Islamismus : Die Köpfe des radikalen Islam
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Der Oberbeter

Im vergangenen Jahr wollte der islamische Prediger Hasem Abu Ismail Präsident Ägyptens werden, und er hatte nach den Umfragen allerbeste Chancen. Doch seine Mutter besaß neben der ägyptischen auch die US-Staatsangehörigkeit. Das war gegen das Gesetz. Ägyptens oberste Richter disqualifizierten den charismatischen Mann kurz vor der Abstimmung. Jetzt will er bei der kommenden Wahl Parlamentsabgeordneter werden. Wie gefährlich ist Hasem Abu Ismail? Seine Vision des Zusammenlebens von Muslimen und Christen lautet: Nichtmuslime sollen die gleichen Rechte haben wie Muslime, aber auch die gleichen Pflichten.

»Der Islam verpflichtet alle, rein zu sein«, sagte Ismail. Das heißt, der Christ trinkt sein Bier gefälligst zu Hause. »Alkohol in Restaurants und Bars kann der Islam nicht akzeptieren.« Keine Freiheitsrechte also jenseits der islamischen Vorschriften. Und auch keine gleichen Rechte. Koptische Christen dürften nach Ismails Meinung im islamischen Ägypten keine hohen Staatsämter bekleiden. Christliche Frauen müssten Kopftuch tragen. »Der Islam will, dass alle Menschen das Konzept des Kopftuchs ehren, und schützt so die Frauen aller Konfessionen.« Und wenn manche Frauen diesen Schutz nicht wollen? »Auch Männer müssen geschützt werden. Wir wissen, dass im Westen Vergewaltigungen und Ehebruch geschehen, weil weibliche Schönheit überall ausgestellt wird«, behauptet Hasem Abu Ismail, der beinahe Präsident geworden wäre.

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Kommentare

44 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Zweifelhaft

Was Sie anführen, ist mir durchaus bewusst. Deshalb sprach ich bisher auch explizit vom politischem Christentum bzw. Islam. Es ist eindeutig, dass der von Mohammad gestiftete Urislam in seiner Konzeption politischer war als das Urchristentum. Aber sobald man der Ansicht ist, dass das Christentum bzw. christliche Konzeptionen der Gesellschaft mit politischen Mitteln aufoktroyiert werden sollen, verlässt man die Apolitik Christi und stellt sich auf eine Stufe mit Mohammad. Spätestens seit das Christentum Staatsreligion im römischen Reich wurde ist diese Differenzierung zwischen Islam und Christentum also praktisch obsolet.
Ob die Trennung von Staat/Gesellschaft und Religion im Evangelium begründet liegt, ist zweifelhaft - man könnte sich darauf einigen, dass die Trennung von Staat und Religion kompatibler mit dem Urchristentum ist als mit dem Urislam. Interessanterweise waren es aber gerade die calvinistischen und anabaptistischen "sola scriptura" Christen, die die ersten totalitär-religiösen Diktaturen der Welt etablierten.

@15 Standpunkt

"Jesus dagegen war politisch desinteressiert Die Trennung von Religion und Staat, wie sie sich im Zuge der Aufklärung durchgesetzt hat, liegt im Evangelium begründet.Um dies zu erkennen, genügt im Grunde ein Mindestmaß an religiöser Bildung.."

Was Jesus betrifft, mag das ja richtig sein. Jesus hätte sicherlich auch nicht gewollt, dass in seinem Namen Frauen als Hexen verbrannt wurden. Trotzdem kam es im Verlauf der christlichen Geschichte zu diesen Greultaten. Spätestens in Dreißigjährigen Krieg aber, hat sich die christliche Religion in ein politisches Macht- und Mordinstrument verwandelt.

Was Sie eben leider nicht einfach nur mit einem Verweis auf Jesus und das Evangelium ausblenden können, ist der Umstand, dass Reliogionen politische gebraucht und missbraucht wurden. Was die Religionsgründer ursprünglich einmal wollten, spielt bei den meisten Religionen später kaum noch eine Rolle.

Spannend finde ich vor allem die Frage, warum z.B. der real praktizierte und politisch genutzte Buddhismus oder Hinduismus so viel friedfertiger und toleranter erscheint als Christentum und Islam? Da würden mich wissenschaftliche Erklärungsversuche sehr interessieren.

Ihr Ernst?

"Aber solange in Europa immer noch christliche Parteien ihr Unwesen treiben dürfen und uns über substanzlose moralische Grundsätze indirekt ihren Glauben aufzwingen, sollten wir über Mursi und Konsorten nicht die Nase rümpfen."

Ich empfehle einen Abenteuerurlaub im Zentrum Kairos, damit Sie vielleicht nochmal ins Grübeln kommen, unter welchen "substanzlosen moralischen Grundsätzen" Sie denn lieber leben mögen.

Terroristen

"In Algerien griffen Terroristen ein Gasfeld an und töteten Ausländer. Diese Täter stehen dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe, das sich in den vergangenen Jahren in ganz Nordafrika ausgebreitet hat."

" Für Jeremy Keenan von der School of Oriental Studies der Universität London ist Algerien der denkbar ungeeignetste Partner. Bereits in seinem letzten Buch über Amerikas Krieg gegen Terror in Afrika aus dem Jahr 2007 erklärte er die algerische Regierung und die USA zu Mitverantwortlichen für die Entführungen von Europäern in der Sahara. Heute verfügt Jeremy Keenan, der auch als Vermittler bei AQIM-Geiselnahmen fungierte, über neue Informationen und ist mehr denn je davon überzeugt, dass die Terroristen mit dem algerischen Geheimdienst, dem Département du Renseignement et de la Sécurité (DRS) zusammenarbeiten." (Heise)