NachhaltigkeitIch muss mein Leben ändern
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Tempelhofer Feld: Gemüsebeete überall

Wie soll ich dieses Geld zusammenbekommen? Ich sehe mich als Rentnerin mit meinen ebenso armen Freunden in einer Landkommune hausen, wo wir uns selbst versorgen. Eine Vorstellung, die vielleicht gar nicht so absurd ist. Kultursoziologen sprechen seit Langem von der Rückkehr der Nutzgärten: Sie seien für Arbeitslose und Senioren sinnvoll, weil die damit einen Teil ihrer Lebensmittel selbst herstellen und ihre Zeit sinnvoll verbringen können. Stadtgartenprojekte, auch urban gardening oder guerilla gardening genannt, gibt es mittlerweile in allen deutschen Großstädten.

Das bringt doch alles nichts, sagen die Freunde. Die Politik – da müsste sich was ändern

Ich verabrede mich mit Elisabeth Meyer-Renschhausen, die an der FU Berlin lehrt und Spezialistin ist für Stadtgärten. Wir treffen uns auf dem Tempelhofer Feld, einer riesigen Grünfläche mitten in der Stadt, hier starteten und landeten früher Flugzeuge. Heute fahren die Berliner Fahrrad auf der Landebahn und pflanzen nebendran Gemüse an. Eigentlich ein sehr schönes Bild für die Wandlung, die auch ich anstrebe – allerdings sind die Flugzeuge nicht weg: Sie starten und landen nur woanders.

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Die Mitglieder im Stadtgartenprojekts Allmende-Kontor haben ihre eigenen kleinen Beete, die meisten teilen sich eins. Für einige der Beete passt der Ausdruck guerilla gardening recht gut, sie sehen aus wie nach einem Nahkampf, den der Gärtner gegen das junge Gemüse verloren hat. »Eigentlich muss man sich alle zwei Tage um das Beet kümmern«, sagt Elisabeth Meyer-Renschhausen. Mir wird schnell klar, dass ein Nutzgarten für eine berufstätige Mutter von bald zwei Kindern nur sinnvoll ist, wenn sie alle anderen Freizeitaktivitäten sofort einstellt. Aus mir wird also so schnell keine Teilzeitgärtnerin, aber immerhin ziehen wir bald in eine Wohnung um, zu der auch ein Hausgarten mit Gemüsebeeten gehört. Dort kann ich üben für meine Zukunft als Selbstversorgerin.

Eines ist bislang zu kurz gekommen bei meinem Ethik-Experiment: die Frage, wie viel ich von meinem Geld an Leute gebe, die es dringender brauchen als ich. Man denkt ja immer, die Reichen sollen spenden. Nur, ab wann ist man reich? Wenn ich auf mein Bankkonto sehe, finde ich: Ich bin es nicht! Andererseits, wie schnell gebe ich Geld aus für ein Paar Stiefel, das mir gefällt, das ich aber eigentlich gar nicht brauche?

Seitdem ich ein Kind habe, bin ich ohnehin viel sensibler geworden. Das führt unter anderem dazu, dass ich mir die Fernsehnachrichten seltener anschaue; Umweltkatastrophen und Kriege finden statt, ohne dass ich die Bilder verfolge. Innerhalb weniger Monate nach der Geburt meiner Tochter bin ich Mitglied bei Amnesty International geworden, habe die Patenschaft für einen Schüler in Kenia übernommen und für Missbrauchsopfer und illegale Flüchtlinge gespendet. Es gibt mir ein gutes Gefühl, den OK-Knopf bei der Online-Überweisung zu drücken – ein Moment der Zufriedenheit.

Dann besuche ich Verwandte in Kairo (ich reise beruflich dorthin und beschließe, um mein Gewissen zu beruhigen, den Flug nicht auf mein persönliches CO₂-Konto anzurechnen). Mein ägyptischer Cousin, ein gläubiger Christ, fragt, ob ich eigentlich auch das Prinzip des Zehnten praktiziere, also zehn Prozent meines Einkommens an Bedürftige spende. Leider nicht, muss ich ihm antworten. Meine bisherigen Spenden kommen mir im Vergleich dazu mickrig vor, also gebe ich im darauffolgenden Monat zehn Prozent von meinem Einkommen an Verwandte in Kairo, die das Geld dringend brauchen. In den Monaten danach will ich jeweils spontan entscheiden, an wen das Geld gehen soll – auch wenn diese Summe global gesehen natürlich ein Witz ist.

