BildungsstudienAufwärts oder abwärts?

Viele junge Deutsche sind gebildeter als ihre Eltern – das belegt eine neue Studie. Seltsam nur: Kürzlich behauptete eine andere Studie das Gegenteil. Wie es dazu kam, erläutern Thomas Kerstan und Friederike Lübke. von 

Wird Deutschland dümmer? Ist unser Land auf dem absteigenden Ast? Das legte vor Kurzem eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nahe. Sie vermeldete überraschend, dass es in Deutschland mehr Bildungsabsteiger als -aufsteiger gebe. Mit anderen Worten: Der Nachwuchs erlange im Durchschnitt niedrigere Bildungsabschlüsse als die Eltern. Nun zeigt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)das Gegenteil. Wie kann das sein?

Wie rechnet man Deutschland schlecht?

Zwar kann man der OECD nicht vorwerfen, dass sie trickse, wenn sie feststellt, dass es in Deutschland mehr Bildungsabsteiger als -aufsteiger gebe. In ihrem Bericht Bildung auf einen Blick 2012 steht geschrieben, dass 22 Prozent der 25- bis 34-Jährigen über einen niedrigeren Bildungsabschluss als ihre Eltern verfügten, also Bildungsabsteiger seien. Nur 20 Prozent erlangten einen höheren Abschluss, und 58 Prozent einen gleichwertigen.

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Aber die OECD hat die für Deutschland ungünstigste Art des Vergleichs gewählt:

Erstens ist der Vergleich verzerrt, weil die Ausbildungszeiten in Deutschland nach internationalem Maßstab noch immer besonders lang sind. Überdurchschnittlich viele der deutschen 25- bis 34-Jährigen haben ihr Studium oder ihre Promotion noch nicht abgeschlossen. Sie haben also nur derzeit einen minderwertigeren Abschluss als ihre Eltern, können aber noch gleichziehen oder sie sogar überholen.

Zweitens bildet die international übliche Eingruppierung der Bildungsabschlüsse die deutsche Wirklichkeit nur unzureichend ab. Sie wurde von der UN-Bildungsorganisation Unesco entwickelt und nennt sich ISCED. Auf Behördendeutsch: Internationale Standardklassifikation für das Bildungswesen. Jeder Bildungsabschluss wird dort in eine Schublade einsortiert. Liegt der Abschluss des Kindes in einer höheren Schublade als der seiner Eltern, darf es sich Bildungsaufsteiger nennen. So weit, so klar. Nur liegen bei der ISCED aber zum Beispiel der Meisterabschluss und der Universitätsabschluss in einer Schublade (ISCED Stufe 5), während Berufsabschlüsse des dualen Systems in der Schublade darunter liegen (Stufe 4). Das hat einen merkwürdigen Effekt: Nehmen wir an, der Vater hat einen Hauptschulabschluss und ist Schuhmachermeister (Stufe 5). Sein Sohn hat Abitur gemacht und eine anspruchsvolle Ausbildung als Fachinformatiker absolviert (Stufe 4) – dann gilt er nach dieser Logik als Bildungsabsteiger. Und auch seine Tochter, die an der Universität ein Mathematikdiplom (Stufe 5) erworben hat, gilt nicht als Bildungsaufsteigerin.

Den Besonderheiten des deutschen dualen Ausbildungssystems wird die ISCED also offensichtlich nicht gerecht.

Leserkommentare
    • Gerry10
    • 22. Februar 2013 9:09 Uhr

    Statt Studien schlage ich vor einfach mal an einen Freitag Abend durch eine deutsche Innenstadt zu gehen...

    "Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, dass er hauptsächlich von Idioten umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht."
    Curt Goetz

    :-)

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    • 15thMD
    • 22. Februar 2013 11:32 Uhr

    Entweder denken/dachten viele Menschen auch über Sie so oder Sie sind ein relativ langweiliger Mitbürger.

    Man sieht vielen Menschen nicht an, was sie wirklich könnnen und dass natürlich der "dümmere" Teil mehr auffällt, erschließt sich von selbst.

    Aber die eigentliche Aussage Ihres Kommentars ist wohl, dass früher alles besser war, oder?
    Eine Empfehlung von mir: Wenn Sie solch einen klugen Nostalgiekommentar posten müssen, dann sollten Sie Menschen zitieren, die in diesem Jahrhundert gestorben sind, sonst geht das relativ stark nach hinten los.

