Unter dem Titel "Global Burden of Disease" wurden erstmals 1992 alle Menschen erfasst, die innerhalb des Jahres gestorben waren. Außerdem beschrieb die Studie die wichtigsten Risikofaktoren für die Gesundheit. Im Dezember 2012 wurde nun, zwanzig Jahre später, eine Folgestudie veröffentlicht, basierend auf den knapp 53 Millionen Todesfällen des Jahres 2010. Das Fazit: Die Bevölkerung ist in der Zwischenzeit deutlich gesünder geworden. Infektionskrankheiten wurden zurückgedrängt, dafür sterben mehr Menschen an Altersgebrechen und Zivilisationsleiden.

In 179 von 187 Ländern stieg in den vergangenen Jahrzehnten die Lebenserwartung eines Neugeborenen. Impfungen schützen mehr Kinder vor Infektionen, Hilfsprogramme lassen Aids-Kranke länger leben und dämmen die Malaria ein. Wir werden nicht nur älter, sondern verbringen auch mehr Lebensjahre bei guter Gesundheit.

Wie sehr sich die Lage auch in den Entwicklungsländern verbessert hat, zeigt die Rangliste der Risikofaktoren. Wenn das Risiko zu einer Erkrankung führt, müssen die Betroffenen mitunter jahrelang mit einer Behinderung leben. Ein Maß dafür sind die DALY, die "disability-adjusted life years". Ein höherer Wert bedeutet mehr kranke Jahre und weniger Lebensqualität. Mit der Verbreitung des westlichen Lebensstils hat sich ebenso die Liste der Krankheiten verändert, die am meisten gesunde Lebensjahre rauben.