40 Jahre "Lonely Planet" Wir sind nie mehr allein
Vor 40 Jahren erschien der erste Band des alternativen Reiseführers Lonely Planet. Gibt es heute noch Geheimtipps? Ein Gespräch mit Verlagsgründer Tony Wheeler und Sebastian Heinzel vom Reiseportal Tripwolf
- Datum: 02.02.2013 - 13:16 Uhr
© Jörg Brüggemann/Ostkreuz

Eine Backpackerin am Trapez über dem Nam-Song-Fluss in Vang Vieng.
DIE ZEIT: Mr. Wheeler, in Ihrem allerersten, vor 40 Jahren erschienenen Reiseführer Across Asia on the Cheap erwähnen Sie die three Ks, die damals kaum ein Tourist, aber so gut wie jeder Traveller besuchte. Herr Heinzel, wissen Sie, was die drei K sind?
Sebastian Heinzel: Nein, keine Ahnung.
Tony Wheeler: Tja, die spielen auch längst nicht mehr dieselbe Rolle wie damals. Das Buch handelte vom sogenannten Hippie Trail, der Überlandroute nach Südostasien. Meine Frau Maureen und ich waren 1972 sechs Monate lang über die Türkei, den Iran, über Afghanistan, Indien und Thailand bis nach Australien gereist – wie eine Menge Aussteiger auf Zeit vor uns. Ein paar Orte auf dieser Route besuchte so gut wie jeder, die gehörten gewissermaßen zum Kanon, namentlich die drei K: Kabul, Kathmandu und Kuta Beach auf Bali. Dort gab es Cafés oder Restaurants, wo sich alle sehen ließen, die auf dem Hippie Trail unterwegs waren, zum Beispiel Sigi’s in Kabul, ein Restaurant, das ein Deutscher aufgemacht hatte. Da gingen alle Schnitzel essen.
ZEIT: Kabul verschwand Ende der siebziger Jahre von der Traveller-Liste...
Wheeler: ...wurde aber bald durch ein neues K ersetzt: Khaosan Road in Bangkok. Die galt bei unserem ersten Besuch noch nicht viel. Damals übernachteten Traveller meist im zehnstöckigen Malaysia, einem Hotel, das lange Zeit vor allem GIs für ihren Urlaub vom Vietnamkrieg gebucht hatten. Der Krieg ging aber seinem Ende zu. Die Hotelbetreiber suchten eine neue Klientel – und entdeckten die Rucksackreisenden. Die zahlten zwar weniger, brauchten aber auch kein Einzelzimmer. Das neue Geschäftsmodell funktionierte – bis alle weiterzogen zur Khaosan Road.
ZEIT: Waren Sie selbst damals ohne Reiseführer unterwegs?
Wheeler: Es gab noch keine Reiseführer mit praktischen Informationen für Leute wie uns, die lange Zeit mit wenig Geld weitab vom Schuss unterwegs sein wollten. Wir reisten mit Tipps aus einer kuriosen Loseblattsammlung namens Bit Guide. Das waren hektografierte und zusammengeheftete Informationen, die aus Briefen von Travellern stammten und von einer Londoner Underground-Selbsthilfeorganisation vertrieben wurden. Wir hatten ja selbst auch nicht vor, einen Reiseführer zu schreiben. Bis wir dachten, wir könnten mit so einer Veröffentlichung vielleicht unsere eigene Reiselust finanzieren.
ZEIT: Sie, Herr Heinzel, hatten anfangs einen ähnlichen Plan, nicht wahr?
Heinzel: Ja, aber ich dachte gleich an eine Art Blog, obwohl es so etwas eigentlich noch gar nicht gab. Das war 1996, ich war 18 Jahre alt und wollte mit drei Freunden von Istanbul aus einmal rund ums Mittelmeer reisen. Wir mussten unseren Plan leider bereits an der libyschen Grenze aufgeben, weil wir, naiv, wie wir waren, nicht die obligatorische arabische Übersetzung unserer Pässe dabei hatten.
