback im laufgenden Unterricht werden erst durch Hattie klar betont.
Es geht nicht um das Pendel, sondern um eine Objektivierung der Wirkungen von Unterricht, Verhalten etc. im Unterricht. "Was wirkt wie und wie stark!" Ist die Botschaft Hatties Meta-Metaanalyse. Dies kann man nicht mit einer einzelnen Studie zum Frontalunterricht vergleichen (FAZ). Endlich kann man die ein oder andere pädagogische Intervention, die man so dringend einführen soll, mit anderen vergleichen, sie evtl. für zu wenig effektiv einordnen und getrost links liegen lassen.
Hatties Sudie ermöglcih es wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.
Nicht Frontalunterricht, sondern guter Frontal Unterricht nach den Kriterien der Direkten Instruktion ist wichtig, ebenso kooperatives Arbeiten in Gruppen und Klassenführung etc.
Wichtige Dinge, wie Feedback im laufgenden Unterricht werden erst durch Hattie klar betont.
Seit alllzulanger Zeit, nämlich seit mindestens ca. 2 Dekaden, endlich einmal ein Grundsatzartikel in der ZEIT zum Dreiklang Unterricht-Schule-Pädagogik, der nicht in die Rubrik 'Märchen - märchenhafter als Grimms Märchen und 1000 und eine Nacht' einzuordnen ist, sondern sich der Realität von Unterricht und Schule in erstaunlichster Weise annähert und diese Realität in höchst ungewohnter Weise sachadäquat wiedergibt.
Großer Dank gebührt der zuständigem ZEIT-Redaktionsabteilung, und - selbstredend last, but not the least - dem neuseeländischen Bildungsempiriker Hattie.
Wunderbar, dieser Bericht zum Lernen und Lehren. Im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit habe ich einen tiefen Widerwillen gegen immer neue ultimative pädagogische Rezepte entwickelt, die mir übergestülpt wurden, und mich gefragt, warum man gute Pädagogen nicht einmal sie selbst sein lassen kann. Vorausgesetzt natürlich, ihre Methoden bringen den gewünschten Lernerfolg.
Ich halte den persönlichen Kontakt zu den Schülern für sehr wichtig - denn viele unter ihnen setzen ansonsten automatisch den Grad der Sympathie, den ihnen der Lehrer entgegenbringt, mit der Note gleich, die sie im jeweiligen Fach erreichen. Für schwächere Schüler ist das absolut kontrapoduktiv.
Zwei kritische Anmerkungen: Hattie bezweifelt die positive Wirkung kleiner Klassen auf den Lernerfolg. Wie soll man als Lehrer Vertrauen gewinnen und jedem Feedback geben, wenn man ohne Zwischenpause von einer 25-30 Mann starken Klasse in die nächste hetzt? Und: Ich unterrichte Fremdsprachen. "Sprache" kommt bekanntlich von "Sprechen". Wie soll ich das möglichst allen Schülern besagter Klassen von 30 Mann bei meist drei Wochenstunden à 45 Minuten beibringen?
Allerdings hat sich Hattie eher mit der angloamerikanischen Welt beschäftigt. Dort spielen Fremdsprachen ja eher eine untergeordnete Rolle.
Trotzdem - full marks.
"Hattie bezweifelt die positive Wirkung kleiner Klassen auf den Lernerfolg. Wie soll man als Lehrer Vertrauen gewinnen und jedem Feedback geben... ?
Und: Ich unterrichte Fremdsprachen. "Sprache" kommt bekanntlich von "Sprechen".
Wie soll ich das möglichst allen Schülern besagter Klassen von 30 Mann bei meist drei Wochenstunden à 45 Minuten beibringen?"
Hier müsste man übrigens (aus deutscher Sicht) die Original-Studie einsehen (vermutlich gibt es einen Online-Zugang), die sich offenbar ja auschließlich auf angelsächsische Quellen stützt, um genauer zu erfahren, von welchen durchschnittlichen Klassengrößen/stärken Hattie ausgeht.
Abhängig vom Kulturkreis wird es da vermutlich differierende Standard-Klassengrößen für Deutschland, Frankreich, Niederlande, GB, Irland, Neuseeland, Australien, USA, Kanada geben.
In einem gemeinsamen Dokument des neuseeländischen Ministry of Education u. Secondary School Staffin Group beispielsweise ist die Rede von 26 Schülern pro Klasse.
http://www.minedu.govt.nz...
Die Obergrenzen-Klassenstärke der verschiedenen deutschen Sekundarschulen (d.h. Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule) liegt lt. Beschluss der Kultusminister-Konferenz bei 30 Schülern pro Klasse.
http://www.kmk.org/filead...
Insofern ist wahrscheinlich das Statement der Hattie-Studie, dass Klassengröße keinerlei Einfluss auf den Unterrichts- und Lernprozess habe, doch zu relativieren!
