Hattie-Studie: Ich bin superwichtig!
Kleine Klassen bringen nichts, offener Unterricht auch nicht. Entscheidend ist: Der Lehrer, die Lehrerin. Das sagt John Hattie. Noch nie von ihm gehört? Das wird sich ändern.
Ein neuer Name geht um in der Pädagogik. Man liest ihn in Aufsätzen und hört ihn in Vorträgen. Einige der wichtigsten deutschen Schulforscher kommen ohne ihn nicht mehr aus. Und schon bald, das sei prophezeit, werden es alle sein. Vom »Hattie-Faktor« und vom »Hattie-Ranking« ist die Rede. Und man fragt: »Was steht bei Hattie dazu?«
John Hattie – Neuseeländer, Bildungsforscher, Professor an der University of Melbourne – hat 2008 ein Buch herausgebracht, das die pädagogische Welt seitdem elektrisiert. Visible Learning (sinngemäß übersetzt: sichtbare Lernprozesse) heißt der Titel des Werkes. Es hat den Anspruch, die wichtigste Frage der Bildungsforschung umfassend zu beantworten: Was ist guter Unterricht?
Das klingt anmaßend, ja wahnsinnig, und ein bisschen ist es das auch. Denn John Hattie tat, was vor ihm noch niemand versucht hatte: sämtliche englischsprachige Studien weltweit zum Lernerfolg zu sichten, zu gewichten und zu einer großen Synthese der empirischen Unterrichtsforschung zusammenzuführen. Mehr als 800 Metaanalysen wertete er dafür aus, also jene Art von Untersuchungen, die verschiedene Studien zu einem Thema zusammenfassen, sei es zu Hausaufgaben oder Förderunterricht, zum Vokabellernen, zur Elternarbeit oder zum Sitzenbleiben.
Aus diesen Metaanalysen erstellte er mit dem Handwerkzeug des Statistikers eine Megaanalyse, in die mehr als 50.000 Einzeluntersuchungen mit 250 Millionen beteiligten Schülern eingeflossen sind. Für die verschiedenen Unterrichtsmethoden und Lernbedingungen errechnete Hattie dann einen Erfolgsfaktor, Effektstärke genannt. Anderthalb Jahrzehnte benötigte der Forscher für seine Fleißarbeit. Am Ende erstellte Hattie eine Art Bestenliste der wirkungsvollsten pädagogischen Programme.
- Die Hattie-Studie
Der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie hat in einer Studie mit mehr als 800 Metaanalysen, die wiederum 50000 Einzelstudien zusammenfassen, untersucht, was guten Unterricht ausmacht. Insgesamt waren an den Untersuchungen 250 Millionen Schüler beteiligt. Sein Buch »Visible Learning« (2008) liefert die umfangreichste Darstellung der weltweiten Unterrichtsforschung. Hattie verbreitert seine Datenbasis ständig mit neuen Erhebungen. Anbei einige der insgesamt 136 Einflussgrößen, die Hattie in seinem Buch bewertet. Sie geben einen Hinweis darauf, welche Faktoren für sich genommen das Lernen hemmen und welche sie fördern.
