Während mit dem Austauschprogramm Erasmus immer mehr Studenten ins Ausland gehen, im Jahr 2010/11 waren es rund 231.000, sind es bei den Auszubildenden bisher nur vier Prozent, die zwischen 2010 und 2012 einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolviert haben. Dabei ist seit 2005 im Berufsbildungsgesetz festgehalten, dass bis zu einem Viertel der Ausbildung im Ausland absolviert werden kann, und es gibt, ähnlich dem Programm Erasmus, verschiedene Möglichkeiten, sich bei dem Aufenthalt unterstützen zu lassen. Auch die Anerkennung der Ausbildungsinhalte sollte kein Problem sein, sofern sie dort in etwa dem entsprechen, was auch zu Hause auf dem Lehrplan steht.

Doch: Wie finde ich einen Betrieb im Ausland? Wer finanziert den Aufenthalt? Wird der Aufenthalt überhaupt anerkannt? Solche Fragen werden von Mobilitätsberatern beantwortet (www.mobilitaetscoach.de). Es gibt sie in jeder größeren Stadt an Handwerks-, Industrie- und Handelskammern. Sie informieren Azubis, aber auch Betriebe und Berufsschulen darüber, wie ein Auslandsaufenthalt abläuft. Als einziges Bundesland hat Baden-Württemberg bisher keine Mobilitätsberater, sondern mit dem Projekt »Go for Europe« eigene Servicestellen eingerichtet – www.goforeurope.de

Leonardo da Vinci

Das EU-Programm Leonardo da Vinci finanziert Auslandsprojekte, beispielsweise Praktika, für jede Art von Ausbildung. Die Projekte finden in allen EU-Ländern sowie in Island, Norwegen, Rumänien und der Türkei statt und dauern bis zu neun Monate. Die finanzielle Unterstützung hängt vom Land und von der Dauer des Aufenthalts ab. Es gibt verschiedene Arten von Projekten: »Mobilitätsprojekte« werden von Betrieben oder Berufsschulen für eine ganze Gruppe von Azubis beantragt. Auf Plätze der »Poolprojekte« können sich einzelne Azubis selber bewerben. Die Nationale Agentur des Bundesinstituts für Berufsbildung stellt unter www.na-bibb.de eine Suchmaske zur Verfügung, die dabei hilft, ein passendes Leonardo-Projekt zu finden.

Austausch über die GIZ

Die GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) bietet Austauschprogramme an, an denen Azubis aller Berufsfelder teilnehmen können. Bei »GJØR DET« (deutsch: »Mach es!«) tauschen die Azubis für drei bis zwölf Wochen die Plätze mit Auszubildenden aus Norwegen. Die Azubis können sich hierfür nicht selber bewerben – das muss ihr Betrieb, die zuständige Berufsschule oder Kammer übernehmen. Bewerbungsfristen sind der 1. Juni für einen Austausch im laufenden und der 1. Dezember für Programme im nächsten Jahr. Die finanzielle Unterstützung variiert. Verpflegung und Unterkunft werden bei GJØR DET wochenweise bezahlt (300 Euro). Weitere Infos: www.bmbf.de/de/894.php