ZEIT: Wenn Sie rechtzeitig einen ordentlichen Reiseführer gelesen hätten...
Heinzel: Wir waren sehr jung und hatten nur Reiseführer aus den Regalen unserer Eltern dabei, mit vielen bunten Bildern von römischen Ruinen, aber ohne praktische Informationen. Die mussten wir jeweils mühevoll vor Ort zusammensuchen. Wir wussten gar nicht, dass es andere Reiseführer gab – bis schwedische Backpacker uns ihren englischen Let’s Go- Guide zeigten. Das war wie eine Offenbarung: Hey, so was gibt’s also auch! Nach unserer Rückkehr planten wir, zahlungskräftige Sponsoren für ein Internetreisetagebuch zu finden, einfach um weiter unterwegs sein zu können. Daraus wurde allerdings nichts. 1997 steckte das Internet noch in den Kinderschuhen. Ich hatte gerade erst eine eigene E-Mail-Adresse bekommen.
ZEIT: Viele Daten suchen sich Reisende heute im Internet. Mit praktischen Informationen können Reiseführer kaum noch punkten.
Wheeler: Das stimmt. Ich war kürzlich auf dem Karakorum Highway zwischen Pakistan und China unterwegs. Der Lonely-Planet-Band über den Highway ist drei Jahre alt. Eine Neuauflage ist nicht in Sicht. Kaum jemand reist nach Pakistan, also bleibt der Verlag auf den Büchern sitzen. Vor zwei Jahren hat ein Erdrutsch den Highway über mehrere Kilometer unpassierbar gemacht. Darüber muss man sich tatsächlich online informieren.
Heinzel: Ich erinnere mich an einen Schlüsselmoment, der auch zur Gründung unseres Reiseportals Tripwolf beitrug. Ende 2004 musste ich als Journalist Hals über Kopf nach Kiew, um über die Orangene Revolution zu berichten. Vor dem Abflug lief ich in einen Buchladen, kaufte den Lonely Planet über die Ukraine, riss mir, um Gewicht zu sparen, die Seiten über Kiew einfach raus und machte mich auf den Weg. Das Material war hilfreich, aber manche Hotels waren inzwischen geschlossen, einige Telefonnummern galten nicht mehr. Und ich dachte: Nun sind wir schon im Wikipedia-Zeitalter – warum muss ich 20 Euro für ein Buch bezahlen, das ich erst auseinanderreiße, um dann noch festzustellen, dass es bereits veraltet ist?
Wheeler: Klar, im Internet kann man jederzeit alles Nötige aktualisieren. Aber es muss eben auch gemacht werden. Und meine Erfahrung ist: Im Internet steht eine Menge veraltetes Zeug, um dessen Aktualisierung sich niemand kümmert. Außerdem mögen Sie noch so viele verstreute Informationen finden, die Ihnen irgendwie behilflich sind – einen ordentlichen Reiseführer haben Sie damit noch längst nicht ersetzt. Das Kiew-Kapitel des aktuellen Lonely-Planet-Bandes über die Ukraine könnten Sie inzwischen übrigens auch separat als E-Book-PDF herunterladen.
ZEIT: Ursprünglich hatte der Lonely Planet eine klare Zielgruppe: die alternative Traveller-Szene, die vom Geist der Hippiebewegung durchdrungen war. Diese Bewegung gehört der Vergangenheit an. Bedauern Sie das?
Wheeler: Ich bedauere etwas anderes. Damals sagten sich viele junge Leute einfach: Ich schmeiß meinen Job hin und reise für eine Weile. Die waren sich sicher, dass sie nach ihrer Rückkehr schnell wieder Arbeit finden würden. Heute sind viele zu Recht besorgt, dass sie nach einer solchen Auszeit womöglich gar keinen Job mehr kriegen. Früher haben sich haufenweise Leute nach der Uni auf den Weg gemacht. Inzwischen stehen viele nach dem Examen mit derart hohen Schulden da, dass sie sich gar keine längere Reise mehr leisten können.
