Frauen in der TürkeiVerachtung von gestern

Türkische Frauen kämpfen erbittert für ihre Rechte – gegen das alte Patriarchat und gegen sich selbst. von Luisa Seeling

Hatice Daşl hatte ein kurzes Leben und starb einen grausamen Tod. Das Mädchen aus der Stadt Diyarbakr wurde als 13-Jährige verheiratet. Nach zwei Jahren Ehe lief sie zu ihren Eltern zurück, weil sie die Schläge ihres Mannes nicht mehr aushielt. Als sie dann von zwei Cousins vergewaltigt wurde, entschied ein "Familiengericht", dass sie sterben müsse. Sie hatte außerehelichen Sex. Mitte Dezember fanden Angler ihre Leiche an einem Bach. Das Mädchen war im vierten Monat schwanger. Da die Angehörigen sie nicht begraben wollten, kümmerten sich die Behörden um die Bestattung. Nun ermittelt die Polizei gegen den Großvater, der das Todesurteil gefällt haben soll, gegen zwei Onkel, die das Mädchen ermordet haben sollen, und gegen die beiden Cousins.

Einige Medien berichteten über den Fall, etwa 200 Frauen protestierten auf dem Friedhof in Diyarbakr. Mehr geschah nicht. Anders als in Indien, wo die Massenvergewaltigung einer Studentin wochenlang Tausende auf die Straße brachte, erfasste die Empörung nicht die ganze Gesellschaft. Keine massenhaften Demonstrationen in den Großstädten des Landes, keine Mahnwachen auf öffentlichen Plätzen, keine Grundsatzreden von Politikern.

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Es ist, als sei das Land gefangen in einem sehr türkischen Widerspruch: Bei den Frauenrechten steht die Türkei noch ganz am Anfang – einerseits. Andererseits ist sie schon sehr weit. Die Entwicklung verläuft erstaunlich ungleichzeitig, und die Grenzen liegen nicht immer zwischen West und Ost, oben und unten, modern und traditionell oder säkular und fromm. Es gibt Geschichten wie die eines südostanatolischen Vaters, der kaum lesen und schreiben kann, aber seinen Traktor verkauft, um seiner Tochter den Schulbesuch zu ermöglichen; und wie die des reichen Istanbuler Geschäftsmannes, der einer armen Familie aus dem Osten die 17-jährige Tochter "abkauft", um sie zu heiraten.

Wie hart der Kampf um Gleichberechtigung ausgefochten wird, ist wohl in keinem anderen islamischen Land besser zu beobachten als in der Türkei. Ja, den Frauen geht es besser als ihren arabischen Nachbarinnen – aber deutlich schlechter als den europäischen.

In Kunst, Kultur, Medien und Politik wird intensiv über die Stellung der Frau nachgedacht: Anti-Gewalt-Kampagnen in türkischen Zeitungen; tragbare Notrufsender, die gerade als Pilotprojekt in den Städten Bursa und Adana gestestet werden; bestens vernetzte Frauenverbände, deren Mitglieder innerhalb kürzester Zeit auf der Straße protestieren, wenn Ministerpräsident Tayyp Erdoğan wieder einmal fordert, jede Frau solle mindestens drei Kinder gebären, oder wenn er Abtreibungen als "Mord" bezeichnet; Topmanagerinnen, die Unternehmen mit mehreren Zehntausend Mitarbeitern führen.

In Büchern, Filmen und Soaps werden Tabus gleich reihenweise gebrochen: Die attraktive, junge Frau eines reichen Unternehmers lebt ihre Sexualität außerhalb des Ehebetts aus; ein Vergewaltigungsopfer setzt sich erfolgreich gegen seine Peiniger zur Wehr und löst eine feministische Massenbewegung aus. Das ist der eine Teil der Wahrheit.

Der andere, hässliche Teil ist die unbändige, oft unvorstellbar brutale Gewalt gegen Frauen, die Amnesty International als "endemisch" bezeichnet. Sie zeigt, wie tief Frauenverachtung in der Gesellschaft verankert ist, nicht nur im weniger entwickelten Südosten des Landes, sondern auch in den großen Städten der westlichen Türkei. Zugrunde liegt ihr die Vorstellung, die Frau sei Besitz des Mannes und von ihrer sexuellen Reinheit hänge die Ehre des Kollektivs, also der ganzen Familie ab. Diese Ehre, namus, stiftet Identität wie sonst nur die türkische Nation, das Türkischsein an sich. Und die Identität soll verhindern, dass die Einheit auseinanderfällt – die der Familie wie die des Landes. Verletzt die Frau die Familienehre, beschädigt sie das Ansehen der gesamten Verwandtschaft – was durchaus ohne eigenes Zutun geschehen kann. Hatice Daşl bezahlte mit ihrem Leben dafür.

