ÄgyptenGottgewollte Gewalt

Die Vergewaltiger von Kairo pflegen eine Kultur der Verachtung. Wo Frauen als minderwertig gelten, darf man sie angeblich auch malträtieren. Ein Gespräch mit der Juristin Seyran Ateș

DIE ZEIT: Frau Ateş, wussten Sie, dass vorige Woche in Kairo in aller Öffentlichkeit etwa zwei Dutzend Frauen vergewaltigt wurden? Am Jahrestag der Revolution fielen auf dem Tahrir-Platz mehrere Pulks von Vergewaltigern über einzelne Demonstrantinnen her. Die UN-Menschenrechtskommissarin verurteilte die Tatenlosigkeit der Polizei, die nicht einschritt, obwohl Hunderte Männer an den Übergriffen beteiligt waren.

Seyran Ateş: Ich habe es in der Zeitung gelesen, aber mich nicht gewundert.

Anzeige

ZEIT: Wie bitte?

Ateş: Weil Vergewaltigung seit Anbeginn der Revolution ein Thema war. Am Tag von Mubaraks Rücktritt etwa vergewaltigten auf dem Tahrir-Platz Dutzende Männer die südafrikanische Kriegsreporterin Lara Logan. Das jetzige Ausmaß der Gewalt ist erschreckend. Aber es gehört zur Logik der Revolution in einer patriarchalen Gesellschaft, dass Frauen rasch wieder rausgedrängt werden müssen aus der Politik. Wir dürfen nicht vergessen: Die Demonstrantinnen opponieren gegen eine Regierung religiöser Fundamentalisten.

ZEIT: Was hat Vergewaltigung denn mit Religion zu tun?

Seyran Ateş

49, ist eine deutsche Juristin türkischer Herkunft. Zuletzt erschien von ihr "Der Islam braucht eine sexuelle Revolution".

Ateş: Die Geschlechterapartheid ist ein wesentlicher Bestandteil des Weltbildes der Muslimbrüder. Sie glauben, Frauen sind nicht gleichberechtigt, also müssen sie kleingehalten und erniedrigt werden.

ZEIT: Selbsthilfeorganisationen richten nun Internetseiten ein wie harassmap.org, dort kann man per Mail, SMS oder Tweet Alarm schlagen, wenn Übergriffe drohen. Warum tut die Polizei nichts?

Ateş: Weil sie Teil des frauenverachtenden Systems ist. Die ägyptische Bloggerin Mona el-Tahawy wurde während der Revolution von Sicherheitskräften Mubaraks festgenommen und zwölf Stunden misshandelt. Sie beschrieb später die grausamen Methoden in ihrem Blog, der aber seit einigen Wochen nicht mehr existiert. Sie hat sich zurückgezogen. Das ist es, was diese Gewalttäter erreichen wollen.

ZEIT: Aber die ägyptische Revolution galt auch als ein Aufbegehren der Frauen.

Ateş: Eine Freundin aus Kairo schrieb mir Ende Januar 2011, dass sie sich jetzt zum ersten Mal als gleichberechtigter Mensch wertgeschätzt fühle. Plötzlich hielten alle zusammen: Männer mit oder ohne Bart, Frauen mit oder ohne Kopftuch. Sie hoffte, dass die Geschlechtertrennung aufhört. Doch diese Hoffnung währte nicht lange. Als Menschenrechtlerin weiß ich von vielen politisch aktiven Frauen, die auf Polizeiwachen und von Soldaten sexuell erniedrigt wurden.

ZEIT: Mona el-Tahawy schrieb einen Aufsatz mit dem Titel Warum sie uns hassen. Mit "sie" meinte sie die Männer. Warum also der Hass?

Ateş: Weil Verachtung Hass erzeugt.

Leser-Kommentare
    • hg2000
    • 16.02.2013 um 23:05 Uhr

    wahrscheinlich liegt es daran, dass alle diese Schriften vor über tausend Jahren verfasst wurden und demnentsprechend die Weltanschauung und den Kenntnisstand arachischer Kulturen wiederspiegelt.

