Fehlentscheidungen : Das Zitat... und Ihr Gewinn

Albert Einstein sagt: Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.

Kopf oder Zahl, das ist die Frage im Management. Viele Führungskräfte entscheiden sich für die Zahl. Ihr starrer Blick richtet sich auf Quartalsergebnisse, auf Bilanzen, auf die Entwicklung des Gewinns. Sie glauben, mithilfe dieser Zahlen lasse sich ein Unternehmen steuern. Aus der Tatsache, dass die Zahlen steigen, schließen sie: Der Kurs stimmt, ich mache alles richtig!

Doch wer die Zahlen ehrt, dem sind der Kopf und das logische Denken oft zu wenig wert. Denn was spiegelt sich in den Zahlen? Das, worauf es ankommt, die Zukunft des Unternehmens? Nein, nur das, worauf es nicht mehr ankommt: seine Vergangenheit.

Ein Manager, der nur auf die Zahlen starrt, erinnert mich an einen Autofahrer, der bei Tempo 200 nur in den Rückspiegel schaut, während er auf eine Baustelle zurast. Die Mitarbeiter als Beifahrer rufen und warnen ihn, dass die Bedürfnisse der Kunden sich verändern, dass ein Wettbewerber zum Überholen ansetzt, dass eine Krise am Horizont aufzieht. Doch sie hören Antworten wie: »Seien Sie still, wir schreiben gerade das beste Ergebnis aller Zeiten!«

Martin Wehrle

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher. In seinem aktuellen Ratgeber Sei einzig, nicht artig! fordert er den Leser auf, nichts mehr nur für andere zu tun, sondern alles für sich selbst.

Manager sollten es wie Einstein halten, sich mehr für die Zukunft und weniger für die Vergangenheit interessieren. Denn Märkte haben es an sich, dass sie den Zahlen weit vorauslaufen. Fehlentscheidungen, die ein Manager heute fällt, und Zukunftschancen, die er heute verpasst, spiegeln sich erst in ein paar Jahren in den Zahlen wider.

Die Zahlen sind das falsche Instrument, um ein Unternehmen in die Zukunft zu führen. Bis eine Fehlentwicklung dort angekommen ist, kann alles zu spät sein. Gute Manager schauen nicht in den Rückspiegel, sondern nach vorne. Sie hören nicht zuletzt auf das, was die Beifahrer ihnen zurufen, denn Mitarbeiter haben einen scharfen Blick für Chancen und Risiken.

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Vor allen Dingen verbrennen Sie alle Rezepte

Mangement ist wie wie kochen: viel Erfahrung, guter Geschmack, ein gutes Gespür für die Interessen von Menschen, straffe Organisation und vor allen Dingen: man muss mit dem Herzen bei der Sache sein. Ein Drei-Sterne-Koch wird ein Rezept vielleicht als Inspiration verwenden, aber nicht als Anleitung. Ein professioneller Koch ist vor allen Dingen jemand, der, wenn es sein muss, aus wenig viel macht und es auf den Punkt den Gästen serviert. Und selbst Bocuse verbringt die meiste Zeit in der Küche und mit seinen Angestellten.