Dänemark: Die Spiel-Schule
An einer dänischen Schule lernen Schüler nur durch Rollenspiele. Das hat hohen Unterhaltungswert – bringt es sonst noch etwas?
© Østerskov Efterskole

Römische Senatoren in Norddänemark – im Geschichtsunterricht
Halb acht Uhr morgens in der norddänischen Provinz. Christian, 16, spielt mit seinen Mitschülern Völkerball – in einer Ritterrüstung. Damit der Frühsport etwas anstrengender wird, wie er sagt. Er als Ritter müsse schließlich in Form sein, wenn die nächste Schlacht komme. Klar. Das leuchtet hier allen ein.
An der Østerskov Efterskole im dänischen Hobro lernen die Schüler den gesamten Lernstoff durch Rollenspiele. Eine Efterskole ist ein Internat für Acht- bis Zehntklässler – eine Schulform, die es so nur in Dänemark gibt. Die Idee der Efterskole ist im 19. Jahrhundert entstanden mit dem Ziel, die Schüler demokratisch zu bilden und sie auf ihre schulische und berufliche Zukunft vorzubereiten.
Diese Internate sind auch heute noch sehr beliebt bei den Dänen: Gut 15 Prozent aller Schüler verbringen mindestens ein Schuljahr an einer Efterskole. Oft haben diese Schulen eine besondere Ausrichtung – Sport, Musik oder eben Rollenspiel, so wie in Hobro.
Der Mathe-Lehrer spielt den Archimedes
Eine Stunde später. Christian trägt mittlerweile wieder Jeans und T-Shirt. Morten Brøsted allerdings, Christians Mathematiklehrer, trägt ein langes, weißes Gewand. Er spielt den Mathematiker Archimedes, der sein eigenes Gesetz von der Auftriebskraft vergessen hat. Die Schüler müssen ihm helfen, sich daran zu erinnern. »Vorhin, als ich in der Badewanne lag, da hatte ich’s noch. Und jetzt ist es einfach weg! Wo soll ich bloß anfangen?« – »Fang doch mit einem Strich an«, schlägt Christian vor. »Mit einer Geraden«, ergänzt ein Mitschüler. »Ja, lass uns mit einer Geraden beginnen«, jubelt Brøsted alias Archimedes. Mit seinen ausladenden Gesten und seiner mitreißenden Art bezieht Brøsted alle mit ein ins Spiel.
Der hohe Unterhaltungswert dieser Unterrichtsform steht außer Frage. Doch wo liegt der Nutzen der Lehrmethode? »Im traditionellen Schulsystem sitzt der Lehrer vorne am Pult und bewertet dich«, sagt der Schulleiter der Østerskov Efterskole, Mads Lunau. »Als Schüler lernst du dann: Ich bin der, den der Lehrer bewertet. Diese Rolle kannst du im wahren Leben aber zu kaum etwas gebrauchen.« Lunau hat die Schule im Jahr 2006 gegründet und ist selbst aktiver Rollenspieler. »Wenn wir aber sagen: Ihr müsst das hier erreichen, damit ihr in diesem Projekt weiterkommt, ist das viel näher an dem, was man in der Arbeitswelt erlebt. Ein moderner Arbeitgeber wird versuchen, seine Mitarbeiter für etwas zu motivieren, was wichtig ist. Und das ist das, was wir im Klassenzimmer tun.«
Der Notendurchschnitt zumindest spricht für das Rollenspielkonzept: Bei den zentral vom Bildungsministerium gestellten Abschlussprüfungen schneiden die Østerskov-Schüler etwas besser ab als ihre Altersgenossen, die klassisch unterrichtet werden.





Ich fürchte, Sie haben keinen blassen Schimmer, wie Wissensvermittlung funktioniert. Stichwort Motivation, Neugierde usw.
Da können Sie noch so fröhlich mit ihren Effizienzbegriffen um sich werfen, Sie werden doch nur an der Oberfläche kratzen.