    Es ist ein Jammer das heutzutage immer noch so viele Menschen ihre Weltanschauung auf diesen arachischen Schriften begründen, anstatt die Erkenntnisse wahrzunehmen, die Menschheit in der Zwischenzeit hinzugewonnen hat.

    9 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Frauenbild"
    • Chiri
    • 16.02.2013 um 23:23 Uhr

    es leider auch in Deutschland nicht selbstverständlich´ist, dass Frauen wie Seyra Ates und Necla Kelek ein Forum bekommen. Morddrohungen erhalten sie zwar aus der eigenen Community, aber dass sie bei uns besonders viel Rückhalt durch Politiker und die Medien erhielten, sehe ich nicht. Die allgegenwärtige political correctness macht es ihnen und ihren Mitstreitern nicht immer leicht, bittere Wahrheiten klar auszusprechen. Da gibt es z. B. urdeutsche Politikerinnen, die sich hierzulande zwar leidenschaftlich feministisch geben, sich aber sich offenbar eher den Fuß abhacken würden, als mit Frau Kelek und Frau Ates zusammen öffentlich auf die Barrikaden gegen Zwangsheiraten und Schwimmverbote zu steigen. Nein, da schwärmt man doch lieber von Börek und dem türkischen Mond. Bei Lichte betrachtet ist das skandalös.

    Im Gegensatz zu Frau Ates sieht Necla Kelek auch ein Problem im Islam selbst, der sich bisher jeder notwendigen Exegese erfolgreich entziehen konnte. Die Religion selbst verhindert den Fortschritt dadurch, dass der Koran als das unveränderbare Wort Gottes gilt. Insofern geben einzelne Koranverse weiterhin patriarchalischen Strukturen und fundamentalistischen Umtrieben die Legitimation. Und man hat auch nicht unbedingt den Eindruck, als hätten die in Deutschland agierenden Verbände ein sonderlich großes Interesse daran, die Aufklärung wirksam in Gang zu setzen und zu einen modernen Euroislam zu gelangen, wie der ebenfalls viel geschmähte Bassam Tibi ihn fordert.

    22 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Schlimm ist,"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...dadurch, dass der Koran als das unveränderbare Wort Gottes gilt." sagen Sie und sprechen damit gleichzeitig das Grundproblem aller fundamentalistischen Varianten der 3 Schriftreligionen und wortwörtlichen Auslegungen innerhalb des biblischen Monotheismus überhaupt an.

    Ihr gemeinsam übergeordnetes Merkmal ist kollektiv verankerte Frauenverachtung, -ausgrenzung und -feindlichkeit, was sich nicht nur in der vatikanischen Männerkirche widerspiegelt, sondern immer noch unser "aufgeklärt-säkulares Gesellschaftssystem beeinflusst.

    Die „schriftlich fixierte Direktoffenbarung“ des Koran begründet sich aber auf viel ältere patriarchal-BIBLISCHE Überlieferungen, der unfehlbaren Stimme des EINEN HERRN (Jahwe), einer monotheistischen Jahwe-allein-Ideologie, die von priesterlichen Machteliten den Menschen im alten Palästina mit roher Gewalt eingbimst wurde.

    Mitte des 8.Jhds.v.Chr. trat "HOSEA" im alten Israel auf, einer der ersten unter den Propheten,der sich nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich äußerte.(HOSEA-Buch im AT)
    Seine Kernbotschaft lautet: "Samaria verfällt seiner Strafe, weil es sich empört hat gegen seinen Gott. Seine Bewohner fallen unter dem Schwert, ihre Kinder werden zerschmettert, die schwangeren Frauen werden aufgeschlitzt." (14,1)

    Mit "Hosea" beginnt jene patriarchale Prophetie, die sich zugleich einer ausgesprochen frauenfeindlichen Metaphorik bedient.

