MartensteinÜber Altherrenwitze und Frauenhumor

von 

Alle Kolumnen von Harald Martenstein aus dem ZEITmagazin zum Nachlesen

Alle Kolumnen von Harald Martenstein aus dem ZEITmagazin zum Nachlesen  |  © Nicole Sturz

Ganz Deutschland geißelt seit Tagen den Altherrenhumor. Ich kapiere das nicht. Loriot, Dieter Hildebrandt, Gerhard Polt – was genau ist an Altherrenhumor denn so schrecklich? Müsste man schmierige Witze nicht eher "schmierige Witze" nennen statt "Altherrenhumor"?

Ich habe in dieser Kolumne noch nie einen Witz aufgeschrieben. Aber als diese Debatte über den Altherrenhumor losging, dachte ich, man könnte doch mal, um den Unterschied klarzumachen, ein paar Beispiele von Altdamenhumor bringen. Ich bin deshalb auf die Homepage von Emma gegangen und habe nach Witzen gesucht. Es gibt da eine Rubrik "Die besten Männerwitze". Mich hat interessiert, an welcher Art von Humor die alten Emma-Leserinnen sich ergötzen, wenn sie, nur ein Beispiel, nachts um halb eins angeschickert an der Hotelbar stehen.

Anzeige

"Was macht frau, wenn ein Mann im Zickzack durch ihren Garten läuft? Weiterschießen."

"Was ist ein Mann im Knast? Artgerechte Haltung."

"Was ist der Unterschied zwischen einer Krawatte und einem Kuhschwanz? Der Kuhschwanz bedeckt das ganze Arschloch."

Da kommt mir der Humor von Rainer Brüderle ja vergleichsweise niveauvoll vor. Als ich dann den Tatort anschaltete, sagte eine taffe Staatsanwältin über einen Polizisten: "Ich trete ihm in die Eier." Na ja, sie ist halt mächtiger als er. Eine starke Frau. Laut Süddeutscher Zeitung werden in Großbritannien inzwischen 40 Prozent der häuslichen Gewalttaten von Frauen begangen, in Berlin sind es 25 Prozent, laut Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2011. Wenigstens bei den Gewaltverbrechen scheint die Einführung einer Frauenquote nicht erforderlich zu sein. Das regelt sich von alleine.

Es gibt bei Emma auch eine Sexexpertin, Alexandra Eul, 31, Single. Sie hat eine Kolumne darüber geschrieben, wie man "feministisch flirtet". Das Geheimnis des feministischen Flirtens scheint zu sein, dass man sich nicht auf einen Mann festlegt, sondern abschleppt, was man kriegen kann: "Die meisten Frauen spielen Roulette, sie setzen alles auf die rote Neun mit der Wuschelfrisur." Wenn dieser Typ dann nicht anbeißt, sind sie enttäuscht. Frauen sollten ihren Einsatz auf viele Männer verteilen und nach einer Abfuhr denken: "Das ist ein Idiot", und sofort den nächsten anbaggern. So viel anders hätte das Rolf Eden aber auch nicht ausgedrückt.

Sexismus ist, wenn ich die Zeitung lese, immer nur etwas, was Männer den Frauen antun. Nie umgekehrt. Prostitution? Ich habe eine ellenlange Talkshow über dieses Thema gesehen, in der mit keinem einzigen Wort erwähnt wurde, dass immer mehr Frauen sich für Geld Sex kaufen. Weil sie es sich leisten können. Sie sind keine besseren Menschen, ein bisschen anders, aber nicht besser. Als die Kapitalisten enteignet wurden und die Kommunistische Partei den Laden übernommen hat, ist das Paradies nicht gekommen. Als man im Iran den Schah verjagt hat und einen Gottesstaat errichtete, ist das Paradies nicht gekommen. Und wenn der weiße Mann demnächst abgetreten ist und Frauen regieren, wird das Paradies ebenfalls auf sich warten lassen. Es wird ungerechte Chefinnen geben, Gewalt, Sexismus, Ausbeutung, die ganze Palette. Woher ich das weiß? Ich weiß es nicht, ich schließe es nur aus dem bisherigen Verlauf der Menschheitsgeschichte und aus der Lektüre der besten Männerwitze in Emma.