- Was schadet
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Was schadet
- Sitzenbleiben
- übermäßiges Fernsehen
- lange Sommerferien
Was nicht schadet, aber auch nicht hilft- offener Unterricht
- jahrgangsübergreifender Unterricht
- Web-basiertes Lehren und Lernen
Was nur wenig hilft- geringe Klassengröße
- finanzielle Ausstattung
- entdeckendes Lernen
- Hausaufgaben
- Was hilft
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Was mehr hilft
- regelmäßige Leistungsüberprüfungen
- vorschulische Fördermaßnahmen
- lehrergeleiteter Unterricht
- Zusatzangebote für starke Schüler
Was richtig hilft- Lehrerfeedback
- problemlösender Unterricht
- fachspezifische Lehrerfortbildung
- Programme zur Leseförderung
- vertrauensvolles Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schüler
Visible Learning – die weltweit größte Datenbasis zur Unterrichtsforschung – machte Hattie innerhalb kurzer Zeit zu einer internationalen Größe. Die Bildungsbeilage der englischen Times nennt ihn den »wohl einflussreichsten Bildungswissenschaftler der Welt«. Andere stellen sein Buch mit den großen internationalen Vergleichsuntersuchungen wie Pisa auf eine Stufe. Und selbst kritische Artikel tragen Überschriften wie: »Hat John Hattie tatsächlich den Heiligen Gral der Schulforschung gefunden?«
Dabei begründet nicht allein die megalomanische Dimension seines Projektes Hatties Ruf oder die Kälte seines wissenschaftlichen Blicks (»Meinungen gibt es genug; was zählt, ist messbare Evidenz«). Die größte Sprengkraft liegt in seinen Erkenntnissen. Denn diese stehen geradezu quer zur bildungspolitischen Debatte in vielen Ländern. »Wir diskutieren leidenschaftlich über die äußeren Strukturen von Schule und Unterricht«, kritisiert Hattie. »Sie rangieren aber ganz unten in der Tabelle und sind, was das Lernen angeht, unwichtig.«
So hat die finanzielle Ausstattung einer Schule nur wenig Einfluss auf den Wissensgewinn ihrer Schüler. Ähnlich verhält es sich mit der Reduzierung der Klassengröße, der Lieblingslösung der Lehrerschaft für Probleme jeder Art. Kleine Klassen kosten zwar viel Geld, bleiben in puncto Lernerfolg aber weitgehend ertraglos. Auf Hatties Ranking landet die Klassengröße auf Platz 106. Weltweit wird zudem die Konkurrenz zwischen staatlichen und privaten Schulen beschworen. In den Lernfortschritten der Schüler unterscheiden sich die Schulformen jedoch nur minimal.





Nehmen wir die Ergebnisse der Studie ernst, so müssen wir alle Abstand nehmen von den Diskussionen über Schularten, Schulstrukturen und uns alle wieder konzentrieren auf das, was Lehren und Lernen ausmacht – die Situation im Klassenzimmer.
Lernen geschieht in einer direkten Interaktion zwischen Kindern und Jugendlichen und einem Lehrer, der seine Klasse im Griff und jeden Einzelnen stets im Blick hat. Er ist nicht Lernbegleiter, sondern ein Mensch, der etwas weiß und kann und von seinen Schüler in fachlicher und menschlicher Weise respektiert und gemocht wird. Welche Methoden er dann im Unterricht anwendet, ergibt sich aus der konkreten Unterrichtssituation und nicht aus Dogmen über angeblich allein zielführende didaktische Modelle. Dies mögen sich alle Vertreter der Schulverwaltung in ihr Merkheft schreiben, die jetzt Konzepte wie das „Kooperatives Lernen“, selbstorganisiertes Lernen“, „Lernen durch Lehren“ etc. als Non-Plus-Ultra pädagogischen Handelns von allen Lehrern einfordern möchten.
als ein Ort zum Lernen! Kinder verbringen hier ein Drittel ihres Tages, die wesentlichen Jahre ihrer Entwicklung; werden belehrt, interagieren mit anderen, essen, spielen, entwickeln sich und lernen. "Es ist Zeit, unser Verständnis von Schule, Lernen und Lehren zu überdenken und unsere Schulen von Grund auf umzugestalten: hin zu einer Lernkultur der Potenzialentfaltung." http://www.schule-im-aufb...
Wenn es um das Lernen des Einmal-Eins, Lesen, Gedichte aufsagen und die Maxwellschen Gleichungen geht, mag es so sein, wie Hattie postuliert, aber Schule ist ein wesentlicher Ort der Entwicklung von Menschen, und hier sind bestimmte Rahmenbedingungen hilfreicher als andere. Wollen wir freie, selbstbestimmte, -bewußte und denkende Menschen erziehen oder Menschen, die abrufbares Wissen optimal gespeichert haben? Noch gilt allzuoft Senecas bedauernder Ausruf, auch wenn dessen Negation in den letzten 2000 Jahren immer häufiger behauptet wurde. Aber bereiten wir Kinder wirklich auf's Leben vor, wenn wir ihnen lediglich Wissen möglichst optimal vermitteln?