    (Forts. folgt)

    Hosea wirkt weichenstellend für nachfolgende biblische Prophetengenerationen, die ihn in dieser Hinsicht zum Teil noch übertreffen und das fundamentalistische Grundgerüst der Frauenverachtung und Frauenfeindlichkeit aller 3 späteren monotheistischen Religionen gebildet haben.
    Gleich zu Beginn des Buches wird deutlich, worin Hosea den Schwerpunkt der "Vergehen" der Menschen sieht. Er vernimmt die Stimme seines HERRN, die ihm den Auftrag erteilt: "Geh hin und nimm ein Hurenweib und Hurenkinder; denn das Land läuft vom HERRN weg der Hurerei nach." (Hosea 1,2)

    Die Theologie-Professorin Helgard Balz-Cochois hat als Erste auf das Problem der interreligiösen Ehegemeinschaft zwischen Hosea und seiner Frau Gomer hingewiesen.
    Gemäß ihren Vorstellungen, litt Hosea daran, dass Gomer nicht Jahwe allein verehrte, sondern - wenn überhaupt - dann nur an der Seite Asheras, der Repräsentantin des Lebens..
    Als Anhänger der Jahwe-allein-Bewegung kritisiert Hosea die religiösen Praktiken des Volkes, die er als "Hurerei" bezeichnet und gleichzeitig auch seiner Ehefrau anlastet, die offenbar dem kultischen Verhalten des Volkes zugetan ist und nicht auf "Jahwe allein" vertraut.
    Neben dem Propheten des HERRN spricht hier also auch noch ein gekränkter Ehemann, dessen Gattin auf ihren eigenen religiösen Vorstellungen beharrt.

    Forts.:3

    Ganz anders Hoseas Ehefrau, Gomer. Sie verehrte Ashera als Repräsentantin der damals noch, biblisch belegten existierenden Göttin_Religion, die von der jüdischen Neurologin Jenny Kien (2000) so beschrieben wird:
    "Sie ist die Göttin sexueller Kraft und Freude; sie ist der Mutterleib, die nährende Brust, Schöpferin, Mutter allen Lebens, Spinnerin des Schicksalsfadens, machtvolle Löwin und schließlich auch die Schlange. Und das bedeutet das Wissen über diese und andere Welten, um den Zyklus des Lebens und die Unsterblichkeit allen Lebens. Zu ihr wurde um Gesundheit gebetet, um Hilfe bei der Geburt und anderes Gelingen. (...) Ihr Begleiter war der Hauptgott El der Bulle/Stier, ... ihr Liebhaber Ba'al, ursprünglich ein syrischer Sturm-, Gewitter und Berggott"
    Anders als Jahwe war Ashera als das gebärende Prinzip, das ständig neues Leben in diese Welt bringt, überall in der Natur bis hinauf in den Kosmos deutlich wahrnehmbar - eine heute wieder neu anerkannte mythisch-wissenschaftliche Größe. An ihrer Seite waren Baal oder Jahwe das miterzeugende männliche Prinzip.

    Hinter der Verbindung des Propheten mit einem "Hurenweib" verbirgt sich wohl eine ganz normale Liebesheirat, in der es zu religiösen Unverträglichkeiten gekommen sein muss, weil Gomer auch während der Ehe an ihrer bäuerlichen Volksfrömmigkeit mit ihren uralten Weisheiten und Liebeskulten festhielt.

    Diese religiösen Liebeskulte widersprachen nicht nur Hoseas Jahwe-allein-Glauben, sondern auch seinem damit einhergehenden "monogamen" Eheverständnis, das wohl die Frau an den Mann band, ihn aber nicht in gleicher Weise an die Frau.
    So nahm Hosea Anstoß an der kultischen Rolle und Bedeutung, die auch seiner Frau bei den alljährlichen Feiern der "Heiligen Hochzeit" zukam.

    In seiner Verkündigung gibt es Hinweise darauf, dass es ihn ganz persönlich tangierte, wenn seine Frau sich einmal im Jahr der kultischen Sexualität verschrieb, während er zu Hause vor Eifersucht fast umkam. - Gemeinsam mit ihr an diesen Festen zu Ehren der lebendigen Natur teilzunehmen, war für ihn jedoch unmöglich.
    Stattdessen erklärt er als Anhänger des patriarchal-monotheistischen Gottesglaubens diese Kultfeiern, die seiner Frau heilig waren, zur "Hurerei" und damit zur Sünde par excellence.

