LandwirtschaftBrüsseler Spritzen

Die EU will Landwirten weiterhin Hunderte Milliarden Euro zuschustern – ein ökologischer und ökonomischer Unsinn. von 

Die Frau hat Mut. »Landwirte, die nach Subventionen schreien, machen etwas falsch«, sagt Gabriele Probst. Die Biobäuerin, Mutter von fünf erwachsenen Kindern, kennt die Agrarbranche aus dem Effeff. Sie und ihr Mann Manfred sind promovierte Landwirte, seit mehr als zwanzig Jahren führen die beiden einen Musterbetrieb für ökologischen Landbau in der Nähe von Dresden. Anlässlich der Grünen Woche (18. bis 27. Januar) wollen sie mit ihrem Team in Berlin demonstrieren: für eine grünere Landwirtschaft, ohne Subventionen.

Ob öko oder konventionell, viele Bauern und ihre Funktionäre protestieren reflexartig gegen Kürzungen der EU-Agrarsubventionen – als wäre Jammern Bauernpflicht. Allerdings gibt es für den angeblich so notleidenden Nährstand immer noch enorm viel Geld: 365 Milliarden Euro will Brüssel den Bauern in den Jahren 2014 bis 2020 spendieren. Dies, obwohl die Zuschüsse ihr Hauptziel verfehlen, nämlich darbenden Kleinbauern das Überleben zu sichern. Trotz Milliardenhilfen sind Millionen Kleinbetriebe untergegangen, allein in Deutschland hat sich die Zahl der Bauernhöfe seit 1990 mehr als halbiert. Dabei können die meisten Landwirte inzwischen dank hoher Weltagrarpreise gut leben, missachten aber trotz der Subventionen zentrale Umweltziele wie den Schutz der Artenvielfalt, der Böden und Gewässer.

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»Dafür muss man ihnen nicht auch noch Steuermittel hinterherwerfen«, sagt Gabriele Probst und eilt mit wippenden Locken voraus, um ihren Hof zu zeigen. An ihm will sie erklären, wie man es besser macht: Vielfalt kultivieren, statt einseitig Massenviehzucht oder Ackerbau zu betreiben, mit Ökolandbau Geld verdienen und die Umwelt schonen. Ohne Subventionen.

 Vorwerk Podemus, so heißt der Probstsche Biohof im linkselbischen Meißner Hochland. Von seinen Hügeln aus reicht der Blick bei klarer Winterluft hinunter in den Elbtalkessel, im Osten ist die Silhouette der Dresdner Altstadt erkennbar. Vom Zentrum aus sind es nur acht Kilometer Luftlinie bis zur Gemarkung Podemus und dem 250 Hektar großen Hof.

An diesem Beispiel lässt sich zeigen, dass Ökolandbau durchaus zukunftsfähig ist – vorausgesetzt er wird intelligent und nach allen Regeln der Kunst betrieben.

Wer den imposanten historischen Vierseitenhof durch das weite Tor betritt, gelangt als Erstes auf einen großen Spielplatz mit Schaukeln, Hüpfburg, Kletterturm. Hier kann sich der Nachwuchs austoben – wenn die Eltern in Ruhe im hofeigenen Biosupermarkt einkaufen. Kinder dürfen derweil Ferkel oder Kälbchen kraulen und das Hofleben erkunden. Beispielsweise auf der linken Seite in der Schweinebucht. Dort grunzen Sauen zufrieden im Dreck, ganz nach dem Motto des Hofes: »Mehr bio, mehr glücklich!«

Die Produkte dieses saumäßigen Glücks sind auf der rechten Hofseite im Hofladen erhältlich, etwa in Form rot-weißer Koteletts. An der Theke gibt es auch Stücke vom glücklichen Lamm oder Rind. Eilige können sich ihr Fleisch eingeschweißt aus dem Kühlregal angeln. Im Laden lockt alles, was Biofreunde so begehren: antibiotikafreie Rohmilch, viele Brot-, Käse-, Wurst- und Kartoffelsorten, Eier, Salat, Gemüse, Säfte, Honig, Wein, Gewürze, Nüsse, Schokolade… Gar nicht so leicht, hier unbeschwert wieder rauszukommen – ohne bio, ohne glücklich.

