Krieg Freudenfeste und Lynchjustiz
In Malis Hauptstadt bejubeln die Menschen die französischen Truppen. Doch die Intervention löst auch Tragödien aus.
© Arnaud Roine/AFP/Getty Images

Französische und malische Soldaten bei einer Lagebesprechung in Zentralmali
Als hätte sich der Krieg plötzlich aufgelöst in Sand und Staub. Wie einer dieser Stürme, die aus der Wüste nach Süden ziehen, schwarz und dräuend, so waren die Islamisten von Norden kommend durch dieses riesige Land gestoben. In Pick-ups, auf Motorrädern und Radpanzern hatten sie fast das ganze Staatsgebiet Malis erobert. Vermummt rasten sie heran und kaperten Dörfer und Städte. Immer näher waren sie an die Zweimillionenstadt Bamako herangerückt.
»Hier waren alle schon in Panik geraten«, sagt ein deutscher Entwicklungshelfer, der in seinem Leben schon manchen Einmarsch afrikanischer Rebellen miterlebt hat und der blieb, mit nur wenigen anderen Weißen. Er sah Einwohner in der Hauptstadt hastig ihre Sachen zusammenpacken, Autos organisieren und fieberhaft Benzin aufkaufen. Sie planten ihre Fluchtrouten, je nachdem, in welchem Nachbarstaat sie auf Verwandte oder Freunde hoffen konnten. »Es war nur noch eine Frage von Stunden«, sagt ein westlicher Diplomat. »Hätten die Franzosen nicht bombardiert, säßen wir nicht mehr hier.«
In Bamako erinnert jetzt nichts mehr an eine drohende Invasion. Nicht ein Soldat ist auf der Straße zu sehen. Die Märkte sind voller Menschen, die Innenstadt ist wie immer ein einziger Verkehrsstau. Vor den Ministerien dösen Wachhabende, niemand kontrolliert Autos, trotz Warnung vor Vergeltungsanschlägen. Bamako ist eine typische Hauptstadt der Sahelzone – gigantisch in ihrer Bevölkerungszahl, dürftig in ihrer Infrastruktur. Wir fahren am Finanzministerium vorbei, das die Größe eines deutschen Gemeindezentrums hat. Andere, prunkvollere Regierungsbauten hat der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi spendiert.

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Auf der roten Lehmpiste der Nationalstraße 6, die in den Norden führt, rollen wieder die Planierraupen und gießen Hundertschaften von Arbeitern Beton. Chinesische Ingenieure stehen in der Mitte der malischen Straßenbauer und geben Anweisungen. Unser Wagen, mit dem wir auf dem Weg ins Kriegsgebiet sind, fährt durch einen endlosen Tunnel aus rotem Baustellenstaub. Immer wieder bremst der Fahrer abrupt, weil er nichts sehen kann. Lastwagen rumpeln über die Straße, ihre Fahrer haben die Fracht so hoch gestapelt, dass sie sich bedrohlich zur Seite neigen wie Schiffe vor dem Kentern. Fast täglich fallen einige um. Das ist nach wie vor im Süden Malis die größte Gefahr für die Menschen. Nicht der Krieg, sondern Verkehrsunfälle.
17 Tage dauerte die Intervention der Franzosen, dann waren die wichtigsten Städte zurückerobert: Erst Gao, dann Timbuktu am Südrand der Sahara, das zum Weltkulturerbe gehört. Noch übertragen nur wenige Kameras von dort, denn Timbuktu ist für Ausländer allenfalls mit französischen Militärflugzeugen zu erreichen. Auch Telefonieren ist fast unmöglich, Handymasten wurden von den Rebellen zerstört, um die Stadt zu isolieren. Die Einwohner des verschonten Bamako sehen auf ihren Bildschirmen jubelnde Menschen, die auf den Straßen tanzen, erleichtert darüber, dass die Islamisten vertrieben sind.
Aber nicht alle Nachrichten aus Timbuktu sind gut: Die abziehenden Islamisten haben das nach Afrikas berühmtestem Philosophen benannte Ahmed-Baba-Institut, eine der ältesten Bibliotheken Afrikas, in Flammen aufgehen lassen. An die 30.000 Manuskripte, darunter wertvolle Handschriften aus dem 13. Jahrhundert, waren dort gelagert. Als die Befreier eintrafen, war die Hälfte der Bevölkerung Timbuktus geflohen, vor allem die jungen Frauen. Sie fürchteten, vergewaltigt zu werden.
