"Die alte BRD hätte eine Angela Merkel nie hervorgebracht"
ZEIT: Es ist rührend, wie dankbar manche Leute Ihnen dafür sind, dass Sie die DDR bunt zeigen.
Petzold: Das wundert mich. Ich bin ja nicht der Erste. Denken Sie an Der Rote Kakadu von Dominik Graf. Da haben Sie anfangs 20 Minuten lang Körper und Park und Musik. Das hat mich inspiriert, diese Lebenslust zu filmen. Auch die gab es, selbst in diesem kleinbürgerlichen Stinkstaat.
ZEIT: Um die Lebenslust des Westens zu zeigen, haben Sie für Barbara einen Quelle-Katalog aus dem Jahr 1980 aufgetrieben. Woher eigentlich?
Petzold: Einfach von eBay, für 16 Euro. Am Set wollten alle den Katalog durchblättern, wir mussten sogar die Dreharbeiten unterbrechen. Wissen Sie, was 1980 bei Quelle noch wichtig war? Essen. Eine Welt aus Hackfleischbergen. Dieser Katalog bediente immer noch den Hunger und die Entsagung der Nachkriegszeit. Er war eine Leistungsschau: Sehr her, das kann der Westen!
ZEIT: Im Film sitzen Barbara und eine andere Frau – zwei Liebhaberinnen reicher Westdeutscher – auf dem Bett im Interhotel und reden darüber, ob die Männer sie mit nach drüben nehmen werden.
Petzold: Und kurz zuvor ist der Todessatz des Films gefallen. Barbaras Liebhaber hat zu ihr, die ja immerhin Ärztin ist, gesagt: Komm mit in den Westen, da kannst du ausschlafen, musst nie wieder arbeiten. Alle ostdeutschen Zuschauer, alle, merken sofort: Was für ein blöder Satz! Vielen im Westen fällt der gar nicht auf. Die sind damit aufgewachsen, dass die Frauen zu Hause blieben; die Männer gingen arbeiten. Die alte BRD hätte eine Angela Merkel nie hervorgebracht. Hätte ein Westmann zu einer Frau wie ihr gesagt »Komm mal mit rüber, da kannste ausschlafen« – dem hätte sie was erzählt!
ZEIT: Ein Merkel-Film, fehlt der uns gerade noch?
Petzold: Als Zweiteiler bei Teamworx, als Biopic ? Die Jugend der Angela Merkel? Oje, das würde sie hassen. Und ich würde es nie tun wollen.
ZEIT: Der Osten hat offenbar die spannenderen Geschichten. Man denke an Ihren Film Jerichow: Ein Afghanistansoldat kehrt zurück. Da ist Rassismus, tiefe Provinz. Es kommt so vieles zusammen!
»Niemals Mallorca, immer DDR« , so hat Christian Petzold die Urlaube seiner Jugend beschrieben. 1960 geboren, wuchs er nahe Düsseldorf auf – und besuchte mit seinen Eltern, die aus dem SED-Staat geflohen waren, regelmäßig die Verwandtschaft im Osten. Seine Affinität zu dieser Region hat Petzold, der zu den prägenden Kino-Regisseuren des Landes zählt , immer wieder gezeigt: ob in Yella, Jerichow oder zuletzt im Film Barbara, für den er 2012 bei der Berlinale den Silbernen Bären erhielt. Petzold, der in Berlin-Kreuzberg lebt, arbeitet meist mit einem festen Team, zu dem etwa die Schauspielerin Nina Hoss gehört. Sein nächster Film spielt im Berlin des Jahres 1945.
Petzold: Da ist was dran. Plötzlich muss der Osten diese Entwicklung, für die der Westen viel Zeit hatte, meistern – im höchsten Tempo. So entstehen Reibungen, Verluste, Krisen. Für mich ist das, als würde ich Urlaub in Antalya machen, und bekomme anhand dieser russischen Massentouristen vorgeführt, wie schweinisch man sich selbst benommen hat, in den sechziger Jahren auf Mallorca. Und wenn ich diese Billig-Gier im Osten sehe oder die Arbeitslosigkeit, dann werden mir noch mal die siebziger Jahre West vorgeführt.
