Gesellschaftskritik Über Hamburg

Die Trennung von Rafael und Sylvie van der Vaart ist vor allem für Hamburg eine Katastrophe: Womit soll die Stadt jetzt noch in Promi-Gefilden glänzen?

Rafael und Sylvie van der Vaart

Rafael und Sylvie van der Vaart

An Weihnachten war noch alles in bester Ordnung: Sylvie, hoch toupiert, gehalten von Rafael, im Hintergrund der Tannenbaum, Glitzer überall. Silvester war es dann vorbei: Sylvie, geschlagen von Rafael. Die erste Bild-Schlagzeile 2013 lautet: Eklat in Silvesternacht: Van der Vaart – Ehe kaputt!

Wenn zwei sich trennen, hat oft nur einer Mitleid verdient, weil er verletzt wurde, enttäuscht, beleidigt. Im Fall der van der Vaarts ist das ganz eindeutig: die Stadt Hamburg.

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München hat die Schickeria, Berlin die Clubs – und Hamburg? Die Hafenrundfahrt. München hat Christian Ude (begabter Kabarettist), Berlin Klaus Wowereit (begabter Partylöwe), Hamburg hat Olaf Scholz (Spitzname Scholzomat). In München ist das Wetter schön, in Berlin egal, in Hamburg hofft man noch auf den Klimawandel. Die Hamburger finden zwar, ihre Stadt sei die schönste der Welt (Alster), wollen damit aber nicht protzen (Understatement), und wenn sie es dann doch versuchen (Elbphilharmonie), haut es nicht hin (Baustopp). Der Stadt fehlt einfach der Glamour. Auf den hoffte ganz Hamburg, als die van der Vaarts im Sommer 2012 an die Elbe zurückkehrten.

Die trugen dann auch gleich so dick auf, wie es sich der Hamburger nie trauen würde: In Madrid, so Rafael, hätten Sylvie und er »nur an Hamburg gedacht«. Hamburg, so Sylvie, sei »schöner als London«. Sie könnten »weinen vor Glück«, so beide, dass sie endlich wieder an der Elbe leben dürften. Und schon hatte Hamburg sein Herz verloren: Rafael sei ein »Erlöser«, »Messias«, »Heilsbringer«. Sylvie »fleischgewordene Verheißung« und »Hamburgs neue Perle«. Beide zusammen: die »Mini-Beckhams«.

Gesellschaftskritik
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München hat die Pinakothek, Berlin die Museumsinsel, Hamburg das Miniatur-Wunderland. Vor diesem Hintergrund wirken selbst Mini-Beckhams ziemlich groß. Sylvie wurde in einer Umfrage zur beliebtesten Hamburger Promi-Frau gewählt, auf den Plätzen hinter ihr folgten Ina Müller, Judith Rakers, Maria Ketikidou, Cosma Shiva Hagen ... gähn. Die Glamour-Personaldecke in Hamburg ist halt dünn. Kurz: Rafael rettete den HSV aus der Krise, Sylvie Hamburg vor der Langeweile. Für lächerliche 12,5 Millionen Euro Ablösesumme (Elbphilharmonie: geschätzte 575 Millionen) ein ziemlich guter Deal.

Jetzt, wo es das Traumpaar nicht mehr gibt, ist auch Hamburg wieder zu haben, für eine Handvoll Glamour. An der Elbphilharmonie soll jedenfalls schon im Frühjahr weitergebaut werden.

 
Leser-Kommentare
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    • 16.01.2013 um 13:43 Uhr

    wie unglaublich schön ist das???

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    • 17.01.2013 um 7:58 Uhr

    wohl doch keine Versöhnung. Böse GALA!

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    • 17.01.2013 um 7:58 Uhr

    wohl doch keine Versöhnung. Böse GALA!

  1. Ich finde die Blonde da sollte sich mal im Playboy ausziehen und was macht der Typ noch mal genau ??

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    • 17.01.2013 um 7:58 Uhr
    35. Schade

    wohl doch keine Versöhnung. Böse GALA!

  2. Redaktion

    Mein Text ist nicht erst am 10. Januar für ZEITonline entstanden, sondern als Kolumne für das ZEITmagazin, das einen sehr langen Produktionsvorlauf hat. Ich habe ihn bereits am 2. Januar geschrieben, also einen Tag vor dem Artikel in der SZ, soweit ich das erkennen kann. Die Ähnlichkeiten sind somit rein zufällig, es lag wohl nah, die van der Vaarts und Hamburg gemeinsam auf die Schippe zu nehmen. Mit freundlichen Grüßen, Anna Kemper

  3. 37. .....

    lol

    Antwort auf "[...]"

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