Da Baffi, Inhaberin Wibke Isenberg

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Wibke Isenberg: Ich komme aus Düsseldorf und bin seit 1995 in Berlin. Meine Geschäftspartner Federico Testa und Francesco Righi sind seit vier Jahren hier. Federico stammt aus Bologna und Francesco aus Cesena.

ZEITmagazin: Warum haben Sie Ihr Restaurant ausgerechnet in diesem Stadtteil eröffnet?

Isenberg: ...und warum nicht am Meer in der Sonne? Wenn schon Großstadt, dann doch bitte so authentisch wie der Leopoldplatz im Wedding.

ZEITmagazin: Woher hat das Restaurant seinen Namen?

Isenberg: Wenn etwas besonders gut geschmeckt hat, sagt man in Italien: Da leccarsi i baffi – da leckst du dir den Bart.

ZEITmagazin: Was ist das Besondere an Ihren Räumlichkeiten?

Isenberg: Es ist sehr eng bei uns und dadurch sehr gemütlich. Wir haben viel altes Holz und dazu gebrauchte Objekte aus Italien verbaut.

ZEITmagazin: Was sollte man essen?

Isenberg: Alles mit Trüffeln, denn die bekommen wir frisch von Francescos Mutter aus Italien geliefert.

Da Baffi, Nazarethkirchstraße 41, 13347 Berlin, Tel. 0175/6926545, geöffnet Di. bis Sa. ab 18.30 Uhr

Pauly Saal, Inhaber Boris Radczun

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Boris Radczun: Ich bin in Düsseldorf aufgewachsen und lebe seit Mitte der Neunziger in Berlin, mein Geschäftspartner Stephan Landwehr kam Anfang der achtziger Jahre aus Lohne.

ZEITmagazin: Warum haben Sie sich die Auguststraße in Mitte als Standort ausgesucht?

Radczun: Weil es ein ganz besonderer Ort ist und eine Straße, in der wir unsere Jugend verschwendet haben.

ZEITmagazin: Woher hat das Restaurant seinen Namen?

Radczun: Weil unsere Freunde von der uralten Murano-Manufaktur Pauly einen tollen Job mit den Leuchtern gemacht haben.

ZEITmagazin: Was ist das Besondere an Ihren Räumlichkeiten?

Radczun: Die unglaublich gelungene Architektur von Alexander Beer. Das Gebäude, in dem sich unser Restaurant befindet, ist exemplarisch für die Neue Sachlichkeit. Wie schön Berlin geworden wäre, wenn diese großartigen jüdischen Baumeister hätten weiterbauen dürfen!

ZEITmagazin: Was sollte man unbedingt probieren?

Radczun: Den ganzen Wildhasen und jeden Cocktail unserer Barchefin Bobbi Kay.

ZEITmagazin: Zu welcher Uhrzeit ist es bei Ihnen am schönsten?

Radczun: Mittags um zwölf und morgens um drei.

Pauly Saal, Auguststraße 11, 10117 Berlin, Tel. 030/33006070, geöffnet Mo. bis Sa. 12 bis 15 Uhr und 18 bis 3 Uhr

Weinladen im Weinberg, Inhaberin Nadia Oussaid

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Nadia Oussaid: Ich komme ursprünglich aus Algier und bin 1986 zum Studieren nach Berlin gekommen. 1994 habe ich den Weinladen eröffnet, und 2001 bin ich in die jetzigen Räume gegenüber dem alten Laden gezogen.

ZEITmagazin: Woher hat die Bar ihren Namen?

Oussaid: Das weiß ich wirklich nicht mehr! Vielleicht war es der wenig originelle Versuch, Weinhandlung und Prenzlauer Berg zu vereinigen.

ZEITmagazin: Was ist das Besondere an Ihren Räumlichkeiten?

Oussaid: Die alte Apotheker-Einrichtung. Details wie die Emailschilder verleihen der Bar eine Art Tante-Emma-Flair mit französischem Akzent.

ZEITmagazin: Welchen Drink sollte man unbedingt probieren?

Oussaid: Lillet auf Eis, das ist ein Aperitif aus Bordeaux.

Weinbar im Weinberg – Weinhandlung, Café und Bar, Winsstraße 64a, 10405 Berlin, Tel. 030/4413867, geöffnet Mo. bis Mi. 12 bis 20 Uhr, Do. und Fr. 12 bis 23 Uhr, Sa. 11 bis 23 Uhr

Katz Orange, Inhaber Ludwig Cramer-Klett

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Ludwig Cramer-Klett: Seit zwölf Jahren. Ich komme aus Bayern, bin halb Schweizer, halb Deutscher.

ZEITmagazin: Woher hat das Restaurant seinen Namen?

Cramer-Klett: Der Name bezieht sich auf eine Katze, die mir vor Jahren begegnet ist und durch die ich die Welt mit anderen Augen zu sehen gelernt habe.

