WochenmarktEs ist Winter, es grünt der Lauch

Vorurteile gegenüber Länderküchen gelten im Gegensatz zu richtigen Vorurteilen als vollkommen harmlos. Die Chinesen essen grundsätzlich seltsame Dinge wie Hunde und Schlangenherzen, die Türken essen praktisch nur Knoblauch und Zwiebeln – so ein paar Verallgemeinerungen haben noch niemandem geschadet. Die französische Küche hat den Ruf, teuer und etwas albern zu sein, denn Frankreich, das ist Marie Antoinette und Carla Bruni-Sarkozy.

Ein frivoles Volk also. Aber überraschenderweise essen sie, wie man in dem winzigen Restaurant Le Bon Saint-Pourçain hinter der Kirche Saint-Sulpice in Paris erfährt, auch einfach mal gekochten Lauch mit Salatsauce. Das ist ein Klassiker, poireaux vinaigrette genannt, zu dem man Brot isst und der sich als Vorspeise gut eignet – Anfang Januar, wenn alle satt sind, auch als frische, grüne Hauptspeise.

Anzeige

Die Lauchstangen werden in 2 bis 3 Stücke geschnitten, die dann ungefähr 8 cm lang sind. Sie werden am besten gedämpft, und zwar in einem Dämpfeinsatz. Wer keinen hat, kocht den Lauch 15 bis 20 Minuten lang in Wasser. Er sollte dann weich, aber nicht verkocht sein.

Alle Wochenmarkt-Rezepte

Alle Wochenmarkt-Rezepte  |  © Miguel Medina/AFP/Getty Images

Für die Vinaigrette werden Öl, Essig, Kapern und Senf verrührt, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Dressing gibt man über den Lauch, wenn der noch warm ist. Am besten wird das Ganze auch lauwarm gegessen – eine Möglichkeit zwischen heiß und kalt, die in der deutschen Küche nur selten bedacht wird. Vor dem Servieren hat man noch etwas gehackte Petersilie über den Lauch gegeben.

Lauch mit Kapernvinaigrette für 2 Personen

3 Lauchstangen
3 EL Olivenöl
1,5 EL Essig (Sherry, Himbeer oder Apfel)
1 EL gehackte Kapern
etwas scharfen Senf
Salz
Pfeffer
gehackte Petersilie

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Genau dieses Rezept habe ich einem kleinen GU-Rezeptbuch gelesen, das wir vor kurzem bei einem Edeka-Einkauf auf zu erhalten haben. Wieso taucht das jetzt in der Zeit auf? Ich dachte, was ich in Der Zeit lese, ist originaler Content. Enttäuschend.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    weil das Rezept ein Küchenklassiker ist. Ich kenn's auch als lauwarmes Tapa aus Andalusien (dort mit zusätzlich ein bißchen fein geschnittenen Paprika und Oliven in der Vinaigrette).
    Kaum ein Rezept hat nur einen Urheber, das im Speziellen ist sehr lecker, fix gemacht, vegan, kostet wenig Geld und sieht auch noch gut aus.

    15-20 Minuten scheinen mir allerdings viel zu lang als Garzeit in Wasser, das mag für's Dämpfen hinhauen.

    Ich habe mehrere "Basics" GU Kochbücher, aus denen Frau und ich regelmässig kochen. Damit haben wir angefangen. Später haben wir uns dann ein paar "Küche & Kultur" Kochbücher gekauft, auch von GU. Da ist die Anzahl der Überschneidungen schon sehr groß. Gleiches merkte ich dann bei der Lektüre der "Essen & Trinken" Website. Die Anzahl Rezeptklassiker ist begrenzt, mußte ich auch langsam aber sicher feststellen.

    Endlose sinnlose Variationen der Klassiker finden sich dann auf der "Chefkoch" Website. Aber auch Neues, da war ich aber oft nicht sicher ob ich das kochen und essen will.

    Lesen, kochen, variieren und Spaß dabei haben, ist meine Empfehlung, das Lauch-Rezept werde ich auf jeden Fall mal probieren.

  2. weil das Rezept ein Küchenklassiker ist. Ich kenn's auch als lauwarmes Tapa aus Andalusien (dort mit zusätzlich ein bißchen fein geschnittenen Paprika und Oliven in der Vinaigrette).
    Kaum ein Rezept hat nur einen Urheber, das im Speziellen ist sehr lecker, fix gemacht, vegan, kostet wenig Geld und sieht auch noch gut aus.

    15-20 Minuten scheinen mir allerdings viel zu lang als Garzeit in Wasser, das mag für's Dämpfen hinhauen.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Déja vu"
  3. gerade ausprobiert, und für gut befunden.

