IslamismusDer alltägliche Hass

Wenn ein amerikanischer Jude durch muslimisch geprägte Länder reist, hört er überall fundamentalistische Parolen. Unser Autor Tuvia Tenenbom sammelte typische Vorurteile gegen den Westen. Er verdichtete sie zu einer Polemik – der Rede eines fiktiven Islamisten. von Tuvia Tenenbom

Ich heiße Hassan Hairallah und bringe euch Worte der Wahrheit und Weisheit im Namen des Propheten Mohammed, möge Gott für ihn beten und ihm Frieden schenken!

Für jene unter euch, die es nicht wissen: hairallah bedeutet die Güte Gottes. Wenn ihr wollt, meine ausländischen Freunde, könnt ihr mich GG nennen. Ich weiß ja, dass ihr so was mögt. Aber zurück zu mir. Allah ließ mich seiner Gnade teilhaftig werden, und deshalb wende ich mich heute an euch, um euren Blick zu schärfen und euch zu erklären, was ich wirklich denke. Ich weiß, dass es an jeder Ecke Google und Facebook gibt, und so glaubt ihr vielleicht, ihr wärt schon über alles informiert. Aber nein, seid ihr nicht. Im Namen des Propheten, möge Gott für ihn beten und ihm Frieden schenken, sage ich euch: Ihr habt keinen blassen Schimmer.

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Wäre es anders, werte Westler, würdet ihr dann so viele Fehler machen? Ihr marschiert in unsere Länder ein und bombardiert sie mit euren intelligenten Waffensystemen, nur dass euch das rein gar nichts einbringt. Außer ein paar toten westlichen Soldaten, denen die ewige Verdammnis sicher ist. Nicht dass ich speziell mit diesem Punkt ein Problem hätte. Allah frohlockt jedes Mal, wenn Ungläubige sterben. Ich möchte nur die Wahrheit festhalten, weil ihr doch die Wahrheit so schätzt.

Ich gebe gar nicht euch allein die Schuld, zum Teil liegt sie zweifellos bei uns. Unsere englischsprachigen Zeitungen, Fernsehsender und Websites zeichnen ein verzerrtes Bild. Al-Dschasira auf Englisch zum Beispiel kommt anders daher als Al-Dschasira auf Arabisch. Ganz anders, um genau zu sein. Wenn ihr Arabisch könntet, wärt ihr schlauer. Könnt ihr aber nicht, und deshalb seid und bleibt ihr eben dumm. Bitte, versteht mich nicht falsch: Ich nenne niemanden gerne einen Dummkopf. Wir Araber sind ein gastfreundliches Volk, aber, unter uns, seid ihr denn keine Dummköpfe? Ihr sagt, dass ihr klug seid; ihr sagt, dass eure Kultur die beste auf der ganzen Welt sei; ihr sagt, dass wir dumme Araber aus der Steinzeit seien.

Tja, ich habe Neuigkeiten für euch: Das Gegenteil ist der Fall.

Tuvia Tenenbom

ist ein jüdisch-amerikanischer Schriftsteller, der mit Vorliebe Ideologiekritik des Alltags betreibt und Antisemiten entlarvt. Hier attackiert er auf ironische Weise islamistischen Hass auf den Westen. Fünf Jahre lang sammelte er auf seinen Reisen in Städte wie Aman, Ramallah, Tunis, Hamburg kritische Stimmen gegen Juden und Christen. Daraus kompilierte er die fiktive Rede von »Hassan Hairallah«. Der Name ist erfunden, der Rest nicht. Unser Autor sprach Politiker, Künstler, Geschäftsleute, Taxifahrer. Er durchforstete Presse und Internet. Tenenbom, geboren 1957 in Israel, lebt in New York. Soeben erschien von ihm »Allein unter Deutschen« (Suhrkamp).