Geht noch einer? "Was macht eine Frau, wenn ihr Mann beim Kartoffelholen die Kellertreppe ’runterfällt und sich das Genick bricht? Nudeln."

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Sehr geehrter Herr Martenstein,

    wie schön, dass Sie den Weg zur EMMA-Homepage gefunden haben! Das ist eine guter Anfang auf dem Weg, den Feminismus zu verstehen.

    Leider stelle ich fest, dass Sie nichts Interessanteres gefunden haben, als diese sieben Jahre alten Witze. Schade.
    An Wissenswertem ist Ihnen dabei z.B. entgangen, dass das Durchschnittsalter der EMMA-LeserInnen bei 39 Jahren liegt.
    EMMA hat "die jüngsten, gebildetsten und bestverdienenden Leserinnen unter allen vergleichbaren (Frauen)Magazinen."
    Die sind also gar nicht so alt sind, wie Sie schreiben.
    Zudem hätten Sie erfahren können, dass die Aussage des Feminismus nicht ist, Frauen seien die besseren Menschen. Wo haben Sie das her?
    Einen weiteren Artikel haben Sie dann doch gelesen, von Alexandra Eul über feministischen Flirt. Warum verkürzen Sie den Inhalt auf's Abschleppen? Es geht darin um viel mehr:
    Um's nicht 'kleines-hübsches-scheues-Mädchen-sein'
    Um's zu sich stehen
    Um's geradeheraus
    Um selbstbewusste Frauen. Das will Feminismus.

    Vielleicht haben Sie ja Zeit, wenn die Altherrenwitzedebatte sich legt und die Gemüter entspannter sind, sich der EMMA noch einmal in aller Ruhe zu widmen. Und zu verstehen.

    Dafür wünsche ich Ihnen das Beste
    Ihre Anja

    @ Clair11: Ich teile deine Meinung.

    33 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Einen tollen Humor habt ihr Feministinnen von der EMMA ja.
    Wie dumm nur für euch, dass da einer mal mitgehört hat.

    Nur verstehe ich eure Aufregung gegen den Autor nicht so ganz. Martinstein hat in seiner charmanten Art nur davon geredet, dass "angeschickte" alte Damen über sowas lachen können.

    Ganz ehrlich, mich erinnert diese Form des Humors eher an den Humor der Typen mit Parteiabzeichen aus dieser ganz speziellen Zeit der deutschen Geschichte.

    Brrrrrrrrrrrrr, euer Humor ist schon irgendwie gruselig!

    reichen mir, um Euer Blatt nicht zu lesen. Bild-Niveau für angebliche Feministinnen.

    Man(n) muss danken für selbstbewusste Artikel in Zeiten der Angst. EMMA wünscht Männern den Tod, und sei es nur aus "Spaß". Darüber kann ich nicht lachen, diese Aggressivität möchte den Mann von allem Irdischen ausgrenzen! Dass die hasserfüllten Todes-"Witze" der guten alten Zeit 1995 bis 1999 entstammen, macht dies nicht besser, im Gegenteil. Warum konnte sich EMMA seither nie distanzieren von deren Drohgehalt? Zudem dort diskriminierender Sexismus: "Was ist der Unterschied zwischen einer Kneipe und einer Klitoris? Die Kneipe finden die Männer auf Anhieb. (05/96)". Seit fast 20 Jahren hat sich nichts verändert am Sexismus, den EMMA ständig befeuert. Traurig!

    Ob EMMA-LeserInnen jünger, gebildeter und bestverdienend sind, interessiert den Mann niemals, EMMA-KonsumentInnen sind Menschen, die Identitäten studieren. Klassifizierung nach sozialem Status degradiert sie zu bloßen Objekten eines Magazins. Darum lehnen Männer EMMA ab!

