Bundestagswahl Wir haben verstandenSeite 3/3
Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und nun Niedersachsen. Wenn parallel zur Bundestagswahl im Herbst auch noch Hessen an Rot-Grün fällt, wäre die Union, außer in Bayern, in keinem westdeutschen Flächenland mehr an der Macht. Das korrespondiert mit der personellen Auszehrung, die mit dem Machtverlust einherging: 1998, als Rot-Grün gewann, stand in den Ländern die Nach-Kohl-Generation in den Startlöchern. Kein halbes Jahr dauerte es damals, bis Roland Koch Hessen eroberte und die Mehrheit im Bundesrat kippte. Die Länder sind weg, die starken Männer auch: Koch, Wulff, Müller, von Beust, Mappus, Oettinger. Nun ist mit McAllister einer der letzten Hoffnungsträger der jüngeren Generation abgewählt.
Macht nichts, trösten sich viele in der CDU. Dann gibt es eben wieder eine Große Koalition. In Niedersachsen hat die Linke es nicht in den Landtag geschafft. Im Bundestag wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit vertreten sein. Auch wenn sie an der Fünfprozenthürde scheitert, kommt sie in den Bundestag, wenn sie im Osten Deutschlands drei Direktmandate erringt, dort ist sie Volkspartei.
Die nächste Große Koalition wäre allerdings eine, die sich von der letzten in einem wichtigen Punkt unterscheiden würde: Rot-Grün hat seit Sonntag eine Mehrheit im Bundesrat, die SPD wäre also in einer weitaus stärkeren Lage als beim letzten Mal.
Das Angstdatum der CDU ist der Juni 2005. Damals stürzte die CDU in wenigen Monaten aus der Höhe der Umfragen in die Beinahe-Niederlage ab. 2009 schaffte sie Schwarz-Gelb – wieder mit einem Ergebnis, das weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Für die CDU gilt jetzt wirklich: Es kommt auf die Kanzlerin an. Und auf die Frage: Kann Angela Merkel im Herbst ihre Popularität in Stimmen verwandeln? Es wäre das erste Mal.
- Datum 24.01.2013 - 07:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.1.2013 Nr. 05
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