Davon ab, sind Sie denn wirklich der Meinung, dass das aktuell vermittelte Wissen in der Schule Not tut? Teilweise ist dieses so speziell und nach 3 Jahren wieder vergessen. Das Augenmerk sollte doch eher darauf liegen, dass Kinder das Lernen lernen und erfahren, dass Wissensvermittlung etwas Gutes ist (andernfalls bräuchten wir es nämlich nicht).
Es gibt allerdings viele Kinder, die kommen mit Zwang und Hierarchie trotzdem gut zurecht, dass mag dann an ihrer Sozialisation und dem Elternhaus liegen. Ob dies gleichzeitig gut ist, bezweifle ich allerdings.
Was die Neugierde betrifft: In der aktuellen Brand Eins ist ein lesenswerter Artikel zur Forschung in diesem Bereich enthalten.
Ja, das sind genau die Schlagworte, mit denen Waldorf & Co. ihre Schulen an die Wand gefahren haben. Nicht umsonst haben die dortigen Schüler am Ende gegenüber ihren Kameraden von der Regelschule einen Wissensrückstand von bis zu zwei Jahren.
Natürlich sind Motivation und das Wecken von Neugierde für die Wissensvermittlung wichtig. Wenn man dafür aber allzu umständliche Regentänze veranstalten muss, kommt wenig dabei rum. Auch uns hat man in der 5. Klasse in Latein neben dem eigentlichen Sprachunterricht erzählt, wie das Leben im alten Rom so war. Anschaulich, lebendig, aber trotzdem kurz und bündig. Ohne Rollenspiele und einem in Toga herumturnenden Lehrer. Die dadurch freiwerdende Zeit haben wir zum Üben der Grammatik und später zur Lektüre von Ovid, Sallust & Co. verwendet. Und das war auch gut so.
Ja, das sind genau die Schlagworte, mit denen Waldorf & Co. ihre Schulen an die Wand gefahren haben. Nicht umsonst haben die dortigen Schüler am Ende gegenüber ihren Kameraden von der Regelschule einen Wissensrückstand von bis zu zwei Jahren.
Natürlich sind Motivation und das Wecken von Neugierde für die Wissensvermittlung wichtig. Wenn man dafür aber allzu umständliche Regentänze veranstalten muss, kommt wenig dabei rum. Auch uns hat man in der 5. Klasse in Latein neben dem eigentlichen Sprachunterricht erzählt, wie das Leben im alten Rom so war. Anschaulich, lebendig, aber trotzdem kurz und bündig. Ohne Rollenspiele und einem in Toga herumturnenden Lehrer. Die dadurch freiwerdende Zeit haben wir zum Üben der Grammatik und später zur Lektüre von Ovid, Sallust & Co. verwendet. Und das war auch gut so.
Ganz ehrlich, ich hätte als Kind und als Jugendliche einen solchen Unterricht gehasst. Nicht jeder Mensch ist eine extrovertierte "Rampensau", auch wenn sogar das traditionelle Schulsystem und die Wirtschaft mit ihrer Präsentationen-Begeisterung darauf hinwirken wollen.
Haben Sie damals in der Schule wohl auch mit dem Leseverständnis gekämpft. Es geht nicht darum, dass jeder Schüler nun zum Schauspieler und Selbstdarsteller ausgebildet wird (dazu hätte ich auch keine Lust gehabt). Auch in Rollenspielen gibt es durchaus Rollen, für introvertiertere Schüler.
... als Methode haben recht wenig mit Schauspielerei zu tun.
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Eine Rolle übernehmen, heißt dabei nicht, die schauspielerisch ab zu bilden, sondern sich in Fremde, neue, andere Denk- oder Handlungsmuster einzuarbeiten und unter dem Thema : Wer,was würde wenn tun. .... eine Problemlage/Frage zu erörtern.
