1. Es gibt keine Helden. Nicht einen. Jeder in dieser Serie ist zutiefst gestört.

  2. Der US-Präsident kommt kein einziges Mal vor. Er hat noch nicht einmal einen Namen. Sich einen US-Präsidenten auszudenken, halten die Macher nach David Palmer aus 24 und Jed Bartlet aus West Wing richtigerweise für überflüssig.

  3. Barack Obama ist ein großer Fan von Homeland.

  4. Diese Serie ist nicht lustig. Kein Stück. Es fehlt das, was der Bayerische Rundfunk einmal bei einem Polizeiruf vermisst hat, weshalb die Ausstrahlung auf 22 Uhr angesetzt wurde: die Lachinseln. Das Fehlen jeglicher Lachinseln kann im Fernsehen nur begrüßt werden.

  5. Claire Danes? Spielte die nicht mal irgendwann in den neunziger Jahren neben Leonardo DiCaprio in Romeo und Julia? Und hat man nicht danach nie wieder was von ihr gehört? Wo hat die denn die ganze Zeit gesteckt? Oder anders: Wer hatte denn die Idee, der die Hauptrolle der CIA-Agentin Carrie Mathison zu geben? Und zeigt ihr Spiel nicht, dass sie viel zu lange weg war?

  6. Dabei war sie während des Drehs zur zweiten Staffel auch noch schwanger, und sie muss ziemlich viel rennen und brüllen. Der Babybauch wurde später retuschiert.

  7. Claire Danes bringt uns auf die Idee, ihre tolle Serie My So-Called Life von 1994 mal wieder zu gucken. Sie spielt darin die Hauptrolle, einen schlauen, melancholischen Teenager.

  8. Man kann so tun, als müsste man lange darüber nachdenken, warum dieser undurchsichtige Nicholas Brody so sexy ist: gebrochener Held, neuer Typus Mann und so weiter. Aber ganz ehrlich: Er redet nicht viel, ist nett zu Kindern und kann gut schießen. Traummann.

  9. Die Macher von Homeland waren auch verantwortlich für die Serie 24, und die war von 2001 bis 2010 die beste Fernsehserie. Und obwohl es auch da um Terror und das, was er den USA antut, ging, war sie ganz anders und passte damit aber in die Zeit. Und das wiederum ist ein Beweis, dass auch Fernsehserien, wenn sie gut sein wollen, immer das Abbild einer Zeitströmung sein müssen. Und das ist nebenbei auch der Grund, warum Mad Men in Wahrheit so grauenhaft war und ist und bleibt.

10. Ach, es gibt so viele kleine Szenen, die einen vor dem Fernseher fassungslos zurücklassen. Eine darf man erzählen: Als Saul Berenson, der Vorgesetzte von Carrie, herausfindet, dass sie unerlaubt Nicholas Brody ausspioniert, bietet sie ihm, ihrem loyalen Mentor, für sein Schweigen Sex an. Verzweifelter, hilfloser, verstörter hat man so etwas im Fernsehen noch nie gesehen.