ErdgasförderungVerteufelt das Fracking nicht!

Deutschland könnte zeigen, wie man Erdgas sicher fördern kann. von 

»Stop Fracking!« lautet derzeit der Schlachtruf gegen eine neue Technik der Erdgasförderung. Die Aufspaltung von Schiefergestein mit einem Wasser-Chemikalien-Mix, der unter hohem Druck in bis zu fünf Kilometer tiefe Bohrlöcher gepresst wird, wurde in Deutschland erst ein einziges Mal erprobt. Dennoch ist Fracking jetzt zum Wahlkampfthema avanciert. In Niedersachsen, wo 95 Prozent des deutschen Erdgases gefördert werden, überbieten sich Politiker aller Parteien darin, die Protestbürger zu umschmeicheln.

Und es ist ja richtig: Wer tief in der Erde mit gefährlichen Substanzen hantiert, muss streng kontrolliert werden. Welche Schäden drohen, wenn das nicht passiert, lässt sich in den USA besichtigen: Schlampige Bohrungen verseuchen dort Grundwasser und Böden. Der Umweltvorteil, den der Umstieg von dreckiger Kohle auf sauberes Erdgas bei der Stromerzeugung eigentlich hat, wird durch den unnötigen Austritt von Methangas zunichte gemacht.

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Ein allgemeines Fracking-Verbot wäre dennoch falsch. Erdgas ist für die Energiewende unverzichtbar, der Verbrauch wird in den nächsten zwei Jahrzehnten noch ansteigen. Schiefergestein ist eine wichtige Quelle. In Deutschland könnten wir zeigen, wie sie sicher angezapft werden kann. Denn unsere Umweltlobby ist stärker, die Umwelttechnik ausgereifter und die Bohrindustrie weniger mächtig als in den meisten Ländern, aus denen wir das Gas importieren, das wir selber nicht fördern.

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Leserkommentare
    • Hans B
    • 28. Januar 2013 21:33 Uhr

    Und alle Grünen finden Geothermie einschliesslich Fracking zum Aufschluss des Aquifers ganz toll (zumindest in Bayern) ! Und das obwohl die Energie aus Geothermie noch inefizienter und teuerer ist als bei Photovoltaik.
    Interssant ist dabei auch dass durch die unermüdliche grüne Lobbyarbeit der Geothermie-Interessenten sogar die radioaktive Belastung durch Fracking bei Geothermie aus der Strahlenschutzverordnung gestrichen wurde (im gegensatz zB. zum Erdölfracking) . Allerdings ist die typische Strahlenbelastung dabei so hoch, dass die allgemeinen Grenzwerte überschritten werden und so trotzdem die Geothermie-Überreste ins radioaktive Endlager entsogt werden müssen. Wobei das natürlich Öko-Radioaktivität ist !

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    von lächerlichen Verallgemeinerungen und unbelegten Behauptungen zu:

    - Alle Grünen finden Geothermie einschl Fracking ganz toll...,

    - Energie aus Geothermie noch inefizienter und teuerer als bei Photovoltaik...,

    - durch die unermüdliche grüne Lobbyarbeit der Geothermie-Interessenten die radioaktive Belastung durch Fracking gestrichen...,

    - typische Strahlenbelastung dabei so hoch, dass die allgemeinen Grenzwerte überschritten werden...

    Wenn Sie, mein guter Hans B, Belege für diese Behauptungen und insbesondere für die Unterstellung liefern, alle Geothermie-Bohrungen unterlägen gleichen Bedingungen und würden deshalb nach Schema F durchgeführt, können wir diskutieren.

    Nun zur These von Dirk Asendorpf:

    Erdgas ist für die Energiewende unverzichtbar, der Verbrauch wird in den nächsten zwei Jahrzehnten noch ansteigen.

    Mag sein - weil der rechtzeitige Einstieg in die Wende vorsätzlich sabotiert wurde. Aber nicht durchdacht: An konventionell förderbarem Gas besteht auf viele Jahrzehnte hinaus kein Mangel. Zusätzliche riskante Förderung verlängert die Verfügbarkeit nur geringfügig. Wenn der Abschied von den endlichen fossilien Energien nicht binnen weniger Jahrzehnte gelingt, wird Mutter Natur (bzw. menschliche Dummheit) den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage (genauer: Zahl der Nachfrager) sehr radikal herbeiführen.

