Alte Unsitten halten sich lange
Die Alternative? Die eine, neue außenpolitische Doktrin im Umgang mit ganzen Kontinenten gibt es ohnehin nicht mehr. Eher schon hilft eine Mischung aus Selbstbescheidung und politischer Konsequenz.
Gerade Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren ein politisches Netzwerk in Sachen ziviler Krisenprävention aufgebaut. Bloß wird das in Berlin eher wie eine dritte Reservetruppe, nicht wie die erste Mannschaft behandelt. Dabei hätte Berlin gerade jetzt eine gute Gelegenheit, mit den europäischen Partnern herauszufinden, welche schlechten außenpolitischen Angewohnheiten wackelige Länder eher weiter schwächen. Künstlich niedrige Weltmarktpreise für Landwirtschaftsprodukte, die malische Bauern in Armut halten, tragen nicht zur Stabilisierung eines ohnehin fragilen Landes bei. Gleiches gilt für den anhaltenden Rohstoffboom (Mali ist der Welt drittgrößter Goldexporteur), der die Kluft zwischen Arm und Reich verschärft und nicht verkleinert hat. Es ist auch eine Form von Staatszerrüttung, wenn Afrikas korrupte Eliten (von denen es nicht mehr ganz so viele wie früher, aber immer noch zu viele gibt) ihre Beute aus den Staatskassen ungestört auf Schweizer Bankkonten parken oder in teure Immobilien im 6. Pariser Arrondissement investieren können. François Hollande ist in Bezug auf Frankreichs Afrikapolitik längst nicht so verlogen, wie sein Vorgänger Nicolas Sarkozy oder sein sozialistischer Parteigenosse François Mitterrand es waren. Aber alte Unsitten halten sich lange – und sie gehören auch auf die bilaterale Tagesordnung zwischen Berlin und Paris, wenn Frankreich nun (mit Recht) mehr deutsche Unterstützung in Mali fordert.
Bleibt noch ein zentraler Punkt, auf den Europa nur mittelbar Einfluss nehmen kann und den die Malier selbst ungern diskutieren: Der religiöse Radikalismus ist nicht erst von Al-Kaida nach Mali getragen worden. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt einen Islam wahhabitischer Prägung zwar ab. Aber er ist im Land schon länger sichtbar dank der geduldigen Unterstützung aus Saudi-Arabien. Auch das gehört zum aktuellen afrikanischen Krisenbogen: nachhaltige religiöse Missionierung aus dem Mittleren Osten in den afrikanischen Ländern mit hohem muslimischem Bevölkerungsanteil.
Natürlich ergibt dieses Potpourri von Versäumnissen und politischen Optionen keine große Strategie, aber es würde bei der Prävention zukünftiger Krisen helfen. Auch in Mali, dessen Bevölkerung für einen Moment immerhin aufatmet, weil die Islamisten zurückgedrängt werden. Gleichzeitig muss sie sich aber auf die Gefahr von Terroranschlägen einstellen.
Ousmane Sy, der »Vater der unvollendeten Dezentralisierung«, bildete übrigens bis vor Kurzem noch junge Leute aus, die im ganzen Land mit den Bürgern diskutieren sollen, welche Leistungen, welches Verhalten sie von Staatsvertretern erwarten können, ja einfordern müssen. Certification des citoyens heißt das Projekt. Das Bürgerzeugnis für den Staat. Das muss jetzt warten. Sy ist in die Wirren der malischen Politik zurückgekehrt und leitet jetzt das Büro des Übergangspräsidenten Diancounde Traoré. Das ist der Mann, der am 10. Januar offiziell die ehemalige Kolonialmacht Frankreich um militärische Hilfe bat. Das Bürgerzeugnis für den Staat wird warten müssen.
- Datum 02.02.2013 - 09:51 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.1.2013 Nr. 05
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Der erste Artikel über Mali und Militäreinsätze in der Zeit, der sich nicht wie ein Propagandablatt liest.
Sehr erfrischend, einmal eine vielschichtigere Analyse der Gegebenheiten in Afrika und insbesondere Mali zu lesen, die nicht zu dem Schluss kommt, dass dringend deutsche Kampftruppen Probleme lösen müssen.
Vielen Dank dafür. Nachdenkende Journalisten sind mir doch allemal lieber.
Sehr erfrischend, einmal eine vielschichtigere Analyse der Gegebenheiten in Afrika und insbesondere Mali zu lesen, die nicht zu dem Schluss kommt, dass dringend deutsche Kampftruppen Probleme lösen müssen.
Vielen Dank dafür. Nachdenkende Journalisten sind mir doch allemal lieber.
die ein verstehbares Gesamtbild der Lage zeichnet.
