Stimmt's?Ist das Blei aus Schrotkugeln gefährlich für Menschen, die Wild verzehren?

...fragt Astrid Franz aus Schwelm. von 

Wildschwein Jagd Stimmt's Blei Schrotkugel

Ein Frischling  |  © mafied/Photocase

Deutsche Jäger verballern jedes Jahr die unvorstellbare Menge von mehr als 1.000 Tonnen Bleischrot.

Zwar wird nur etwa ein Zehntel davon in freier Wildbahn verschossen – der Rest im Schießstand –, aber auch diese Bleimenge ist gefährlich: Das Schwermetall reichert sich im Boden an, im Körper von Tieren, die nur einzelne Schrotkugeln abbekommen, und nicht zuletzt in den Menschen, die Wildfleisch verzehren.

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Warum überhaupt Blei? Schrotkugeln verwenden die Jäger vor allem, wenn sie auf kleine Tiere schießen, die sie mit einer einzelnen Kugel nicht sicher treffen würden. Und Blei ist ein weiches Material, das im Körper des Tiers noch einmal zersplittert und so sehr schnell tödlich wirkt.

Serie: Stimmt's?
Stimmt's?

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild  |  © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Wer zweimal im Jahr Wildbraten isst, muss laut Bundesinstitut für Risikobewertung kaum etwas befürchten. Jäger schaden vor allem ihren eigenen Familien, denn dort kommt über 50-mal pro Jahr Wild auf den Tisch.

Bald wird die Jagd aber in einigen Bundesländern bleifrei: In Schleswig-Holstein und den Staatswäldern von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wird in diesem Jahr Bleischrot verboten.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
  1. ... viele Jäger, die schon längst bleifrei schießen, da sie nicht wollen, dass ihr Fleisch kontaminiert ist. Und es kommen Jahr für Jahr Neue dazu.

    3 Leserempfehlungen
  2. Was würde wohl Chuck Norris dazu sagen?

    Eine Leserempfehlung
  3. die menschliche Magensäure nicht in der Art mit Blei reagiert, dass es uns gefährlich sein könnte. Bitte genießen Sie Wild, denn Wildtiere bekommen kein Antibiotika und keine Wachstumshormone.

    2 Leserempfehlungen
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    • Rooob
    • 12. Januar 2013 12:21 Uhr

    Ganz gefährlicher Kommentar! Blei ist giftig, wenn es über die Nahrung aufgenommen wird. Was die Magensäure macht, spielt da nur eine geringe Rolle.
    Bitte dazu zumindest mal http://de.wikipedia.org/w... konsultieren (ist mit ausreichend Quellen dokumentiert...)

  4. 4. ähmmm

    werden Wildschweine überhaupt mit Schrotkugeln geschossen? Ich war mal bei einer Treibjagd dabei und die Jäger benutzten dabei bundeswehrähnliche Munition, Kaliber 7,62 oder so...

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    aber meines Wissenstandes nach werden Niederwild und "Geflügel" mit Schrot, der Rest(darunter fällt auch Schwarzwild) mit der von Ihnen genannten Munition geschossen(die genauen Kaliber kenne ich auch nicht).

    • Rooob
    • 12. Januar 2013 12:21 Uhr

    Ganz gefährlicher Kommentar! Blei ist giftig, wenn es über die Nahrung aufgenommen wird. Was die Magensäure macht, spielt da nur eine geringe Rolle.
    Bitte dazu zumindest mal http://de.wikipedia.org/w... konsultieren (ist mit ausreichend Quellen dokumentiert...)

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Stimmt nicht weil.."
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    > Blei ist giftig, wenn es über die Nahrung aufgenommen wird.

    Ja sicher. Damit sind aber keine Vollmetall-Kugeln gemeint.

    Es ist das Blei in Ihren Nahrungsmitteln und in Ihrer Atemluft gemeint. Und damit belasten Sie sich wirklich auf Dauer.