    Alexandra Eul sinniert über das F-Wort im Flirt. (Für Männer: hier verwendet es eine Frau einmal nicht anzüglich sondern nur als kryptisches Kürzel für "Feminismus", hoffe ich jedenfalls.) Sie schämt sich für ihren Job - es geht um journalistische Identität - und erwartet Bestätigung. Doch Obacht: "Du hast schöne Augen" wäre bereits unbotmäßige Reduktion auf Äußerlichkeit "einer kleinen, blauäugigen Blondine, stets Zielscheibe klebrigen Altherrencharmes." Selbst Euls Mama riet: "Ich verstehe nicht, wie jemand wie du beim Anmachen so spießig sein kann!"

    Da kämpft Sabine Rückert für die Rehabilitierung zweier offensichtlich unschuldiger Männer, und EMMA aka Alice Schwarzer fällt nichts Besseres ein, als offen die Entlassung der "frauenverachtenden" Sabine Rückert zu fordern, die ihre journalistischen Kompetenzen überschritten habe. Analoge Reaktion in den Fällen Mainz und Montesori, wo Gisela Friedrichsen die "frauenverachtende" Furie ist, vor der sogar die Richter Angst haben. Die Emma widmet ihr ein eigenes Dossier, das sich hart an der Grenze zur Verunglimpfung bewegt.
    Zu Unrecht verurteilte Männer? Gibt es für die Emma nicht, sie hat die Unschuldsvermutung tatsächlich aufgehoben.
    Solange es hierfür keine glaubwürdige Entschuldigung mit nachfolgendem Umdenken gibt, ist die Emma für mich gestorben.
    Nur bei einem Thema könnteu Schwarzer wirklich kompetent sein: Sexismus und Macht - soll sie doch, laut Bascha Mika, ihre Redakteurinnen früher mit dem Spruch "Die Heten müssen zurück zu Schw*nzen" in den Feierabend geschickt haben.

  2. Die bigotte Sexismus-Debatte über das brüderliche Himmelreich herrlich auf die Schippe genommen.

    29 Leserempfehlungen
    • clair11
    • 07. Februar 2013 10:57 Uhr

    Natürlich gibt es auch Gewalt durch Chefinnen. Ein Bekannter von mir hat seinen Arbeitsplatz deswegen gekündigt.

    Natürlich gibt es auch Frauen, die zu jungen männlichen Prostituierten gehen. Es gibt Webseiten, die solche "Dienstleistungen" anbieten.

    Natürlich gibt es auch Frauen, die sich Mann-Striptease-Shows anschauen.

    Natürlich gibt es Frauen, die ihre Ehemänner schlagen.

    Natürlich gibt es Frauen, die sexistische Witze über Männer reißen.

    Entschuldigt das Gewalt durch Männer? Weil Frauen es auch tun?

    Macht es Gewalt - egal durch Mann oder Frau - weniger schlimm für Opfer?

    22 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • pekka
    • 07. Februar 2013 11:21 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/au

    Sehr geehrter Herr Martenstein,

    wie schön, dass Sie den Weg zur EMMA-Homepage gefunden haben! Das ist eine guter Anfang auf dem Weg, den Feminismus zu verstehen.

    Leider stelle ich fest, dass Sie nichts Interessanteres gefunden haben, als diese sieben Jahre alten Witze. Schade.
    An Wissenswertem ist Ihnen dabei z.B. entgangen, dass das Durchschnittsalter der EMMA-LeserInnen bei 39 Jahren liegt.
    EMMA hat "die jüngsten, gebildetsten und bestverdienenden Leserinnen unter allen vergleichbaren (Frauen)Magazinen."
    Die sind also gar nicht so alt sind, wie Sie schreiben.
    Zudem hätten Sie erfahren können, dass die Aussage des Feminismus nicht ist, Frauen seien die besseren Menschen. Wo haben Sie das her?
    Einen weiteren Artikel haben Sie dann doch gelesen, von Alexandra Eul über feministischen Flirt. Warum verkürzen Sie den Inhalt auf's Abschleppen? Es geht darin um viel mehr:
    Um's nicht 'kleines-hübsches-scheues-Mädchen-sein'
    Um's zu sich stehen
    Um's geradeheraus
    Um selbstbewusste Frauen. Das will Feminismus.

