DeutschlandkarteBrötchen, Wecken, Schrippen

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Vielleicht hat Wolfgang Thierse ja, bevor er die Schwaben kritisierte (sagen die doch in Berlin Wecken statt Schrippen!), im dtv-Atlas Deutsche Sprache geblättert. Dieser Sprachatlas, aus dem die Vorlage zur Karte stammt, ist ein Bestseller in der 17. Auflage, über die Jahre hat er sich hunderttausendfach verkauft.

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Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick

Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick  |  © Jörg Block

Wenn Thierse sich zu den Brötchen vorgeblättert hat, hat er vielleicht auch gelesen, dass Weck vom altdeutschen weggi (Faustkeil) stammt, und er hat Angst bekommen. Weggi klingt ja schon nach: Ich nehm dir alles weggi, sogar deine Sprache.In der neuesten Auflage des Buchs steht auch, dass im Norden kaum noch vom Rundstück die Rede ist und im Südwesten immer weniger vom Weck. Der Weck verliert bedeutende Gebiete an das Brötchen (gen Norden) und an die Semmel (gen Osten).

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Schwabenphobikern sei zugerufen: Der Weck verschwindet eher, deutschlandweit betrachtet, als dass er sich ausbreitet. Er wird zwischen den Brötchen und den Semmeln langsam zu Bröseln zerrieben.

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Leserkommentare
  1. In der Karte fehlt etwas - die Bezeichnungen "Semmel" und "Brötchen" meinen in weiten Teilen Sachsens verschiedene Dinge. Zumindest bis zur Wende waren Brötchen die von Ihnen abgebildeten Backwaren, Semmeln waren die doppelten, die kommen bei Ihnen gar nicht vor. Auch der Preis diente manchmal zur Unterscheidung, 5 Pfennige kostete ein Brötcvhen, 10 eine Semmel. Heute werden letztere öfters als "Doppelbrötchen" oder "Doppelte" bezeichnet - die Bezeichnung "Doppelsemmel" ist aber daher vollkommen falsch.
    Das erinnert auch an die unsägliche "Doppelhaushälfte", die natürlich nur eine Haushälfte ist. Sonst könnten wir uns wohl auch die Doppelschuhhälfte schnüren ;)

    Eine Leserempfehlung
    • aburger
    • 21. Januar 2013 20:31 Uhr

    Hierzulande (in der Schweiz) gibt es nicht nur regionale Bezeichnungen für die verschiedenen kleinen Backwaren, es gibt auch Ueberschneidungen zu deutschen Bezeichnungen.
    Wie bei unseren nördlichen Nachbarn in BW gibt es Weggli und Weggen, aber auch Bürli und Semmeli, wobei das vier verschiedene kleine Brötchen sind. Keines davon entsprich dem, was man im Norden Brötchen oder Schrippen nennt, jene gibt es hier nicht.
    Schade nur, dass man in Berlin weder Weggli noch Bürli bekommt, auch wenn das Herrn Thierso wohl enervieren täte.

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  • Serie Deutschlandkarte
  • Schlagworte Wolfgang Thierse | Bestseller | Sprache | Berlin | Schwaben
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