Aber richtig ist natürlich, daß mehr motiviertere und didaktisch und sozial fähige Lehrer benötigt werden, die ihre Schüler lieben, verstehen, als ganze Menschen mit jeweiligen Stärken und Schwächen begreifen, in der Lage sind mit ihnen und deren Eltern auf Augenhöhe zu kommunizieren und sw...
als ein Ort zum Lernen! Kinder verbringen hier ein Drittel ihres Tages, die wesentlichen Jahre ihrer Entwicklung; werden belehrt, interagieren mit anderen, essen, spielen, entwickeln sich und lernen. "Es ist Zeit, unser Verständnis von Schule, Lernen und Lehren zu überdenken und unsere Schulen von Grund auf umzugestalten: hin zu einer Lernkultur der Potenzialentfaltung." http://www.schule-im-aufb...
Wenn es um das Lernen des Einmal-Eins, Lesen, Gedichte aufsagen und die Maxwellschen Gleichungen geht, mag es so sein, wie Hattie postuliert, aber Schule ist ein wesentlicher Ort der Entwicklung von Menschen, und hier sind bestimmte Rahmenbedingungen hilfreicher als andere. Wollen wir freie, selbstbestimmte, -bewußte und denkende Menschen erziehen oder Menschen, die abrufbares Wissen optimal gespeichert haben? Noch gilt allzuoft Senecas bedauernder Ausruf, auch wenn dessen Negation in den letzten 2000 Jahren immer häufiger behauptet wurde. Aber bereiten wir Kinder wirklich auf's Leben vor, wenn wir ihnen lediglich Wissen möglichst optimal vermitteln?
Aber richtig ist natürlich, daß mehr motiviertere und didaktisch und sozial fähige Lehrer benötigt werden, die ihre Schüler lieben, verstehen, als ganze Menschen mit jeweiligen Stärken und Schwächen begreifen, in der Lage sind mit ihnen und deren Eltern auf Augenhöhe zu kommunizieren und sw...
Danke für diesen ausführlichen Artikel, der an noch prominenterer Stelle erscheinen sollte. Jeder Mensch, der im weitesten Sinne mit Entscheidungen in unserem Bildungssystem zu tun hat, sollte ihn lesen - wenn ich sehe, wie einige Leute in den letzten Jahren viele Teile unseres Systems verschlimmbessert haben, ganze Schulformen abgeschafft haben, nur um irgendwelche Reformen vorweisen zu können, wird einem ganz anders.
Ich hoffe, dass diese Meinung sich durchsetzt und das allgegenwärtige Methoden-Gerede endlich durch einen praktischen und sinnvollen Diskurs ersetzt wird. Eigentlich scheinen die Problempunkte ja viel einfacher, als viele glauben. Also danke und bitte verbreiten!
wird (große) methodische Mängel und andere Bedingungen wie in D feststellen, damit die eigene Ideologie nicht gefährdet wird.
>ganze Schulformen abgeschafft haben, nur um irgendwelche Reformen vorweisen zu können
Haben Sie sich einmal auch nur annähernd mit der Schulwirklichkeit befasst? Die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems ist im Europamaßstab und darüber hinaus erstens schon lange überfällig und zweitens hatten Absolventen der Haupt- bzw. zunehmend der Realschulen langsam keine Schnitte mehr am Arbeitsmarkt.
Es ist also weit mehr als nur ein Reformungetüm. Aber so sind wir Deutschen: verbohrt (und) konservativ.
wird (große) methodische Mängel und andere Bedingungen wie in D feststellen, damit die eigene Ideologie nicht gefährdet wird.
>ganze Schulformen abgeschafft haben, nur um irgendwelche Reformen vorweisen zu können
Haben Sie sich einmal auch nur annähernd mit der Schulwirklichkeit befasst? Die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems ist im Europamaßstab und darüber hinaus erstens schon lange überfällig und zweitens hatten Absolventen der Haupt- bzw. zunehmend der Realschulen langsam keine Schnitte mehr am Arbeitsmarkt.
Es ist also weit mehr als nur ein Reformungetüm. Aber so sind wir Deutschen: verbohrt (und) konservativ.
Wunderbar, dieser Bericht zum Lernen und Lehren. Im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit habe ich einen tiefen Widerwillen gegen immer neue ultimative pädagogische Rezepte entwickelt, die mir übergestülpt wurden, und mich gefragt, warum man gute Pädagogen nicht einmal sie selbst sein lassen kann. Vorausgesetzt natürlich, ihre Methoden bringen den gewünschten Lernerfolg.
