Stimmt's?Sind die Knöpfe an vielen Fußgängerampeln wirkungslos?

...fragt Lars Nottbohm aus Kassel. von 

Fußgänger-Ampel in Berlin

Fußgänger-Ampel in Berlin  |  © Kay Nietfeld / dpa

In großen Lettern hat eine Boulevardzeitung schon in mehreren Städten den Knopf an vielen Fußgängerampeln als »Bluff-Knopf« enttarnt. Egal, ob man drückte oder nicht – die Wartezeit war auf die Sekunde genau dieselbe, ergab die Recherche der Reporter. Soll der Knopf also nur dem Fußgänger das Gefühl geben, er hätte einen Einfluss aufs Verkehrsgeschehen? Ist er ein Placebo?

»Der Knopf wirkt«, sagt Helma Krstanoski, Sprecherin der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. »Nicht immer, zugegeben.«

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Zu den Hauptverkehrszeiten ist die Lenkung des Verkehrsflusses eine zu komplizierte Angelegenheit, um jeden daherlaufenden Fußgänger eingreifen zu lassen. Da gibt es verkehrsabhängige Ampelphasen und »grüne Wellen« über mehrere Kreuzungen hinweg, die sekundengenau getaktet sind.

Serie: Stimmt's?
Stimmt's?

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild  |  © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Zu diesen Zeiten hat der Fußgängerknopf keine Wirkung, auch wenn man ihn mehrfach drückt. Das gilt natürlich nicht für reine Fußgängerüberwege, die nur auf Knopfdruck den Übergang freigeben.

An den Hamburger Knopfampeln leuchtet übrigens der Schriftzug »Signal kommt« auf, wenn die Grünphase ferngesteuert ist. Was kaum einen Fußgänger davon abhält, energisch und wiederholt den Knopf zu drücken.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

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Leserkommentare
  1. "grüne Wellen" ... in Hamburg? Gerade in Hamburg hat man das Gefühl, das die Fußgängerampel jeden Verkehrsfluss spontan zerstören ... nebenbei bemerkt! ;)

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    • forscch
    • 27. Januar 2013 16:31 Uhr

    als Radfahrer/Fußgänger beim Bettelampelsystem naturgemäß anders herum.

  2. Was passiert denn eigentlich durch die Knöpfe für Blinde? Ich hör und fühle da eigentlich nichts besonderes wenn grün ist.

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    Allerdings befindet sich der Drücker dort an der unteren Seite der Anlage - wie übrigens auch bei den "normalen Drückern". Nur wenn man diesen Knopf betätigt, ertönt auch ein spezielles aktustisches Signal.

  3. Sie drücken auf Signalanrufknöpfe an Ampeln, egal ob "Signal kommt" angezeigt wird oder nicht.

    Noch lustiger im Gelenkbus: Sie drücken während der Fahrt den Türöffnungsknopf, der a) als Stopp-Knopf fungiert und b) sich merjt, dass er gedrückt wurde. Deshalb steht nach dem drücken auch: "Wagen hält - Tür öffnet" unter dem Knopf.

    Kaum steht der Bus, drücken Sie erneut den Knopf. Die Tür geht auf und der Fahrgast glaubt, es wäre sein Verdienst. Dabei wäre sie ebenfalls aufgegangen, hätte er den Knopf nicht nach dem Anhalten gedrückt.

    Seit 20 Jahren macht mich das Verhalten meiner Mitmenschen fertig, habe extra deshalb 2012 ein Auto gekauft. Konnte das nicht mehr mit ansehen.

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/jk

    • fennek
    • 26. Januar 2013 21:18 Uhr

    Hoffentlich haben Sie einen möglichst grossen SUV gekauft. Aus drei Gründen: 1) sie kurbeln die heilige Wirtschaft an, 2) sie kommen nicht in den Bus-Blues, eine neue Form posturbaner Depression, 3) sie geben es diesen nervtötenden ÖV-Öko-Gutmenschen-Rechthabern mal so richtig....

    In diesem Sinne: Glückwunsch: Freie Fahrt für Freie Bürger, Wer braucht schon Ampeln ohne grüne Welle, die jeder Hanswurst drücken kann. Man kann ja auch mit Augen auf, rechts, links über die Strasse gehen. Hat seit mindestens 2000 Jahren ganz gut geklappt.

  4. Hier gibt es in der Stadt eine Besonderheit die ich gerne zum Besten gebe.

    Die Ampeschaltung für PKWs lässt einer untergeordneten Strasse mit Kontaktstreifen runde 5 Minuten Wartezeit bis zum Grün. Den Automibilisten wohlbemerkt.

    Prima ist, diese Ampelanlage hat auch einen Fussgängerkasten mit Drückknopf. Also für geschätzt 100 Passanten am Tag in der recht abgelegen Gegend.

    Etabliert hat sich daher:
    PKW kommt aus der untergeordneten Strasse und hat natürlich Rot.
    Fahrer steigt in aller seelenruhe aus ( bei Regen schnellen Schrittes ) und drückt am Fussgängerkasten den Drückknopf.
    Steigt ein - und hat binnen 1er Minute Grün für seinen PKW!!!!

    Es gibt also sogar " Fussgängerampeln " welche zur wahren Freude der Automobilisten rege genutzt werden.

    Nur so am Rande, nebenbei

    8 Leserempfehlungen
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    Man kommt als Autofahrer kaum von der Rainvilleterrasse auf die Elbchaussee. Da steht auch eine Fußgängerampel mit Knopf und ich sehe auch oft Leute aussteigen, um den Verkehr mit der Ampel zu stoppen - um dann auf die Elbchaussee einbiegen zu können :)

  5. Man kommt als Autofahrer kaum von der Rainvilleterrasse auf die Elbchaussee. Da steht auch eine Fußgängerampel mit Knopf und ich sehe auch oft Leute aussteigen, um den Verkehr mit der Ampel zu stoppen - um dann auf die Elbchaussee einbiegen zu können :)

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Extremfunktion "
  6. Die Ampelschaltungen in deutschen Großstädten sind sowohl für Fußgänger und Fahrradfahrer einfach unverschämt.
    Was soll man als Fußgänger auch anderes machen, wenn die Autofahrer schon zweimal grün hatten und man immer noch vor dem Ding wartet.

    15 Leserempfehlungen
  7. 7. [...]

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    Antwort auf "Hamburger lesen nicht"
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    Wenn man jeden Tag mit dem Bus fährt, fast 30 Jahre lang und dann jeden Tag sehen muss, dass man scheinbar als einziger Mensch wachen Auges durch die Welt wandelt, wenn man ständig belehrend schnauffende Fahrgäste hinter sich hat, die verächtlich guckend den Knopf überflüssigerweise drücken (und sich bestätigt fühlen, wenn dann die Tür aufgeht, obwohl der Knopfdruck nichts damit zu tun hat), dann kann man irgendwann auch ganz ohne psychische Erkrankung resignieren und zu der Erkenntnis reifen, dass man sich all dieser Ignoranz und Dummheit ganz leicht entziehen kann, man muss nur ein Auto kaufen.

    Das macht mich noch lange nicht "krank".

    • fennek
    • 26. Januar 2013 21:10 Uhr

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  8. 8. [...]

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