"Das wahre Ausmaß des Debakels muss jetzt auf den Tisch"
ZEIT: Da bei Ihnen jetzt keine großen Passagiermaschinen starten, ist doch sicher nicht viel los auf Ihrem Flugplatz.
Knoll: Also, langweilig wird uns nicht. Wir haben 12.000 Starts und Landungen pro Jahr, und wir müssen die Anlagen in Schuss halten. Außerdem fanden bei uns auch schon große Veranstaltungen statt...
ZEIT: ... wie seit 2007 das Treffen des Chaos Computer Clubs. Was hat ein Zeltlager von Computerhackern auf einem Flugplatz zu suchen?
Knoll: Die Veranstalter brauchten sehr viel Platz, den haben wir in Finow. Inzwischen findet dieses Treffen aber auf einem Gelände neben unserem Flughafen statt.
ZEIT: Was würden Sie den Flughafenbauern in der Hauptstadt in der jetzigen Situation raten?
Knoll: Sie müssen endlich mit den richtigen Leuten zusammenarbeiten und dürfen keine Zeit mehr verlieren. Das wahre Ausmaß des Debakels muss jetzt auf den Tisch.
ZEIT: Sie wollen also, dass der Flughafen zu Ende gebaut wird?
Knoll: Soll man ihn denn wieder komplett abreißen? Das wäre sinnlos. Und auch für unseren Flughafen hat der BER letztlich etwas Gutes. Dort sind die kleineren Luftfahrtunternehmen und Privatflugzeuge nicht gewollt, weil alle Kapazitäten für große Passagiermaschinen gebraucht werden. Vielleicht kommen dann Privatjets und andere Flugzeuge zu uns. Wir spüren da jetzt schon ein starkes Interesse.
- Datum 29.01.2013 - 07:40 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.1.2013 Nr. 05
- Kommentare 12
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ob man das nun liest oder nicht ... ?!
Was spricht eigentlich dagegen, den drohenden Kapazitätsengpässe der existierenden Berliner Flughäfen jetzt noch mit einer Verlagerung der Billigflieger nach Finow zu begegnen?
Klar, die Landebahn ist teilweise mit Solarzellen überbaut (oder ist der Teil darunter sogar zerstört?), aber der Betreiber dieser ist doch insolvent, oder? Da sollte sich doch was bzgl. Verlagerung und Reaktivierung der Landebahn machen lassen.
gekommen wäre.
die Ursache liegt im politischen System und da mit bei den Fähigkeiten der Politiker. Auch in Finow hätten sie sich Lehrer, Theologen, Juristen, Sozialarbeiter und sonstige Laien als "Volksvertreter" massiv eingemischt um ihrer Karriere Vorschub zu leisten. Zweifellos eine Unterstellung, aber das ist nun mal die weit verbreitete Erwartungshaltung in der Bevölkerung.
Ein paar Sachen wären anders gekommen. Z.B. würden wir
heute in der Zeit ein Interview mit dem Flughafenchef
von Schönefeld lesen. Und seit Jahren würden sich alle
Bürger aufregen, wieso die Politik so blöd war und nicht
in Schönefeld gebaut hat :-)
Ein paar Sachen wären anders gekommen. Z.B. würden wir
heute in der Zeit ein Interview mit dem Flughafenchef
von Schönefeld lesen. Und seit Jahren würden sich alle
Bürger aufregen, wieso die Politik so blöd war und nicht
in Schönefeld gebaut hat :-)
Wer sich die Landkarte oder Google Earth zur Lage des ehemaligen deutschen Fliegerhorstes und späteren sowjetischen Militärflugplatzes ansieht, der kommt schnell darauf, dass diese Lage für einen zivilen Großflughafen völlig ungeeignet ist. Herr Knoll verschweigt nur, dass sich etwa 25 km weiter nördlich mitten im Wald ein noch 1987/88 großflächig als Ausweichplatz für das russische Shuttle Buran ausgebauter ehemaliger sowjetisch/russischer Militärflugplatz befindet. Der Flugplatz Templin/Groß-Dölln wurde aber leider durch die Herren Manfred Stolpe und Matthias Platzeck, seinerzeit Minister für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung, als Flugplatz unbenutzbar gemacht durch die Festlegung der Schorfheide als Naturschutzgebiet. Man schaue sich dort nur einmal die umgebende Landschaft an, wo ist dort die nächste größere Ansiedlung?
ist so nicht richtig.
Das BR S.-C. ist kein bloßes Naturschutzgebiet, sondern hat den UNESCO-Schutzstatus als Biosphärenreservat (mit dem Weltkulturerbe Grumsiner Forst).
Es wurde im September 1990 von der letzten DDR-Regierung im Rahmen des Nationalparkprogramms eingerichtet. Weder Manfred Stolpe noch Matthias Platzeck waren da im Amt.
Also, dann zoomen Sie mal bitte raus bei Google Maps.
Dann werden Sie sehen, dass die Deutsch-Polnische Grenze
näher an Berlin ist als Templin.
Wenn man weiter rauszoomt kommt es einem schon so vor,
als läge das genau zwischen Berlin und der Ostsee.
Also, klar. Wir können ja auch von Leipzig oder von Poznan
fliegen...