Was Mali und seine Goldvorkommen angeht, die dem Lande kaum zugute kommen, so stelle ich mir die Frage, wer denn das Gold dort fördert. Ist es Mali selbst, das seinem Volk die Gewinne vorenthält oder sind es ausländische "Investoren", die ein Minimum an Steuern zahlen, ansonsten aber die Gewinne ins Nirvana der Steueroasen abführen?
Was im Beitrag nicht Erwähnung findet, in den kommenden Jahren möglicherweise aber auch noch Fragen aufwerfen und Europäer beschäftigen wird, ist das offenbar boomende chinesische Engagement in Afrika, bei dem es um Bodenschätze und Landwirtschaftsflächen geht, in dessen Gegenzug ein Gewinn für die afrikanischen Länder durch Infrastruktur entsteht. Allerdings fragt sich, ob das nicht ein vergleichsweise scheinbarer Gewinn ist, der das überdecken soll, was die Chinesen aus Afrika herausholen. (Auf den offenbar damit verbundenen Boom der Wilderei möchte ich jetzt gar nicht weiter eingehen.)
Der Chinese ist auch ein Imperialist. Auch er ist in erster Linie auf eigene Vorteile bedacht. Aber er macht es geschickter als der Europäer oder der Amerikaner. Denn er schließt Verträge, die wenigstens den Anschein haben für beide Seiten ein Gewinn zu sein.
Wenn jetzt ein afrikanisches Land die Wahl hat, Schürfrechte an ein chinesisches Unternehmen oder an ein französisches zu geben, wird er den Chinesen als Geschäftspartner nehmen.
Denn der verspricht, Straßen und Schulen zu bauen. Ja er macht es sogar.
China nervt uns so dermaßen, weil es keine militärische Dominanz braucht für Wirtschaftsverträge. Ausserdem hat es einfach mehr Budget für Bonbons.
Vielleicht sollten wir uns übberlegen, auch mal Schulen udn Straßen zu bauen anstatt Kasernen udn Luftstützpunkt?
Der Chinese ist auch ein Imperialist. Auch er ist in erster Linie auf eigene Vorteile bedacht. Aber er macht es geschickter als der Europäer oder der Amerikaner. Denn er schließt Verträge, die wenigstens den Anschein haben für beide Seiten ein Gewinn zu sein.
Wenn jetzt ein afrikanisches Land die Wahl hat, Schürfrechte an ein chinesisches Unternehmen oder an ein französisches zu geben, wird er den Chinesen als Geschäftspartner nehmen.
Denn der verspricht, Straßen und Schulen zu bauen. Ja er macht es sogar.
China nervt uns so dermaßen, weil es keine militärische Dominanz braucht für Wirtschaftsverträge. Ausserdem hat es einfach mehr Budget für Bonbons.
Vielleicht sollten wir uns übberlegen, auch mal Schulen udn Straßen zu bauen anstatt Kasernen udn Luftstützpunkt?
Sehr erfrischend, einmal eine vielschichtigere Analyse der Gegebenheiten in Afrika und insbesondere Mali zu lesen, die nicht zu dem Schluss kommt, dass dringend deutsche Kampftruppen Probleme lösen müssen.
Vielen Dank dafür. Nachdenkende Journalisten sind mir doch allemal lieber.
..das die Autorin die Propagandaphrase "Kampf gegen den Terrorismus" in Anführungszeichen setzt.
Ex-US-Außenministerin Clinton vor einer Woche:"Instability in Mali has created an expanding safe haven for terrorists who look to extend their influence and plot further attacks of the kind we saw just last week in Algeria."
Die "Safe Haven-Rhetorik" ist aus Afghanistan bekannt.Der dortige Krieg wurde ebenfalls aus geostrategischen (The Grand Chessboard)Interessen geführt.Die riesiegen Erdöl- und Erdgasvorkommen im Bereich des Kaspischen Meeres stehen im Fokus des Interesses.Nach Jahren des erfolglosen Krieges ist Afghanistan ein korrupter Narco Staat.Das Land ist in den Händen von Warlords und Drogenbossen bis hinein in höchste Regierungskreise.Mit den Taliban schloss Karzai 2012 eine Vereinbarung bezüglich der Sichheit des Pipeline-Baus.
Pepe Escobar sieht zu Recht Parallelen:
"So this new, brewing mega-Afghanistan in Africa will be good for French neoloconial interests,good for AFRICOM,a boost for those Jihadis Formerly Known as NATO Rebels,and certainly good for the never-ending Global War on Terror."
