Deutschlandkarte : Brötchen, Wecken, Schrippen

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Vielleicht hat Wolfgang Thierse ja, bevor er die Schwaben kritisierte (sagen die doch in Berlin Wecken statt Schrippen!), im dtv-Atlas Deutsche Sprache geblättert. Dieser Sprachatlas, aus dem die Vorlage zur Karte stammt, ist ein Bestseller in der 17. Auflage, über die Jahre hat er sich hunderttausendfach verkauft.

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Wenn Thierse sich zu den Brötchen vorgeblättert hat, hat er vielleicht auch gelesen, dass Weck vom altdeutschen weggi (Faustkeil) stammt, und er hat Angst bekommen. Weggi klingt ja schon nach: Ich nehm dir alles weggi, sogar deine Sprache.In der neuesten Auflage des Buchs steht auch, dass im Norden kaum noch vom Rundstück die Rede ist und im Südwesten immer weniger vom Weck. Der Weck verliert bedeutende Gebiete an das Brötchen (gen Norden) und an die Semmel (gen Osten).

Schwabenphobikern sei zugerufen: Der Weck verschwindet eher, deutschlandweit betrachtet, als dass er sich ausbreitet. Er wird zwischen den Brötchen und den Semmeln langsam zu Bröseln zerrieben.

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Kommentare

2 Kommentare Kommentieren

wWr Allemannen differenzieren

Hierzulande (in der Schweiz) gibt es nicht nur regionale Bezeichnungen für die verschiedenen kleinen Backwaren, es gibt auch Ueberschneidungen zu deutschen Bezeichnungen.
Wie bei unseren nördlichen Nachbarn in BW gibt es Weggli und Weggen, aber auch Bürli und Semmeli, wobei das vier verschiedene kleine Brötchen sind. Keines davon entsprich dem, was man im Norden Brötchen oder Schrippen nennt, jene gibt es hier nicht.
Schade nur, dass man in Berlin weder Weggli noch Bürli bekommt, auch wenn das Herrn Thierso wohl enervieren täte.