2005 wurde unter der regierenden islamischen AKP erstmals der Versuch unternommen, sogenannte "Ehrenmorde" zu erfassen. Eine Parlamentskommission ließ Polizeiakten durchforsten und kam zu dem Schluss, dass es zwischen 2000 und 2005 mehr als 2.500 solcher Verbrechen gegeben habe – und mehrere Tausend Mordversuche. Nach einer aktuellen Untersuchung hat sich die Zahl der getöteten Frauen in den vergangenen sieben Jahren verfünfzehnfacht. Die Zahl der Vergewaltigungen ist ebenfalls drastisch gestiegen. Der Staatsanwalt der Provinz Zonguldak trug vor Kurzem auf einer Konferenz seine Zahlen vor: 2002 habe es noch 8.146 gemeldete sexuelle Übergriffe im Land gegeben – 2011 seien es 32.988 gewesen. Auch die häusliche Gewalt habe zugenommen: Jeden Tag gebe es in 167 Familien Gewalt – in 80 Prozent der Fälle gegen Frauen. Und wahrscheinlich liegen die Dunkelziffern noch höher, weil etwa 40 Prozent der Opfer keine Anzeige erstatten.

Diese Zahlen sind furchterregend. Aber in ihnen kann auch etwas Gutes liegen: Dass sie steigen, ist möglicherweise ein Anzeichen dafür, dass Frauen häufiger die Auseinandersetzung mit ihren Männern oder Familien suchen und Übergriffe häufiger anzeigen. Dass die Machtstellung des türkischen Mannes erodiert: Je mehr Autonomie sie einfordert, desto häufiger schlägt er zu. Es scheint, als gehe der Kampf um die Gleichberechtigung in eine entscheidende, schmerzhafte Phase. Das größte Hemmnis für Männer ist, dass sie nicht einsehen, warum sie von ihrer jahrhundertealten, bequemen Position abrücken sollten. Das größte Hemmnis für die Frauen sind derweil häufig – die Frauen selbst.

Nicht selten helfen sie mit, das patriarchalische System von Generation zu Generation aufrechtzuerhalten. Als Ehefrauen leiden sie, als Mütter ziehen sie den späteren Tyrannen groß, der früh lernt, dass sein Geschlecht das überlegene ist. Schon bei kleinen Jungs wird ein grandioser Hype um die Mannwerdung gemacht, die mit der Beschneidung beginnt. Mütter, Tanten und Omas zelebrieren sie mit vielen Tränen. Dann heißt es: aslanm, mein kleiner Löwe, koçum, mein kleiner Steinbock. Zur Belohnung für ihren "Mut" werden die kleinen Männer bei der Beschneidungsfeier in Offiziers- und Sultanskostümchen gesteckt. Zu einer Zeit, in der die Frau den größten Einfluss auf die Mannwerdung ausüben könnte, bestätigt sie althergebrachte Vorstellungen von Männlichkeit, die wenigsten Frauen stellen diesen Brauch infrage. Bis zum Militärdienst muss der Sohn kaum Verantwortung in der Familie übernehmen. Erziehung und Disziplinierung überlässt man der Armee.

Was können da für Männer herauskommen, wenn von ihren Müttern verwöhnte Jungs plötzlich in den autoritärsten Bereich der Gesellschaft geworfen werden? Im schlimmsten Fall traumatisierte und neurotische. Die Frauen könnten dieses System von Bemuttern und Armeedrill ganz einfach durchbrechen – indem sie aufhören, ihre Söhne anzuhimmeln. Und sie hin und wieder die Teller abspülen lassen.