Heinzel: Andererseits sind Fernreisen deutlich günstiger geworden, vor allem durch die Billigflieger. Viel mehr Menschen kommen viel weiter herum. Und was Studenten angeht: Das Erasmus-Programm sorgt sehr früh für eine Menge internationaler Kontakte. Ich habe während meines Erasmus-Jahrs in Spanien Leute aus ganz Europa kennengelernt. In den meisten europäischen Hauptstädten brauche ich keinen Reiseführer mehr, da habe ich Freunde. Und wenn ich weiter weg fliege, geben mir Freunde eine Menge Tipps. Zu Ostern war ich das erste Mal auf Bali – zehn Leute aus meinem Bekanntenkreis waren schon vor mir da. Diese erhöhte Mobilität, gekoppelt mit Angeboten wie Facebook, Twitter, Tripwolf oder auch Couchsurfing, machen es einem heute sehr leicht, die passenden Orte, Leute oder Kontakte zu finden.
ZEIT: Um ordentlich zu funktionieren, ist ein Portal wie Tripwolf, das dem Nutzer Informationen von zahlreichen Reisenden zur Verfügung stellen will, auf viele Freiwillige angewiesen. Wie baut man so eine Onlinegemeinde auf?
Heinzel: Wir haben angefangen mit der Haltung: Wer auch immer kann was auch immer posten. Das wurde irgendwann zu chaotisch. Über manche Reiseziele gab es eine Menge Stoff, über andere so gut wie nichts. Die User wussten nicht, was sie von uns erwarten durften. Also haben wir für manche Orte Autoren bezahlt, um eine Art Grundversorgung an Informationen sicherzustellen. Wir mussten dem Leere-Disco-Effekt vorbeugen. In einer leeren Disco tanzt niemand, also muss man etwas liefern, was die Leute animiert, selbst etwas zu liefern. Jetzt arbeiten wir mit einer Mischform. Wir organisieren viele Texte selbst, mithilfe von 60 Bloggern. Aber das Ranking der Sehenswürdigkeiten besorgt zum Beispiel die Community über den »Like«-Button.
ZEIT: Gibt es eigentlich noch Geheimtipps? Von Lonely-Planet-Büchern haben viele Leser lange Zeit alternative Insider-Informationen erwartet. Aber schon in Alex Garlands Roman Der Strand stand ja 1996 der Satz: Once it’s in Lonely Planet, it’s all downhill from there. Jeder Geheimtipp, der im Lonely Planet steht, hört auf, Geheimtipp zu sein. Wobei Garland zugleich die krankhafte Suche nach unberührten Flecken kritisierte.
Heinzel: Lonely Planet hat eine lange Zeit Neuland betreten. Aber irgendwann hat der Erfolg der Marke ihren Ruf beschädigt. Wer in Ecuador eine Bar besucht, die der Lonely Planet als besonders authentisch lobt, kann an einen Ort geraten, an dem jeder Tisch von Lonely-Planet-Lesern besetzt ist.
Wheeler: Natürlich frage ich mich auf Reisen oft: Tragen Reiseführerautoren wie wir Mitschuld daran, dass sich manche Orte so stark verändert haben? Als wir zum ersten Mal in Thailand waren, kamen jährlich 100.000 Touristen ins Land. Heute sind es etwa acht Millionen. Damals war Thailand noch ein Agrarstaat, jetzt ist es der größte Autohersteller Südostasiens. Der Tourismus ist gewaltig gewachsen – aber alles andere eben auch. Wenn man fragt, was der Tourismus aus dem Land gemacht hat, muss man zugleich fragen: Was hat die industrielle Entwicklung aus dem Land gemacht?