Timbuktu fiel so gut wie kampflos an die französisch-malische Streitmacht. Ein paar Rückzugsgefechte, und die Islamisten waren von der Bildfläche verschwunden. Die französischen Luftschläge sollen einen Großteil ihrer Waffen zerstört haben. Die Rebellen fliehen jetzt in kleinen Gruppen übers Land oder tauchen in der Bevölkerung unter.
- Datum 31.01.2013 - 19:36 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 31.1.2013 Nr. 06
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Das ist unterstes BILD-Niveau. Ist dies der neue Stil der ZEIT, nachdem Sie die Quote eingeführt haben? Ihre Titelseite ist so marktschreierisch vulgär, dass mir die 4 bis 5 Euro für Ihr Blatt zu schade sind, um noch weiter zu lesen. Fast jeder aufmerksame und vorurteilslose Zeitgenosse weiß, dass dieser "Terror" eine lange Vorgeschichte hat und nicht aus heiterem Himmel gefallen ist. Wie mir scheint, sind auch Sie nun weitgehend auf die Kriegspropaganda der Nato eingeschwenkt - ein Armutszeugnis sondergleichen.
Wer weiß schon was wahr ist und was Propaganda. Wie in jedem Krieg bleibt die Wahrheit als erste auf der Strecke.
Erstaunlich nur, mit wie wenig Mitteln die Franzosen Mali in Ihre Gewalt gebracht haben. Das allerdings die Bevölkerung nicht unbedingt auf die ehemaligen Besatzer zu sprechen sind ist auch verständlich. Islamistische Fanatiker haben sich noch nie an ihre eigenen religösen Regeln gehalten. Wahllos morden und vergewaltigen. Ob in Afgahnistan oder Pakistan. Sudan oder sonstwo. Das Wort Islam können sie nicht in Ihren Mund nehmen. Das was sie im Namen des Propheten tuen geben ihre heiligen Schriften nicht her.
Ein Tip.
http://www.muhammad-asad.de/
Muhammad Asad. Lange Lektüre. Zumindest aber ein Standardwerk um den Koran zumnindest ansatzweise zu verstehen
Ich habe in meinem Kommentar "the Roots of Terror 1+2"
http://www.zeit.de/politi...
auch schon darauf hingewiesen das Islamische Wahabiten und Djiadisten oft dort wo sie auftauchen die traditionelle islamische Kultur zerstören und ihre pervertierte Ansicht des Islams den Menschen aufzwingen.
Ich persönlich habe viel gutes von Muslimen erfahren,
man könnte sagen das meine Sichtweise auf die Welt obwohl ich Atheist ohne den Islam eine andere wäre, eine wesentlich unilaterale.
Ich mag den familiären zusammenhalt Islamischer Familien sehr, in denen ich teilweise behandelt worden bin als wäre ich teil dieser Familie, dies vermisse ich z.B. in vielen Deutschen Familien die oft sehr kalt zu einander sind, in denen oft der Erfolg und die Anpassungsfähigkeit Vorrang haben und bei nicht Erfüllung sogar zum Familiären Ausschluss führen kann.
Gut dies passiert auch oft bei Islamischen Familien bei Verletzung Islamischer Grundsätze, so könnte man fast behaupten Erfolg und Anpassung,seien unsere Religion unsere unantastbaren Werte.
Ich bin der Meinung das der Islam Deutschland bereichert hat, aber auch das kein Deutscher den Islam in Deutschland aufgrund von Politischer Doktrin akzeptieren soll, sondern sich aktiv mit den Werten und Ansichten beschäftigen soll um dann sein Urteil zu fällen.
muhamad Asad könnte man als antipoden zu Pierre Vogel bezeichnen, eine wirklich interessante Persönlichkeit
danke für den Link.
Ich habe in meinem Kommentar "the Roots of Terror 1+2"
http://www.zeit.de/politi...
auch schon darauf hingewiesen das Islamische Wahabiten und Djiadisten oft dort wo sie auftauchen die traditionelle islamische Kultur zerstören und ihre pervertierte Ansicht des Islams den Menschen aufzwingen.
Ich persönlich habe viel gutes von Muslimen erfahren,
man könnte sagen das meine Sichtweise auf die Welt obwohl ich Atheist ohne den Islam eine andere wäre, eine wesentlich unilaterale.
Ich mag den familiären zusammenhalt Islamischer Familien sehr, in denen ich teilweise behandelt worden bin als wäre ich teil dieser Familie, dies vermisse ich z.B. in vielen Deutschen Familien die oft sehr kalt zu einander sind, in denen oft der Erfolg und die Anpassungsfähigkeit Vorrang haben und bei nicht Erfüllung sogar zum Familiären Ausschluss führen kann.