Ich halte den persönlichen Kontakt zu den Schülern für sehr wichtig - denn viele unter ihnen setzen ansonsten automatisch den Grad der Sympathie, den ihnen der Lehrer entgegenbringt, mit der Note gleich, die sie im jeweiligen Fach erreichen. Für schwächere Schüler ist das absolut kontrapoduktiv.
Zwei kritische Anmerkungen: Hattie bezweifelt die positive Wirkung kleiner Klassen auf den Lernerfolg. Wie soll man als Lehrer Vertrauen gewinnen und jedem Feedback geben, wenn man ohne Zwischenpause von einer 25-30 Mann starken Klasse in die nächste hetzt? Und: Ich unterrichte Fremdsprachen. "Sprache" kommt bekanntlich von "Sprechen". Wie soll ich das möglichst allen Schülern besagter Klassen von 30 Mann bei meist drei Wochenstunden à 45 Minuten beibringen?
Allerdings hat sich Hattie eher mit der angloamerikanischen Welt beschäftigt. Dort spielen Fremdsprachen ja eher eine untergeordnete Rolle.
Trotzdem - full marks.
"Hattie bezweifelt die positive Wirkung kleiner Klassen auf den Lernerfolg. Wie soll man als Lehrer Vertrauen gewinnen und jedem Feedback geben... ?
Und: Ich unterrichte Fremdsprachen. "Sprache" kommt bekanntlich von "Sprechen".
Wie soll ich das möglichst allen Schülern besagter Klassen von 30 Mann bei meist drei Wochenstunden à 45 Minuten beibringen?"
Hier müsste man übrigens (aus deutscher Sicht) die Original-Studie einsehen (vermutlich gibt es einen Online-Zugang), die sich offenbar ja auschließlich auf angelsächsische Quellen stützt, um genauer zu erfahren, von welchen durchschnittlichen Klassengrößen/stärken Hattie ausgeht.
Abhängig vom Kulturkreis wird es da vermutlich differierende Standard-Klassengrößen für Deutschland, Frankreich, Niederlande, GB, Irland, Neuseeland, Australien, USA, Kanada geben.
In einem gemeinsamen Dokument des neuseeländischen Ministry of Education u. Secondary School Staffin Group beispielsweise ist die Rede von 26 Schülern pro Klasse.
http://www.minedu.govt.nz...
Die Obergrenzen-Klassenstärke der verschiedenen deutschen Sekundarschulen (d.h. Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule) liegt lt. Beschluss der Kultusminister-Konferenz bei 30 Schülern pro Klasse.
http://www.kmk.org/filead...
Insofern ist wahrscheinlich das Statement der Hattie-Studie, dass Klassengröße keinerlei Einfluss auf den Unterrichts- und Lernprozess habe, doch zu relativieren!
"Hattie bezweifelt die positive Wirkung kleiner Klassen auf den Lernerfolg. Wie soll man als Lehrer Vertrauen gewinnen und jedem Feedback geben... ?
Und: Ich unterrichte Fremdsprachen. "Sprache" kommt bekanntlich von "Sprechen".
Wie soll ich das möglichst allen Schülern besagter Klassen von 30 Mann bei meist drei Wochenstunden à 45 Minuten beibringen?"
Hier müsste man übrigens (aus deutscher Sicht) die Original-Studie einsehen (vermutlich gibt es einen Online-Zugang), die sich offenbar ja auschließlich auf angelsächsische Quellen stützt, um genauer zu erfahren, von welchen durchschnittlichen Klassengrößen/stärken Hattie ausgeht.
Abhängig vom Kulturkreis wird es da vermutlich differierende Standard-Klassengrößen für Deutschland, Frankreich, Niederlande, GB, Irland, Neuseeland, Australien, USA, Kanada geben.
In einem gemeinsamen Dokument des neuseeländischen Ministry of Education u. Secondary School Staffin Group beispielsweise ist die Rede von 26 Schülern pro Klasse.
http://www.minedu.govt.nz...
Die Obergrenzen-Klassenstärke der verschiedenen deutschen Sekundarschulen (d.h. Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule) liegt lt. Beschluss der Kultusminister-Konferenz bei 30 Schülern pro Klasse.
http://www.kmk.org/filead...