ZEITmagazin: Was ist das Besondere an Ihren Räumlichkeiten?

Cramer-Klett: Das Restaurant erstreckt sich über mehrere Räume auf zwei Ebenen, was ihm die Anmutung eines Wohnhauses gibt. Auch unser Service, die Küche und die Einrichtung vermitteln das Gefühl, in einem privaten Raum zu sein. Unser Laden hat etwas Warmes.

ZEITmagazin: Was sollte man unbedingt probieren?

Cramer-Klett: Das zwölf Stunden lang geschmorte Duroc-Schwein und den Cocktail Grape Me.

Katz Orange, Bergstraße 22, 10115 Berlin, Tel. 030/983208430, geöffnet Mo. bis Sa. ab 18 Uhr

5 – cinco im Hotel Das Stue, Direktor Jean-Paul Dantil

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Jean-Paul Dantil: Ich komme aus der Schweiz und lebe seit acht Monaten in Berlin.

ZEITmagazin: Woher hat das Restaurant seinen Namen?

Dantil: Das cinco, das ist spanisch für fünf, regt alle fünf Sinne an – von den Augen bis zur Zunge. Außerdem steht der Name für die fünf Finger einer Hand und damit für vollendete Handwerkskunst.

ZEITmagazin: Das Besondere Ihres Restaurants?

Dantil: Die Nähe zum Zoo: Wir sind umgeben von einem Park und dennoch zentral in der Mitte der Stadt.

Restaurant 5 – cinco im Hotel Das Stue, Drakestraße 1, 10787 Berlin, Tel. 030/3117220, geöffnet Di. bis Sa. 19 bis 22.30 Uhr

Grosz, Inhaber Roland Mary

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Roland Mary: Ich bin in den Achtzigern aus Dillingen an der Saar gekommen.

ZEITmagazin: Woher hat das Restaurant seinen Namen?

Mary: Haus Cumberland, in dem sich unsere Räume befinden, steht auf dem George-Grosz-Platz.

ZEITmagazin: Was ist das Besondere an Ihren Räumlichkeiten?

Mary: Haus Cumberland entstand 1913 und beherbergte seitdem Kinos, Theater, Kabaretts, Hotels, Cafés und eine Finanzbehörde. Fast das gesamte Interieur ist original erhalten, sogar das Entree.

ZEITmagazin: Welches Gericht sollte man Ihrer Meinung nach im Grosz unbedingt probiert haben?

Mary: Die Baba au Rhum, kleine Küchlein, mit Rum und Vanille gefüllt. Das Schnitzel Graf Holstein, einst vom Grafen selbst erfunden: Das panierte Schnitzel wird mit pochiertem Ei, etwas Hummer und Zitrone serviert. Und den Cocktail Earl of Cumberland aus Gin und Bergamotte-Tee.

Grosz, Kaffeehaus, Restaurant und Bar, Kurfürstendamm 193/194, 10707 Berlin, Tel. 030/652142199, geöffnet tgl. 8 bis 2 Uhr

Long March Canteen, Inhaber Axel Burbacher

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Axel Burbacher: Ich bin als Jugendlicher aus Süddeutschland nach Berlin gekommen, mein Geschäftspartner Guan Guangfeng kam im gleichen Alter aus Südchina.

ZEITmagazin: Woher hat das Restaurant seinen Namen?

Burbacher: Der Name lässt viel Raum für Interpretation – uns geht es um die Geschichte Chinas, um Provokation, Neuanfang und den Brückenschlag ins Heute. Unser Küchenchef sagt, der Name steht auch für den langen Marsch, den die Leute aus Mitte zu uns nach Kreuzberg antreten müssen.

ZEITmagazin: Was sollte man unbedingt probieren?

Burbacher: Den gedämpften Schweinebauch in dunkler Honigsauce und die gegrillten Jakobsmuscheln auf Seidentofu.

Long March Canteen, Wrangelstraße 20, 10997 Berlin, Tel. 0178/8849599, geöffnet tgl. 18 bis 24 Uhr

3 minutes sur mer, Inhaber Jean Cohen

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Jean Cohen: Ich kam 2005 aus Düsseldorf nach Berlin.

ZEITmagazin: Warum haben Sie Ihr Restaurant in der Torstraße eröffnet?

Cohen: Das hat sich so ergeben. Und passierte zu einer Zeit, als die Torstraße noch kein Laufsteg war.

ZEITmagazin: Was ist das Besondere an Ihren Räumlichkeiten?

Cohen: Die Ausstattung von unserem Kumpel Fred Rubin: stammt alles aus der DDR, sieht aber aus wie Art déco aus den zwanziger Jahren in Paris.

ZEITmagazin: Woher hat das Restaurant seinen Namen?

Cohen: Den haben wir uns nicht ausgedacht, der ist uns vielmehr zugelaufen.

ZEITmagazin: Was sollte man unbedingt probieren?

Cohen: Die Fischsuppe und Kutteln in jeder Variation.