ZEIT: Inwieweit haben sich parallel zu dieser Entwicklung die Erwartungen von Lesern oder Nutzern gegenüber Reiseführern oder Reiseinformationen geändert?
Heinzel: Es geht heute weniger um die Eroberung eines unbekannten Territoriums – eher darum, innerhalb eines bestimmten Territoriums das zu finden, was den eigenen Wünschen entgegenkommt. Entsprechend werden weniger Standardtouren und mehr Special-Interest-Reisen gebucht. Bali-Besucher wollen kaum mehr die Insel entdecken, sondern kommen zum Surfen, machen einen Yogaurlaub oder haben einen Kochkurs gebucht. Man müsste im Grunde eine lange Reihe Extra-Nischen-Reiseführer herausbringen. Das lohnt sich aber wirtschaftlich kaum, zumal in einem Markt, dessen Trends und Angebote oft wechseln. Dafür sind Blogs gut. Bei Tripwolf legen wir viel Wert auf die Empfehlungen von Freunden – das können Autoren der Community sein oder Facebook-Freunde, die ebenfalls bei Tripwolf aktiv sind. Deren Tipps sind einem natürlich besonders wichtig. In jedem Guide, den Sie sich über Tripwolf herunterladen, gibt es dann ein Extrakapitel mit solchen Freundesempfehlungen.
Wheeler: Leser sind heutzutage daran gewöhnt, alle möglichen Informationen sofort verfügbar zu haben. Früher konnten wir schreiben: Züge gehen um 10, 12 und 15 Uhr. Inzwischen wollen alle wissen, wie viele Plätze an welchem Tag in welcher Klasse noch frei sind. Für manche Fragen sind gedruckte Führer tatsächlich nicht das richtige Medium. Da muss man zur App greifen. Hierher zum Interview bin ich mit einem Citybike gekommen. Die App hat mir gesagt, wo eins steht und wo ich es am besten parke.
ZEIT: Mit all den Apps, spezialisierten Websites und billigen Flugtickets leben wir doch eigentlich in einem goldenen Reisezeitalter. Oder liegt das längst hinter uns, weil man sich nirgendwo mehr als Pionier fühlen kann?
Wheeler: Ach was. Es ist doch blöd, zu sagen: Ich war da, als es noch wirklich gut war; jetzt ist es nicht mehr gut! Viele einzigartige Reisebücher stammen aus den dreißiger Jahren. In den siebziger Jahren sah alles wieder ganz anders aus. Wenn ich selbst meine ersten Reiseeindrücke mit neueren vergleiche, würde ich auch oft sagen: Der erste Eindruck war der beste. Aber Leute, die heute zu reisen anfangen, haben den Vergleich nicht. Die finden’s heute gut. Und so soll es sein. »Genau jetzt!« ist immer noch die beste Reisezeit.
Heinzel: Als ich ein Kind war, wohnte zwei Etagen über uns der berühmte österreichische Weltreisende Herbert Tichy, der in den dreißiger und vierziger Jahren unter anderem lange in Indien, Tibet und China lebte. Mit meinem Vater konnte ich ihn manchmal besuchen. Überall lagen Reisebücher und Karten herum, mein Vater bewunderte ihn sehr. Das färbte auf mich ab. Solche Entdeckertypen romantisiere ich bis heute. Vor drei Jahren lud ich das Tripwolf-Team zu einem Abenteuerreisen-Event in die britische Royal Geographic Society ein. Da erzählte der Brite Ed Stafford von einem Fußmarsch über zwei Jahre entlang des gesamten Laufs des Amazonas. Stafford hatte auch so eine Aura wie damals Tichy.