Gut dies passiert auch oft bei Islamischen Familien bei Verletzung Islamischer Grundsätze, so könnte man fast behaupten Erfolg und Anpassung,seien unsere Religion unsere unantastbaren Werte.
Ich bin der Meinung das der Islam Deutschland bereichert hat, aber auch das kein Deutscher den Islam in Deutschland aufgrund von Politischer Doktrin akzeptieren soll, sondern sich aktiv mit den Werten und Ansichten beschäftigen soll um dann sein Urteil zu fällen.
muhamad Asad könnte man als antipoden zu Pierre Vogel bezeichnen, eine wirklich interessante Persönlichkeit
danke für den Link.
Am 24/01/2013 wurde von NGOs über Gräueltaten der malischen Armee berichtet. Sie haben seit Januar 2012 Aufzeichnungen über beide Seiten und sollten Beweise liefern können. Wenn das Intern. Rote Kreuz keine Bestätigung liefern kann, so sind zumindest Zweifel erlaubt. Aber letztlich ist das irrelevant, weil NGOs eine Warnung zur Vorsorge schnell aussprechen müssen.
Relevant ist der Internationale Strafgerichtshof, der seit dem 16/01/2013 in Mali wegen Kriegsverbrechen ermittelt. Nur wenn sie juristisch bewiesen werden können, dürfen sie zur Verurteilung führen.
http://derstandard.at/135...
Das Ahmed-Baba-Institut soll wirklich gebrannt haben. Allerdings sollen auch 90% der Dokumente von den Mitarbeitern des Instituts in Sicherheit gebracht worden sein und andernorts fachgerecht gelagert werden. Wie der WDR meldete.
Neben der Einheit Malis müssen die Tuareg auch die Auslieferung der Kriegsverbrecher akzeptieren, um als Verhandlungspartner glaubwürdig zu sein. Malis Grundlage muss der Rechtsstaat sein!
Tuareg in
Niger 860.000
Mali 440.000
Algerien 35.000
Libyen 15.000
Burkina Faso 15.000
http://universal_lexikon....
Nordmali,gesamt: 1.293.449
http://de.wikipedia.org/w...
Laut Friedrich-Ebert-Stiftung gibt es in Mali viele Regionen, die von Bamako vernachlässigt werden. Aber nur die Tuareg beginnen bewaffnete Aufstände. Sie fordern ein unabhängiges Azawad, obwohl sie nur 2% der malischen Bevölkerung stellen und auch in Azawad nur eine 34% Minderheit darstellen. Dabei werden sie seit vielen Jahren wirtschaftlich und politisch bevorzugt. Das erkennen sie aber nicht, weil sie sich statt mit Mali mit Tuareg im Maghreb oder Libyen vergleichen, denen es aufgrund der Öleinnahmen der Staaten wesentlich besser geht. Sie haben überzogene Forderungen! (FES Abs1:5, 1.Absatz)
http://library.fes.de/pdf...
Entwicklungshilfe löst nicht das Problem mit den Tuareg. Sie müssen ihre Einstellung ändern.
Für Mali gibt es jetzt die Chance für eine bessere Regierung, weil man die Schwächen des Systems erkannt hat.
Zu Mosambik, ehemals portugiesisch, gibt es gute Beziehungen aus Zeiten der DDR. Dort wird ein Rechnungshofwesen nach deutschem Vorbild und mit deutscher Unterstützung aufgebaut. Korrupte Politiker wandern jetzt ins Gefängnis, was die Korruption erschwert. Der Rechnungshof trägt jetzt schon wesentlich zur Finanzierung seines Aufbaus bei, damit sie jederzeit an jeder Stelle des Landes Prüfungen vornehmen können.
Und weil einige (meinetwegen ein Großteil) etwas getan haben, ist eine Hinrichtung aufgrund eines (meinetwegen zu Recht) aufgebrachten Mobs ohne Sinn und Verstand kein Problem? "Mutmaßliche" Islamisten haben eventuell überhaupt nichts verbrochen, sondern sind lediglich Opfer von Chaos und Hexenjagd.
Noch ein Link zum Verbleib der historischen Dokumente.
http://www.france24.com/e...
Wo sind die katarischen Soldaten?
Katar ist seit 1980 in Mali mit NGOs vernetzt. Sie liefern Nahrungsmittelhilfe für Nordmali. Die Regierung positioniert sich als Vermittler zwischen Azawad und Bamako. Man kann nicht ausschließen, dass Katar an den Bodenschätzen interessiert ist.
http://www.france24.com/e...