Woher stammt das üppige Angebot? »Das meiste kaufen wir zu, von befreundeten Biohöfen und ausgewählten Lieferanten«, sagt die Hausherrin. Sie bürge für die Qualität, zufriedene Kunden seien äußerst wichtig. Nur so habe sich die Nachfrage enorm entwickeln können. Mit den hofeigenen 20 Bienenvölkern, 45 Kühen, 120 Schweinen, 300 Hühnern, jeweils rund 100 Rindviechern und Mutterschafen könne sie den Bedarf längst nicht mehr decken. »Lammfleisch ist ein Renner, nur etwa ein Prozent der Lämmer stammt noch von uns«, erklärt sie. Alle übrigen »werden bei Schäfern und Ökokollegen zugekauft«.

Futterskandale müssen die Probsts nicht befürchten. Denn ihre Tiere sind möglichst viel draußen auf der Weide, nur jetzt im Winter laufen sie meist im Stall herum und bekommen hofeigenes Heu oder eigene Silage. »Auch alles Kraftfutter stellen wir selbst her. Nur den Kalk für die Hühner beziehen wir von außen.« Das benötigte Eiweiß für das Geflügel stammt hauptsächlich von Ackerbohnen. »Dafür bauen wir tanninfreie Ackerbohnen an. Die enthalten keine Gerbstoffe, das fressen die Tiere lieber«, erklärt ihre Halterin. Wie in den Ställen pflegt sie auch auf den Äckern Vielfalt, mit einer »siebenfeldrigen Fruchtfolge«. Sie zählt die Hauptarten auf: Kartoffeln, Weizen, Mais, Triticale, Sonnenblumen, Erbsen, Ackerbohnen, Perserklee, Luzerne. Die vier letzten sind Hülsenfrüchtler (Leguminosen) und erfüllen traditionell eine Doppelfunktion: Sie liefern eiweißreiches Viehfutter und zudem Stickstoff für die Böden. Der Fruchtwechsel erspart energiereichen Kunstdünger und fördert stark die Artenvielfalt.

Leserkommentare
    • Sigip
    • 24. Januar 2013 21:04 Uhr

    Hans Schuh stellt die Gleichung auf: „Mehr Bio, mehr Glück“. Besitzt Schuh einen Glücksmesser für Tiere?
    Auch stellt er die These auf, Bio könnte ein Konzept für die ganze Landwirtschaft sein. Es werden Zahlen genannt, die völlig unhaltbar sind. Unter http://www.foodwatch.de/e...
    kann sich jeder über Flächenverbrauch von Ökolandwirtschaft und konventionelle Landwirtschaft informieren. Im Schnitt ist der Flächenverbrauch 100% höher. Auch ist der Preisunterschied zumindest zu den Diskountern erheblich. Beim Bund Ökologischer Lebensmittel kann man das nachlesen unter: http://www.boelw.de/biofr.... Preisunterschied von 73-300%.
    Biolandlebensmittel sind ein Luxusprodukt einer privilegierten Minderheit. Die Politik hat gar kein Interesse daran, dass Lebensmittel teurer werden. Man fürchtet soziale Unruhen!

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    Wenn man die Studie von foodwatch liest, wird dort auch festgehalten, dass ein kompletter Umstieg auf ökologische Landwirtschaft möglich wäre, wenn der Fleischkonsum um 70% gesenkt wird.
    Des Weiteren führen Sie die Preisunterschiede zu Discountern an, ein wesentlicher Grund hierfür ist nach der von Ihnen verlinkten Seite jedoch, dass bei herkömmlich produzierten Lebensmitteln die indirekten Kosten (bspw. Pestizidbelastung der Gewässer und des Trinkwassers) weit höher sind, diese trägt der Steuerzahler.