ZEIT: Ist das eine Marktlücke – der Westfilm?
Petzold: Dreileben von 2011 ist ein echter Westfilm.
ZEIT: Der spielt doch in Thüringen.
Petzold: Aber er handelt von Leuten, die nicht aus Thüringen kommen. Da ist zum Beispiel ein Arzt, der sich dorthin hat versetzen lassen, um 30 Prozent mehr zu verdienen und Chefarzt werden zu können. Ich wollte diese neue Parvenü-Schicht zeigen; Emporkömmlinge wie Ärzte, Anwälte, Steuer- und Unternehmensberater. Ein Film darüber, wie die Westler in ihre Kolonie gehen.
ZEIT: Ist der Osten also noch sehr eigen?
Petzold: Ich poche auf die Unterschiede. Ostdeutsch zu sein ist eine Prägung. Die begann damit, dass die DDR gekränkt wurde, schon vor dem Mauerfall, 30 Jahre lang; und ihre Bewohner wurden mitgekränkt. Mit Quelle-Katalogen, tollen Autos, mit »Was fahrt denn ihr im Osten für Karren?«. Wer dauernd gekränkt wird, verzeiht nicht so leicht. Kein Wunder, dass es noch dauert.
- Datum 31.01.2013 - 07:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 31.1.2013 Nr. 06
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noch einer der die DDR vergöttert.Es ist schon faszinierend,diese Ost Romantik. das System war der Versuch anders zu leben.Quatsch.Dieser Staat war eine Diktatur und das von der Schlimmsten Sorte. Würde die Zeit so ein Interview auch drucken wenn hier jemanden den Nazistaat als versuch einer anderen Lebenserfüllung darstellen würde? Wohl eher nicht,der Grund liegt in der allgemeinen Ächtung der Nazies, und mit der DDR ? Alle Linksinterlektuelen trauern diesem Staat nach,nur weil es nach Außen eine Idee verkaufte die es gar nicht gab. In den 50igern gab es auch die Meinung,daß ja nicht alles bei Hitlert schlimm war 2das hätte es unter Hitler nicht gegeben" hörte man wohl öfters. Dann kam die Jugendrevolte gegen das Vergessen,gegen den Schah,gegen die gelebte Spießigkeit der zeit. SOWAS brauchen wir heute auch wieder. Es müßten Leute aufstehen und ihre Eltern fragen was Sie damals gemacht haben,wo Sie wegschauten usw. leider wird es diese Aufarbeitung nie geben und das erklärt Artikel wie diesen und leider auch warum sich darüber keiner aufregt (doch ich). Lesen Sie doch bitte diesen Artikel noch mal und setzen Sie immer da wo DDR steht Nazi ein. Sie werden den Artikel ganz anders Werten obwohl sich die beiden Diktaturen gar nicht so unähnlich waren.
Ja, die DDR war übersät von KZs und Vernichtungslagern. Die DDR führte einen barbarischen Krieg gegen den Osten und den Rest der Welt. Wer Feindsender hörte wurde ohne wenn und aber erschosssen. Tägliche Aufmärsche der DDR-SA und SS bestimmten den Tagesryhtmus. Usw....
Gehts noch? Fehlt nur noch, dass Sie die USA oder Israel als Nazistaat bezeichnen
Ihre Ansichten tragen Sie zu Markte, so wie Sie Ihre scheinbaren Meinungen aus Ihrem Namen ziehen. Offenbar wurden Ihre Ansichten da generiert. Von Glorifizierung von Seiten des Autors kann hier keine Rede sein. Eine der wenigen differenzierteren Kommentare zum Thema und weniger reflexhaftig. Das würd ich mir von so manchem Kommentator wünschen....egal, ob er damit Geld verdient oder nicht.
Zu dem Kommentar gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder Du hast das Interview nicht gelesen oder nicht ein Wort verstanden. Ich tendiere zur zweiten Variante.