Die traditionelle Vorstellung von Ehre und Männlichkeit konnte sich nur mithilfe von Gesetzen durchsetzen. "Sie waren es, die den Körper der Frau als Symbol der Ehre festlegen", sagt Esma Çakir-Ceylan. Die Juristin hat eine Doktorarbeit mit dem Titel Gewalt im Namen der Ehre geschrieben und systematisch untersucht, wie Gesetze die Unterdrückung der Frau bestärkten. Bis zu einer umfassenden Reform 2005 war "Ehre" ein gängiger Begriff im türkischen Strafgesetzbuch, ohne dass er irgendwo genauer definiert worden wäre – als so selbstverständlich galt er. War Ehrenrettung für den Täter ein Motiv, konnte sie strafmildernd wirken. Wenn der Ehemann seine Frau mit einem anderen Mann in flagranti erwischte und sie oder beide tötete, konnte die für Mord übliche lebenslange Gefängnisstrafe auf eine vier- bis achtjährige Haft verkürzt werden.

Vergewaltigung galt früher als Verstoß gegen die "allgemeine Sittlichkeit und Familienordnung", nicht als Verbrechen gegen das Individuum. Der Täter konnte sich der Strafe entziehen, indem er sein Opfer heiratete. Das war gängige Rechtspraxis; viele Opfer ließen sich darauf ein, weil sie unter dem Druck standen, die Schande loszuwerden, die ihnen widerfahren war. Das Strafmaß war zudem abhängig vom Lebenswandel der vergewaltigten Frau: Handelte es sich um eine bereits "ehrlose" Frau, wie eine Prostituierte, konnte der Täter mit einer milden Strafe rechnen. Viele Täter, sagt Esma Çakir-Ceylan, wussten das.

80 Jahre lang, seit Gründung der Republik, dienten diese Gesetze dazu, die althergebrachten kulturellen Vorstellungen zu bewahren – nicht sie zu zivilisieren und zu disziplinieren. Erst um die Jahrtausendwende begann sich eine breite Koalition von Frauenverbänden dagegen zu wehren. Wie schnell sich Dinge ändern können, sieht man an den Verhältnissen in Deutschland: Seit gerade mal 35 Jahren dürfen Frauen ohne Einverständnis ihrer Ehemänner arbeiten. Und erst seit 1997 ist Vergewaltigung in der Ehe strafbar.

Die türkischen Frauenrechtlerinnen setzten eine weitreichende Reform des türkischen Zivil- und Strafrechts durch. Der Mann verlor seinen rechtlichen Status als Familienoberhaupt, Vergewaltigung in der Ehe wurde unter Strafe gestellt, und unverheirateten und nicht jungfräulichen Frauen sollte es auch besser ergehen. Strafmildernde Umstände für sogenannte Ehrenmorde wurden abgeschafft – fortan sollte gelten: Mord ist Mord, Vergewaltigung ist Vergewaltigung. Die EU bejubelte in einem Bericht von 2007 die neuen Paragrafen als die "radikalsten Veränderungen im rechtlichen Status türkischer Frauen seit 80 Jahren". Mit diesen Reformen habe die Türkei zum ersten Mal in ihrer Geschichte "das rechtliche Regelwerk einer postpatriarchalen Gesellschaft" geschaffen.

Wie konnte es dazu kommen? Es gab viele Gründe: die neu gewählte, konservativ-islamische Regierung, die die Macht der alten republikanisch-säkularen Elite brechen wollte und den Schulterschluss mit der EU suchte. Vor allem aber hatten sich die Frauenorganisationen zu einem schlagkräftigen Netzwerk zusammengetan, das die Öffentlichkeit mobilisierte.

Bisher sehen die Änderungen aber nur auf dem Papier gut aus. Jahrzehntelang hat der Staat im Geiste der alten Gesetze gearbeitet. Richter haben prügelnde Männer geschützt, Polizisten vergewaltigte Frauen überredet, keine Anzeige zu erstatten, es handele sich ja schließlich um eine "Familienangelegenheit". Es wird dauern, bis die neuen Gesetze das Denken und die Strukturen verändern. Das zeigt auch ein kürzlich reformiertes Gesetz gegen häusliche Gewalt. Zwar gilt jetzt die Regel: "Wer schlägt, der muss das gemeinsame Haus verlassen", und Richter können prügelnden Ehemännern zur Not eine elektronische Fußfessel verpassen – doch das Gesetz, beklagen Frauenorganisationen, werde immer noch zu selten angewendet.

Immerhin diskutiert inzwischen die Öffentlichkeit über die Gewalt. Zuletzt, als Fatma Salman Kotan, eine Abgeordnete der AKP, mit blau geschlagenem Auge in den Plenarsaal in Ankara kam. Ihr Mann hatte sie so zugerichtet. Eine verprügelte Abgeordnete, das berührte den Staat an seinem heiligsten Ort. Wenn sogar eine Abgeordnete ein solches Schicksal erleidet, so der Tenor der Debatte, wie muss es da erst anderen Frauen ergehen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, die nicht gebildet sind und kein eigenes Geld verdienen?