    Vielleicht haben Sie ja Zeit, wenn die Altherrenwitzedebatte sich legt und die Gemüter entspannter sind, sich der EMMA noch einmal in aller Ruhe zu widmen. Und zu verstehen.

    Dafür wünsche ich Ihnen das Beste
    Ihre Anja

    @ Clair11: Ich teile deine Meinung.

    • andkin
    • 08. Februar 2013 11:50 Uhr

    @clair11
    ich kann Ihnen nur zustimmen!

    @ martenstein

    zu ihrem beispiel: 75% der häuslichen gewalt in deutschland durch männer. das schreiben sie nicht.
    und ja, natürlich zeigen nicht alle männer ihre frauen an. aber genauso zeigen auch lange nicht alle frauen ihre männer an.
    weshalb haben Sie die 40% aus england genommen? weil es die höchste prozentzahl war, die Sie weltweit finden konnten? inwieweit ist dies einer sachlichen auseinandersetzung dienlich, wenn sie einseitige informationen einstreuen, um ihre persepktive scheinbar sachlich zu untermauern?
    ebenso wie sich von allen frauen der BRD oder der welt die wenigen EMMA-redakteurinnen aussuchen, um damit alle frauen pauschal zu diskreditieren? und es so hinzustellen, als würden die frauen im gleichen ausmaß das tun, was den männern vorgeworfen wird.
    das ist einfach nicht richtig. sie vernebeln und verzerren die reale lage, indem sie kleine ausschnitte als das ganze vorgeben. und damit lassen Sie last but not least sich selbst – wie immer – (scheinbar) sehr gut und sehr klug dastehen: ihre meinung sei gestützt auf fakten, im gegensatz zur meinung der scheinbar unsachlichen, übertreibenden anderen. so soll es zumindest scheinen. und bei allen, die die weiterreichende fakten nicht parat haben, haben sie damit wahrscheinlich gewonnen.
    Nur ein Fakt des gesamten Bildes: jedes jahr werden weltweit 2-3 Millionen Föten, Mädchen und Frauen getötet, nur weil sie weiblich sind. Jedes Jahr.
    zu mehr reicht der platz hier nicht..

    Die Brüderle-Altherrenwitz-Debatte fand ich jetzt auch an den Haaren herbeigezogen. Aber warum dann geich selber so dünnhäutig? Dass es auch Gewalt durch Frauen an Männern gibt, wird durchaus thematisiert. Nicht in dem Umfang wie umgekehrt, weil sie auch nicht in dem Umfang wie umgekehrt vorkommt. Natürlich ist sie dadurch nicht weniger schlimm. Klar sind Frauen nicht die besseren Menschen und klar kriegen auch Männer blöde oder sexistische Kommentare von Frauen zu hören oder werden dumm angemacht. Alles schon erlebt. Dass allerdings beispielsweise junge Männer unter Vorspiegelung falscher Versprechungen nach Deutschland gelockt, ihnen die Reisepässe abgenommen und sie schmierigen, sadistischen, fetten Frauen angeboten werden, die nach Herzenslust mit ihnen machen können, was sie wollen, wäre mir neu. Aber da haben Sie bestimmt eine aussagekräftige Statistik, um mich zu widerlegen.

    Das hat Herr Martenstein nach meiner Lesart auch nicht vorgehabt. Es ging lediglich darum, der ins Absurde abgeglittenen Sexismusdebatte einen Spiegel vorzuhalten.

    Das heisst nie und an keiner Stelle, dass Gewalt und Gegengewalt entschuldbar ist.