Ja, die DDR war übersät von KZs und Vernichtungslagern. Die DDR führte einen barbarischen Krieg gegen den Osten und den Rest der Welt. Wer Feindsender hörte wurde ohne wenn und aber erschosssen. Tägliche Aufmärsche der DDR-SA und SS bestimmten den Tagesryhtmus. Usw....
Gehts noch? Fehlt nur noch, dass Sie die USA oder Israel als Nazistaat bezeichnen
Ihre Ansichten tragen Sie zu Markte, so wie Sie Ihre scheinbaren Meinungen aus Ihrem Namen ziehen. Offenbar wurden Ihre Ansichten da generiert. Von Glorifizierung von Seiten des Autors kann hier keine Rede sein. Eine der wenigen differenzierteren Kommentare zum Thema und weniger reflexhaftig. Das würd ich mir von so manchem Kommentator wünschen....egal, ob er damit Geld verdient oder nicht.
Zu dem Kommentar gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder Du hast das Interview nicht gelesen oder nicht ein Wort verstanden. Ich tendiere zur zweiten Variante.
"Und kurz zuvor ist der Todessatz des Films gefallen. Barbaras Liebhaber hat zu ihr, die ja immerhin Ärztin ist, gesagt: Komm mit in den Westen, da kannst du ausschlafen, musst nie wieder arbeiten. Alle ostdeutschen Zuschauer, alle, merken sofort: Was für ein blöder Satz! Vielen im Westen fällt der gar nicht auf. Die sind damit aufgewachsen, dass die Frauen zu Hause blieben; die Männer gingen arbeiten."
Lieber Herr Petzold, Sie sollten uns Westler nicht so unterschätzen. Der Satz fiel mir sofort auf, eben weil er so blöde ist und ein westdeutscher Mann diesen Satz einer praktizierenden Ärztin im Jahre 1980 NICHT gesagt hätte! Spätestens bei dieser Szene wurde mir klar, dass hier auch nur wieder mit dem Bild des blasierten, ignoranten Westdeutschen gespielt wird. Es ist dies für mich die schwächste Szene eines ansonsten guten Films.
Ja, die DDR war übersät von KZs und Vernichtungslagern. Die DDR führte einen barbarischen Krieg gegen den Osten und den Rest der Welt. Wer Feindsender hörte wurde ohne wenn und aber erschosssen. Tägliche Aufmärsche der DDR-SA und SS bestimmten den Tagesryhtmus. Usw....
Gehts noch? Fehlt nur noch, dass Sie die USA oder Israel als Nazistaat bezeichnen
schließe mich dem Kommentar #5 zu ihre Darstellung vorbehaltlos an...
ach ja in Weimar gab es im Kaffee auch öfters Bananen Torte !
schließe mich dem Kommentar #5 zu ihre Darstellung vorbehaltlos an...
ach ja in Weimar gab es im Kaffee auch öfters Bananen Torte !
Bei uns gabs jedenfalls keine und bloß weil irgendwelche Zutaten in Kochbüchern vorkamen, heißt das ja nicht, daß es das zu kaufen gab. Aber ist auch egal, nach über 20 Jahren weiß das doch eh keiner mehr genau und jeder kann nur für sich und seine nähere Umgebung sprechen. Es wird kein Bild der DDR geben, zu dem ausnahmslos alle sagen werden: Ja, genau so ist es gewesen!
Fakt ist, das es in der DDR Verfolgung, Folter, Erschießung von Regiemegegnern gab.
Wollen wir jetzt ausrechnen, das es "lediglich" fünfstellige Todes-Opferzahlen gabe
(Gebrochene Herzen, zerbrochene Familen, Schicksale etc lassen sich schwer "kalkulieren")
Ja, die DDR war faktisch eine Diktatur, und damit reiht sie sich in die Riga neben dem Nazi-Regime und Stalin ein
sie hatte nur nicht so viel Macht und Einzugsbereich.. zum Glück.
Übrigens war Ostberlin schlicht bevorzugt gegenüber dem "Rest-DDR".
Gut möglich, das dort Auberginen bekannt waren. Anderswo kaum.
Erschießungen von Regimegegnern in der DDR, wo ist das, wann passiert?