    Wenn man betrachtet, dass bspw. Schweinefleisch beim Discounter mittlerweile einen Kilopreis hat, der nur unwesentlich über dem von Brot vom Bäcker liegt, obwohl in der Mast ungefähr das Zehnfache an Getreide benötigt wird, dann gibt mir das sehr zu denken.

    Auch ohne "Glücksmesser für Tiere" scheint es mir eindeutig, dass es Tieren in art gemäßer Haltung besser geht. Und ob "Flächenverbrauch" der richte Ausdruck ist, möchte ich bezweifeln - gerade auf dem Biohof wird eher erhalten als verbraucht.

    Bioprodukte brauchen kein "Luxusprodukt einer privilegierten Minderheit" zu sein, sondern sind für die Mehrheit (nicht alle!) erschwinglich, sofern sie bereit ist, einen ähnlichen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel auszugeben, wie es in den 60er Jahren normal und sich gesünder zu ernähren (weniger Fleisch & Fertignahrung).

    Die Kernaussage bleibt, dass zu viel und falsch subventioniert wird. Die Agrarsubventionen sollten an einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag und nicht an die (Massen)Produktion ausgerichtet sein. Wenn wir als Gesellschaft Bergbauern in den deutschen Alpen erhalten wollen, ist es für mich ok sie zu subventionieren. Aber warum sollen wir Schweinefabriken uns Maismonokulturen auch noch fördern?

    richtige Fragen zur Agrarstruktur gestellt.
    Aber in wie weit geben bio&co die "richtigen" Antworten?
    Die Feststellung, daß die vorgestellte Branche eine "betuchte Klientel" bedient, ist richtig, kann auch konkret vom Erleben dieses Betriebes bestätigt werden.
    Das Aldi-Regal im Plattenbaugebiet wird mit dieser Wirtschaftsform nicht gefüllt.
    Wie Frau Dr. Probst den Bogen von ihrer gelebten Realität zu der von ihr festgestellten einstigen weitgehenden Versorgung Berlins aus dem Umland spannt, wird nicht klar.
    Auch ein Stück echte Demagogie steckt drinn. Die "betuchte Klientel" scheint ja über ein ausgeprägtes Markenbewußtsein zu verfügen. Dies führt dazu, da die zugekaufte Ware durchaus nicht nur von "befreundeten Höfen" in der näheren Umgebung stammt.
    Wasser, 2 Euro die Flasche, aus Bayern?
    Nicht unbedingt was für Harz. Der Ferntransport.....
    Und die Abfüllung bei Vollmond hat auch nicht unbedingt was mit Agrarpolitik und naturwissenschaftlicher Ökologie zu tun.
    Aber Frau Dr. Probst weiß schon, wofür ihre Kunden Geld ausgeben.

    Sie sagen Biolebensmittel sind teurer?

    Ja,
    weil ich den Preis für Ihr billiges Gammelfleisch über Agrarasubventionen mitbezahle.

    Wer ist hier weltfremd?

    Derjenige der für hochwertige Lebensmitttel bereit ist etwas mehr Geld auszugeben,
    oder der Billigkonsument der sich seine umweltzerstörenden, artenvielfaltsschädigenden
    industriell erzeugten Convenience Food Artikel vom Staat subventionieren läßt?

    40%! der EU-Ausgaben sind Agrarsubventionen.