Wheeler: Ich wurde mal gefragt, welcher historische Reisende ich gerne gewesen wäre, und sagte: Joseph Banks! Der begleitete Captain Cook im 18. Jahrhundert als Naturforscher auf dessen erster Weltumsegelung. Er sah viele Dinge, die zuvor nie ein Europäer gesehen hatte, seine Berichte waren frisch und aufregend. Es muss wie eine Begegnung der dritten Art gewesen sein, völlig unerhört und neu. Diesen Moment in der Geschichte des Reisens hätte ich gern miterlebt.
- Lonely Planet
Der Brite Tony Wheeler (66) gründete 1973 mit seiner Frau Maureen den Verlag Lonely Planet. In den achtziger und neunziger Jahren entwickelte sich Lonely Planet zum Marktführer unter den alternativen Reisebuchverlagen. Seit 2011 gehört das Unternehmen zu BBC Worldwide – die Wheelers erlösten mit dem Verkauf angeblich mehr als 100 Millionen Pfund.
Lonely Planet hat mehr als 500 Bücher in neun Sprachen veröffentlicht und zuletzt vor allem digitale Formate und die Webpräsenz weiterentwickelt. Tony Wheeler führt auf der Website www.lonelyplanet.com einen eigenen Blog.- Tripwolf
Der Österreicher Sebastian Heinzel, geboren 1977, gründete das Onlineportal Tripwolf im Jahr 2008 mit Unterstützung des Verlagshauses MairDumont. Bis heute ist er Geschäftsführer des »Social Travel Guide«.
Über die Website und verschiedene kostenlose Apps hat der Nutzer Zugang zu mehr als 700 Guides, die Informationen aus Print-Reiseführern kombinieren mit Tipps der Tripwolf-Community und Texten assoziierter Blogger. Die Website www.tripwolf.com wird in fünf Sprachen angeboten und enthält Hinweise zu mehr als 50.000 Orten.
ZEIT: Neben Apps, die Orientierungshilfe leisten, gibt es inzwischen auch Apps, die einen dazu anstiften, sich absichtlich zu verlaufen. Muss man neu lernen, verloren zu gehen und den Entdecker in sich wachzurufen?
Heinzel: Mag sein. Ich habe es jedenfalls früher sehr genossen, dass niemand wusste, wo ich steckte – mitunter nicht einmal ich selbst. Einmal verließ ich Guatemala mit einem Boot Richtung Belize und hatte keine Ahnung, wo der Kapitän mich eigentlich absetzen würde. Das war wunderbar. Ich empfand ein großes Freiheitsgefühl.
Wheeler: Eine der einfachsten Übungen, um dem Trubel zu entkommen, ist es, diejenigen Ecken eines Landes anzusteuern, die am weitesten vom nächsten Flughafen entfernt sind. In der Nähe von Flughäfen ist immer viel los. 100 Kilometer weiter sieht es schon anders aus. Und wenn man erst mal 1000 Kilometer vom nächsten Flughafen entfernt ist... Vor zehn Jahren war ich in Westtibet. Da brauchten wir eine Woche, um zum nächstgelegenen Flughafen zu kommen. Eine Woche! Gerade wird dort ein neuer Airport gebaut. Damit verkürzt sich die Anreise von damals auf zwei Tage.
Heinzel: Ich staune immer wieder, wie schnell die Welt sich wandelt. Ich erinnere mich an einen gewaltigen Sonnenuntergang, den ich ganz allein in den Dünen der marokkanischen Sahara erlebte. Drei Jahre später kam ich zurück, um das noch einmal zu erleben. Inzwischen hatte um die Ecke ein Internetcafé aufgemacht, und mit einem Mal tauchte eine Horde SUV auf mit einer japanischen Reisegruppe und einem Beduinen, der in fließendem Japanisch draufloserklärte. Immerhin, die Sonne war noch dieselbe.
- Quelle: DIE ZEIT, 24.1.2013 Nr. 05
- Adresse: http://www.zeit.de/2013/05/Lonely-Planet-40-Jahre/komplettansicht
- Datum: 02.02.2013 - 13:16 Uhr
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- Quelle: DIE ZEIT, 24.1.2013 Nr. 05
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oben über dem Artikel spricht genau für den Verfall des Backpackertums. Irgendwo unbeobachtet die "Sau rauslassen"...
