VW Passat Alltrack BMT 2.0Ein Auto wie ein Babysitter

Ilka Piepgras fährt im VW Passat Alltrack BMT 2.0 von Berlin ins Sternberger Seenland. von 

VW Passat Alltrack BMT 2.0

Der VW Passat Alltrack BMT 2.0  |  © Volkswagen

Ein Auto soll mich von A nach B bringen, mehr erwarte ich nicht von ihm. Dass es mit diesem hier, dem Passat Alltrack BMT 2.0, möglicherweise emotionaler zugehen würde, zeigte sich auf der Autobahn kurz hinter Berlin. Ich war noch nicht lange unterwegs, eine halbe Stunde vielleicht, als plötzlich ein Gong ertönte und auf dem Display des Armaturenbretts eine dampfende Kaffeetasse erschien. Ich las: »Müdigkeit erkannt. Machen Sie eine Pause!« Stimmt, dachte ich. Deshalb bin ich ja unterwegs nach Mecklenburg ins Sternberger Seenland. Um mal ein paar Tage auszuschlafen und auf langen Spaziergängen einen klaren Kopf zu bekommen. Musste ein kluges Auto sein, das aus meinem Fahrverhalten die richtigen Schlüsse zog.

Wie gut es das Auto tatsächlich mit mir meinte, merkte ich im Laufe der folgenden Tage. Kaum begann es leicht zu regnen, setzten sich die Scheibenwischer von selbst in Gang. Gab es irgendwo eine unerwartete Geschwindigkeitsbegrenzung, wurde ich im Display freundlich daran erinnert. Befand sich im toten Winkel ein anderes Auto, warnte mich ein gelbes Licht am Außenspiegel vor möglichen Überholmanövern. Der Passat betreute mich mit der Umsicht eines Babysitters. Ich fühlte mich behütet.

Anzeige

Einmal setzte mich das Auto für eine Wanderung im Radebachtal ab. Gedankenverloren lief ich schnurgerade Waldwege entlang, die gelegentlich andere Wege kreuzten und alle gleich aussahen. Es roch nach feuchtem Holz, und die scheinbar endlosen Wege zogen mich magisch immer tiefer in den herrlichen Buchenwald hinein.

Von A nach B
Alle Folgen der Serie "Von A nach B" aus dem ZEITmagazin

Alle Folgen der Serie "Von A nach B" aus dem ZEITmagazin  |  © .marqs/Photocase

Anfangs folgte ich noch irgendeiner gelb-weißen Markierung, doch nach einer Weile verlor ich die Orientierung und irrte planlos umher. Ich fluchte und schrie, aber niemand antwortete. Nicht mal eine Scheibe Brot hatte ich dabei, die ich wie Hänsel und Gretel hätte zerbröckeln können, um eine Spur zu legen. Auch die Navigationshilfe meines iPhones konnte nicht helfen, denn es gab kein Netz.

Ich stapfte planlos umher, stundenlang. Als es bereits zu dämmern begann, schimmerte etwas in der Ferne. Es war der Passat, am Waldrand geparkt, und einen Moment lang sah es so aus, als breitete er die Arme aus und käme mir entgegen.

Technische Daten:

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 103 kW (140 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 10,2 s
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
CO2-Emission: 135 g/km
Durchschnittsverbrauch: 5,2 Liter
Basispreis: 34.750 Euro

Ilka Piepgras ist Redakteurin beim ZEITmagazin

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • pekka
    • 25. Januar 2013 18:48 Uhr

    auch praktisch ist der Spurhalteassistent in Verbindung mit dem Abstandshalter und dem Tempomaten… problematisch wird es nur, wenn die Kurven zu eng werden, dann meckert das Auto. Aber sonst kann man schön entspannt Zeitunglesen^Wfahren!

  1. Erst das Negative:
    Zeit schreibt "Durchschnittsverbrauch". Es ist nicht ein Durschschnittsverbrauch von 5,2 Liter, sondern ein Normmessverbrauch, ermittelt auf einem laborartigen Messstand. Ein Durchschnittsverbrauch liegt lt. Spritmonitor zwischen 7 bis 8 Liter:
    http://www.spritmonitor.d...

    Wenn von Durchschnittsverbrauch gesprochen wird, ruft es nur Frustrationen beim Kunden in der Realität hervor.

    Permanentes Allrad kostet allerdings bis zu 1 Liter Mehrverbrauch (Eigenschätzung) und als Stadtbewohner wird es häufig nicht gebraucht. Anders als BMW und MERCEDES hat VW ja bereits einen für bestimmte Wetterlagen einen günstigeren Vorderradantrieb.

    Nun das Positive:
    Der PASSAT ist das klassische Kombiauto mit einem großen Fankreis. Die ALLTRACK-Version mit höheren Bodenfreiheit und Allradeinsatz vermittelt etwas SUV-Feeling und mehr Sicherheit auch in Matsch & Schnee. Straßen werden zudem bei der Haushaltslage nicht besser, sondern schlechter.

    Die vielen kleinen Helferlein sind sicher diskutabel, tragen aber zu mehr Sicherheit und eine stärkere Individualisierung bei.

    ...und eine GPS-Finderhilfe zum Auto kann sicher per APP in moderne Handys eingestellt werden. Diese Funktion funktioniert zudem auch ohne Mobilfunknetzanbindung.

    Es bleibt dann nur die Frage, ob noch ein Keks im Rucksack und etwas Kaffee in der Thermoskanne vorhanden ist.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Serie Von A nach B
  • Schlagworte Auto | Autobahn | Brot | Buchenwald | Holz | Redakteur
Service