    Wer - wie Sie - noch daran zweifelt, dass der Ökolandbau ein Konzept für die gesamte Landwirtschaft sein kann, dem sei die hervorragende Doku "Zukunft pflanzen" von Marie-Monique Robin empfohlen, die mit genau diesem Vorurteil aufräumt.
    Und was Ihr Discounter-"Argument" betrifft: Mal dran gedacht, dass derartige Schleuderpreise nur durch ökologische und soziale Ausbeutung möglich sind? Stichwort: Milchpreise für Landwirte, die weit unter ihren Produktionskosten liegen und Obst und Gemüse, dass in Almerìa von illegalen Einwanderern geerntet und verpackt wird, die einen unter der Hand gezahlten Hungerlohn bekommen und denen skrupellose Erzeuger menschenunwürdige Unterkünfte vermieten (!!) (vgl. "El Ejido, la loi du profit" von Jawad Rhalib)

    Meiner Ansicht nach kann die Zukunft der Landwirtschaft nur lokal und biologisch sein. Und je mehr Landwirte umstellen, desto größer wird das Angebot und desto erschwinglicher werden die Preise.

    Und: Wer sagt, dass Lebensmittel zu teuer sind, sollte vielleicht auch mal dran denken, dass umgekehrt ein Schuh draus wird - die Löhne und Gehälter, die der Kapitalismus uns zahlt, sind zu niedrig und Lebenshaltungskosten wie z.B. Mieten viel zu hoch.

    sie die Preise vergleichen? Wenn ein Produkt im Laden 50 Cent kostet und das andere 75 Cent würde jeder denken 50 Cent ist billiger? Sie würden aber nicht bemerken wenn sie mit ihren Steuern noch 1 Euro per Subvention draufzahlen... pro Jahr 6 Milliarden Subventionen sind ca. 73€ pro Bürger pro Jahr...

    • vino87
    • 25. Januar 2013 12:38 Uhr

    Es geht doch in puncto Preis im Endeffekt darum, welche Prioritäten man finanziell setzt. Für viele ist eben ein schickes Auto, teure Handyverträge und zweimal Urlaub im Jahr wichtiger als gesundes Essen. Das Problem für Geringverdiener und Empfänger von staatlichen Leistungen ist natürlich damit natürlich nicht ausgeräumt, weil hier der finanzielle Spielraum nicht vorhanden ist. Würde man jedoch die Subventionen streichen, wäre konventionell auch nicht viel billiger als bio. Daher sollte man bei der Verteilung der Subventionen ansetzen. Das Geld scheint ja vorhanden zu sein.

    Kann man nur hoffen, dass sich die Politik endlich aus den Fängen der Lobbyisten losreißt. Aber wie ich das so sehe, wird das demnächst nicht.

    also bei uns in der Arbeit verdienen wir alle nicht viel Geld, aber wir gehen alle zum Bioladen. Für Fleisch zahlt man das Doppelte, aber ansonsten geht es. Ich find ich kaufe weniger wahllos ein als früher und schmeiße weniger weg. Schätze das Essen eben mehr. Und wenn ich mal pleite bin , dann gibts eben nur butterstulle, na und? Immer noch besser als billig chemie-Wasser- Fleisch Aufschnitt. Die Deutschen waren doch Jahrzehnte totale Niedrigpreise gewohnt. Im ganzen Rest von Europa geben die Menschen anteilig mehr Geld für Nahrung aus als hierzulande. Ich glaub nicht, dass das zu sozialen Unruhen führt. Das mit den Ernährungsgewohnheiten der Bildungsfernen und sozial verwahrlosten kann doch eh nicht mehr so weitergehen. Schließlich kostet deren Diabetes und Folgekrankheiten den Steuerzahler auch massig Geld.

    • Sigip
    • 24. Januar 2013 21:04 Uhr

    Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/ls

  1. Wenn man die Studie von foodwatch liest, wird dort auch festgehalten, dass ein kompletter Umstieg auf ökologische Landwirtschaft möglich wäre, wenn der Fleischkonsum um 70% gesenkt wird.
    Des Weiteren führen Sie die Preisunterschiede zu Discountern an, ein wesentlicher Grund hierfür ist nach der von Ihnen verlinkten Seite jedoch, dass bei herkömmlich produzierten Lebensmitteln die indirekten Kosten (bspw. Pestizidbelastung der Gewässer und des Trinkwassers) weit höher sind, diese trägt der Steuerzahler.