Welche Sau wird da wo raus gelassen?
Menschen die irgendwo sitzen oder etwas tun was ihnen Spaß macht, scheint nicht in Ihr Weltbild zu passen, oder?
Lassen Sie doch bitte alle Leute - Backpacker oder auch nicht - reisen und leben wie sie wollen und schlussfolgern sie keinen Unsinn aus einem Beispielbild.
Schrieben Sie, andrerae, nicht noch neulich: "Mich nerven einfach nur diese *sorry* "hingerotzten" sarkastischen und eigentlich nur Verbitterung aussagenden Kommentare, die die Foren in jeder Onlinezeitung ad absurdum führen."
Komisch... Klingt genau so...
sie haben mich erwischt ;)
Die Horden der Backpacker haben nichts mehr mit dem Sinn des Reisens, Entdeckens zu tun. Vielmehr gehts um Drogen nehmen und Paarung. Und natürlich Prahlen mit der Heldentat danach zu Hause. Traurig, aber wahr.
Ich empfehle den Artikel "das Backpacker-Pack" auf Neon.de
http://www.neon.de/artike...
Der Fotograf/In hat in genau dem richtigen Moment ausgelöst
Wahrscheinlich hatte ihm/ihr das berühmte Marilyn Monroe Pin up
vorgeschwebt.
Welche Sau wird da wo raus gelassen?
Menschen die irgendwo sitzen oder etwas tun was ihnen Spaß macht, scheint nicht in Ihr Weltbild zu passen, oder?
Lassen Sie doch bitte alle Leute - Backpacker oder auch nicht - reisen und leben wie sie wollen und schlussfolgern sie keinen Unsinn aus einem Beispielbild.
Schrieben Sie, andrerae, nicht noch neulich: "Mich nerven einfach nur diese *sorry* "hingerotzten" sarkastischen und eigentlich nur Verbitterung aussagenden Kommentare, die die Foren in jeder Onlinezeitung ad absurdum führen."
Komisch... Klingt genau so...
sie haben mich erwischt ;)
Die Horden der Backpacker haben nichts mehr mit dem Sinn des Reisens, Entdeckens zu tun. Vielmehr gehts um Drogen nehmen und Paarung. Und natürlich Prahlen mit der Heldentat danach zu Hause. Traurig, aber wahr.
Ich empfehle den Artikel "das Backpacker-Pack" auf Neon.de
http://www.neon.de/artike...
Der Fotograf/In hat in genau dem richtigen Moment ausgelöst
Wahrscheinlich hatte ihm/ihr das berühmte Marilyn Monroe Pin up
vorgeschwebt.
Welche Sau wird da wo raus gelassen?
Menschen die irgendwo sitzen oder etwas tun was ihnen Spaß macht, scheint nicht in Ihr Weltbild zu passen, oder?
Lassen Sie doch bitte alle Leute - Backpacker oder auch nicht - reisen und leben wie sie wollen und schlussfolgern sie keinen Unsinn aus einem Beispielbild.
...um auszudrücken, dass man sich in der Welt vielleicht nicht ganz so richtig auskennt oder eben Angst davor hat, diese zu entdecken.
Zum Titelfoto des Beitrages gibt und gab es tatsächlich viel Gesprächsstoff in der Backpackerszene in Südostasien (hier: Vang Vieng in Laos). Leider verweist der Autor hier nicht weiter darauf hin, was aber auch nicht seine Aufgabe war. Geht man jedoch - wie das vermutlich der Kommentator "andrerae" gemacht hat (sei es aus eigener Erfahrung [weil evtl. vor Ort gewesen] oder Recherche nach dem Bild und dessen Hintergrund) - den aktuellen Geschehnissen in der Backpackerszene bezüglich des in einer traumhaften Landschaft liegenden Ortes Vang Vieng in Nordlaos nach, stößt man unweigerlich auf die folgenden Berichte:
• Die Zeit der Sauf-Orgien in Vang Vieng ist vorbei:
http://www.welt.de/reise/...