Frankreich hätte ja schon 2012 eingreifen können. Aber sie profitieren viel mehr, wenn die Tuareg friedlich sind. Die Unternehmen machen Gewinne und der Staat spart die Kriegskosten. Warum sollten sie die Aufstände finanzieren. Und dann noch über Katar?
Das Gleiche gilt auch für Katar, wenn sie tatsächlich eigene Interessen in Afrika vertreten. Es sei denn Katar vertritt ideologische Interessen der Islamisten.
Die Chinesen haben Interesse an den Bodenschätzen und Ackerland in Afrika. Sie sind aber nicht militärisch vertreten. Sie bauen Infrastruktur und erschließen Märkte. Auch in Mali!
Sind das vielleicht nur die Hirngespinste eines Spinndoktors?
Bericht wohl nicht gelesen den sie verlinkt haben ?
"Last week two French politicians explicitly accused Qatar of giving material support to separatists and Islamists in north Mali, adding fuel to speculation that the Emirate is playing a behind-the-scenes role in spreading Islamic fundamentalism in Africa."
also das hört sich für mich nicht so wahnsinnig nach Nahrungsmittelhilfe an.
"April 2011 hatten Offizielle aus Doha zugegeben, dass Katar Milan Raketen den libyschen Rebellen von Bengasi zukommen hat lassen, um die arabische Dschamahirija zu stürzen, indem sie sich seinerzeit auf die UNO Resolution stützten, die Lieferungen von «defensiven Waffen» (sic) an die libysche Opposition erlaubte."
http://www.voltairenet.or...
des weiteren
"Im März 2011 warnte der tschadische Präsident Idriss Deby davor, dass der Bürgerkrieg in Libyen die AQMI stärken würde, da diese Kriegswaffen aus den Rebellengebieten erhalten würde.[9] Auch der algerische Geheimdienst berichtete wenige Wochen später, dass es u. a. zu Lieferungen von panzerbrechenden Granaten und Luftabwehrrakten aus geplünderten libyschen Armeedepots gekommen sei"
http://de.wikipedia.org/w...
und ja Katar vertritt ideologische Interessen der Islamisten
"Die einheimische Bevölkerung hängt dem orthodoxen sunnitisch-wahhabitischen Islam an"
http://de.wikipedia.org/w...
Gesamtresümee viel Diffamierung und aussagen die durch ihre quellen leider nicht bestätigt wurden.
Bericht wohl nicht gelesen den sie verlinkt haben ?
"Last week two French politicians explicitly accused Qatar of giving material support to separatists and Islamists in north Mali, adding fuel to speculation that the Emirate is playing a behind-the-scenes role in spreading Islamic fundamentalism in Africa."
also das hört sich für mich nicht so wahnsinnig nach Nahrungsmittelhilfe an.
"April 2011 hatten Offizielle aus Doha zugegeben, dass Katar Milan Raketen den libyschen Rebellen von Bengasi zukommen hat lassen, um die arabische Dschamahirija zu stürzen, indem sie sich seinerzeit auf die UNO Resolution stützten, die Lieferungen von «defensiven Waffen» (sic) an die libysche Opposition erlaubte."
http://www.voltairenet.or...
des weiteren
"Im März 2011 warnte der tschadische Präsident Idriss Deby davor, dass der Bürgerkrieg in Libyen die AQMI stärken würde, da diese Kriegswaffen aus den Rebellengebieten erhalten würde.[9] Auch der algerische Geheimdienst berichtete wenige Wochen später, dass es u. a. zu Lieferungen von panzerbrechenden Granaten und Luftabwehrrakten aus geplünderten libyschen Armeedepots gekommen sei"
http://de.wikipedia.org/w...
und ja Katar vertritt ideologische Interessen der Islamisten
"Die einheimische Bevölkerung hängt dem orthodoxen sunnitisch-wahhabitischen Islam an"
http://de.wikipedia.org/w...
Gesamtresümee viel Diffamierung und aussagen die durch ihre quellen leider nicht bestätigt wurden.
Wo sind eigentlich die Leute, die wortreich meinen, Soldaten seien Mörder; die vor die Gerichte zogen, um sagen zu können: "Soldaten sind Mörder"? Sollten diese Leute nicht irgendetwas unternehmen, um zum Beispiel die französischen Soldaten von ihrem mörderischen Handwerk abzuhalten? Wo sind diese Leute?
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