Prompt trug Casa Pound Berlusconi nach dessen Duce-Lob die Gefolgschaft an. In der Region Latium ist der Ex-Premier schon längst mit den Neofaschisten von La Destra (Die Rechte) verbündet. Deren Führer Francesco Storace hat nichts dagegen, Mussolini zu loben, »aber vielleicht besser nicht am Holocaust-Gedenktag. Man kann es ja an den anderen 364 Tagen tun.« Für La Destra kandidiert auch der ehemalige italienische Konsul in Osaka, Japan. Der Diplomat wurde kürzlich versetzt, weil er als Sänger einer neofaschistischen Rockband auftrat. Versetzt, nicht fristlos entlassen.

Zu Berlusconis Entourage gehören rechte Nostalgiker wie die Duce-Enkelin Alessandra Mussolini. Und auf seiner Gehaltsliste steht nach wie vor der AC-Mailand-Torwart Christian Abbiati; er outete sich schon vor Jahren als Mussolini-Fan. In Italien ist das weder im Sport noch in der Politik ein Problem. Hauptsache, es hagelt Punkte und Stimmen.

Das hat auch der Internet-Populist Beppe Grillo mit seiner sogenannten Fünf-Sterne-Bewegung erkannt. Als er kürzlich mit einem Casa-Pound-Kandidaten ins Gespräch kam, sagte er leichthin: »Wenn einer von euch sich unserer Bewegung anschließen will, hätte ich nichts dagegen.« Bislang wurde sein freundschaftliches Angebot nicht angenommen. Dabei hatte Grillo auf seinem Blog noch präzisiert: »Fünf Sterne sind weder links noch rechts. Die Zeit der Ideologien ist vorbei.«

Für den Antifaschismus mag das gelten. Der Neofaschismus aber ist quicklebendig.