  3. Danke für die Witze. Und auch sonst.

    17 Leserempfehlungen
    • Behh
    • 07. Februar 2013 14:30 Uhr

    Es gibt zwei Arten, das Leben in einem Haus unerträglich zu machen:

    - Rücksichtslos zu lärmen

    - Sich rücksichtslos über jedes Geräusch der anderen zu beschweren

    Beides sind zutiefst asoziale Verhaltensweisen, zwei Seiten einer Medaille.

    Der skandalöse Rummel um die belanglosen Brüderle-Bemerkungen ist einer vergreisenden Gesellschaft würdig. Hier wurde kein wirkliches Problem angegangen, nur ein Ablenkungsschaukampf geführt und die Atmosphäre in Deutschland weiter vergiftet.

    Wenn jemand die vor Männerhaß triefenden "besten Männerwitze" der "Emma" im wirklichen Leben erzählen würde, entspräche das dem Ablassen von Darmgasen. Mit solcherlei "Humor" degradiert sich jeder Witzereißer. Auf der "Emma"-Seite ist zu lesen, daß sie als "Reaktion auf die Blondinenwitze" veröffentlicht worden sind. Da haben sie "den Männern" aber ordentlich Gegenwind gegeben! Jemand sollte ihnen erklären, daß eine sexistische "Sexismus"-Definition nichts anderes ist als die gute alte Doppelmoral.

    Letztlich geht es hier nur um Macht, die mit Hilfe weiterer staatlicher Diskriminierungsgesetze erobert und abgesichert werden soll. "Fair Play" ist auch nur so ein Begriff alter Männer. In wessen Interesse ist es, Männer und Frauen gegeneinander aufzuhetzen? Vielleicht will der Vermieter seine alten Mieter loswerden, weil sie zu viele Rechte beanspruchen ...

    17 Leserempfehlungen
    • juwoki
    • 08. Februar 2013 11:24 Uhr

    Oder auch: Stimmt Gott sei Dank nicht!
    Als schwuler Mann habe ich den kleinen Vorteil von den Kolleginnen als "eine" von ihnen wahrgenommen zu werden. Sie verhalten sich in meinem Beisein sehr offen, worüber ich mich natürlich freue.
    Sie glauben nicht, wir Frauen unter sich über den neuen hübschen Kollegen mit Knackarsch unterhalten, den man auch nicht von der Bettkante schubsen würde.
    Sorry Mädels, da ist nicht der geringste Unterschied zu Gesprächen unter Männern. Blöde Anmache und unangenehme Sprüche sind meiner Meinung nach ein reines Problem von Macht. Kein Mann in unserem Hause würde es wagen, unsere Direktorin blöd anzumachen oder auch "nur" eine Abteilungsleiterin. Nicht weil er sie nicht attraktiv finden würde, sondern nur aus Angst vor den Konsequenzen.

    17 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Kleiner Unterschied"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Derdriu
    • 08. Februar 2013 11:43 Uhr

    Ich muss zugeben, ich habe nie in so einem "Frauenbüro" gearbeitet. Ich habe aber schon manches Mal so etwas von deren gehört- aber auch von der Stutenbissigkeit der Kolleginnen untereinander. Ich schätze, einige Menschen hassen einfach alle, frei nach dem Motto: "Männer sind Arschlöcher und Frauen sind Schlampen."
    Ich selber habe dies als Strategie im "Stammtischumfeld" benutzt.

    Beide finde ich nicht ok, wenn man jemanden erniedrigen oder denunzieren will.

    bei meinen weiblichen Freunden. Die sind aber auch selbstbewust genug sich nicht zum besseren Gechlecht stilisieren zu müssen. Und sie können einem Mann auch entsprechend zu kontern, wenn er ungemessen flirtet.

    Wie sagte der König der Frauenversteher Clint Eastwood so schön: „Das Problem sind nicht selbstbewusste Frauen oder selbstbewusste Männer, die kommen wunderbar miteinander aus. Das Problem sind alle dazwischen.“

    Letztendlich ist Sexismus eine Frage der Macht und ziemlich Geschlechtsneutral.