    Eine verschluckte Kugel wird wieder ausgeschieden. Auf dem Weg von oben nach unten lösen sich zwar ein paar Ionen ab, aber wegen DIESER Belastung machen Sie sich mal keine Sorgen.

    Machen Sie sich lieber Sorgen über den Quecksilberdampf, den Ihre Energiesparlampen absondern.

    • Rooob
    • 13. Januar 2013 0:56 Uhr

    > Eine verschluckte Kugel wird wieder ausgeschieden. Auf dem Weg von oben nach unten lösen sich zwar ein paar Ionen ab, aber wegen DIESER Belastung machen Sie sich mal keine Sorgen.

    Falsch, weil:

    1. Auf dem Weg von der Hülse zum Tier macht die Munition einiges mit. Neben Deformation gibt es auch Abrieb. Wie sie richtig erkannt haben, ist das Blei, das in den Nahrungsmitteln enthalten ist, gemeint. Sowohl große Stücke (Kugeln), als auch kleine (Splitter, Abrieb, etc.)

    2. Blei reagiert mit Salzsäure (=Magensäure) zu Blei(II)-chlorid. Welches giftig ist. Egal, ob Kugel oder sonstige Form.

    Der Vergleich mit Energiesparlampen ist insofern sinnlos, als dass (Aaachtung, Transferdenken zu einem anderen Bereich) Gewehre(=Energiesparlampen) ja gefährlicher sind als Pistolen(=mit Blei geschossenes Wild) und man deswegen ruhig mit Pistolen spielen kann. Richtig? Nein! Schädlich wird nicht weniger schädlich, nur weil etwas anderes noch schlimmer ist.

    Energiesparlampen sondern übrigens keinen Quecksilberdampf ab, sondern enthalten ihn nur. Abgesondert wird Quecksilber bei billigen Energiesparlampen, wenn sie zerbrechen und bei hochwertigeren, wenn sie zerbrechen, während sie eingeschaltet sind.
    Ich nutze LED-Lampen, die mittlerweile ebenbürtig sind :)

  5. aber meines Wissenstandes nach werden Niederwild und "Geflügel" mit Schrot, der Rest(darunter fällt auch Schwarzwild) mit der von Ihnen genannten Munition geschossen(die genauen Kaliber kenne ich auch nicht).

    Antwort auf "ähmmm"
  6. In Deutschland ist es per Gesetzt verboten mit Schrot auf Schalenwild wie Rehwild, Rotwild, Wildschwein zu schießen. Schrotmunition wird zB. für Hasen, Enten, sowie Raubwild wie Füchse und Marder verwendet.
    Desweiteren darf Schrotmunition, je nach Art der Ladung, nur bis einer max. Entfernung von 35m eingesetzt werden. Wieviele Schrotkörner dabei im Wildkörper stecken bleiben hängt von der Entfernung, dem Schuss und der Tierart ab.
    Federwild wie Enten haben kein Fell, sodass bei ihnen die größte Gefahr einer stecken bleibenden Schrotkugel besteht.
    Würde man verbotenerweise mit gewöhnlichem Schrot aus einiger Entfernung auf ein Wildschwein schießen, so hätte es den gleichen Effekt wie Hagel.

    Waidmannsheil

    6 Leserempfehlungen
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    • bubblez
    • 12. Januar 2013 15:36 Uhr

    ... gewöhnlich nicht so wütend wie ein gereizter Keiler wird ... ;-)

    Hasen und Enten sind also kein Wild, welches nach Abschuß verspeist wird, sie Experte ?

  7. Für die Zähne ist es jedenfalls eine Katastrophe, wenn Sie feste draufbeißen.

    Eine Leserempfehlung
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    Wohl gefährlich ist es für das Wild,alles andere ist doch wohl zweitrangig und ZYNISCH.

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  • Serie Stimmt's?
  • Schlagworte Jagd | Metall | Wildtiere | Ernährung | Nahrungsmittel
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