    Wenn man betrachtet, dass bspw. Schweinefleisch beim Discounter mittlerweile einen Kilopreis hat, der nur unwesentlich über dem von Brot vom Bäcker liegt, obwohl in der Mast ungefähr das Zehnfache an Getreide benötigt wird, dann gibt mir das sehr zu denken.

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    • gw1200
    • 25. Januar 2013 8:45 Uhr

    Das was Du da schreibst, gerade mit dem Fleischverbrauch, ist nur eine Milchmädchenrechnung. Wo sollen denn die Düngemittel herkommen mit einer um 70% geringeren Tierproduktion? Alles Kunstdünger? Was soll daran noch gut für die Umwelt sein?
    Außerdem macht heutzutage nicht die herkömmliche Landwirtschaft den Umweltschaden sondern Monokulturen für das tolle EEG.
    Die Kosten für die unheimlichen Pestizidbelastungen durch Landwirtschaft (nicht Energiepflanzen) würde ich auch gerne mal aufgelistet sehen.

    Zitat: "...Wenn man die Studie von foodwatch liest, wird dort auch festgehalten, dass ein kompletter Umstieg auf ökologische Landwirtschaft möglich wäre, wenn der Fleischkonsum um 70% gesenkt wird..."

    Um Gottes Willen! Sie wollen den Menschen doch nicht ihren täglichen Fleischkonsum verbieten? Da machen Sie sich jetzt aber richtig Feinde.

    Unser täglich Schnitzel gib uns heute...

    • Sigip
    • 25. Januar 2013 14:55 Uhr

    Wenn auf 70% Fleisch verzichtet wird, könnte die Welt mit Bio-Kost ernährt werden?
    Diese Aussage zeigt die Unwissenheit, mit der die ganze Diskussion geführt wird.
    Bio-Landwirtschaft bedingt mehr Tierhaltung; ganz einfach aus dem Grund, weil hier der Dünger der Tiere gebraucht wird. Die konventionelle kann ohne Tierhaltung auskommen.
    Beide Formen der Landwirtschaft haben ihre Berechtigung. Die industrielle Massentierhaltung sollte aber nicht mit der konventionellen gleichgesetzt werden.

  2. Auch ohne "Glücksmesser für Tiere" scheint es mir eindeutig, dass es Tieren in art gemäßer Haltung besser geht. Und ob "Flächenverbrauch" der richte Ausdruck ist, möchte ich bezweifeln - gerade auf dem Biohof wird eher erhalten als verbraucht.

    Bioprodukte brauchen kein "Luxusprodukt einer privilegierten Minderheit" zu sein, sondern sind für die Mehrheit (nicht alle!) erschwinglich, sofern sie bereit ist, einen ähnlichen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel auszugeben, wie es in den 60er Jahren normal und sich gesünder zu ernähren (weniger Fleisch & Fertignahrung).

    Die Kernaussage bleibt, dass zu viel und falsch subventioniert wird. Die Agrarsubventionen sollten an einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag und nicht an die (Massen)Produktion ausgerichtet sein. Wenn wir als Gesellschaft Bergbauern in den deutschen Alpen erhalten wollen, ist es für mich ok sie zu subventionieren. Aber warum sollen wir Schweinefabriken uns Maismonokulturen auch noch fördern?