Insofern ist wahrscheinlich das Statement der Hattie-Studie, dass Klassengröße keinerlei Einfluss auf den Unterrichts- und Lernprozess habe, doch zu relativieren!
dass Lernerfolg im Wesentlichen von guten Lehrern abhängt, erscheint mir wirklich banal. In meiner Schulzeit waren wir uns als Schüler immer bewusst, wer die guten und wer die schlechten Lehrer waren. Heute ist das nicht anders.
Nur, was macht man mit den schlechten Lehrern? Was macht man mit den zahlreichen Lehrern, die weder zu ihrem Unterrichtsfach noch zu den Schülern eine wirkliche Beziehung haben oder mit denjenigen, die guten Willens sind, aber sich nicht selbst organisieren können, mit denen, die sich nicht verständlich ausdrücken können, mit denen, die unter ihren Schülern leiden ...... Wie viele ungeeignete Lehrer werden jedes Jahr verbeamtet auf Lebenszeit?
Das wäre nur eine Möglichkeit. Ein wirklich fundierter Eignungstest bereits zur Immatrikulation zum Lehramtsstudium. Ich persönlich habe im Grundstudium zuviele Menschen kennengelernt, die aus reiner Verlegenheit das Lehramtsstudium eingeschlagen haben. Das war ein Beruf, den sie kannten und der eine (scheinbar) sichere Perspektive bot. Ich bin mir nicht sicher, ob "Angst vor der Welt da draußen" wirklich eine gute Lehrerpersönlichkeit auszeichnet?
nicht irgendwie beibringen?
Das wäre nur eine Möglichkeit. Ein wirklich fundierter Eignungstest bereits zur Immatrikulation zum Lehramtsstudium. Ich persönlich habe im Grundstudium zuviele Menschen kennengelernt, die aus reiner Verlegenheit das Lehramtsstudium eingeschlagen haben. Das war ein Beruf, den sie kannten und der eine (scheinbar) sichere Perspektive bot. Ich bin mir nicht sicher, ob "Angst vor der Welt da draußen" wirklich eine gute Lehrerpersönlichkeit auszeichnet?
nicht irgendwie beibringen?
Ich als derzeitiger Abiturient hatte schon immer die Meinung, dass guter Unterricht großteilig von den Lehrern abhängig ist. Ein Lehrer der 1. die Schüler nicht im Griff hat oder oder 2. auch keine Ahnung hat was er wie unterrichten soll ist fehl am Platz. Das schlimme in BaWü derweil ist ja (mindestens meienr subjektiven Meinung nach), das Leute nach dem Motto "Wer ncihts wird, wird Lehrer" Schulpädagogik studieren. Meiner Meinung nach, fahren die Grünen das Schulsystem in BaWü an die Wand. Und die im Kultusministeium wurden als sie in der Schule waren häftigst gemobbt und wollen uns ein Weltbild des Nihilismuses und der Gewalt einreden...
Was mich an dieser Studie auch noch interessieren würde ist, in wieweit der Lernwille der Schüler doe Lernleistung der Klasse beeinflusst?
„die Grünen fahren das Schulsystem in BaWü an die Wand. Die netten Leute im Kultusministeium (sic!) wurden als sie in der Schule waren häftigs (sic!) gemobbt und wollen uns ein Weltbild des Nihilismuses und der Gewalt einreden, wenn man sich die Lektüren mal ansieht.“
Haben Sie eigentlich irgendwelche Belege bezüglich der persönlichen Geschichte der Mitarbeiter des Kultusministeriums? Oder ist das einfach nur mal so eine Unterstellung die sich schön dahin schreiben lässt, weil sie ins eigene einfache Weltbild passt?
Die Studien von Hattie sprechen übrigens gerade GEGEN einen kurzfristigen Einfluss der Politik, aber vielleich war Ihnen der Artikel einfach zu lang?
„die Grünen fahren das Schulsystem in BaWü an die Wand. Die netten Leute im Kultusministeium (sic!) wurden als sie in der Schule waren häftigs (sic!) gemobbt und wollen uns ein Weltbild des Nihilismuses und der Gewalt einreden, wenn man sich die Lektüren mal ansieht.“
Haben Sie eigentlich irgendwelche Belege bezüglich der persönlichen Geschichte der Mitarbeiter des Kultusministeriums? Oder ist das einfach nur mal so eine Unterstellung die sich schön dahin schreiben lässt, weil sie ins eigene einfache Weltbild passt?