Auch lesenswert:Al-Qaeda in the Sahel/Jeremy Keenan explains how a Saharan front in the 'global war on terror' was fabricated (Al Jazeera)
Sichere Häfen für Terroristen? Die 9/11 Attentäter planten übrigens in Hamburg+Madrid+USA,waren im Visier diverser Geheimdienste und sollen laut NYT direkte Verbindungen zur Regierung Saudi-Arabiens gehabt haben.
Aus meiner Sicht können wir nur dann unseren Lebensstandard sicherstellen, wenn wir die komplette Südflanke Europas massiv abschotten und sicherstellen, dass der Strom von Wirtschaftsflüchtlingen vollständig gestoppt wird.
Mir ist das explosive Afrika etwas zu Nahe ....
Ist es denn erstrebenswert, unseren Lebensstandart aufrechtzuerhalten?
Falls Sie nicht Lebensstandkunst meinen: Ja, unser Standard ist hoch und wir werden ihn nicht halten, wenn wir Millionen von ungebildeten Wirtschaftsflüchtlingen aufnehmen.
Es wäre ein leichtes Spiel, mit etwas Planung und Blick in die Zukunft in viele afrikanischen Staaten als Einheimischer etwas bewirken zu können. Man möchte aber lieber in das Europa, welches im Fernseher flimmert - nur werden wir das schon bald schlicht nicht mehr verkraften.
genauso angewiesen wie umgekehrt. Kein Wunder, dass Europa immer mehr vergreist. Sie sollten sich mal mit der Wirtschaft und den Zusammenhängen beschäftigen. Wo kommt denn der Lebensstandard her???
Europa mit der Laubsäge fein säuberlich auszusägen und irgendwo in den Weiten des Pazifiks unter zu bringen? Da Ihnen ja 'das explosive Afrika etwas zu Nahe' liegt und Sie sich die Frage nach den Gründen vorsichtshalber gar nicht erst stellen?
Falls Sie sich der Festung Europa lieber spielerisch nähern möchten: http://www.frontiers-game...
Ist es denn erstrebenswert, unseren Lebensstandart aufrechtzuerhalten?
Falls Sie nicht Lebensstandkunst meinen: Ja, unser Standard ist hoch und wir werden ihn nicht halten, wenn wir Millionen von ungebildeten Wirtschaftsflüchtlingen aufnehmen.
Es wäre ein leichtes Spiel, mit etwas Planung und Blick in die Zukunft in viele afrikanischen Staaten als Einheimischer etwas bewirken zu können. Man möchte aber lieber in das Europa, welches im Fernseher flimmert - nur werden wir das schon bald schlicht nicht mehr verkraften.
genauso angewiesen wie umgekehrt. Kein Wunder, dass Europa immer mehr vergreist. Sie sollten sich mal mit der Wirtschaft und den Zusammenhängen beschäftigen. Wo kommt denn der Lebensstandard her???
Europa mit der Laubsäge fein säuberlich auszusägen und irgendwo in den Weiten des Pazifiks unter zu bringen? Da Ihnen ja 'das explosive Afrika etwas zu Nahe' liegt und Sie sich die Frage nach den Gründen vorsichtshalber gar nicht erst stellen?
Falls Sie sich der Festung Europa lieber spielerisch nähern möchten: http://www.frontiers-game...
Ein richtig guter Arikel, der auch die Strukturen der Macht in vielen afrikanischen Ländern berücksichtigt.
"Künstlich niedrige Weltmarktpreise für Landwirtschaftsprodukte, die malische Bauern in Armut halten, tragen nicht zur Stabilisierung eines ohnehin fragilen Landes bei."
Und die Heraufsetzung der Preise würde erst mal die Despoten wieder auf den Plan rufen, und schon wäre es angesichts höherer aber immer noch niedrigerer Löhne als im Westen wie mit China. Kauft nichts von denen.
Es ist also auch die Ideolgie des Westens, alles gut und richtig zu machen, die Bremse fürs Weiterkommen. Diese Unentscheidenheit nutzen die korrupten und auf eigenen Vorteil bedachten Machthaber aus.
Man mache doch aus der Entwicklungshilfe eine Entwicklungspartnerschaft. Dann kann man eher gleiche Konditionen einfordern als zwischen Gebern und Nehmern. Dann muss man natürlich die eigenen Verpflichtungen auch einhalten. Rumsitzen und warten bis das Geld kommt, geht dann nicht mehr.
Europäische Verwaltungsdekadenz hat dann keinen Erfolg mehr.
Ist es denn erstrebenswert, unseren Lebensstandart aufrechtzuerhalten?