Nein, also wenn alle Flughäfen sonst dicht gemacht werden,
dann kann man doch nicht den Berliner Flughafen so weit
entfernt bauen. Berlin-Alexanderplatz nach Templin ist
doppelt so weit wie Berlin-Alexanderplatz nach Eberswalde.
Da kann man auch nicht mehr mit einer "schnellen Bahnstrecke" argumentieren - vor allem, wenn ich mir den Berliner Nahverkehr von heute morgen vor Augen halte...
ist so nicht richtig.
Das BR S.-C. ist kein bloßes Naturschutzgebiet, sondern hat den UNESCO-Schutzstatus als Biosphärenreservat (mit dem Weltkulturerbe Grumsiner Forst).
Es wurde im September 1990 von der letzten DDR-Regierung im Rahmen des Nationalparkprogramms eingerichtet. Weder Manfred Stolpe noch Matthias Platzeck waren da im Amt.
Also, dann zoomen Sie mal bitte raus bei Google Maps.
Dann werden Sie sehen, dass die Deutsch-Polnische Grenze
näher an Berlin ist als Templin.
Wenn man weiter rauszoomt kommt es einem schon so vor,
als läge das genau zwischen Berlin und der Ostsee.
Also, klar. Wir können ja auch von Leipzig oder von Poznan
fliegen...
Nein, also wenn alle Flughäfen sonst dicht gemacht werden,
dann kann man doch nicht den Berliner Flughafen so weit
entfernt bauen. Berlin-Alexanderplatz nach Templin ist
doppelt so weit wie Berlin-Alexanderplatz nach Eberswalde.
Da kann man auch nicht mehr mit einer "schnellen Bahnstrecke" argumentieren - vor allem, wenn ich mir den Berliner Nahverkehr von heute morgen vor Augen halte...
Also, sicher habe ich nicht die Kompetenzen wie Herr Knoll,
aber ich stelle es mir einfach mal vor. Nationale Flüge landen in Finow. Geschäftsleute landen in Finow und müssen dann noch 60 km ins Stadtzentrum fahren. Oder Nationale Flüge, deren Passagiere dann weiter ins Ausland fliegen wollen (was ja das "Drehkreuz" so ausmacht).
Die müssen dann vom einen Gate zum nächsten 100 km fahren...
Wie soll das funktionieren?
Ich habe selbst eine Privatpilotenlizenz und bin schon das ein oder andere mal in Finow gelandet. Von Strausberg aus brauche ich gute 10 min. Luftlinie dort hin. Von Schönefeld aus wären es dann wohl eher 20 min. Und mit dem Zug... ich kann nur schätzen, aber das würde lange dauern.
Und noch was - wieso sollte man in Finow einen Zweitflughafen bauen, wenn man noch zwei in Berlin selbst hat (Tegel/Tempelhof). Also, soooo dicke ham was ja hier in Berlin dann auch nicht.
Und, ob die Eberswalder Bewohner bei Nachtflügen so still gehalten hätten, wage ich zu bezweifeln. Ich habe kein Problem mit Nachflugverboten - ich kann es mir dann doch noch leisten, nach Frankfurt zu fliegen um von dort
aus dann in alle Welt zu gelangen. Dann bleibt Berlin halt ein Dorf...
ist so nicht richtig.
Das BR S.-C. ist kein bloßes Naturschutzgebiet, sondern hat den UNESCO-Schutzstatus als Biosphärenreservat (mit dem Weltkulturerbe Grumsiner Forst).
Es wurde im September 1990 von der letzten DDR-Regierung im Rahmen des Nationalparkprogramms eingerichtet. Weder Manfred Stolpe noch Matthias Platzeck waren da im Amt.
Also, dann zoomen Sie mal bitte raus bei Google Maps.
Dann werden Sie sehen, dass die Deutsch-Polnische Grenze
näher an Berlin ist als Templin.
Wenn man weiter rauszoomt kommt es einem schon so vor,
als läge das genau zwischen Berlin und der Ostsee.
Also, klar. Wir können ja auch von Leipzig oder von Poznan
fliegen...
Nein, also wenn alle Flughäfen sonst dicht gemacht werden,
dann kann man doch nicht den Berliner Flughafen so weit
entfernt bauen. Berlin-Alexanderplatz nach Templin ist
doppelt so weit wie Berlin-Alexanderplatz nach Eberswalde.
Da kann man auch nicht mehr mit einer "schnellen Bahnstrecke" argumentieren - vor allem, wenn ich mir den Berliner Nahverkehr von heute morgen vor Augen halte...
unter 1 Stunde Fahrt mit dem ICE Sprinter von Berlin Hauptbahnhof, so sehr viel schneller geht es von/nach BER auch nicht, der Airport-Express braucht ne halbe Stunde.
Den Berliner Nahverkehr kann man mit Fernverkehr nun wirklich nicht vergleichen.
unter 1 Stunde Fahrt mit dem ICE Sprinter von Berlin Hauptbahnhof, so sehr viel schneller geht es von/nach BER auch nicht, der Airport-Express braucht ne halbe Stunde.
Den Berliner Nahverkehr kann man mit Fernverkehr nun wirklich nicht vergleichen.
Der gute Herr Flughafendirektor hat keine scheinbar keine Ahnung von den Anforderungen an ein Drehkreuz. Gut, dass niemand 25 Millionen in dieses Provinzstartfeld investiert hat.
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