    • 4hkut00
    • 08. Februar 2013 12:18 Uhr

    Liebe Männer,
    wir sind kein Team! Wir müssen uns nicht gegenseitig in Schutz nehmen und immer auf die bösen Frauen zeigen. Ich habe mit euch anderen Männern im Blick auf Einstellungen und Überzeugungen im Durchschnitt nicht mehr gemein als mit Frauen. Wenn einige Männer wegen ihrer Verhaltenweisen angegriffen werden, fühle ich mich nicht automatisch angesprochen. Ich solidarisiere mich nicht mit allen Männern, nur weil manche Frauen intolerant und ungerecht sind.
    In der Seximusdebatte geht es um Rollenbilder und Macht, nicht um unsere Chromosomen.

    17 Leserempfehlungen
    • andkin
    • 08. Februar 2013 11:50 Uhr

    @clair11
    ich kann Ihnen nur zustimmen!

    @ martenstein

    zu ihrem beispiel: 75% der häuslichen gewalt in deutschland durch männer. das schreiben sie nicht.
    und ja, natürlich zeigen nicht alle männer ihre frauen an. aber genauso zeigen auch lange nicht alle frauen ihre männer an.
    weshalb haben Sie die 40% aus england genommen? weil es die höchste prozentzahl war, die Sie weltweit finden konnten? inwieweit ist dies einer sachlichen auseinandersetzung dienlich, wenn sie einseitige informationen einstreuen, um ihre persepktive scheinbar sachlich zu untermauern?
    ebenso wie sich von allen frauen der BRD oder der welt die wenigen EMMA-redakteurinnen aussuchen, um damit alle frauen pauschal zu diskreditieren? und es so hinzustellen, als würden die frauen im gleichen ausmaß das tun, was den männern vorgeworfen wird.
    das ist einfach nicht richtig. sie vernebeln und verzerren die reale lage, indem sie kleine ausschnitte als das ganze vorgeben. und damit lassen Sie last but not least sich selbst – wie immer – (scheinbar) sehr gut und sehr klug dastehen: ihre meinung sei gestützt auf fakten, im gegensatz zur meinung der scheinbar unsachlichen, übertreibenden anderen. so soll es zumindest scheinen. und bei allen, die die weiterreichende fakten nicht parat haben, haben sie damit wahrscheinlich gewonnen.
    Nur ein Fakt des gesamten Bildes: jedes jahr werden weltweit 2-3 Millionen Föten, Mädchen und Frauen getötet, nur weil sie weiblich sind. Jedes Jahr.
    zu mehr reicht der platz hier nicht..

    16 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Hickey
    • 08. Februar 2013 12:35 Uhr

    sterben ersatzweise im Krieg.

    Diese ganze Diskussion ist, mit dem Hintergrund der sich gerade in Indien abspielt, geradezu lächerlich.

    Es gibt eben Frauenwitze, Männerwitze, Waffen, Tote, Verstümmelungen, Vergewaltigungen, usw...

    Was kann man dagegen tun ? Nichts, denn die Welt ist so vielfältig und jeder handelt nach den Erfahrungen die er persönlich gemacht hat.

    Deswegen gibt es auch keine "eine Realität".

    Jeder hier lebt in seiner Welt und empfindet diese als schön und ist glücklich oder er ist eben unglücklich oder nur zufrieden, aber für jeden Mensch ist die Welt, also auch die Realität in der er lebt eine andere.

    Der Mensch ist nix anderes als ein Tier, ob weiblich oder männlich spielt keine Rolle.

