Toyota Avensis 2.0 D-4D CombiVon A nach B

Stephan Lebert fährt mit dem Toyota Avensis 2.0 D-4D Combi an den Lago Maggiore. von 

Toyota Avensis Combi

Toyota Avensis Combi  |  © Hersteller

Warum fährt man von einem Ort zum anderen? In meinem Fall: Warum fahre ich so oft von Berlin zum Lago Maggiore, dem mächtigen See zwischen Italien und der Schweiz? Rund 900 Kilometer liegen dazwischen. Zwölf Stunden Fahrt, mindestens. Zwölf lange Stunden. Also: Warum?

Der See ist wunderschön, aber man muss zugeben, es gibt auch anderswo wunderschöne Seen. Am Lago Maggiore gibt es eine Fähre, mit der man über den See von Ort zu Ort springen kann. Maccagno, Cannobio, Luino. Es gibt ein Lokal, dessen Betreiber wir »die Bösen« nennen, weil wir einmal nichts zu essen bekamen, als wir viel zu früh dort standen, was die Italiener nicht mögen. Es gibt einen Wirt, den wir »den Grantigen« nennen, weil er eine so unfassbar schlechte Laune hat, dass es eine Freude ist. Und es gibt ein Restaurant, von uns »Whitney Houston« getauft, weil – ach, lassen wir die Erklärung, ist einfach so.

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Es gibt hier ein Häuschen, das wir bewohnen, es liegt in den Bergen, sehr abgelegen, mit Wildschweinen im Garten, mit Siebenschläfern (irgendwas zwischen Marder und Eichhörnchen) unter dem Dach, mit einer großen schwarzen Schlange, die aber lieb ist. Es gibt Kamine und viele Bäume, aus denen man dauernd Holz machen muss, weil offene Feuer schön sind, aber auch ziemlich gierig.

Von A nach B
Alle Folgen der Serie "Von A nach B" aus dem ZEITmagazin

Alle Folgen der Serie "Von A nach B" aus dem ZEITmagazin  |  © .marqs/Photocase

Der See sieht von da oben noch schöner aus. Man sieht die kleine Kirche des Ortes, auch den Fußballplatz, und man kann die kleine Bar vorne an der Straße erahnen, die mit dem immer gleichen Wirt und dem immer gleichen, perfekten Cappuccino. Ja, man kann schnell ein wenig sentimental werden, da oben. Reicht das alles nun schon als Reisegrund aus? Nein. Da ist noch was. Es hat mit der Anreise zu tun. Kurz vor der Einfahrt zum San-Bernardino-Tunnel und kurz hinter der Ausfahrt des Tunnels befindet sich jeweils eine Art Imbisskiosk, mit einer ganz und gar großartigen Bratwurst im Angebot, einer hellen Kalbsbratwurst, der besten Bratwurst der Welt. Mit dem besten Senf, der besten Semmel. Der totale Hammer, diese Wurst. Auch da kann man schnell sentimental werden. An Weihnachten standen wir mit dem Toyota Avensis vor beiden Kiosken. Geschlossen. 900 Kilometer. Klar, der See, klar, das Haus. Aber innerlich ist da was zerbrochen. Auch das kann passieren, wenn man von einem Ort zum anderen fährt.

Technische Daten
Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 91 kW (124 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 9,7 s
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
CO2-Emission: 120 g/km
Durchschnittsverbrauch: 4,6 Liter
Basispreis: 26.250 Euro

Stephan Lebert leitet das Investigativ-Ressort der ZEIT

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Leserkommentare
  1. ... käme ich mir jetzt irgendwie vergackeiert vor.

    2 Leserempfehlungen
  2. ... was den Beiträgen dieser Rubrik noch zu entnehmen sein könnte, ist, welche kostenlosen Leihwagen die ZEIT-Redakteure für ihre Urlaubsfahrten abgreifen. Frau Uhl, machen Sie diesem unwürdigen Treiben als erste eine Ende. Bitte!
    Da wäre es ja ehrlicher, nichts zu schreiben.

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  • Schlagworte Toyota | Garten | Holz | Restaurant | Tunnel | Whitney Houston
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