Denn zu den Bildungsverlierern, auch das gehört zu den unschönen Wahrheiten, zählen in der Türkei vor allem Frauen: Von fünf Millionen Analphabeten sind vier Millionen Frauen. Gerade mal ein Drittel verdient eigenes Geld. Besonders die mit Kopftuch, immerhin 60 bis 70 Prozent der Frauen, haben kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Zwar trat die AKP-Regierung ihre erste Amtszeit mit dem Versprechen an, mehr für Kopftuchträgerinnen zu tun; und tatsächlich hat sie gegen viele Widerstände das Kopftuchverbot an den Universitäten aufgehoben. Aber im öffentlichen Dienst, als Teil des laizistischen Staates, sind Kopftücher seit je verboten. Und laut einer Studie der türkischen Stiftung für wirtschaftliche und soziale Studien, TESEV, nimmt die Diskriminierung im privaten Sektor zu. Frauen mit Kopftuch werden seltener befördert, deutlich schlechter bezahlt oder erst gar nicht eingestellt. Sie würden regelrecht "unsichtbar", heißt es in der Studie. Manche legen ihr Kopftuch ab und tragen es nur noch privat, andere scheiden ganz aus dem Jobmarkt aus.

Was stört die Chefs an Frauen, die sich verhüllen? "Sie trauen ihnen weniger zu. Außerdem wollen sie, dass Frauen wie Mannequins aussehen", sagt Frauenrechtlerin Berrin Sönmez. Die eigene Frau daheim soll Kopftuch tragen, am Arbeitsplatz herrscht ein anderes Schönheitsideal. Die Folge: noch mehr Frauen, die zu Hause bleiben, anstatt zu arbeiten. Und sich wegen ihrer ökonomischen Abhängigkeit seltener von ihren gewalttätigen Ehemännern trennen.

Die Kopftuchträgerin trifft die Diskriminierung doppelt: Der Staat als Hüter des Laizismus will sie unbedingt enthüllen – und der Patriarch sieht sie am liebsten oben mit. Sie sitzt in der Falle.

Noch dazu spaltet das Stück Stoff die Frauen auch untereinander, in ein säkulares und ein religiöses Lager. Das erschwert den Kampf um Gleichberechtigung. Zu verschieden schienen die Lebenswelten von "Minirockträgerinnen und Kopftuchfrauen", wie es einige Frauenrechtlerinnen polemisch zuspitzen. Für säkulare Frauen ist das Kopftuch kein Ausdruck individueller Glaubensfreiheit, sondern eine Bedrohung, ein Angriff auf den türkischen Laizismus – und damit ein Angriff auf die Prinzipien des Staatsgründers Atatürk.

Als gäbe es den Unterdrücker nur in Gestalt des frommen ostanatolischen Clanoberhauptes, während der Laizismus immun gegen das Patriarchat mache. In vielen Köpfen hält sich das Zerrbild, die säkulare Republik sei noch immer eine Vorreiterin in Sachen Frauenrechte. Es stimmt, dass Atatürk vieles für die Frauen veränderte, auch wenn sie für ihn weniger Individuen als ein republikanisches Fortschrittsprojekt waren. Atatürk verbot die Polygamie, nahm den Frauen das Kopftuch ab und verschaffte ihnen das Wahlrecht. 1935 wurden 18 Frauen in die Nationalversammlung gewählt, 4,5 Prozent; im europäischen Vergleich war das damals ein Spitzenwert. Atatürk führte die Emanzipation der Frau mehr oder weniger im Alleingang herbei, als die Männer noch nicht einmal daran dachten, ihre osmanischen Pluderhosen abzulegen.

Das alles ist aber schon achtzig Jahre her. Heute muss man fragen: Wie hat die Gesellschaft die Veränderungen angenommen? Auf dem Global Gender Index des Weltwirtschaftsforums belegt die Türkei von 135 Ländern den 124. Platz. Im Vergleich mit Europa und Zentralasien ist sie Schlusslicht. Am deutlichsten zeigt sich das Missverhältnis zwischen den Geschlechtern in der Politik. Es gibt 26 Ministerämter, nur eines hat eine Frau inne, die Familienministerin Fatma Şahin. 86 Prozent der Parlamentarier sind Männer. Von landesweit über 2.900 Bürgermeistern sind 26 weiblich.