    • WDK
    • 10. Februar 2013 18:12 Uhr

    "Und es ist ja richtig: Wer tief in der Erde mit gefährlichen Substanzen hantiert, muss streng kontrolliert werden. Welche Schäden drohen, wenn das nicht passiert, lässt sich in den USA besichtigen: Schlampige Bohrungen verseuchen dort Grundwasser und Böden."

    Herr Asendorpf. Können Sie seriöse Quellen dazu nennen, und wie oft ist das vorgekommen ?

    "In Deutschland könnten wir zeigen, wie sie sicher angezapft werden kann."

    Warum, und wie ?

    Ein Kommentar ohne jede Substanz.

  1. von lächerlichen Verallgemeinerungen und unbelegten Behauptungen zu:

    - Alle Grünen finden Geothermie einschl Fracking ganz toll...,

    - Energie aus Geothermie noch inefizienter und teuerer als bei Photovoltaik...,

    - durch die unermüdliche grüne Lobbyarbeit der Geothermie-Interessenten die radioaktive Belastung durch Fracking gestrichen...,

    - typische Strahlenbelastung dabei so hoch, dass die allgemeinen Grenzwerte überschritten werden...

    Wenn Sie, mein guter Hans B, Belege für diese Behauptungen und insbesondere für die Unterstellung liefern, alle Geothermie-Bohrungen unterlägen gleichen Bedingungen und würden deshalb nach Schema F durchgeführt, können wir diskutieren.

    Nun zur These von Dirk Asendorpf:

    Erdgas ist für die Energiewende unverzichtbar, der Verbrauch wird in den nächsten zwei Jahrzehnten noch ansteigen.

    Mag sein - weil der rechtzeitige Einstieg in die Wende vorsätzlich sabotiert wurde. Aber nicht durchdacht: An konventionell förderbarem Gas besteht auf viele Jahrzehnte hinaus kein Mangel. Zusätzliche riskante Förderung verlängert die Verfügbarkeit nur geringfügig. Wenn der Abschied von den endlichen fossilien Energien nicht binnen weniger Jahrzehnte gelingt, wird Mutter Natur (bzw. menschliche Dummheit) den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage (genauer: Zahl der Nachfrager) sehr radikal herbeiführen.

    Eine Leserempfehlung
  2. Ich bezweifle, daß der in Ihrem Artikel mitschwingende Pathos "am deutschen Wesen soll oder könnte die Welt genesen" hier greift.
    Die Firmen, die die Bohrungen durchführen sind meist "ausländisch" und nicht Willens Unmengen von Geld in Technik zu investieren, die das ganze Unterfangen dann höchstwarscheinlich unrentabel machen.

    Wer will luftdichte und vor allem inpermeable Tanks und Leitungen für in manchen Fällen Billionen Liter Chemikalien verseuchten Trinkwassers bauen? (und wer kann sich die Verschwendung von Billionen Liter Trinkwasser erlauben?)

    Haben Sie eine Lösung wie Sie dieses Wasser jemals wieder trinkbar machen und eine Ahnung wieviel dies kosten wird?

    Wie begegnen Sie neben Methan etc. den teilweise schwer strahlenden radioaktiven Bestandteilen, die an die Erdoberfläche kommen?

    Es ließe sich noch weit mehr aufzählen, von Gefahren habe ich noch gar nicht gesprochen.

    Jedenfalls, wenn Sie in Deutschland solche High Tech Dekontaminierungstechniken zum konkurrenzfähigen Preis verorten, warum bauen und exportieren Sie sie dann nicht? - Sie könnten ein reicher Mann werden, denn die Erde braucht genau solche Technologien.

    Ich wiederhole mich nur ungern aber mir drängt sich das Gefühl auf, daß in der Redaktion hier sehr einseitige Journalisten sitzen.
    Ich bitte erneut um weniger Stimmungsmache sondern um differenzierten klaren Journalismus, der zur schonungslosen Wahrheit verpflichtet ist - zumindest in dieser Angelegenheit steht zu viel auf dem Spiel.

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