    Habe die Lauchstangen zur Hälfte aufgeschnitten (nicht ganz durchgeschnitten!) und wie ein Buch aufgeklappt. Dann 6-7 min gekocht und in Eiswasser abgeschreckt, danach waren sie durchgehend gar aber noch knackig. Zusätzlich zu der Vinaigrette habe ich noch ein hart gekochtes Ei kleingehackt und drüber gegeben.
    Schönes Rezept, vielen Dank liebe Zeit....

    • Hagmar
    • 06. Januar 2013 15:08 Uhr

    "Am besten wird das Ganze auch lauwarm gegessen – eine Möglichkeit zwischen heiß und kalt, die in der deutschen Küche nur selten bedacht wird."
    Vieles schmeckt lauwarm besser, nämlich intensiver. Besonders bei Gemüsecurry ist mir das aufgefallen, seither ist bei mir der Reis zwar heiss, das Curry aber nur gut warm.

    Auch Broccoli schmeckt lauwarm mit einer Vinaigrette - bei mir eher Zitronette -
    sehr gut.

    • Grotter
    • 06. Januar 2013 21:06 Uhr

    und warum soll Petersilie da drauf?

    2 Leserempfehlungen
  4. Ich habe mehrere "Basics" GU Kochbücher, aus denen Frau und ich regelmässig kochen. Damit haben wir angefangen. Später haben wir uns dann ein paar "Küche & Kultur" Kochbücher gekauft, auch von GU. Da ist die Anzahl der Überschneidungen schon sehr groß. Gleiches merkte ich dann bei der Lektüre der "Essen & Trinken" Website. Die Anzahl Rezeptklassiker ist begrenzt, mußte ich auch langsam aber sicher feststellen.

    Endlose sinnlose Variationen der Klassiker finden sich dann auf der "Chefkoch" Website. Aber auch Neues, da war ich aber oft nicht sicher ob ich das kochen und essen will.

    Lesen, kochen, variieren und Spaß dabei haben, ist meine Empfehlung, das Lauch-Rezept werde ich auf jeden Fall mal probieren.

    Antwort auf "Déja vu"
  5. ob das Rezept schon mal woanders publiziert wurde. Das Gericht sieht gut aus und ich werde es auf jeden Fall nachkochen.
    Die Chefkoch-Seite ist wirklich für die Mülltonne. Jedes Rezept in hundert Variationen. Schlechte Bilder und kaum Infos über Nährwert usw. Ich empfehle eatsmarter.de, eine wirklich tolle Seite. Einfach reinschauen und mich dann verhauen, wenn ich Unrecht habe.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... mit guten Rezepten und einem etwas überfrachteten Design. Ist gelesezeichnet, wird aber meinem Favoriten so schnell nicht den Rang streitig machen: www.marmiton.org (Frankreich)

    Habe mir "eatsmarter" mal angeschaut, sieht gut aus und wird ausprobiert. Danke für den Tip, gibt also keine Haue.

    "Essen & Trinken" lohnt sich wegen des großen Registers im unteren Teil, wenn man runterscrollt kann man auf die einzelnen Gerichte klicken, so ist man sehr schnell am Ziel.

    Für "marmiton" sind meine Französichkenntnisse einfach zu schlecht, schade.

  6. ... mit guten Rezepten und einem etwas überfrachteten Design. Ist gelesezeichnet, wird aber meinem Favoriten so schnell nicht den Rang streitig machen: www.marmiton.org (Frankreich)

    Antwort auf "Mit ist ziemlich egal,"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Serie Wochenmarkt
  • Schlagworte Brot | Kirche | Marie Antoinette | Restaurant | Wasser | Frankreich
  • Models present creations from the Felder & Felder Autumn/Winter 2013 collection during London Fashion Week, February 15, 2013. REUTERS/Olivia Harris (BRITAIN - Tags: FASHION)

    Vom Rand des Laufstegs

    Aktuelle Berichte von den Schauen in New York, London, Mailand, Paris und Berlin auf ZEIT ONLINE

    • Nachgesalzen

      Die Meisterköche Karl-Josef Fuchs, Jürgen Koch und Christian Mittermeier verraten ihre Tipps und Tricks

      • Hinter der Hecke

        Eine Schrebergarten-Kolonie ist ein eigener Kosmos. Unser Kolumnist Ulrich Ladurner erforscht ihn und seine Bewohner mit Demut, Feinsinn und Humor.

        • Heiter bis glücklich

          Oft sind es die einfachen Dinge, die uns heiter bis glücklich stimmen. Im "Heiter bis glücklich"-Blog stellt die ZEITmagazin-Redaktion täglich ihre Entdeckungen vor.

          Service