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Das erweitert massiv den EIGENEN Horizont, bringt die Erfahrung aller Beteiligter in den Lernprozess ein....
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Zum Rollenspiel gehören auch Beobachter, fish-Bowl (Goldfischglas) wo z.B. in einer Gruppe eine Kleingruppe interagiert und von dem Rest beobachtet wird.....
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Aber kein Privatissimum:-)
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Mal die ältere sozialwiss. Literatur dazu lesen. HE. Richter "Anleitung zum sozialen Lernen" ist da ein guter Einstieg :-))
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Weiss
Sikasuu
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Ps. Rollentheortische Ansätze sind sehr spannend. Vor allen Dingen unter dem Blickpunkt Eigen- und Fremdwahrnehmung :-))
bei sich selbst und auch beim Gegenüber.
Haben Sie damals in der Schule wohl auch mit dem Leseverständnis gekämpft. Es geht nicht darum, dass jeder Schüler nun zum Schauspieler und Selbstdarsteller ausgebildet wird (dazu hätte ich auch keine Lust gehabt). Auch in Rollenspielen gibt es durchaus Rollen, für introvertiertere Schüler.
... als Methode haben recht wenig mit Schauspielerei zu tun.
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Eine Rolle übernehmen, heißt dabei nicht, die schauspielerisch ab zu bilden, sondern sich in Fremde, neue, andere Denk- oder Handlungsmuster einzuarbeiten und unter dem Thema : Wer,was würde wenn tun. .... eine Problemlage/Frage zu erörtern.
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Das erweitert massiv den EIGENEN Horizont, bringt die Erfahrung aller Beteiligter in den Lernprozess ein....
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Zum Rollenspiel gehören auch Beobachter, fish-Bowl (Goldfischglas) wo z.B. in einer Gruppe eine Kleingruppe interagiert und von dem Rest beobachtet wird.....
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Aber kein Privatissimum:-)
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Mal die ältere sozialwiss. Literatur dazu lesen. HE. Richter "Anleitung zum sozialen Lernen" ist da ein guter Einstieg :-))
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Weiss
Sikasuu
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Ps. Rollentheortische Ansätze sind sehr spannend. Vor allen Dingen unter dem Blickpunkt Eigen- und Fremdwahrnehmung :-))
bei sich selbst und auch beim Gegenüber.
Haben Sie damals in der Schule wohl auch mit dem Leseverständnis gekämpft. Es geht nicht darum, dass jeder Schüler nun zum Schauspieler und Selbstdarsteller ausgebildet wird (dazu hätte ich auch keine Lust gehabt). Auch in Rollenspielen gibt es durchaus Rollen, für introvertiertere Schüler.
Rollenspiel, Planspiel.... ist eine alte Methode in der Sozialarbeit, Gemeinswesenarbeit, Stadtplaung......
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In den 70ger/80ger Jahren auch ein beliebter Weg an der Uni, wenigstens im Rahmen "Geisteswissesschaften"
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Verschiedene Gruppen übernahmen dann verschiedene theoretische Ansätze und vertraten die dann das ganze Semester über in einem Seminar!
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Methodische für die Schule bestimmt sehr brauchbar, wenn man es schafft den starren Rahmen (Zeit, Lehrplan) etwas flexibeler zu machen.
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Aber da steht die Bürokratie wohl vor:-))
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Meint
Sikasuu
... als Methode haben recht wenig mit Schauspielerei zu tun.
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Eine Rolle übernehmen, heißt dabei nicht, die schauspielerisch ab zu bilden, sondern sich in Fremde, neue, andere Denk- oder Handlungsmuster einzuarbeiten und unter dem Thema : Wer,was würde wenn tun. .... eine Problemlage/Frage zu erörtern.
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Das erweitert massiv den EIGENEN Horizont, bringt die Erfahrung aller Beteiligter in den Lernprozess ein....
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Zum Rollenspiel gehören auch Beobachter, fish-Bowl (Goldfischglas) wo z.B. in einer Gruppe eine Kleingruppe interagiert und von dem Rest beobachtet wird.....