• Der Party-Fluss des Todes
http://www.tagesanzeiger....
• Die tödliche Touristenattraktion in Laos
http://www.tagesanzeiger....
• Schluss mit lustig in Vang Vieng
http://farang-magazin.com...
Und da sieht eine Pauschalisierung mit der Einstellung "Lassen Sie doch bitte alle Leute - Backpacker oder auch nicht - reisen und leben wie sie wollen und schlussfolgern sie keinen Unsinn aus einem Beispielbild."...
...um auszudrücken, dass man sich in der Welt vielleicht nicht ganz so richtig auskennt oder eben Angst davor hat, diese zu entdecken.
Zum Titelfoto des Beitrages gibt und gab es tatsächlich viel Gesprächsstoff in der Backpackerszene in Südostasien (hier: Vang Vieng in Laos). Leider verweist der Autor hier nicht weiter darauf hin, was aber auch nicht seine Aufgabe war. Geht man jedoch - wie das vermutlich der Kommentator "andrerae" gemacht hat (sei es aus eigener Erfahrung [weil evtl. vor Ort gewesen] oder Recherche nach dem Bild und dessen Hintergrund) - den aktuellen Geschehnissen in der Backpackerszene bezüglich des in einer traumhaften Landschaft liegenden Ortes Vang Vieng in Nordlaos nach, stößt man unweigerlich auf die folgenden Berichte:
• Die Zeit der Sauf-Orgien in Vang Vieng ist vorbei:
http://www.welt.de/reise/...
• Der Party-Fluss des Todes
http://www.tagesanzeiger....
• Die tödliche Touristenattraktion in Laos
http://www.tagesanzeiger....
• Schluss mit lustig in Vang Vieng
http://farang-magazin.com...
Und da sieht eine Pauschalisierung mit der Einstellung "Lassen Sie doch bitte alle Leute - Backpacker oder auch nicht - reisen und leben wie sie wollen und schlussfolgern sie keinen Unsinn aus einem Beispielbild."...
Schrieben Sie, andrerae, nicht noch neulich: "Mich nerven einfach nur diese *sorry* "hingerotzten" sarkastischen und eigentlich nur Verbitterung aussagenden Kommentare, die die Foren in jeder Onlinezeitung ad absurdum führen."
Komisch... Klingt genau so...
Ich hatte immer den dabei:
http://www.letsgo.com/
Ganz unvergesslich war meine Rucksacktour von Istanbul bis Lombok. 1989/90. Kabul war No Go, jedoch die Alternativroute durch Beluchistan war auch "hochinteressant". Geile Zeiten waren das damals, und das mit der Jobsuche danach war wirklich easy. Und @#1: Si tacuisses...
P.S. Das mit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung in D hab ich durch asiatische Gazetten mitbekommen ;-)
sie haben mich erwischt ;)
Die Horden der Backpacker haben nichts mehr mit dem Sinn des Reisens, Entdeckens zu tun. Vielmehr gehts um Drogen nehmen und Paarung. Und natürlich Prahlen mit der Heldentat danach zu Hause. Traurig, aber wahr.
Ich empfehle den Artikel "das Backpacker-Pack" auf Neon.de
http://www.neon.de/artike...
Der Fotograf/In hat in genau dem richtigen Moment ausgelöst
Wahrscheinlich hatte ihm/ihr das berühmte Marilyn Monroe Pin up
vorgeschwebt.
...um auszudrücken, dass man sich in der Welt vielleicht nicht ganz so richtig auskennt oder eben Angst davor hat, diese zu entdecken.