    • andkin
    • 08. Februar 2013 13:24 Uhr

    wie wäre es mit folgender kolumne:
    (Achtung, satirischer Vorschlag)

    Über Burenwitze und N*-Humor
    Ein Kommentar zur Apartheidszeit in Südafrika. Da können Sie dann schreiben, dass afrikanischstämmige Menschen gab, die Witze über Buren rissen. Und dass Frau Mandela korrupt war. Vielleicht noch untermauert von einer Statistik aus dem Jahr 2012, die zeigt, dass in Schweden nur 1,5% der Afrikanischstämmigen jemals eine Anzeige wegen rassistischer Diskriminierung gemacht haben.
    Und dass deshalb das Geschwätz über Diskriminierung der Afrikanischstämmigen in Südafrika zur Zeit der Apartheid total an den Haaren herbeigezogen sei. Und dass sie die Aufregung um angeblichen Rassismus aus eigener persönlicher Erfahrung bei einem Südafrikaaufenthalt als reflektierter Mensch* überhaupt nicht nachvollziehen können.

    *weisser Mann

    es gäbe weitere Beispiele ...

    • kokko
    • 08. Februar 2013 13:29 Uhr

    1. häusliche gewalt
    das mit der häuslichen gewalt von männern wird sicher nicht geschrieben, da es a) einfach der umkehrschlus ist und b) um einfach mal die andere seite der medaille zu zeigen als die die sonst immer kommt (nämlich die 75%).

    zudem glaube ich nicht, dass in GB die frauen so viel gewalttätiger sein sollen als in deutschland. da ist vielleicht die studie anders aufgezogen gewesen oder einfach die dunkelziffer geringer

    2. sachliche argumente
    hier geht es weniger um das aufzeigen eines kompletten bildes sondern (meiner einschätzung nach) eher um die vervollstädigung eines bisher meist nur halb gezeigten bildes - daher auch wie sonst selten mit fokus auf die frau

    3. EMMA redakteurinnen
    a) in werden sicher nicht sachen geschrieben, die all ihre leser verabscheuen/abstoßen. sondern sachen die die meisten auch wenigstens unterhaltend finden.
    b) von seiten EMMA und Co.KG wird immer sehr stark damit argumentiert, dass man doch einfach mal respekt haben sollte. solche witze sind aber genau das was immer bei den "bösen" männern angeprangert wird.

    da ich in meiner schulzeit, wärend meienr ausbildung und im beruf überwiegend (90%) mit frauen umgeben war und bin weiß ich aber auch, dass sich männer und frauen -wie auch schon erwähnt- nicht viel nehmen

    den witz:
    "was hat sieben löcher?
    das jungfernhäutchen von schneewittchen."

    habe ich beispielsweise in einer frauenrunde das erste mal gehört & ich habe da am wenigsten drüber lachen können...

    • Trypsin
    • 08. Februar 2013 13:47 Uhr

    @andkin

    ....für Ihren Beitrag. Sie haben meine Meinung zu dem Artikel gut dargestellt.

    kaum verlässliche Studien gibt. Das er sich auf die Poilzeistatistik bezieht ist einfach das sicherste Zahlenwerk in Deutland. Wie hoch allerdings die Dunkelziffer in Deutschland ist... Ganz ehrlich: Was glauben sie wieviele Männer sich die Erniedrigung geben wollen und vor der Polizei zu sagen ich werden und meiner Frau verprügelt?
    Hier ein nettes Experiemnt zu dem Thema:

    http://www.youtube.com/wa...

    Ist schon interessant wie viel Unterstützung ein Mann erfährt wenn eine Frau übergriffig wird.

    @andkin

    Wissen Sie, man braucht nicht viel Platz, um zu verdeutlichen, wie die Dinge wirklich liegen:

    http://www.csulb.edu/~mfi...

    "SUMMARY: This bibliography examines 286 scholarly investigations: 221 empirical studies and 65 reviews and/or analyses, which demonstrate that women are as physically aggressive, or more aggressive, than men in their relationships with their spouses or male partners. The aggregate sample size in the reviewed studies exceeds 371,600."

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Die Redaktion/ls

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Serie Martenstein
  • Schlagworte Dieter Hildebrandt | EMMA | Rainer Brüderle | Ausbeutung | Gerhard Polt | Humor
Service