Das ist übrigens das Hauptargument von Bekannten gegen meinen Selbstversuch: Das bringe doch alles gar nichts, solange sich im Großen nichts ändere. Die Politik, die Industrie, da müsste doch was passieren. Aber das stimmt nicht, unser Lebensstil ist das Problem. Ein Kollege schrieb neulich, die Klimaerwärmung sei ohnehin nicht mehr zu stoppen, die Katastrophe unausweichlich. Aber auch wenn es sinnlos erscheint, zumindest kann ich in 30 Jahren sagen: Ich habe versucht, etwas zu tun.

Wenn ich nun nach fast einem Jahr Bilanz ziehe – was hat sich in meinem Leben verändert? Am deutlichsten mein Konsumverhalten. Es gibt sogar in Berlin nur wenige Läden, in denen ich für mich selbst noch Kleidung kaufen kann. Aber wenn man die Hürde, die man sich gesetzt hat, erst mal genommen hat, dann ist es ganz einfach: Ich bringe es nicht mehr fertig, mir noch billige T-Shirts zu kaufen, in denen »made in Bangladesh« steht. Stattdessen kaufe ich lieber ein T-Shirt für 20 Euro von den armed angels, einem Label für fair und nachhaltig produzierte Mode.

Das Jahr ist noch nicht um, da kommt etwas zu früh unser zweites Kind. Zu früh, um alles vorzubereiten für ökologisch einwandfreie Babypflege. Die ersten Tage verbringen wir in einer Art glücklichem Trancezustand, die großen Probleme der Welt sind weit weg. Und so wickeln wir doch wieder mit Wegwerfwindeln. Tüte um Tüte bringen wir zum Müllcontainer. Jetzt, nach meinem Selbstversuch, geht es auch um meine Ehre: Also hole ich ein paar Mullwindeln aus dem Schrank, die wir ohnehin zu Hause haben, und kaufe Windelhosen. Auf YouTube lerne ich, wie man den Stoff richtig faltet – eine komplizierte Technik, die mich an eine Origami-Übung erinnert. Es ist eigenartig, aber so etwas Banales wie die Umstellung auf Stoffwindeln empfand ich als die größte Schwierigkeit im letzten Jahr, weil es meinen Alltag betrifft und meine Bequemlichkeit herausfordert.

Vor ein paar Tagen sah ich ein Plakat an einer Litfaßsäule, ein Einkaufswagen mit Engelsflügeln war darauf, Werbung für eine Messe für nachhaltigen Konsum. Sie nennt sich »Heldenmarkt« – Weltverbesserer loben sich gerne selbst. Ich frage mich, ob Konsum überhaupt nachhaltig sein kann. Eines weiß ich nach dem letzten Jahr aber gewiss: Helden sind wir noch lange nicht.

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Leserkommentare
  1. Sollen wir jetzt mit so subtilen Artikeln darauf vorbereitet werden, dass "das CO2-Konto" demnächst Pflicht wird? So wie Rauchverbot, Fleischessen und Kinderbuchkontrolle?

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    Fleischessen und Alkoholtrinken wird natürlich auch reglementiert, nicht dass da was falsch ankommt.

    Zitat: "Sollen wir jetzt mit so subtilen Artikeln darauf vorbereitet werden, dass "das CO2-Konto" demnächst Pflicht wird? ..."

    Komisch, genau so ähnlich habe ich auch am Ende des Artikels gedacht, als noch die Geschichte vom Zehnten an Bedürftige spenden kam.
    Das ganze kommt einem fast vor, als sollten irgendwelche Pilotprojekte gestartet werden, welche die Umerziehungsmethoden von Diktaturen auf Demokratie erproben (vor kurzem war schon mal irgendwo so ein Artikel über CO2-Konto).

    Und ob die Windel jetzt 300 Jahre zum verrotten braucht ist doch egal, wenn diese verbrannt wird.
    Es wäre vermutlich am hilfreichesten, dem Kind die Windel so früh wie möglich abzugewöhnen, dann freut sich nicht nur die Umwelt, sondern auch der Kindergarten...

    Ich glaube eher, die Autorin möchte verdeutlichen, dass jeder persönlich dazu beiträgt, welche Erde wir unseren Kindern überlassen. Die Einsicht dazu kann man nicht erzwingen, da muss sich jeder selber fragen.

    Die Klimaforscher haben die CO2-Grenze zwar im Auftrag der Bundesregierung ermittelt, aber keine Angst, verpflichtend wird das noch lange nicht. Wir können schon froh sein, wenn sie den Bericht nicht in der Versenkung verschwinden lässt, wie seinerzeit Reagan den "Global 2000"-Bericht.

