Wochenmarkt Farbe im Winter – Rote Bete

Rote-Bete-Risotto mit geräucherter Forelle

Rote-Bete-Risotto mit geräucherter Forelle

Kochrezepte sollen ein Magazin eigentlich vor allem vergnüglicher machen, das hält unsere scharfzüngigen Leser aber nicht davon ab, auch unsere Rezepte einer gründlichen Ideologiekritik zu unterziehen.

Schlagen wir ein Rezept vor, für das Eier gebraucht werden, kann es sein, dass wir einen Leserbrief mit einem Foto von sterbenden Küken bekommen. Werden Muscheln gekocht, bekommt man eine Mail, in der eindringlich die Qual der Muschel beim Sieden im heißen Wasser beschrieben wird.

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Man könnte meinen, mit den Roten Beten, die heute für ein Risotto verarbeitet werden sollen, auf der sicheren Seite zu sein. Aber: Die Roten Bete müssen 90 Minuten oder länger in Wasser köcheln, bis sie gar sind. Für den CO₂-Fußabdruck nicht gut.

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Bevor Sie meinen, wir seien schon paranoid: Als wir mal Tomaten langsam im Ofen trockneten, schrieb eine Leserin, wir beförderten die Energieverschwendung, denn Tomaten schmeckten schließlich auch roh. Für das Garen der Roten Beten empfehlen wir also ausdrücklich die Verwendung eines Schnellkochtopfs. Dann sind sie nach ungefähr 20 Minuten gar.

Sie werden geschält und in Würfel geschnitten. In einem Topf das Öl erhitzen, Schalotten darin glasig dünsten. Den Reis dazugeben, 1 bis 2 Minuten mitdünsten. Dann kommen die Rote-Bete-Würfel dazu. Mit Weißwein wird abgelöscht, die Flüssigkeit lässt man einkochen. Mit etwas Gemüsefond wird aufgegossen, alles köchelt weiter.

Immer wieder gießt man Fond (oder, wer mag, Weißwein) dazu und rührt öfter um. Eventuell salzen. Wenn der Reis gar ist – die Garzeit variiert je nach Reissorte zwischen 20 und 30 Minuten –, schmeckt man mit Pfeffer ab, hebt Butter und Parmesan unter. Manche mögen es, eine gepresste Knoblauchzehe unterzurühren. Dazu gibt es für jeden ein Forellenfilet.

Rote-Bete-Risotto mit geräucherter Forelle
für 2 Personen

250 g Rote Bete
1 EL Olivenöl
2 Schalotten
125 g Risotto-Reis
125 ml Weißwein
600 ml Gemüsefond
Salz
schwarzer Pfeffer
20 g Butter
30 g geriebener Parmesan
1 Knoblauchzehe
2 geräucherte Forellenfilets

 
Leser-Kommentare
    • priexo
    • 25.01.2013 um 18:18 Uhr

    Schnellkochtopf???

    Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, was die Produktion eines solchen Topfes an wertvollen Resourcen verschwendet??? Ich sag' nur Gesamtökobilanz!!!
    ;)

    Scherz beiseite, wir haben das Rezept heute nachgekocht! Es war sehr lecker! Vielen Dank!

    2 Leser-Empfehlungen
    • RGFG
    • 27.01.2013 um 11:52 Uhr

    Sie bekommen noch echte Briefe für die echte Bäume sterben mussten, die noch so richtig durch die Gegend transportiert werden mussten - auf naturzerstörenden Autobahnen mit giftig rußenden LKW und sortiert in energiefressenden Briefverteilzentren? Mit richtigen Fotos drin aus giftigem Silberjodid oder giftiger Farbdruckertinte? Wow... :)

    2 Leser-Empfehlungen
  1. Da ich etwa acht Monate im Jahr auf einem Holzherd koche und mit der Verfeuerung von nachwachsendem Holz absolut CO2-neutral bin, berührt mich die Umweltdiskussion zu diesem Rezept eigentlich nicht. Allerdings bekomme ich meistens nur gekochte, abgepackte Rote Bete zu kaufen, so dass sich die Frasge des langen Köchelns gar nicht stellt. Ich möchte jedoch anmerken, dass mir 20 Gramm Butter für diesen Reis doch etwas sehr wenig erscheint. In Italien würde man für einen Risotto dieser Art mindestens 100 Gramm verwenden, ber dort ist der Risotto ja auch männlich, während man ihm in Deutschland sein Geschlecht und damit auch seinen Charakter genommen hat. Das Risotto kommt auch mit 20 Gramm Butter aus.

    Eine Leser-Empfehlung
  2. Eine Leser-Empfehlung

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  • Serie Wochenmarkt
  • Quelle ZEITmagazin, 24.1.2013 Nr. 05
  • Kommentare 10
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  • Schlagworte Kochen | Kochrezept | Gemüse
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