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  3. richtige Fragen zur Agrarstruktur gestellt.
    Aber in wie weit geben bio&co die "richtigen" Antworten?
    Die Feststellung, daß die vorgestellte Branche eine "betuchte Klientel" bedient, ist richtig, kann auch konkret vom Erleben dieses Betriebes bestätigt werden.
    Das Aldi-Regal im Plattenbaugebiet wird mit dieser Wirtschaftsform nicht gefüllt.
    Wie Frau Dr. Probst den Bogen von ihrer gelebten Realität zu der von ihr festgestellten einstigen weitgehenden Versorgung Berlins aus dem Umland spannt, wird nicht klar.
    Auch ein Stück echte Demagogie steckt drinn. Die "betuchte Klientel" scheint ja über ein ausgeprägtes Markenbewußtsein zu verfügen. Dies führt dazu, da die zugekaufte Ware durchaus nicht nur von "befreundeten Höfen" in der näheren Umgebung stammt.
    Wasser, 2 Euro die Flasche, aus Bayern?
    Nicht unbedingt was für Harz. Der Ferntransport.....
    Und die Abfüllung bei Vollmond hat auch nicht unbedingt was mit Agrarpolitik und naturwissenschaftlicher Ökologie zu tun.
    Aber Frau Dr. Probst weiß schon, wofür ihre Kunden Geld ausgeben.

    2 Leserempfehlungen
    • gw1200
    • 25. Januar 2013 8:45 Uhr

    Das was Du da schreibst, gerade mit dem Fleischverbrauch, ist nur eine Milchmädchenrechnung. Wo sollen denn die Düngemittel herkommen mit einer um 70% geringeren Tierproduktion? Alles Kunstdünger? Was soll daran noch gut für die Umwelt sein?
    Außerdem macht heutzutage nicht die herkömmliche Landwirtschaft den Umweltschaden sondern Monokulturen für das tolle EEG.
    Die Kosten für die unheimlichen Pestizidbelastungen durch Landwirtschaft (nicht Energiepflanzen) würde ich auch gerne mal aufgelistet sehen.

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    Gerade die große Masse der (Antibiotika- u. Psychopharmaka- verseuchten) Gülle bei der Massentierhaltung ist doch eines der größten Probleme die es bei der Fleischindustrie gibt!

    Von daher wäre es nur richtig auf Fleisch zu verzichten und auf vegetarische Lebensmittel umzustellen. Denn auch dazu bräuchte es noch Tiere.

    Übrigens werden Sie genügend Beispiele für Bio-Betriebe finden die auch ohne den Dünger von Tieren u. anderem künstl. Dünger gut auskommen u. gar die Erträge mit den Jahren steigern!

  4. Dass ein Betrieb der neben der Landwirtschaft noch eine Fleischerei und ein Einzelhandelsgeschäft betreibt, in der Lage ist ohne die Flächenprämien der EU zu überleben ist ja gut und schön, hat aber mit den Möglichkeiten eines Großteils der landwirtschaftlichen Betriebe wenig zu tun. Biolandwirtschaft ist und bleibt eine Nische, wer es schafft sich als Landwirt dort erfolgreich einzurichten, kann von der zahlungskräftigen Kundschaft natürlich profitieren, ein Modell für die breite Masse der Betriebe kann dies aber nicht sein. Hinzu kommt hier natürlich schon die schiere Größe. 250 ha Ackerland sind, zumindest aus westdeutscher Perspektive, ein Großbetrieb von dem die meisten Landwirte nur träumen können.

    Fakt ist, als Kleinbetrieb mit 8 ha Ackerbau und 4ha Grünland kann ich meinen Betrieb nur durch die Flächenprämien wirtschaftlich betreiben. Ohne diese hätte ich z.B. im letzen Jahr trotz für mich klimatisch sehr günstigen Bedingungen und trotz hoher Weizenpreise ein klares Minus gemacht. Das Argument die Subventionen hätten das Höfesterben nicht verhindert, mag richtig sein. Ohne diese Unterstützung wäre aber noch wesentlich mehr Höfe aufgegeben worden und wir hätten heutzutage nur noch landwirtschaftliche Großbetriebe. Was politisch ja nun auch nicht wirklich gewollt ist.

    Eine Leserempfehlung
  5. Wenn die Gegner des Biolandbaus eine solche Argumentation vorbringen, dann braucht sich die Gegenseite nur noch zurücklehnen. Und das ist durchaus mal entspannend.

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