Noch ein Wort zu mir: Ich lebe in der Stadt meiner Geburt, in Al-Kuds, Palästina. Oder, wie ihr in eurer Unwissenheit sagt: Jerusalem, Israel. Das ist falsch, meine Freunde! Und, wie üblich, auch verlogen. Ein, zwei Beispiele gefällig? Tfadal, aber gerne. Zunächst einmal seid ihr extrem fixiert auf etwas, was ihr Al-Kaida nennt. Und ihr schickt eure jungen Leute los, um sie zu bekämpfen. Allerdings ohne den geringsten Erfolg. Wisst ihr auch, warum? Al-Kaida gibt es gar nicht. Ende der Geschichte. Alles nur heiße Luft. Schlicht und einfach. Ungläubiges Kopfschütteln eurerseits? Gut, dann nennt mir die Adresse der Al-Kaida-Büros. Name der Straße, bitte. Oder der Wüste, wenn euch das lieber ist. Kennt ihr eine Telefonnummer von denen? Eine Website? Ihr habt noch nicht mal ihre E-Mail-Adresse! Ein simple E-Mail-Adresse, etwa demuetigerbinladen@hotmail.com. Nichts dergleichen. Aber ihr schickt eure Drohnen los. Und wundert euch dann, dass ihr das Al-Kaida-Hauptquartier nicht ausradieren könnt. Begreift doch: Al-Kaida gibt es gar nicht!

Leserkommentare
    • Ch.Erub
    • 07. Februar 2013 17:58 Uhr

    Dann hat Tenenbom also recht! ;-)

    13 Leserempfehlungen
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    Das ist ja zum Stiefelausziehen langweilig.

    • Pfalz
    • 10. Februar 2013 19:42 Uhr

    Keine Sorge, die enstsprechenden Kommentare kommen sicher noch. Vielleicht ist aber auch der Text für die enstsprechenden Kommentatoren zu lang.

    Im Übrigen, war mir die spezielle "Schwedinninen" Klausel bzw. Zusicherung bsiher unbekannt - in diesem Falle wäre eine Konvertierung meinerseits doch nochmal zu überdenken... da ich bereits als Kufr verbracht habe, würde ich mich entsprechend auch mit etwa der Hälfte begnügen. Vielleicht aknn man aber auch einen Härtefallantrag stellen...

    5 Leserempfehlungen
  1. ist das wirklich alles so lustig
    für die menschen,
    die von den angesprochenen und berührten thematiken
    tag aus und tag ein beherrscht werden,
    gestern,heute und morgen,
    auch bei nacht,
    wie dunkel soll es denn noch Ihrer Meinung nach werden
    und zwar nicht nur hier
    sondern auch da,
    blablabla
    Herr TUVIA !!!

    Eine Leserempfehlung
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    eine Reise durch Israel und eine Bestandsaufnahme an anti-palästinensischen Haßparolen.

    • lxththf
    • 10. Februar 2013 19:55 Uhr

    schwarzer schwarzer Humor, der schon fast weh tut. Man sollte nur hoffen, dass das nicht jeder Ernst nimmt. Lustigerweise wurde heute nochmals das Interview mit Al Sawahri von ZO gepostet. Wenn die beiden sich miteinander unterhalten würden, was wäre das für ein Spaß

    4 Leserempfehlungen
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    • lxththf
    • 10. Februar 2013 19:58 Uhr
    Antwort auf "Der Tuvia"
  2. 6. [...]

    Entfernt, diffamierend. Die Redaktion/fk.

    • scoty
    • 10. Februar 2013 20:07 Uhr

    mehr nicht.

    2 Leserempfehlungen
    • Slyphia
    • 10. Februar 2013 20:25 Uhr

    Hinter diesem schwarzen Humor stecken doch auch tatsächliche Aussagen, oder irre ich mich jetzt? Wenn ja, würde mich interessieren, was an GGs überspitzen Weisheiten wirklich zu T. gesagt wurde...

    Und über den Zionisten Hitler musste ich schon schmunzeln, was für eine abgedrehte Sichtweise...ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass ich wirklich einmal über das Thema schmunzeln würde können...

    3 Leserempfehlungen

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