Die Pauschalaussage - Klassengröße spielt keine Rolle - ist so nicht aussagekräftig.
Dazu braucht man die Angabe welche maximale und minimale Klassengröße untersucht wurden.
Es ist wesentlich, dass der Lehrer seine Schüler richtig kennt. Und das muß im Rahmen des Möglichen liegen.
Bei einem Verhältnis von 30 Schülern und 3 Wochenstunden à 45 Min und das mal 4 - 5 ? Klassen kaum vorstellbar.
25 pro Klasse sind genug und statt das Unterrichtspensum von Fremdsprachen und Nebenfächern tröpfelnd über das ganze Jahr zu verteilen wäre doch vielleicht eine Blockform besser. Damit man sich nicht "nur flüchtig" kennt.
"Hattie bezweifelt die positive Wirkung kleiner Klassen auf den Lernerfolg. Wie soll man als Lehrer Vertrauen gewinnen und jedem Feedback geben... ?
Und: Ich unterrichte Fremdsprachen. "Sprache" kommt bekanntlich von "Sprechen".
Wie soll ich das möglichst allen Schülern besagter Klassen von 30 Mann bei meist drei Wochenstunden à 45 Minuten beibringen?"
Hier müsste man übrigens (aus deutscher Sicht) die Original-Studie einsehen (vermutlich gibt es einen Online-Zugang), die sich offenbar ja auschließlich auf angelsächsische Quellen stützt, um genauer zu erfahren, von welchen durchschnittlichen Klassengrößen/stärken Hattie ausgeht.
Abhängig vom Kulturkreis wird es da vermutlich differierende Standard-Klassengrößen für Deutschland, Frankreich, Niederlande, GB, Irland, Neuseeland, Australien, USA, Kanada geben.
In einem gemeinsamen Dokument des neuseeländischen Ministry of Education u. Secondary School Staffin Group beispielsweise ist die Rede von 26 Schülern pro Klasse.
http://www.minedu.govt.nz...
Die Obergrenzen-Klassenstärke der verschiedenen deutschen Sekundarschulen (d.h. Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule) liegt lt. Beschluss der Kultusminister-Konferenz bei 30 Schülern pro Klasse.
http://www.kmk.org/filead...
Insofern ist wahrscheinlich das Statement der Hattie-Studie, dass Klassengröße keinerlei Einfluss auf den Unterrichts- und Lernprozess habe, doch zu relativieren!
Die Pauschalaussage - Klassengröße spielt keine Rolle - ist so nicht aussagekräftig.
Dazu braucht man die Angabe welche maximale und minimale Klassengröße untersucht wurden.
Es ist wesentlich, dass der Lehrer seine Schüler richtig kennt. Und das muß im Rahmen des Möglichen liegen.
Bei einem Verhältnis von 30 Schülern und 3 Wochenstunden à 45 Min und das mal 4 - 5 ? Klassen kaum vorstellbar.
25 pro Klasse sind genug und statt das Unterrichtspensum von Fremdsprachen und Nebenfächern tröpfelnd über das ganze Jahr zu verteilen wäre doch vielleicht eine Blockform besser. Damit man sich nicht "nur flüchtig" kennt.
"Hattie bezweifelt die positive Wirkung kleiner Klassen auf den Lernerfolg. Wie soll man als Lehrer Vertrauen gewinnen und jedem Feedback geben... ?
Und: Ich unterrichte Fremdsprachen. "Sprache" kommt bekanntlich von "Sprechen".
Wie soll ich das möglichst allen Schülern besagter Klassen von 30 Mann bei meist drei Wochenstunden à 45 Minuten beibringen?"
die ganzen anderen?
die ganzen anderen?
Hier müsste man übrigens (aus deutscher Sicht) die Original-Studie einsehen (vermutlich gibt es einen Online-Zugang), die sich offenbar ja auschließlich auf angelsächsische Quellen stützt, um genauer zu erfahren, von welchen durchschnittlichen Klassengrößen/stärken Hattie ausgeht.
Abhängig vom Kulturkreis wird es da vermutlich differierende Standard-Klassengrößen für Deutschland, Frankreich, Niederlande, GB, Irland, Neuseeland, Australien, USA, Kanada geben.
In einem gemeinsamen Dokument des neuseeländischen Ministry of Education u. Secondary School Staffin Group beispielsweise ist die Rede von 26 Schülern pro Klasse.
http://www.minedu.govt.nz...
Die Obergrenzen-Klassenstärke der verschiedenen deutschen Sekundarschulen (d.h. Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule) liegt lt. Beschluss der Kultusminister-Konferenz bei 30 Schülern pro Klasse.
http://www.kmk.org/filead...