Verfolgung ist keine Eigenart der DDR, Folter ebenfalls nicht, sowas kommt in den allergrössten Demokratien vor und trifft, das muss ich ihnen leider sagen, oft systemkritische Menschen.
In den Gefängnissen der Bundesrepublik können sogar,das hätte ich nie für möglich gehalten, Menschen verbrennen.
http://de.wikipedia.org/w...
Gefoltert wurde in der DDR und nicht zu knapp (wer es nicht glaubt folge den Nachweisen in http://de.wikipedia.org/w...). Oder man besucht die Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen. Aber Erschießungen wären mir dann doch neu. Da wäre schon eine Quelle nötig.
Erschießungen von Regimegegnern in der DDR, wo ist das, wann passiert?
Verfolgung ist keine Eigenart der DDR, Folter ebenfalls nicht, sowas kommt in den allergrössten Demokratien vor und trifft, das muss ich ihnen leider sagen, oft systemkritische Menschen.
In den Gefängnissen der Bundesrepublik können sogar,das hätte ich nie für möglich gehalten, Menschen verbrennen.
http://de.wikipedia.org/w...
Gefoltert wurde in der DDR und nicht zu knapp (wer es nicht glaubt folge den Nachweisen in http://de.wikipedia.org/w...). Oder man besucht die Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen. Aber Erschießungen wären mir dann doch neu. Da wäre schon eine Quelle nötig.
Danke für die Vorlage " bloß weil irgendwelche Zutaten in Kochbüchern vorkamen, heißt das ja nicht, daß es das zu kaufen gab"
Es gab auch Bücher über ferne Länder, gar Reiseberichte (Erich Wustmann zB)
heisst das, das das "gemeine" Volk reisen durfte?
Nein Nein und nochmals Nein.
Es sei denn man war in der Partei, dann konnte das schon sein. (Ebenso wie Sportler, Musiker uä). Das gibt nur kaum jemand zu.
Ihre Ansichten tragen Sie zu Markte, so wie Sie Ihre scheinbaren Meinungen aus Ihrem Namen ziehen. Offenbar wurden Ihre Ansichten da generiert. Von Glorifizierung von Seiten des Autors kann hier keine Rede sein. Eine der wenigen differenzierteren Kommentare zum Thema und weniger reflexhaftig. Das würd ich mir von so manchem Kommentator wünschen....egal, ob er damit Geld verdient oder nicht.
ähm... Lenin saß meines Wissens, in seiner Zeit in Berlin ,am liebsten im Cafe. Ach und Wünsche haben wir alle...
ähm... Lenin saß meines Wissens, in seiner Zeit in Berlin ,am liebsten im Cafe. Ach und Wünsche haben wir alle...
Erschießungen von Regimegegnern in der DDR, wo ist das, wann passiert?
Verfolgung ist keine Eigenart der DDR, Folter ebenfalls nicht, sowas kommt in den allergrössten Demokratien vor und trifft, das muss ich ihnen leider sagen, oft systemkritische Menschen.
In den Gefängnissen der Bundesrepublik können sogar,das hätte ich nie für möglich gehalten, Menschen verbrennen.
http://de.wikipedia.org/w...
wo Sie Quellen finden?,dass ist nicht Ihr Ernst...
Nur weil es woanders auch Unrecht gab,macht es das eigene Unrecht doch nicht legitimer,..,das können Sie besser...
Hier finden Sie die Belege:
http://www.tagesspiegel.d...
Ob Sie die Hingerichteten allerdings als Regimegegner bezeichnen würden, das hängt vermutlich von Ihrer politischen Überzeugung ab.
wo Sie Quellen finden?,dass ist nicht Ihr Ernst...
Nur weil es woanders auch Unrecht gab,macht es das eigene Unrecht doch nicht legitimer,..,das können Sie besser...
Hier finden Sie die Belege:
http://www.tagesspiegel.d...
Ob Sie die Hingerichteten allerdings als Regimegegner bezeichnen würden, das hängt vermutlich von Ihrer politischen Überzeugung ab.
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