    Die Bibel selbst bestätigt hingegen die Sicht Gomers - zumindest in einem ihrer Bücher,
    "Das Hohelied der Liebe"
    das solche Feiern in hymnischen Liedern besingt, was allerdings nicht als solches erkannt werden darf und sich eine jahwistische Umdeutung gefallen lassen musste.

    Erst durch die Religionswissenschaft, die von der Theologie nur sporadisch und ganz nach Belieben zur Kenntnis genommen wird, trat hier eine Änderung ein. Am Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dem "Hohenlied" die Anerkennung seiner kultisch-religiösen Relevanz zuteil.

    Religionen müssen wissenschaftlich hinterfragbar sein!

    ...dadurch, dass der Koran als das unveränderbare Wort Gottes gilt." sagen Sie und sprechen damit gleichzeitig das Grundproblem aller fundamentalistischen Varianten der 3 Schriftreligionen und wortwörtlichen Auslegungen innerhalb des biblischen Monotheismus überhaupt an.

    Ihr gemeinsam übergeordnetes Merkmal ist kollektiv verankerte Frauenverachtung, -ausgrenzung und -feindlichkeit, was sich nicht nur in der vatikanischen Männerkirche widerspiegelt, sondern immer noch unser "aufgeklärt-säkulares Gesellschaftssystem beeinflusst.

    Die „schriftlich fixierte Direktoffenbarung“ des Koran begründet sich aber auf viel ältere patriarchal-BIBLISCHE Überlieferungen, der unfehlbaren Stimme des EINEN HERRN (Jahwe), einer monotheistischen Jahwe-allein-Ideologie, die von priesterlichen Machteliten den Menschen im alten Palästina mit roher Gewalt eingbimst wurde.

    Mitte des 8.Jhds.v.Chr. trat "HOSEA" im alten Israel auf, einer der ersten unter den Propheten,der sich nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich äußerte.(HOSEA-Buch im AT)
    Seine Kernbotschaft lautet: "Samaria verfällt seiner Strafe, weil es sich empört hat gegen seinen Gott. Seine Bewohner fallen unter dem Schwert, ihre Kinder werden zerschmettert, die schwangeren Frauen werden aufgeschlitzt." (14,1)

    Mit "Hosea" beginnt jene patriarchale Prophetie, die sich zugleich einer ausgesprochen frauenfeindlichen Metaphorik bedient.

    (Forts. folgt)

    Hosea wirkt weichenstellend für nachfolgende biblische Prophetengenerationen, die ihn in dieser Hinsicht zum Teil noch übertreffen und das fundamentalistische Grundgerüst der Frauenverachtung und Frauenfeindlichkeit aller 3 späteren monotheistischen Religionen gebildet haben.
    Gleich zu Beginn des Buches wird deutlich, worin Hosea den Schwerpunkt der "Vergehen" der Menschen sieht. Er vernimmt die Stimme seines HERRN, die ihm den Auftrag erteilt: "Geh hin und nimm ein Hurenweib und Hurenkinder; denn das Land läuft vom HERRN weg der Hurerei nach." (Hosea 1,2)

    Die Theologie-Professorin Helgard Balz-Cochois hat als Erste auf das Problem der interreligiösen Ehegemeinschaft zwischen Hosea und seiner Frau Gomer hingewiesen.
    Gemäß ihren Vorstellungen, litt Hosea daran, dass Gomer nicht Jahwe allein verehrte, sondern - wenn überhaupt - dann nur an der Seite Asheras, der Repräsentantin des Lebens..
    Als Anhänger der Jahwe-allein-Bewegung kritisiert Hosea die religiösen Praktiken des Volkes, die er als "Hurerei" bezeichnet und gleichzeitig auch seiner Ehefrau anlastet, die offenbar dem kultischen Verhalten des Volkes zugetan ist und nicht auf "Jahwe allein" vertraut.
    Neben dem Propheten des HERRN spricht hier also auch noch ein gekränkter Ehemann, dessen Gattin auf ihren eigenen religiösen Vorstellungen beharrt.