Insofern ist wahrscheinlich das Statement der Hattie-Studie, dass Klassengröße keinerlei Einfluss auf den Unterrichts- und Lernprozess habe, doch zu relativieren!
Hier ist ein Link zu einem Artikel von Hattie von 2005 über den Einfluss von Klassengrößen: http://www.sciencedirect....
Allerdings müssen Sie für den kostenlosen Zugriff vermutlich eine passende Uni-Bibliothek aufsuchen (Open-Acces wäre zu schön).
In den analysierten Studien der westlichen Welt geht es meist um eine Reduzierung von 25-30 auf etwa 15-18 Schüler pro Klasse. In anderen Studien aus Entwicklungsländern liegt die mittlere Klassengröße bei 44 Schülern, in Israel und z.B. Bolivien bei bis zu 40 Schülern pro Klasse. Es werden also nicht nur angelsächsische Quellen betrachtet.
Die Quintessenz dieses Artikels ist, dass es eben auch wieder auf den Lehrer ankommt. Nur weil die Klassengröße reduziert wird, heißt es nicht, dass der Lehrer automatisch einen an die nun theoretisch besseren Lernbedingungen angepassten Unterricht macht. Als wichtiger Punkt wird auch genannt, dass einzelne störende Schüler einen viel größeren Einfluss auf den Lernerfolg haben als eine Reduzierung der Klassengröße. Laut Hattie hätten Lehrer sogar lieber eine größere Klasse, für die sie selbst die Schüler auswählen können, als eine kleine Klasse, bei der sie keinen Einfluss auf die Auswahl der Schüler haben.
Langer Rede, kurzer Sinn: die Klassengröße kann einen positiven Effekt haben, aber andere Faktoren sind meist viel ausschlaggebender (Lehrerpersönlichkeit, störende Schüler).
Hier ist ein Link zu einem Artikel von Hattie von 2005 über den Einfluss von Klassengrößen: http://www.sciencedirect....
Allerdings müssen Sie für den kostenlosen Zugriff vermutlich eine passende Uni-Bibliothek aufsuchen (Open-Acces wäre zu schön).
In den analysierten Studien der westlichen Welt geht es meist um eine Reduzierung von 25-30 auf etwa 15-18 Schüler pro Klasse. In anderen Studien aus Entwicklungsländern liegt die mittlere Klassengröße bei 44 Schülern, in Israel und z.B. Bolivien bei bis zu 40 Schülern pro Klasse. Es werden also nicht nur angelsächsische Quellen betrachtet.
Die Quintessenz dieses Artikels ist, dass es eben auch wieder auf den Lehrer ankommt. Nur weil die Klassengröße reduziert wird, heißt es nicht, dass der Lehrer automatisch einen an die nun theoretisch besseren Lernbedingungen angepassten Unterricht macht. Als wichtiger Punkt wird auch genannt, dass einzelne störende Schüler einen viel größeren Einfluss auf den Lernerfolg haben als eine Reduzierung der Klassengröße. Laut Hattie hätten Lehrer sogar lieber eine größere Klasse, für die sie selbst die Schüler auswählen können, als eine kleine Klasse, bei der sie keinen Einfluss auf die Auswahl der Schüler haben.
Langer Rede, kurzer Sinn: die Klassengröße kann einen positiven Effekt haben, aber andere Faktoren sind meist viel ausschlaggebender (Lehrerpersönlichkeit, störende Schüler).
und Eltern die ihrer Fürsorgepflicht nachkommen. Lehrer spielen nur einen untergeordnete Rolle.
Nein, Lehrer spielen keine untergeordnete Rolle! Klar, nicht so eine Rolle wie Eltern, aber immerhin keine UNTERGEORDNETE.
Lehrer nämlich sind "fremde" Autoritätspersonen. Das ist für manche Kinder gar nicht so einfach zu respektieren, gerade wenn - und das kommt oft genug vor - die Eltern zu Hause selbst auf die Lehrer schimpfen. Wie soll da Respekt vor einer Autoritätsperson aufkommen, wenn die eigenen Eltern den Lehrer nicht als Autoritätsperson anerkennen? Wie will man dann lernen, was der "Idiot" da vorn so erzählt, wenn man keinen Respekt hat?
Es ist eine Vorbereitung aufs Leben: Seinen Chef später kann man sich auch nicht so einfach aussuchen. Das Kind muss lernen auch mit "fremden" Autoritätspersonen auszukommen. Schwierig ist hier, dass das Kind auch nicht die schlechtesten Noten bekommen sollte und (sehr wichtig!) Spaß und Freude am Lernen. Und das geht nur mit einem Lehrer der kein Choleriker ist und bei dem das Kind keine Angst vor "Sympathienoten" hat.