    Die Politik das CO2-Ziel wirklich erreichen wollte, gäbe es eine viel wirksame Methode, als Vorschriften für den persönlichen Bereich, Verbrauchssteuern oder den komplizierten Handel mit Emissionsrechten. Das wäre etwa die Rationierung der fossilen Brennstoffe. Keine Angst, keine politische Partei will das, es wird nur viel über das CO2 geschwätzt.

    Die Politik tut nur das, was ihre Wähler wollen. Die Gefahr des CO2-Anstiegs haben die meisten erkannt, deshalb wünschen die meisten eine Begrenzung. Aber "Wollen" bedeutet im Gegensatz zum Wünschen, auch bereit zu sein, die Konsequenzen der Begrenzung auf sich zu nehmen. Möglich wäre sie schon. An diesem Wählerwillen fehlt es, deshalb tut die Politik nichts. Kein Politiker kann sich zu solcher Führungsstärke aufschwingen, denn es wäre das Ende der Demokratie.

    Ihre Reaktion bestätigt das. Sie könnten einen solchen persönlichen Bericht so wie die allermeisten ignorieren. Sie könnten sich auch zu den Klimawandel-Leugnern gesellen oder den fast religiösen Glauben an eine Erlösung durch neue Erkenntnisse der Wissenschaft hegen. Annabel Wahba will bestimmt niemandem etwas tun. Aber dass Sie darin einen subtilen Angriff spüren, ist ein gutes Zeichen

  2. Fleischessen und Alkoholtrinken wird natürlich auch reglementiert, nicht dass da was falsch ankommt.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "CO2-Konto"
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    Wer verantwortlich lebt, wird seinen Fleischkonsum auf jeden Fall reduzieren und sehen, dass er Fleisch von Bauernhöfen kauft, auf welchen Tiere wirklich artgerecht gehalten werden. Wer sich nämlich einmal auseinander setzt mit unserer Fleischindustrie, wird eines Tages feststellen, dass unser Fleischkonsum nicht nur erheblich zur Umweltverschmutzung beiträgt sondern zudem auch nachhaltig die Kleinbauern beispielsweise in Afrika schädigt. Die billigen Fleischreste, die wir nicht essen würden, werden exportiert und dort auf den Märkten billiger verkauft, als ein Kleinbauer seine Hühner aufziehen kann.

    Ich erwarte von keinem Menschen, dass er meinem Beispiel folgt. Jahrzehntelang vegetarisch ernährt, mittlerweile vegan – und das, was ich koche und backe schmeckt sehr gut! Ich halte mich auch nicht für einen besseren Menschen, als andere es sind. Aber wenn ich so etwas lese, denke ich immer, dass da jemand Angst hat, dass ihm die Billigschnitzel oder Burger vom Teller genommen werden. Billigfleisch, vollgepumpt mit Antibiotika. Denken Sie doch wenigstens mal darüber nach, ob es immer Fleisch und Wurst sein müssen. Es gibt so viele schmackhafte Lebensmittel, die einfach so in oder auf der Erde wachsen.

  3. Was sollen solche tendenziellen Tatarenmeldungen? Hierzulande werden Pampers wie anderer Müll wohl kaum noch deponiert, sondern in MVA verbrannt oder in MHKW thermisch nutzbar gemacht (Fernwärme) ...

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    Denken Sie doch mal darüber nach, mit welchem Aufwand Wegwerfwindeln hergestellt werden (wie auch alle anderen einmal-benutzen-und-dann-wegwerfen-Artikel):

    Holz für die Zellstoffgewinnung (in vielen Fällen nach wie vor aus Urwäldern!),
    Wasserverbrauch bei der Zellstoffgewinnung und in der Chemieindustrie,
    Erdöl für die chemischen Bestandteile, wie Superabsorber, Folien, Vliese, Kleber, Farben…
    Erdöl für Gleit- und Trennmittel, Schmierstoffe und sonstige Hilfsstoffe für die Produktion,
    Erdöl und fossile Brennstoffe für Treibstoffe für Herstellung und Transport,
    Erdöl und fossile Brennstoffe für Heizenergie in allen Produktionsstufen,
    Aufwand insgesamt für den Transport, um…
    die Rohstoffe zu den Grundstoffproduzenten,
    die Grundstoffe zu den Halberzeugnisherstellern,
    die Halberzeugnisse zur Endproduktion und die fertigen Wegwerfwindeln dann
    vom Hersteller zum Großhandel,
    vom Großhandel zum Einzelhandel,
    vom Einzelhandel zum Endverbraucher und
    von diesem dann noch zur Entsorgung
    zu bringen…!