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Aber kein Privatissimum:-)
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Mal die ältere sozialwiss. Literatur dazu lesen. HE. Richter "Anleitung zum sozialen Lernen" ist da ein guter Einstieg :-))
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Weiss
Sikasuu
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Ps. Rollentheortische Ansätze sind sehr spannend. Vor allen Dingen unter dem Blickpunkt Eigen- und Fremdwahrnehmung :-))
bei sich selbst und auch beim Gegenüber.
Die deutsche Schule zielt allgemein nicht auf die optimale Entwicklung einer Persönlichkeit, sondern auf einen Abiturienten, der zehn Bände Faktenwissen abrufbereit im Kopf hat und in schulischen Prüfungsaufgaben sicher anwenden kann. Daher sieht es die Schule als ihre erste Aufgabe an, dem Schüler dieses Faktenwissen zu vermitteln und mit ihm im Stil von Prüfungsaufgaben einzuüben. Da bleibt keine Zeit für anderes.
Wie man das Faktenwissen vermittelt, ist Kern des Lehrerberufs und bleibt letztlich jedem einzelnen Lehrer alleine überlassen. Eines weiss aber jeder Lehrer: gar zu viel Zeit für Motivation und Drumherum hat er nicht, denn das Pensum muss bewältigt werden.
Eine Änderung ist nur möglich, wenn man das Faktenwissen deutlich verringert und gezielt andere Fähigkeiten fördert. In Deutschland besteht aber noch kein Konsens, das heilige Abiturwissen dem Umfang nach anzutasten, es wird im Gegenteil immer umfangreicher. Ziele wie Selbstwertgefühl, Achtung anderer, soziale Kompetenz oder auch nur Spaß am Lernen sind weder Unterrichts- noch Prüfungsfächer. Es bleibt dem Geschick des Pädagogen überlassen, dies nebenbei zu vermitteln oder zu hoffen, dass die Schüler diese Fähigkeiten alleine entwickeln. Und da auch die Gesellschaft und die Eltern dies so hinnehmen, wird sich nichts ändern. Das deutsche System ist starr und stur, das allerdings seit Jahrzehnten. Wer will, kann ja nach Dänemark ziehen.
Immer wieder wird über das viele "Faktenwissen" an den deutschen Schulen geschimpft. Aber wenn ich mich an meine eigene Schulzeit erinnere, so war das gar nicht so viel (OK: ich habe Biologie in der Oberstufe abgewählt).
Also: Wo genau wollen wir denn Faktenwissen "einsparen". An den Hunderten bis Tausenden von Vokabeln in den Fremdsprachen, ohne die man aber leider nicht vernünftig sprechen kann. An den paar Geschichtszahlen wie 1618-1648; 1848, 1871; 1914-18; 1933; 1939-1945; 1989/90?, die vielleicht doch irgendwelche Wendepunkte angeben.
An der Tatsache, dass 230V eine Spannung und 16 Ampere eine Stromstärke bezeichnen? Und dass 20000 Ohm nicht lebensgefährlich sind?
In Einzelfällen gibt es vielleicht noch Einsparpotential: Den berüchtigten Zitronensäurezyklus muss man vielleicht nicht in jedem Detail kennen.
Aber die heutige deutsche Schule generell als eine Fakten-Pauk-Schule zu betrachten, wird ihr -- denke ich -- in keiner Weise gerecht. Und das hässliche Wort von der "Entrümpelung" der Lehrpläne suggeriert, dass das, was wir bisher für Bildung gehalten haben, nur Gerümpel ist.
Ein paar Fakten und zeitliches Überblickswissen gehören zur Bildung: Einstein hätte mit Kaiser Franz-Joseph frühstücken können, aber Adenauer nicht mit Zarin Katharina d. Großen.
Ich halte es da mit Sir Peter Ustinov: "Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist."