Andersrum, wenn Lehrer wirklich "nichts zu sagen hätten", wie Sie meinen: Können an schlechten Leistungen dann nur Sie als Eltern schuld sein oder Ihr Kind. Komischerweise wollen DAS aber Eltern NIE wahrhaben.
dass Sie kein Lehrer sind.
Lehrer spielen nur eine untergeordnete Rolle bei der Erziehung von Kindern? Aber (leider oder auch nicht leider) eine immer größere!
Denn in vielen Fällen löst sich das Elternhaus als Ort der Erziehung fürs Leben mehr oder weniger in Luft auf. Wir hatten in unserer Schule - Gymnasium auf dem Land, wo die Welt noch ziemlich in Ordnung ist! - einen Benimmkurs, der bei den 16jährigen Schülern sehr gut ankam. Etliche hörten die Dinge, die ihnen der Referent unterbreitete, zum ersten Mal - einschließlich der Technik, wie man Besteck beim Essen so hält, dass man in einer gehobenen beruflichen Position nicht als Landei auffällt.
Nein, Lehrer spielen keine untergeordnete Rolle! Klar, nicht so eine Rolle wie Eltern, aber immerhin keine UNTERGEORDNETE.
Lehrer nämlich sind "fremde" Autoritätspersonen. Das ist für manche Kinder gar nicht so einfach zu respektieren, gerade wenn - und das kommt oft genug vor - die Eltern zu Hause selbst auf die Lehrer schimpfen. Wie soll da Respekt vor einer Autoritätsperson aufkommen, wenn die eigenen Eltern den Lehrer nicht als Autoritätsperson anerkennen? Wie will man dann lernen, was der "Idiot" da vorn so erzählt, wenn man keinen Respekt hat?
Es ist eine Vorbereitung aufs Leben: Seinen Chef später kann man sich auch nicht so einfach aussuchen. Das Kind muss lernen auch mit "fremden" Autoritätspersonen auszukommen. Schwierig ist hier, dass das Kind auch nicht die schlechtesten Noten bekommen sollte und (sehr wichtig!) Spaß und Freude am Lernen. Und das geht nur mit einem Lehrer der kein Choleriker ist und bei dem das Kind keine Angst vor "Sympathienoten" hat.
Andersrum, wenn Lehrer wirklich "nichts zu sagen hätten", wie Sie meinen: Können an schlechten Leistungen dann nur Sie als Eltern schuld sein oder Ihr Kind. Komischerweise wollen DAS aber Eltern NIE wahrhaben.
dass Sie kein Lehrer sind.
Lehrer spielen nur eine untergeordnete Rolle bei der Erziehung von Kindern? Aber (leider oder auch nicht leider) eine immer größere!
Denn in vielen Fällen löst sich das Elternhaus als Ort der Erziehung fürs Leben mehr oder weniger in Luft auf. Wir hatten in unserer Schule - Gymnasium auf dem Land, wo die Welt noch ziemlich in Ordnung ist! - einen Benimmkurs, der bei den 16jährigen Schülern sehr gut ankam. Etliche hörten die Dinge, die ihnen der Referent unterbreitete, zum ersten Mal - einschließlich der Technik, wie man Besteck beim Essen so hält, dass man in einer gehobenen beruflichen Position nicht als Landei auffällt.
als ein Ort zum Lernen! Kinder verbringen hier ein Drittel ihres Tages, die wesentlichen Jahre ihrer Entwicklung; werden belehrt, interagieren mit anderen, essen, spielen, entwickeln sich und lernen. "Es ist Zeit, unser Verständnis von Schule, Lernen und Lehren zu überdenken und unsere Schulen von Grund auf umzugestalten: hin zu einer Lernkultur der Potenzialentfaltung." http://www.schule-im-aufb...
Wenn es um das Lernen des Einmal-Eins, Lesen, Gedichte aufsagen und die Maxwellschen Gleichungen geht, mag es so sein, wie Hattie postuliert, aber Schule ist ein wesentlicher Ort der Entwicklung von Menschen, und hier sind bestimmte Rahmenbedingungen hilfreicher als andere. Wollen wir freie, selbstbestimmte, -bewußte und denkende Menschen erziehen oder Menschen, die abrufbares Wissen optimal gespeichert haben? Noch gilt allzuoft Senecas bedauernder Ausruf, auch wenn dessen Negation in den letzten 2000 Jahren immer häufiger behauptet wurde. Aber bereiten wir Kinder wirklich auf's Leben vor, wenn wir ihnen lediglich Wissen möglichst optimal vermitteln?
Aber richtig ist natürlich, daß mehr motiviertere und didaktisch und sozial fähige Lehrer benötigt werden, die ihre Schüler lieben, verstehen, als ganze Menschen mit jeweiligen Stärken und Schwächen begreifen, in der Lage sind mit ihnen und deren Eltern auf Augenhöhe zu kommunizieren und sw...
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