    Und diesen ganzen Aufwand damit das Baby EINMAL in die Windel macht und die Windel dann weggeworfen wird!

    Davon ab auch noch der längere Gebrauch von Windeln (»Wegwerfwindel ca. 2–3,5 Jahre, 1,5–2,5 Jahre in Stoffwindeln. )
    und die Chemie, orthopädische Aspekte, Überhitzung (Temperatur ca. 1–3 °C höher als bei Stoffwindeln-->Fruchtbarkeit), Feuchtigkeit (Wärme+Plastik->Pilzinfektionen)

    [@ 3. Mycroft S. Holmes]

    ... dürfte kaum funktionieren, weil volle Windeln per definitionem vor allem aus Wasser bestehen :( Da gibt es thermisch nicht viel zu nutzen. Ich fürchte, dass man da noch mehr Energie reinstecken muss, um die per Verbrennung wieder los zu werden.

  4. Dieser Rubrikentitel lässt mich wieder mal Mark Twain zitieren:
    "Gut sein ist vornehm. Aber anderen beibringen, wie man gut ist, ist noch vornehmer - und strengt weniger an."

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  5. 5. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/jk

    8 Leserempfehlungen
  6. Ich finde den Artikel und das Bemühen der Autorin super.
    Wer da was von Gutmenschentun stänkert und mit Kartoffelsäcken in Ruhe gelassen werden will (by the way, es gibt super schicke Öko-Klamotten - und auch Second Hand ist umweltfreundlich), soll sich mal fragen, welche Erde er/sie unseren Nachfahren mal überlassen will.
    Welche Müllberge zB die Plastikwindeln von nur einem Kind produzieren (die "thermische Verwertung" ist umwelttechnisch ein Witz).
    Wieviel Schuld mensch auf sich lädt mit einem T-Shirt, das in Asien unter unmenschlichen Bedingungen genäht wurde, mit Pestiziden beim Baumwollanbau, Gift beim Färben und Todesfeuer in den Fabiken.
    Wieviel Tierleid mensch verschuldet mit seinem Bestehen auf Fleischkonsum und Billigschnitzel.
    Wieviel Regenwald vernichtet wird, nur weil mensch hierzulande billiges Tierfleisch, Milch und Eier haben will, für die mehr als 3/4 der weltweiten Anbaufläche zur Futtermittelerzeugung genutzt werden müssen.
    Für wieviel Gülle im Boden, Wasserverbrauch, Ressourenverschwendung und Klimaschäden mensch mit seinem Konsum verantwortlich ist.
    Wen das alles nicht kümmert, der hat kein Hirn. Oder kein Herz. Oder keins von beiden.

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    Ich hab kein Auto, produziere sehr wenig Müll und hab mich schon um Biosachen gekümmert, als die Autorin des Artikels selbst noch in die Windeln gemacht hat. Aber ich bin bis heute nicht auf die Idee gekommen, mit deshalb für einen guten Menschen zu halten. Ich denke aber auch nicht dran, mich bei jedem einzelnen Schritt, den ich tue, in Schuldgefühlen zu wälzen. Und über IHR Hirn möchte ich jetzt gar nicht spekulieren.

    Ja, um als "Gutmensch" diffamiert zu werden, reicht es offensichtlich jetzt schon, bei sich selbst anzufangen und als guten Beispiel zu dienen. Zu Bremsen, wenn ein Kind über die Straße läuft ist das eigentlich noch erlaubt? Oder tun das auch nur "Gutmenschen"?

    • P229
    • 26. Januar 2013 23:38 Uhr

    Sie führen viele Beispiele für die Umweltunverträglichkeit des Menschen an.
    Einzige Lösung: Menschen abschaffen

    fyi:
    http://www.zeit.de/digita...
    Das Problem hat einen Namen:
    Kapitalismus:
    Und jeder Fortschritt der kapitalistischen Landwirtschaft ist nicht nur ein Fortschritt in der Kunst, den Arbeiter, sondern zugleich in der Kunst, den Boden zu berauben, jeder Fortschritt in Steigerung seiner Fruchtbarkeit für eine gegebene Zeitfrist zugleich ein Fortschritt im Ruin der dauernden Quellen dieser Fruchtbarkeit. ...

    Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter. K. Marx, Kapital I

    Vom Standpunkt einer höheren ökonomischen Gesellschaftsformation wird das Privateigentum einzelner Individuen am Erdball ganz so unmöglich erscheinen wie das Privateigentum eines Menschen an einem anderen Menschen. Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen, sind nicht Eigentümer der Erde. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, und haben sie als gute Familienväter den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen. K. Marx, Kapital II

    Das betrifft auch andere Bereiche. Wenn man davon berichtet daß man vegan lebt u. das nicht als Einschränkung empfindet kommen auch gleich Kommentare von Leuten die ihre Gewissensbisse mit dämlichen Aussagen verdrängen wollen.
    Vor allem kommen sie dann immer gleich ins Jämmerliche u. klagen "alles würde reglementiert, Zigaretten, Alkohol" u. was weiß ich.
    Diese armseligen Jammerlappen sollten sich mal klarmachen wieviele Mio Menschen sich fragen müssen woher sie Essen bekommen u. ob sie morgen noch leben.
    Ansonsten ist man was Konsum betrifft mit folgendem link auf gutem Weg, man sollte aber jede Firma genauer ansehen.
    http://www.cobajo.de/

  7. Ich hab kein Auto, produziere sehr wenig Müll und hab mich schon um Biosachen gekümmert, als die Autorin des Artikels selbst noch in die Windeln gemacht hat. Aber ich bin bis heute nicht auf die Idee gekommen, mit deshalb für einen guten Menschen zu halten. Ich denke aber auch nicht dran, mich bei jedem einzelnen Schritt, den ich tue, in Schuldgefühlen zu wälzen. Und über IHR Hirn möchte ich jetzt gar nicht spekulieren.

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    Antwort auf "Gute Beispiele nerven?"
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    Sie reagiere nun ja, leicht genervt bis aggressiv auf den Kommentar von Kariane, indem sie das Fazit zieht: "Wen das alles nicht kümmert, der hat kein Hirn. Oder kein Herz. Oder keins von beiden."

    Offenbar kümmern Sie sich ja schon seit Jahren um die Problematik, haben Ihren Lebensstil entsprechend angepaßt...da versteh' ich ehrlich gesagt nicht, wieso Sie sich überhaupt angsprochen fühlen. Und wenn die Zeit-Autorin jetzt erst auf den Trichter kommt und ddarüber schreiben möchte...wen stört's? Lassen sie die jungen Leute doch ihre Gedanken und Erfahrungen machen...
    Es geht auch nicht um Schuldgefühle, sondern darum, die Konsequenzen seines Tuns zu beachten...wollen Sie nicht? Können Sie nicht? Machen Sie sowieso?
    "Das Geheimnis des außerordentlichen Menschen ist in den meisten Fällen nichts als Konsequenz."

    Buddha

    • Salagne
    • 28. Januar 2013 11:28 Uhr

    Erstens finde ich ihren Ton nicht gerade angebracht und zweitens machen sie es sich zu einfach

    Kein Auto zu besitzen, wenig Müll zu produzieren und Biosachen zu kaufen ist zwar löblich, aber trotzdem besteht auch hier noch nachholbedraf.

    Wenn man bedenkt, das der Durchschnittsdeutsche rund 12 tonnen CO2 im Jahr emmitiert und der Weltweite Durschnitt bei 2,5 Tonnen liegen muss um die Klimaerwärmung einzudemmen, glaube ich nciht das es damit getan ist.
    Selbst ich als relativ mitteloser Student komme mit sehr wenig Fleischkonsum, ohne Auto und generell wenig materiellem Konsum etc auf knapp unter 10 Tonnen.

    Und glauben sie mir, ich weiß von was ich spreche, denn ich studiere Umweltmanagement und mich mit solchen Themen zu beschäftigen, ist sozusagen mein täglich Brot.

    Wir haben also alle noch ein gewaltiges Stück Arbeit vor uns und müssen zwangsläufig auf einiges an materiellem "Wohlstand" verzichten.

    • sauce
    • 25. Januar 2013 10:38 Uhr

    Wenn man nicht einkauft um das Wirtschaftswachstum zu stärken sondern weil man gerne mal andere Klamotten haben möchte - gerne so so schadstoffarm und nachhaltig wie möglich - dann empfehle ich Second Hand! Da gibts doch grade in Berlin eine reiche Auswahl an wirklich guten Läden. ebay oder Kleiderkreisel sind auch gute Quellen - natürlich nicht für Unterwäsche ;) . Als meine Kinder klein waren, habe ich viel lieber auf Flohmärkten für sie eingekauft - die Sachen waren mehrfach gewaschen und ganz sicher schadstoffärmer als Neuware. Ich habe da auch ziemlich oft sehr hochwertige Sachen für kleines Geld bekommen. Auch für mich kaufe ich lieber hochwertige gebrauchte Sachen als minderwertige Neuware (mein Budget reicht leider nicht für teuer/neu) - außerdem hat man bei Seond Hand keine unangenehmen Überraschungen nach dem ersten waschen

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