Der Grad der Emanzipation in der Türkei misst sich nicht an besseren Gesetzen. Auch nicht an der Zahl der Miniröcke oder der abgelegten Kopftücher. Er wird sich daran messen lassen, ob eine gesellschaftliche Kultur entsteht, in der Gleichberechtigung ein Wert ist. Und vielleicht auch an der Anzahl der Teller, die türkische Jungs in Zukunft abspülen werden.

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Leserkommentare
  1. Die Türkei ist ein Vielvölkerstaat mit ethnischen Türken, Kurden, Arabern, Tscherkessen, Georgierne, Türkmenen, Azerbaidschanern, Pomaken, Gagausen, Tataren, Armenieren, Griechen, Juden, ...
    Und jede dieser Gesellschaften pflegt einen anderen Umgang mit Ihren Frauen.

    Laut Amnesty International müssen die Frauen am meisten unter der archaischen Gesellschaftsform der Kurden leiden.

    Wieso berichtet man nich etwas differenzierter über die Türkei und die Menschen, die dort leben ???

    21 Leserempfehlungen
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    Bosniaken, Albaner, Mazedonier, Bulgaren, ...

    einen anderen Umgang mit ihren Frauen.

    Das haben Sie super formuliert und auf den Punkt gebracht, das ist der gedankliche Kern des Übels. Die Gesellschaft, das sind die Männer, die entscheiden, auf welche Weise sie die Frauen beherrschen. Und die Frauen dürfen also abwarten, wie mit ihnen umgegangen wird, was sie dürfen, oder ob Vergewaltigungen eine ganz normale Umgangsform, eine Straftat oder doch eher ehrloses Verhalten seitens des Opfers ist.

  2. 2. ......

    Bosniaken, Albaner, Mazedonier, Bulgaren, ...

    2 Leserempfehlungen
    • oxfrog
    • 26. Januar 2013 19:07 Uhr

    Es mag ja sein das es Frauen in der BRD erst seit 35 Jahren erlaubt ist ohne Einwilligung des Mannes einer Arbeit nachzugehen. Für die DDR galt dies allerdings nicht, dort waren Frauen um einiges freier.

    12 Leserempfehlungen
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    @oxfrog: Bitte um differenzierte Betrachtung des Begriffes "frei".
    Mag sein, dass Frauen in der DDR unabhängiger von Männern waren. Einen DDR-Bürger/DDR-Bürgerin als frei zu bezeichnen finde ich allerdings doch etwas unpassend.

    • spigg
    • 26. Januar 2013 19:56 Uhr

    Wieso schreien immer alle ganz laut nach Differenzierung, wenn es um Türken oder den Islam im Allgemeinen geht, wenn dann aber an anderer Stelle (Kriminalitätsstatistik, Schulerfolg etc.) nach verschiedenen Gruppen differenziert wird, wo die Ergebnisse für manche weniger schmeichelhaft sind, wird aber nur ein "nicht hilfreich" eingeworfen?

    18 Leserempfehlungen
    • msc35
    • 26. Januar 2013 20:01 Uhr

    Die bisherigen Kommentare stellen korrekt dar, dass in der deutschen Presse fragwürdig differenziert wird. Die Kurden sind eben nur im Kontext von Menschenrechtsverstößen "Kurden". Dabei werden den kurdischen Frauen elementare menschenrechte durch jahrhundertealte Sitten und Gebräuche beschnitten (sog. töre). Nicht umsonst ist in den Kurdengebieten die Selbstmordrate unter den Frauen deutlich höher (am höchsten in der Provinz Batman). Allerdings ist auch korrekt, dass Frauen in den restlichen Landesteilen ebenfalls eine Menge erdulden müssen. Aber ehrlich gesagt, Sie verdienen kein Mitleid. Denn diese Frauen sind es - wie auch im Artikel korrekt erwähnt wird - die diese Männer großziehen. Daher muss sich einiges ändern in der Erziehung der Jungen. Dies kann man nicht dem Militär überlassen (früher konnten Männer faktisch nicht vor Absolvierung ihres Militärdienstes heiraten, da sie nicht als echte Männer galten!).
    Eine kleine Anmerkung noch; kocum heisst nicht mein Steinbock (türkisch: oglak), sondern mein Widder.