Immer wieder wird über das viele "Faktenwissen" an den deutschen Schulen geschimpft. Aber wenn ich mich an meine eigene Schulzeit erinnere, so war das gar nicht so viel (OK: ich habe Biologie in der Oberstufe abgewählt).
Also: Wo genau wollen wir denn Faktenwissen "einsparen". An den Hunderten bis Tausenden von Vokabeln in den Fremdsprachen, ohne die man aber leider nicht vernünftig sprechen kann. An den paar Geschichtszahlen wie 1618-1648; 1848, 1871; 1914-18; 1933; 1939-1945; 1989/90?, die vielleicht doch irgendwelche Wendepunkte angeben.
An der Tatsache, dass 230V eine Spannung und 16 Ampere eine Stromstärke bezeichnen? Und dass 20000 Ohm nicht lebensgefährlich sind?
In Einzelfällen gibt es vielleicht noch Einsparpotential: Den berüchtigten Zitronensäurezyklus muss man vielleicht nicht in jedem Detail kennen.
Aber die heutige deutsche Schule generell als eine Fakten-Pauk-Schule zu betrachten, wird ihr -- denke ich -- in keiner Weise gerecht. Und das hässliche Wort von der "Entrümpelung" der Lehrpläne suggeriert, dass das, was wir bisher für Bildung gehalten haben, nur Gerümpel ist.
Ein paar Fakten und zeitliches Überblickswissen gehören zur Bildung: Einstein hätte mit Kaiser Franz-Joseph frühstücken können, aber Adenauer nicht mit Zarin Katharina d. Großen.
Ich halte es da mit Sir Peter Ustinov: "Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist."
Ja, das sind genau die Schlagworte, mit denen Waldorf & Co. ihre Schulen an die Wand gefahren haben. Nicht umsonst haben die dortigen Schüler am Ende gegenüber ihren Kameraden von der Regelschule einen Wissensrückstand von bis zu zwei Jahren.
Natürlich sind Motivation und das Wecken von Neugierde für die Wissensvermittlung wichtig. Wenn man dafür aber allzu umständliche Regentänze veranstalten muss, kommt wenig dabei rum. Auch uns hat man in der 5. Klasse in Latein neben dem eigentlichen Sprachunterricht erzählt, wie das Leben im alten Rom so war. Anschaulich, lebendig, aber trotzdem kurz und bündig. Ohne Rollenspiele und einem in Toga herumturnenden Lehrer. Die dadurch freiwerdende Zeit haben wir zum Üben der Grammatik und später zur Lektüre von Ovid, Sallust & Co. verwendet. Und das war auch gut so.
Sie haben schon die anderen Kommentare (z.B. von Sikasuu) gelesen? [...]
Ich bin mir gerade nicht sicher, was ich wichtiger finde: Grammatikalisches Wissen bis in letzte Detail oder Reflektions- bzw. Differenzierungsfähigkeiten.
In dem Artikel steht im Übrigen, dass die Schüler knapp über dem Leistungsdurchschnitt liegen. Wobei ich es ansich schon zweifelhaft finde, Noten überhaupt als halbwegs objektives Bewertungskriterium heranzuziehen (das muss ja aber so sein, schließlich haben Sie das in der Schule so gelernt).
Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls
Und ich bin mir nicht sicher, ob derartiges Kasperltheater, wie es auf dem Foto zu sehen ist, wirklich die Reflexions- und Differenzierungsfähigkeit fördert.
Noten sind "kein objektives Bewertungskriterium"? Klar, dann habe ich Sie wohl doch in der richtigen Ecke verortet :-).
Und ich bin mir nicht sicher, ob derartiges Kasperltheater, wie es auf dem Foto zu sehen ist, wirklich die Reflexions- und Differenzierungsfähigkeit fördert.
Noten sind "kein objektives Bewertungskriterium"? Klar, dann habe ich Sie wohl doch in der richtigen Ecke verortet :-).
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