Zum Titelfoto des Beitrages gibt und gab es tatsächlich viel Gesprächsstoff in der Backpackerszene in Südostasien (hier: Vang Vieng in Laos). Leider verweist der Autor hier nicht weiter darauf hin, was aber auch nicht seine Aufgabe war. Geht man jedoch - wie das vermutlich der Kommentator "andrerae" gemacht hat (sei es aus eigener Erfahrung [weil evtl. vor Ort gewesen] oder Recherche nach dem Bild und dessen Hintergrund) - den aktuellen Geschehnissen in der Backpackerszene bezüglich des in einer traumhaften Landschaft liegenden Ortes Vang Vieng in Nordlaos nach, stößt man unweigerlich auf die folgenden Berichte:
• Die Zeit der Sauf-Orgien in Vang Vieng ist vorbei:
http://www.welt.de/reise/...
• Der Party-Fluss des Todes
http://www.tagesanzeiger....
• Die tödliche Touristenattraktion in Laos
http://www.tagesanzeiger....
• Schluss mit lustig in Vang Vieng
http://farang-magazin.com...
Und da sieht eine Pauschalisierung mit der Einstellung "Lassen Sie doch bitte alle Leute - Backpacker oder auch nicht - reisen und leben wie sie wollen und schlussfolgern sie keinen Unsinn aus einem Beispielbild."...
...wieder ganz anders aus.
Ich habe Vang Vieng als Fahrradtour-Durchreisender (von Luang Prabang nach Saigon) vor vier Jahren genaus erlebt, wie in den verlinkten Berichten beschrieben. Verroht, mit respektlosem Umgang gegenüber den Einheimischen, vom Rausch beseelt als gäbe es kein morgen, verkeimt, verdreckt, sinnentleert.
Frühmorgens habe ich nach Sonnenaufgang 6 Uhr im Ort Vang Vieng selbst und am Flussufer eine kleine Fototour gemacht und die Auswüchse dieser Art Backpackertum dokumentiert: Bei vielen Entdeckungen dort wurde selbst mir speiübel, so dass ich kurzerhand mein Fahrrad gepackt und diesen (eigentlich romantischen) Flecken Erde fluchtartig verlassen habe.
...wieder ganz anders aus.
Ich habe Vang Vieng als Fahrradtour-Durchreisender (von Luang Prabang nach Saigon) vor vier Jahren genaus erlebt, wie in den verlinkten Berichten beschrieben. Verroht, mit respektlosem Umgang gegenüber den Einheimischen, vom Rausch beseelt als gäbe es kein morgen, verkeimt, verdreckt, sinnentleert.
Frühmorgens habe ich nach Sonnenaufgang 6 Uhr im Ort Vang Vieng selbst und am Flussufer eine kleine Fototour gemacht und die Auswüchse dieser Art Backpackertum dokumentiert: Bei vielen Entdeckungen dort wurde selbst mir speiübel, so dass ich kurzerhand mein Fahrrad gepackt und diesen (eigentlich romantischen) Flecken Erde fluchtartig verlassen habe.
...wieder ganz anders aus.
Ich habe Vang Vieng als Fahrradtour-Durchreisender (von Luang Prabang nach Saigon) vor vier Jahren genaus erlebt, wie in den verlinkten Berichten beschrieben. Verroht, mit respektlosem Umgang gegenüber den Einheimischen, vom Rausch beseelt als gäbe es kein morgen, verkeimt, verdreckt, sinnentleert.
Frühmorgens habe ich nach Sonnenaufgang 6 Uhr im Ort Vang Vieng selbst und am Flussufer eine kleine Fototour gemacht und die Auswüchse dieser Art Backpackertum dokumentiert: Bei vielen Entdeckungen dort wurde selbst mir speiübel, so dass ich kurzerhand mein Fahrrad gepackt und diesen (eigentlich romantischen) Flecken Erde fluchtartig verlassen habe.
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