3 minutes sur mer, Torstraße 167, 10115 Berlin, Tel. 030/67302052, geöffnet Mo. bis Fr. 11.30 bis 0 Uhr, Sa. und So. 10 bis 0 Uhr

Bar Raval, Geschäftsführer Atilano González

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Atilano González: 1993 zog ich aus Spanien hierher.

ZEITmagazin: Woher hat das Raval seinen Namen?

González: Raval ist ein Stadtteil von Barcelona, der in seiner Struktur Kreuzberg sehr ähnelt: Einwanderer, Nachtleben, Kunst und ein Problem mit der Gentrifizierung.

ZEITmagazin: Was ist das Besondere an Ihren Räumlichkeiten?

González: Die Bar ist mit rund hundert Sitzplätzen ziemlich groß, aber sie wirkt nicht so, weil sie in vier Bereiche unterteilt ist.

ZEITmagazin: Was sollte man unbedingt probieren?

González: Den Gin Mare Tonic – der Gin ist mit Basilikum, Rosmarin, Thymian und Oliven gemacht. Das Tataki von der Schulter vom Iberico-Schwein. Die Patatas Bravas – Kartoffeln mit Knoblauchmayonnaise. Und unser stadtbekanntes Schokoladencoulant.

Restaurant und Bar Raval, Lübbener Straße 1, 10997 Berlin, Tel. 030/53167954, geöffnet Mo. bis Do. und So. 18 bis 23 Uhr, Fr. und Sa. 18 bis 24 Uhr

Les Valseuses, Inhaber Olivier Lapeyre

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Olivier Lapeyre: Ich bin 2005 von Brüssel nach Berlin gezogen, zwischenzeitlich habe ich zwei Jahre lang in Laos gelebt. Mein Geschäftspartner Julien Ponthieu kommt aus der Normandie und hat eine Weile in Paris gelebt, bevor er 2006 nach Berlin gezogen ist.

ZEITmagazin: Woher hat das Restaurant seinen Namen?

Lapeyre: Er bezieht sich auf einen alten Running Gag von uns beiden. Wörtlich übersetzt, bedeutet er natürlich ganz harmlos »Walzertänzerinnen« – wie der Film von Bertrand Blier aus dem Jahr 1974. Solche verrückten französischen Filme inspirieren mich.

ZEITmagazin: Warum haben Sie sich diesen Standort ausgesucht?

Lapeyre: Die Menschen hier sind jung, dynamisch und manchmal auch erfolgreich. Außerdem ist schräg gegenüber von unserem Laden Dr. Pong, diese Bar, in die Julien und ich schon seit Ewigkeiten gehen.

Les Valseuses, Eberswalder Straße 28, 10437 Berlin, Tel. 030/75522032, geöffnet tgl. ab 18.30 Uhr

Little Otik, Inhaber Jeffrey Sfire und Kevin Avery

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Jeffrey Sfire: Ich bin vor vier Jahren von Brooklyn nach Berlin gezogen, zusammen mit meinem Geschäftspartner Kevin Avery.

ZEITmagazin: Woher hat das Restaurant seinen Namen?

Sfire: So heißt ein tschechisches Märchen über ein kleines Baby mit einem unstillbaren Appetit.

ZEITmagazin: Was ist das Besondere?

Sfire: Wir verbinden hohe Qualität mit einer entspannten, familiären Atmosphäre. Und wir verwenden ausschließlich Bioprodukte aus der Region.

Little Otik, Graefestraße 71, 10967 Berlin, Tel. 030/50362301, geöffnet Mi. bis Sa. 19 bis 23 Uhr

Melody Nelson Bar, Inhaber Alen Salihbegovic

ZEITmagazin: Woher kommen Sie, und seit wann sind Sie hier in Berlin?

Alen Salihbegovic: Ich lebe seit 1993 in Berlin, ursprünglich stamme ich aus Bosnien und Herzegowina. Mein Geschäftspartner Damian Gallardo ist 2004 aus London gekommen.

ZEITmagazin: Woher hat die Bar ihren Namen?

Salihbegovic: Von einem Song, den Serge Gainsbourg 1971 geschrieben und Jane Birkin gewidmet hat. Deshalb hängt auch ein Bild von Birkin über der Bar.

ZEITmagazin: Was ist das Besondere an Ihren Räumlichkeiten?

Salihbegovic: In den Räumen gab es bereits seit 1900 eine Gastst??tte. Wir haben die Atmosphäre der alten Berliner Kneipe mit Elementen einer klassischen Cocktailbar kombiniert.

ZEITmagazin: Welchen Drink sollte man unbedingt probieren?

Salihbegovic: Unbedingt? Einen Whiskey-Cocktail wie Sazerac oder Old Fashion.

Melody Nelson Bar, Novalisstraße 2, 10115 Berlin, Tel. 0177/7446751, geöffnet Mo. bis Sa. von 20 Uhr an