PromotionAuf zum Titel!

Die häufigsten Hindernisse bei der Promotion und wie man sie überwindet. von Leonie Achtnich

Die Schreibblockade

Wer gerade unmotiviert ist, wird schwerlich etwas zu Papier bringen. »Da muss man durch, es kommt auch fast immer wieder ein Hoch«, sagt Silke Hell, Psychologin und Expertin für die Promotionsphase an der Uni Konstanz. Um die Blockade zu überwinden, kann der Betroffene einem Freund oder Kollegen erklären, was er gerade macht: Was hat er bereits geschafft? Was ist der nächste Schritt? An Graduiertenkollegs gibt es zudem häufig einen fachübergreifenden Promotionsberater. »Oft hilft es schon, die Schwierigkeiten in Worte zu fassen, um zu erkennen, wo es hakt«, sagt Gunda Huskobla, Promotionsberaterin an der Graduierten-Akademie der Universität Jena. Auch zu hohe Ansprüche können blockieren. »Besser ist es, stetig etwas aufs Papier zu bringen, als auf den Geistesblitz zu warten«, sagt Silke Hell. Wer ständig E-Mails checkt oder die Wohnung putzt, statt an der Promotion zu arbeiten, dem kann ein Coaching oder der Besuch einer Schreibwerkstatt helfen.

Der Zeitplan lässt sich nicht einhalten

Wer beruflich belastet ist oder eine Familie gründet, muss neu planen. »Gerade dann sollte man dranbleiben«, sagt Silke Hell, »die Arbeit muss in den Alltag integriert werden.« Lieber jeden Tag nur ein bisschen arbeiten, als ganz aufgeben. Im Extremfall kann im Zeitplan stehen, welches Kapitel man an welchem Tag liest. In der Regel basiert der Zeitplan aber auf wöchentlichen oder monatlichen Einteilungen. Wenn man mit Deadlines besser arbeitet, kann man den Betreuer um konkrete zeitliche Vorgaben bitten. »Aber man muss sich klarmachen, dass man sein eigener Unternehmer ist – was man nicht selbst macht, macht niemand«, sagt Silke Hell.

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Die Betreuung erscheint unzureichend

Oft ist Unsicherheit im Umgang miteinander ein Grund dafür, dass die Betreuung nicht gut funktioniert. Es sollte genau geklärt werden, in welchem Rhythmus man sich beim Betreuer meldet, ob Kapitel der Promotion zugeschickt werden dürfen und wie das Feedback ausfallen soll. Das kann auch in einer schriftlichen »Betreuungsvereinbarung« festgehalten werden. Sollte es trotzdem Schwierigkeiten geben, kann man Hilfe bei der Studienberatung suchen. Wenn ein Problem im persönlichen Verhältnis vorliegt, kann darüber hinaus eine neutrale Vermittlung eingeschaltet werden. »Das sollte aber möglichst der allerletzte Schritt sein«, sagt Gunda Huskobla, »schließlich besteht zwischen Betreuer und Betreutem ein Vertrauensverhältnis.« Es kann sich auch lohnen, ein Seminar zu guter wissenschaftlicher Praxis zu besuchen, um Anregungen zu bekommen, wie sich Konflikte im Forschungsalltag lösen lassen.

Das Thema macht Probleme

Wenn das Experiment nicht funktioniert oder das Thema nicht mehr sinnvoll erscheint, sollte man mit dem Betreuer sprechen. »Erst einmal muss man klären, ob das nun der Super-GAU ist oder ob man das nur so empfindet«, sagt Gunda Huskobla, »häufig kommt das in der Endphase vor.« Im Extremfall muss überlegt werden, was sich noch retten lässt, wenn auch vielleicht nicht mit dem ursprünglich erhofften Ergebnis. »Der Promovend sollte sich erkundigen, ob die Fachtradition zum Beispiel eine widerlegte Hypothese als Erkenntnis gelten lässt«, sagt Huskobla.

Die Finanzierung ist nicht gesichert

Viele Stipendien enden nach drei Jahren. Für Promovenden, die länger brauchen, gibt es manchmal spezielle Abschlussstipendien. Die Studienberatung kann helfen, das richtige zu finden, denn oft sind sie sehr speziell zugeschnitten – zum Beispiel auf Doktoranden mit Kind. Man sollte nicht zögern, mit dem Betreuer über finanzielle Schwierigkeiten zu sprechen. »Zu einer guten Betreuung gehört auch, dass man sich mit darum kümmert, dass der Doktorand finanziell über die Runden kommt«, sagt Huskobla. Außerhalb der Uni zu arbeiten ist eine Notlösung. In jedem Fall sollten mit dem Arbeitgeber Zeiten ausgehandelt werden, in denen die Promotion fertig geschrieben werden kann.

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