    4 Leserempfehlungen
  3. Das wäre sicher eine gute Aktionen für die Damen von Femen, aber die machen lieber Aktionen in Deutschland, wo Frauen jegliche Rechte ohnehin schon zugestanden worden sind.
    Tourempfehlung: Türkei - Iran - Saudi-Arabien und Ägypten.
    Da kann man sich für die Frauenrecht abrackern, als gegen freiwillige Gewerbe auf die Straße zu gehen.

    4 Leserempfehlungen
  4. Ähnlich wie im Fall Indien versucht die femenistische Bewegung insbesondere in Europa alles über einen Kamm zu scherren und glaubt damit den dortigen Frauen helfen zu können. Ich führe an dieser Stelle mal die - vielleicht auch provakante- These auf, dass in vielen Ländern außerhalb Europas auch in Zukunft nicht alle Frauen mit Miniröcken oder ähnlich freizügigen Klamotten durch die Gegend laufen werden. In diesen Ländern gibt es keine großen Incentives für die Männer, Frauen mehr Freiheiten zu erlauben. In vielen Ländern, wo Frauenrechte eingeschränkt sind, herrscht starkes Bevölkerungswachstum. Die Folge ist, dass die Männer in einer solche Situation um Arbeitsplätze konkurrieren und kein Platz für Frauen da ist. Hinzu kommen viele enthnische und kulturelle Besonderheiten. In Indien wurde noch vor 15 Jahren, das Tragen der Jeans als Verdrängung indischer Traditionen angesehen durch westliche Wertevorstellungen. In vielen Fällen geht die Angst um, dass mit mehr Frauenrechten die eigene Kultur verdrängt wird, da für viele kaum möglich ist zwischen der Ausprägung von Frauenrechten und der westlichen Lebensweise zu differenzieren. D.h. für die dortigen Frauen, dass sie unabhängig von der westlichen Art und Weise, wie Frauen leben, ihren eigenen Weg gehen müssen. Sie müssen dabei einen schmallen Grad gehen, der aber zum Erfolg führen kann. Eine Gleichberechtigung, die auch die Männer in diesen Ländern ihres Eigens nennen können. Ein purer Export bringt hier nichts.

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    • Ki Ki
    • 28. Januar 2013 1:05 Uhr

    scheint auch 2013 noch verbreitet zu sein. Die wohl eher einfältiger Männerphantasie als Fakten entsprungene Unterstellung, der Feminismus kämpfte für Miniröckchen und ähnlicher freizügiger Kleidung scheint dies zu bestätigen.

    Dabei ging es seit Olympe de Gouges und ihrer Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin 1791 um Gleichberechtigung von Mann und Frau, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Dass konservative Frauenverachter den Untergang der gesamten jeweiligen Kultur an die Wand malten und malen, falls Frauen gleiche Rechte genießen, ist auch nicht neu, Frauenverachtung und Patriarchat mögen in den Kulturen durch jeweils herrschende Traditionen, Regeln und Normen der jeweiligen Religion begründet werden, das Prinzip, Frauen aufgrund ihres Geschlechts als minderwertig zu betrachten und ihnen deshalb Menschenrechte zu verweigern, ist dasselbe.

    Dass heute in Indien Frauen und Männer gegen Frauenverachtung protestieren und auch in der Türkei wie in anderen Ländern Frauen ihre Menschenrechte einfordern, ist ein ganz natürlicher Entwicklungsprozess, den wir alle unterstützen sollten.

  5. Ist eine Stadt die von Türkei-Kurden (Amed) gennant wird.
    Der Bürgermeister ist Osman Baydemir Mitglied der Kurdischen Partei BDP die unter der Befehlsgewalt der Terroristischen PKK steht.
    Diese Partei wurde mit ca. 80% der stimmen gewählt.
    Das zu der politischen Landschaft dieser Stadt .
    In der Stadt leben fast ausschließlich Kurden .
    Die Familienverhältnisse dort sind so , das die dortigen Männer mehrere frauen haben und Kinder im Durchschnitt 8 bis 10 .
    Mädchen zählt mann dort als Kapital , weil der Bräutigam für das Mädchen eine sehr hohe Summe bezahlen muss.
    Deswegen werden dort im Kindesalter verkauft und vom Erwachsenen Ehemann sehr oft misshandelt.
    Aber die Kultur kleine Mädchen für Geld zu verheiraten ist ausschließlich bei den Kurden .
    Deswegen sollte es hier auch beim Namen gennant werden.

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