Dann würde mich wirklich Ihre Antwort auf die Frage interessieren, auf was Sie verzichten würden samt der Begründung warum auch andere darauf verzichten sollten.
Wir können gar nicht anders, sonst bricht unser System zusammen.
Die Frage ist ja eher was ist in Afrika möglich und was verkraftet die Umwelt dort.
Indien und China geben uns vielleicht schneller eine Antwort als uns lieb ist.
Dann würde mich wirklich Ihre Antwort auf die Frage interessieren, auf was Sie verzichten würden samt der Begründung warum auch andere darauf verzichten sollten.
Wir können gar nicht anders, sonst bricht unser System zusammen.
Die Frage ist ja eher was ist in Afrika möglich und was verkraftet die Umwelt dort.
Indien und China geben uns vielleicht schneller eine Antwort als uns lieb ist.
Falls Sie nicht Lebensstandkunst meinen: Ja, unser Standard ist hoch und wir werden ihn nicht halten, wenn wir Millionen von ungebildeten Wirtschaftsflüchtlingen aufnehmen.
Es wäre ein leichtes Spiel, mit etwas Planung und Blick in die Zukunft in viele afrikanischen Staaten als Einheimischer etwas bewirken zu können. Man möchte aber lieber in das Europa, welches im Fernseher flimmert - nur werden wir das schon bald schlicht nicht mehr verkraften.
Unser Lebensstandart geht über die Grundbedürfnisse eines Menschen weit hinaus und ist nur mithilfe von Ausbeutung der dritten Welt zu bewerkstelligen.
"Es wäre ein leichtes Spiel, mit etwas Planung und Blick in die Zukunft in viele afrikanischen Staaten als Einheimischer etwas bewirken zu können."
Wie kann ein "Einheimischer" einen Blick in die Zukunft wagen, der niemals ernsthafte Bildung erfahren hat und ansonsten jeden Tag aufs neue sein eigenes Überleben sicherstellen muss?
"Es wäre ein leichtes Spiel, mit etwas Planung und Blick in die Zukunft in viele afrikanischen Staaten als Einheimischer etwas bewirken zu können."
Also sind die Flüchtlinge aus afrikanischen Staaten einfach nur zu faul, um etwas zu bewirken, was Ihrer Meinung nach doch ein "leichtes Spiel" wäre? Im Ernst? Die meisten dieser Leute setzen sich bei ihrer Flucht nach Europa einem beträchtlichen Risiko aus, aber ich nehme an, das ist einfach der angeborenen afrikanischen ... Waghalsigkeit geschuldet, eh? ;-)
Wie auch immer. Langfristig dürfte es nicht nur billiger sein, sondern auch entschieden ethischer, die Ursachen für das afrikanische Chaos beseitigen zu helfen, anstatt Symptome zu bombardieren. Ob das unseren Lebensstandard beeinträchtigt? Keine Ahnung. Das tut "Ihre" Lösung allerdings ganz sicher, zum Beispiel im Bereich der gesellschaftlichen Paranoia.
Faulheit? Keine Ahnung, der Begriff erscheint mir aber unpassend. Es ist einfach eine völlig andere Kultur, die viel stärker auf die Gegenwart(hier und jetzt) ausgerichtet ist, denn auf die Zukunft (nächste Woche).
Eine gute Freundin hat 3 Jahre in Tansania gelebt und hat von dort landesweite Reisen unternommen. Sie hat mir erzählt, dass in vielen Gebieten kein Wort für Zahlen größer als 3 existiert (1,2,3- viele) und das Planung für die nächste Woche unüblich, für das nächste Jahr im Grunde gänzlich unbekannt sind.
Eine solche Mentalität können wir in Europa nur sehr stark begrenzt tragen.
Sie haben eine Vorstellung von Afrika *kopfschüttel*
Der Artikel ist großartig, aktuell und differenziert.
Afrika wird einen ähnlichen Weg gehen, bzw. geht den bereits, wie die südamerikanischen Staaten nach der Unabhängigkeitsbewegung nach 1810. Betrachtet man diverse Prozesse und Probleme, wie z.B. die fehlende Identifikation der Bürger mit ihrem Staat, mangelnde Partizipationsmöglichkeiten, das Risiko autoritärer politischer Systeme, keine Nationen sondern eher Clans, Korruption, demographische Verjüngung und Bevölkerungsexplosion, wenn man sich all das vor Augen führt, so kommt es mir vor, wie ein historisches Déjà-Vu. Die neue Komponente ist jedoch die Gefahr der Radikalisierung durch religiöse Fanatiker, Terrorismus. Es erstaunt mich, dass sogar SaudiArabien in diesem Kontext genannt wurde.
