GesellschaftskritikÜber lustige Kleidungsstücke

Er traut sich einiges, Gesundheitsminister Daniel Bahr. Neulich bei Günther Jauch trug er lila Socken. Doch warum bloß? von 

Gesundheitsminister Daniel Bahr

Gesundheitsminister Daniel Bahr  |  © Sean Gallup

Womit signalisiert ein karrierebewusster Mann, dass er noch eine andere, wilde, unangepasste Seite hat?

In seiner Jugend, wenn er dank seiner hervorragenden BWL-Kenntnisse und seines latenten Autismus beispielsweise das Börsenspiel der Sparkasse gewonnen hatte, trug er bei der Preisverleihung gerne eine Mickymaus-Krawatte, um zu erkennen zu geben, dass er bei allem Interesse für Unternehmenskennziffern eben kein typischer BWLer sei. Oder er erschien in Andre-Agassi-haften pinkfarbenen Radlerhosen auf dem Tennisplatz, das örtliche Zahnärzte-Establishment schockierend.

Anzeige

Mädchen, die das super fanden, konnten kurz darauf feststellen, dass er Smiley-Unterhosen trug oder Wochentags-Socken oder ähnlich lustiges Zeug. Und mit Mitte dreißig? Längst ein echtes Aktienpaket managend, das Studium abgeschlossen, in einer Partei Karriere gemacht, vielleicht sogar Bundesgesundheitsminister geworden wie Daniel Bahr, der neulich bei Günther Jauch saß und dabei lila Socken trug. Irgendwann gegen Ende der Sendung stellte Jauch die erlösende Frage: was es denn eigentlich mit den lila Socken auf sich habe. Ob das ein Geschenk von der Oma zu Weihnachten sei. Und was sagte Daniel Bahr? Er sagte:

A) Nee, die sind recht warm, und heute war es ja ziemlich kalt. Studienfreunde hatten mich gefragt, ob ich mich das traue, und ich hab’s mich heute mal getraut.

B) Nee, die sind recht cool, und ich bin ja ziemlich uncool. Studienfreunde hatten mit mir um ein künstliches Hüftgelenk gewettet, ob ich mich das traue, und das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Gesellschaftskritik
Klicken Sie auf das Bild, um weitere Artikel der Serie "Gesellschaftskritik" zu lesen.

Klicken Sie auf das Bild, um weitere Artikel der Serie "Gesellschaftskritik" zu lesen.  |  © Frazer Harrison/Getty Images

C) Nee, das ist mir gar nicht aufgefallen. Studienfreunde haben mich schon hier und da mal gefragt, ob meine Augen noch richtig ticken, und ich habe das bisher immer bejaht. Jetzt muss ich aber einsehen, dass ich im Dämmerlicht meines Ankleidezimmers offenbar dunkle Töne nicht mehr so gut unterscheiden kann, was meinem Augenarzt leider noch gar nicht aufgefallen ist. Ich gehe ja aus Prinzip zu Kassenärzten.

D) Nee, die sind recht eng, und ich bin ja ziemlich thrombosegefährdet. Studienfreunde haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass die vielen Flüge die Thrombosegefahr noch erhöhen, und als Bundesgesundheitsminister wollte ich die Gelegenheit nutzen, die Bevölkerung auf diese schonende und sogar kassenbezuschusste Form der Prophylaxe aufmerksam zu machen.

(Richtige Antwort: A)

Zur Startseite
 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service