    Forts.:3

    Ganz anders Hoseas Ehefrau, Gomer. Sie verehrte Ashera als Repräsentantin der damals noch, biblisch belegten existierenden Göttin_Religion, die von der jüdischen Neurologin Jenny Kien (2000) so beschrieben wird:
    "Sie ist die Göttin sexueller Kraft und Freude; sie ist der Mutterleib, die nährende Brust, Schöpferin, Mutter allen Lebens, Spinnerin des Schicksalsfadens, machtvolle Löwin und schließlich auch die Schlange. Und das bedeutet das Wissen über diese und andere Welten, um den Zyklus des Lebens und die Unsterblichkeit allen Lebens. Zu ihr wurde um Gesundheit gebetet, um Hilfe bei der Geburt und anderes Gelingen. (...) Ihr Begleiter war der Hauptgott El der Bulle/Stier, ... ihr Liebhaber Ba'al, ursprünglich ein syrischer Sturm-, Gewitter und Berggott"
    Anders als Jahwe war Ashera als das gebärende Prinzip, das ständig neues Leben in diese Welt bringt, überall in der Natur bis hinauf in den Kosmos deutlich wahrnehmbar - eine heute wieder neu anerkannte mythisch-wissenschaftliche Größe. An ihrer Seite waren Baal oder Jahwe das miterzeugende männliche Prinzip.

    Hinter der Verbindung des Propheten mit einem "Hurenweib" verbirgt sich wohl eine ganz normale Liebesheirat, in der es zu religiösen Unverträglichkeiten gekommen sein muss, weil Gomer auch während der Ehe an ihrer bäuerlichen Volksfrömmigkeit mit ihren uralten Weisheiten und Liebeskulten festhielt.

    Diese religiösen Liebeskulte widersprachen nicht nur Hoseas Jahwe-allein-Glauben, sondern auch seinem damit einhergehenden "monogamen" Eheverständnis, das wohl die Frau an den Mann band, ihn aber nicht in gleicher Weise an die Frau.
    So nahm Hosea Anstoß an der kultischen Rolle und Bedeutung, die auch seiner Frau bei den alljährlichen Feiern der "Heiligen Hochzeit" zukam.

    In seiner Verkündigung gibt es Hinweise darauf, dass es ihn ganz persönlich tangierte, wenn seine Frau sich einmal im Jahr der kultischen Sexualität verschrieb, während er zu Hause vor Eifersucht fast umkam. - Gemeinsam mit ihr an diesen Festen zu Ehren der lebendigen Natur teilzunehmen, war für ihn jedoch unmöglich.
    Stattdessen erklärt er als Anhänger des patriarchal-monotheistischen Gottesglaubens diese Kultfeiern, die seiner Frau heilig waren, zur "Hurerei" und damit zur Sünde par excellence.

    Die Bibel selbst bestätigt hingegen die Sicht Gomers - zumindest in einem ihrer Bücher,
    "Das Hohelied der Liebe"
    das solche Feiern in hymnischen Liedern besingt, was allerdings nicht als solches erkannt werden darf und sich eine jahwistische Umdeutung gefallen lassen musste.

    Erst durch die Religionswissenschaft, die von der Theologie nur sporadisch und ganz nach Belieben zur Kenntnis genommen wird, trat hier eine Änderung ein. Am Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dem "Hohenlied" die Anerkennung seiner kultisch-religiösen Relevanz zuteil.

    Religionen müssen wissenschaftlich hinterfragbar sein!

  1. Eine Religion hat eine Jenseitsperspektive, die über dieses Leben in dieser Welt hinaus geht. Darum frage ich mich auch, wo die gläubigen Moslems sind, die im Dienste ihres Gottes sich trotz aller Gefahren für einen anderen Islam einsetzen. Gut, diesen Glauben kann man nicht von jedem Menschen erwarten, aber ich sehe kein einziges Beispiel für Moslems, die im Dienst ihres Gottes und im tiefen Glauben an ihren Gott zum Beispiel trotz aller Gefahren vor und in Moscheen gegen die Salafisten predigen.

    Genau das Nicht-Vorhandensein solcher Beispiele wirft große Fragen und Zweifel an einen „anderen Islam“ auf.

    10 Leser-Empfehlungen
  2. Mir kam in den Sinn beim Lesen...

    ... wie steht es eigentlich um die Exkommunikation auf der Welt?