Afrika wird für Europa noch eine zentrale Rolle spielen, als Handelspartner, Markt für Exporte und im Wirtschaftskampf mit Asien.
Und die Autorin hat völlig recht. Die Basis dafür ist auch eine historische Aufarbeitung um die Strukturen des schwazren Kontinents zu verstehen.
@No Cloud
" wenn wir Millionen von ungebildeten Wirtschaftsflüchtlingen aufnehmen."
Haben Sie den Artikel eigentlich gelesen, oder wollten Sie nur etwas schreiben? Andernfalls könnten Sie Ihre Aussage z.B. mit Fakten und Zahlen untermauern.
Unser Lebensstandart geht über die Grundbedürfnisse eines Menschen weit hinaus und ist nur mithilfe von Ausbeutung der dritten Welt zu bewerkstelligen.
"Es wäre ein leichtes Spiel, mit etwas Planung und Blick in die Zukunft in viele afrikanischen Staaten als Einheimischer etwas bewirken zu können."
Wie kann ein "Einheimischer" einen Blick in die Zukunft wagen, der niemals ernsthafte Bildung erfahren hat und ansonsten jeden Tag aufs neue sein eigenes Überleben sicherstellen muss?
"Es wäre ein leichtes Spiel, mit etwas Planung und Blick in die Zukunft in viele afrikanischen Staaten als Einheimischer etwas bewirken zu können."
Also sind die Flüchtlinge aus afrikanischen Staaten einfach nur zu faul, um etwas zu bewirken, was Ihrer Meinung nach doch ein "leichtes Spiel" wäre? Im Ernst? Die meisten dieser Leute setzen sich bei ihrer Flucht nach Europa einem beträchtlichen Risiko aus, aber ich nehme an, das ist einfach der angeborenen afrikanischen ... Waghalsigkeit geschuldet, eh? ;-)
Wie auch immer. Langfristig dürfte es nicht nur billiger sein, sondern auch entschieden ethischer, die Ursachen für das afrikanische Chaos beseitigen zu helfen, anstatt Symptome zu bombardieren. Ob das unseren Lebensstandard beeinträchtigt? Keine Ahnung. Das tut "Ihre" Lösung allerdings ganz sicher, zum Beispiel im Bereich der gesellschaftlichen Paranoia.
Faulheit? Keine Ahnung, der Begriff erscheint mir aber unpassend. Es ist einfach eine völlig andere Kultur, die viel stärker auf die Gegenwart(hier und jetzt) ausgerichtet ist, denn auf die Zukunft (nächste Woche).
Eine gute Freundin hat 3 Jahre in Tansania gelebt und hat von dort landesweite Reisen unternommen. Sie hat mir erzählt, dass in vielen Gebieten kein Wort für Zahlen größer als 3 existiert (1,2,3- viele) und das Planung für die nächste Woche unüblich, für das nächste Jahr im Grunde gänzlich unbekannt sind.
Eine solche Mentalität können wir in Europa nur sehr stark begrenzt tragen.
Sie haben eine Vorstellung von Afrika *kopfschüttel*
Der Artikel ist großartig, aktuell und differenziert.
Afrika wird einen ähnlichen Weg gehen, bzw. geht den bereits, wie die südamerikanischen Staaten nach der Unabhängigkeitsbewegung nach 1810. Betrachtet man diverse Prozesse und Probleme, wie z.B. die fehlende Identifikation der Bürger mit ihrem Staat, mangelnde Partizipationsmöglichkeiten, das Risiko autoritärer politischer Systeme, keine Nationen sondern eher Clans, Korruption, demographische Verjüngung und Bevölkerungsexplosion, wenn man sich all das vor Augen führt, so kommt es mir vor, wie ein historisches Déjà-Vu. Die neue Komponente ist jedoch die Gefahr der Radikalisierung durch religiöse Fanatiker, Terrorismus. Es erstaunt mich, dass sogar SaudiArabien in diesem Kontext genannt wurde.
Afrika wird für Europa noch eine zentrale Rolle spielen, als Handelspartner, Markt für Exporte und im Wirtschaftskampf mit Asien.
Und die Autorin hat völlig recht. Die Basis dafür ist auch eine historische Aufarbeitung um die Strukturen des schwazren Kontinents zu verstehen.
@No Cloud
" wenn wir Millionen von ungebildeten Wirtschaftsflüchtlingen aufnehmen."
Haben Sie den Artikel eigentlich gelesen, oder wollten Sie nur etwas schreiben? Andernfalls könnten Sie Ihre Aussage z.B. mit Fakten und Zahlen untermauern.
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