Die Studien von Hattie sprechen übrigens gerade GEGEN einen kurzfristigen Einfluss der Politik, aber vielleich war Ihnen der Artikel einfach zu lang?
Die Studie bestätigt vollends meine Erfahrungen. In der Schule wurde ich in einigen Fächern deutlich besser oder schlechter, wenn es einen Lehrerwechsel gab. Auch in der Hochschule waren die Klausuren am besten, wenn der Dozent die bessere Vorlesung gab. An der Hochschule gab es auch, anders als in der Schule, sehr starke Schwankungen in der Anzahl der Studenten je Vorlesung. Die Anzahl der Studenten war aber keineswegs ausschlaggebend für meinen Lernerfolg. Das war immer der Dozent.
Man muß nicht auf jeden Schüler individuell eingehen, um zu begeistern. Ich denke die wichtigste Voraussetzung ist, daß es den Lehrern Spaß machen muß, jungen Menschen etwas beizubringen und daß es ihnen etwas bedeutet, gerade dieses Fach zu unterrichten. Wer seine Schüler begeistern kann, bewirkt auch, daß diese sich über den Unterricht hinaus mit dem Fach auseinandersetzen und genau das macht wohl Defizite in Struktur, Ausstattung und Klassengröße wett.
Möglicherweise geben die aktuellen Umstände keine idealen Voraussetzungen zum Lehren/Lernen her (hier im Forum wurden ja schon Beispiele genannt), doch sollte sich kein Lehrer hinter diesen Umständen verstecken und seine Möglichkeiten zur Beeinflussung kleinreden.
Einen guten Lehrer/Dozenten vergißt man sein ganzes Leben nicht!
einen schlechten aber auch nicht!
einen schlechten aber auch nicht!
Es geht nicht um das Pendel, sondern um eine Objektivierung der Wirkungen von Unterricht, Verhalten etc. im Unterricht. "Was wirkt wie und wie stark!" Ist die Botschaft Hatties Meta-Metaanalyse. Dies kann man nicht mit einer einzelnen Studie zum Frontalunterricht vergleichen (FAZ). Endlich kann man die ein oder andere pädagogische Intervention, die man so dringend einführen soll, mit anderen vergleichen, sie evtl. für zu wenig effektiv einordnen und getrost links liegen lassen.
Hatties Sudie ermöglcih es wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.
Nicht Frontalunterricht, sondern guter Frontal Unterricht nach den Kriterien der Direkten Instruktion ist wichtig, ebenso kooperatives Arbeiten in Gruppen und Klassenführung etc.
Wichtige Dinge, wie Feedback im laufgenden Unterricht werden erst durch Hattie klar betont.
Das ist in der Tat der Fall, und der Wurm sitzt tief drin in der Lehrer/innen/ausbildung. Diese gilt in Deutschland LEIDER als eher niederschwellig: Wer in Technik und Naturwissenschaften gut ist, strebt in die MINT-Fächer und danach eher in die einträglichen Jobs in der Wirtschaft. Wer Humanwissenschaften bevorzugt, sieht den Lehrberuf meist eher als Plan B hinter Universität, Medien, Verlagen etc. So finden sich dann in den Schulen neben einer pädagogisch motivierten Minderheit eine Mehrheit, die eigentlich lieber etwas anderes gemacht hätte. In vielen Jahren der Gymnasiallehrer/innen/ausbildung sind mir viel zu selten Personen vorgekommen, die diesen Beruf aus Leidenschaft und Überzeugung gewählt hätten. Nicht zu unterschätzen ist auch die Angst, die viel junge Erwachsene davor haben, mit 30 Pubertierenden konfrontiert zu werden – darauf werden sie viel zu wenig vorbereitet. Zum Glück sind inzwischen immerhin Praxissemester vorgesehen, die schon vor dem Referendariat die Möglichkeit geben, den Berufswunsch nochmal zu überdenken bzw. gezielt an Schwächen zu arbeiten. Was aber das Allerwichtigste wäre, wäre potentiell gute Lehrer/innen zu motivieren, diesen Beruf zu ergreifen, z.B. auch durch eine stärkere Öffnung der Schulen für Quereinsteiger und durch eine größere Anerkennung für diejenigen, bei denen Schüler/innen gerne und viel lernen, nicht nur für die Schule, sondern fürs Leben.
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