    Eigentlich wäre die Exkommunikation in einem Gottesstaat mit Bürgern, die die Gottesfürchtigkeit derart vor sich hertragen, doch die härteste Waffe gegen Gewalt und herbe Demütigung vor der individuellen Familie. Nicht nur Moscheeverbot, Aberkennung des Glaubens, sondern auch offizielle Eintragung als nicht gläubig im Pass (und damit Ausschluss aus Mekka bei Einreise in Saudi Arabien).

    Exkommunikation wird ja in der kath. Kirche auch nicht zur Disziplinierung genutzt, nur ist diese ja auch nicht das Maß der Gesetze, wenngleich der christliche Glauben Berücksichtigung findet.

    Wer meint ein religiöses Gesetz selbst ausüben zu dürfen, macht aber eben Gotteslästerung. Wer sich nicht mal mit den Straßenverkehrsregeln auskennt, sollte bestimmt nicht so geisteskrank sein über Gottes Willen zu entscheiden, wenn er an einen Gott glaubt.

    2 Leser-Empfehlungen
  3. Ich bin mir sehr bewusst, dass Exkommunikation in der Kirche zu oft den gegenteiligen Zweck hatte. Der Grundgedanke wäre aber, sofern das Prinzip Toleranz, Akzeptanz und Friedfertigkeit gewahrt werden soll, aber auch dann die Grundfesten der Religion, gar nicht so fehl gewesen.

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/ls

    Eine Leser-Empfehlung
  4. 30. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

    2 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bitte. Sie sehen doch, daß wir auf diesen bisher 5 Kommentarseiten näher am Thema dran sind als auf den knapp 30 Kommentarseiten des "Oneforabillion"-Artikels. Zerstören Sie diese Ansätze nicht, sonst wird es keine Lösung geben. Für niemanden.

    MfG
    FTes "Oneforabillion"-Ar

    Bitte. Sie sehen doch, daß wir auf diesen bisher 5 Kommentarseiten näher am Thema dran sind als auf den knapp 30 Kommentarseiten des "Oneforabillion"-Artikels. Zerstören Sie diese Ansätze nicht, sonst wird es keine Lösung geben. Für niemanden.

    MfG
    FTes "Oneforabillion"-Ar

  5. Am Tag von Mubaraks Rücktritt etwa vergewaltigten auf dem Tahrir-Platz Dutzende Männer die südafrikanische Kriegsreporterin Lara Logan.

    Meines Wissens konnte die Frau sich gerade so noch vor den Übergriffen retten...

    Weil das Problem nicht der Islam ist, sondern die Unfähigkeit vieler muslimischer Männer, einen zeitgemäßen Glauben zu leben.

    Na, jetzt müsste hier aber eigentlich stehen "Entfernt. Wir bitten Sie, von pauschalisierenden/diffamierenden Äußerungen abzusehen"
    *scnr*

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    http://www.nytimes.com/20...
    'Ms. Logan, a CBS News correspondent, was in the square preparing a report for “60 Minutes” on Feb. 11 when the celebratory mood suddenly turned threatening. She was ripped away from her producer and bodyguard by a group of men who tore at her clothes and groped and beat her body. “For an extended period of time, they raped me with their hands,” Ms. Logan said in an interview with The New York Times. She estimated that the attack involved 200 to 300 men.'

    Lara Logan konnte sich keineswegs selbst 'retten', sondern wurde von einer Gruppe ägyptischer Frauen und einigen Soldaten nach etwa einer halben Stunde 'gerettet'.

    Oder sind Sie der Ansicht, erst die Penetration durch 200-300 Penisse entspräche Ihren feinsinnigen Ausführungen im nächsten Kommentar? 'Hier ist es allerdings vollkommen zutreffend, denn in diesem Fall wird es in der Tat als die Schande der Frau angesehen: Ihr wurde nicht "nur" Gewalt angetan, sondern sie wurde dazu auch noch entehrt und ist somit nicht nur psychisch und physisch, sondern auch noch sozial geschädigt worden.'

    http://www.nytimes.com/20...
    'Ms. Logan, a CBS News correspondent, was in the square preparing a report for “60 Minutes” on Feb. 11 when the celebratory mood suddenly turned threatening. She was ripped away from her producer and bodyguard by a group of men who tore at her clothes and groped and beat her body. “For an extended period of time, they raped me with their hands,” Ms. Logan said in an interview with The New York Times. She estimated that the attack involved 200 to 300 men.'

    Lara Logan konnte sich keineswegs selbst 'retten', sondern wurde von einer Gruppe ägyptischer Frauen und einigen Soldaten nach etwa einer halben Stunde 'gerettet'.

    Oder sind Sie der Ansicht, erst die Penetration durch 200-300 Penisse entspräche Ihren feinsinnigen Ausführungen im nächsten Kommentar? 'Hier ist es allerdings vollkommen zutreffend, denn in diesem Fall wird es in der Tat als die Schande der Frau angesehen: Ihr wurde nicht "nur" Gewalt angetan, sondern sie wurde dazu auch noch entehrt und ist somit nicht nur psychisch und physisch, sondern auch noch sozial geschädigt worden.'

  6. Sehr geehrte Redaktion, bitte benutzen Sie nicht "schänden" als Synonym für "vergewaltigen". Dass Vergewaltigung Schande über die Frau bringt, ist zutiefst sexistisches Gedankengut.

    Hier ist es allerdings vollkommen zutreffend, denn in diesem Fall wird es in der Tat als die Schande der Frau angesehen: Ihr wurde nicht "nur" Gewalt angetan, sondern sie wurde dazu auch noch entehrt und ist somit nicht nur psychisch und physisch, sondern auch noch sozial geschädigt worden.

    Und trotzdem immer noch besser dran als in nochmal anderen Teilen der Welt, wo Vergewaltigungsopfer als Ehebrecherinnen gelten und gesteinigt werden.

    4 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Sprachliche Sorgfalt"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Gavra
    • 17.02.2013 um 8:56 Uhr

    "Es wird als Schande der Frau angesehen" - gewiss, aber von wem?? Meinen Sie ernsthaft, die Redakteurin solle aus der Sicht der Vergewaltiger schreiben und nicht aus der Sicht aufgeklärter Europäer, die wissen, dass sich niemand einer erlittenen Vergewaltigung "schämen" sollte? Wie zynisch und perfide ist es, so etwas zu verlangen? Die "Schande" bringen die Vergewaltiger über sich und nicht die Opfer, die oft ein Leben lang an dem Trauma der Vergewaltigung zu leiden haben. Ich muss mich sehr wundern, dass die ZEIT diesen hier im Forum schon mehrfach demaskierten Wortgebrauch im Artikel noch nicht korrigiert hat.

    Zu diesem Einwand bezüglich des "Schändens" habe ich mich schon geäußert: #13. Gerade weil ...
    Zu sagen, dass eine Frau, die von einer ganzen Horde vergewaltigt wurde, "besser dran" sein, weil sie so gerade noch am Leben ist, finde ich reichlich zynisch.

    • Gavra
    • 17.02.2013 um 8:56 Uhr

    "Es wird als Schande der Frau angesehen" - gewiss, aber von wem?? Meinen Sie ernsthaft, die Redakteurin solle aus der Sicht der Vergewaltiger schreiben und nicht aus der Sicht aufgeklärter Europäer, die wissen, dass sich niemand einer erlittenen Vergewaltigung "schämen" sollte? Wie zynisch und perfide ist es, so etwas zu verlangen? Die "Schande" bringen die Vergewaltiger über sich und nicht die Opfer, die oft ein Leben lang an dem Trauma der Vergewaltigung zu leiden haben. Ich muss mich sehr wundern, dass die ZEIT diesen hier im Forum schon mehrfach demaskierten Wortgebrauch im Artikel noch nicht korrigiert hat.

    Zu diesem Einwand bezüglich des "Schändens" habe ich mich schon geäußert: #13. Gerade weil ...
    Zu sagen, dass eine Frau, die von einer ganzen Horde vergewaltigt wurde, "besser dran" sein, weil sie so gerade noch am Leben ist, finde ich reichlich zynisch.

Service