    In diesem Sinne: "ie Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." - Sokrates

    Man kann keine Äpfel mit Birnen vergleichen. Fakt ist, dass die jungen Leute viel länger zu Hause wohnen (Geld, Studium, Ausbildung) und das verblödet

    ... große Anzahl ungebildet wirkender älterer Herrschaften der man dann unweigerlich begegnet?

    besser und treffender kann man es nicht formulieren - ich habe schon lange keinen so schönen "lacher" mehr am beginn einer woche losgelassen ... ;-)

    grossartig!!!

    zum thema des abnehmenden bildungsniveaus bleibt nur zu sagen: wo die geistige sonne tief steht - da werfen auch zwerge lange schatten !!!

    das niveau sinkt leider rapide - aber das ist ja das feine im eu-stall ... ein dummes volk lässt sich eben leichter regieren ...

    • tirili
    • 22. Februar 2013 9:18 Uhr

    "Eine paradoxe Pointe übrigens hätte ein noch höherer Akademikeranteil an der Bevölkerung: Wenn alle studieren, dann kann es keinen Bildungsaufstieg mehr für den Nachwuchs geben. "

    - das ist zwingend so.

    "Es sei denn, als neue Losung wird die "Promotion für alle" ausgegeben."

    - daher:Doktorwürde für alle!
    (H.M. Enzensberger in der FAZ vom 20.2.2013:http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/deutscher-tite...)

    3 Leserempfehlungen
    • skeptik
    • 22. Februar 2013 9:31 Uhr

    ""Nehmen wir an, der Vater hat einen Hauptschulabschluss und ist Schuhmachermeister (Stufe 5). Sein Sohn hat Abitur gemacht und eine anspruchsvolle Ausbildung als Fachinformatiker absolviert (Stufe 4) – dann gilt er nach dieser Logik als Bildungsabsteiger.""

    Der Vater hat einen Meisterbrief und der Sohn nur einen Facharbeiterbrief.

    Und warum soll ein Universitätsabschluss schwerer wiegen als ein Meisterbrief?

    4 Leserempfehlungen
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    - weil die Eltern das als Aufstieg verstehen
    - weil die Kinder das als Aufstieg verstehen
    - weil die Gesellschaft das als Aufstieg versteht

    mmn ist ein meisterbrief keineswegs weniger wert als ein uniabschluss. aber schlussendlich sagt dies ziemlich viel über die deutschen aus - titel, titel, titel, dabei auch noch ganz egal, wie sinnvoll/sinnlos das entsprechende studienfach, solange man bloss einen titel vor seinen namen schreiben kann.

    Es geht eben nicht um "Wert" sondern um den Grad der (theoretischen) Bildung und der ist bei einem Menschen z.B. mit Universitätsabschluss eben höher als bei einem Handwerker mit Meisterdiplom. Hochqualifiziert sind beide und wertvoll ist sowieso jeder Mensch - unabhängig von seiner Ausbildung.

    In der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst gibt es die Hierarchiestufen:

    Azubi oder Praktikant,
    Hilfsarbeiter,
    Gehilfe,
    Facharbeiter,
    Techniker oder Meister,
    Ingenieur (FH),
    Universitätsabschluss

    Der Meister ist ein Facharbeiter, der zusätzlich noch Kenntnisse zur wirtschaftlichen Führung eines Handwerksbetriebes und zur Ausbildung von Auszubildenden erworben hat.
    Von den Fähigkeiten kann z.B. ein Fahrzeugkonstrukteur (Ingenieur) solch ein Fahrzeug auch noch leidlich gut reparieren. Der Auftrag an einem KFZ-Meister ein neues Fahrzeug zu kontruieren, würde diesen aber dann doch überfordern.

    Die Einteilung der OECD ist daher ein ziemlicher Blödsinn.

    Wenn man früher mit heute vergleicht, dann muss man leider feststellen, dass es eine zunehmende Präkarisierung der Jobs gibt. Die Ausbildung zun Gehilfen, also eine einfache Ausbildung im dualen Ausbildungssystem bewegt sich, wie der Hilfarbeiter mitlerweile oft im 400€-Job/Aufstockerbereich.
    Der Meisterbrief wird oft nurnoch dann honoriert, wenn die Person auch eine entsprechende Stelle bekommt. Vom sozialen/finanziellen Status bewegen sich viele Ingenieure heute auf dem Niveau, das in der Elterngeneration mal ein Meister eingenommen hatte.

    Wo sich der Bachelor-Abschluss einpendeln wird, ist noch völlig offen. Es ist durchaus möglich, dass sich dieser auf dem Gesellenniveau einpendeln wird. In einigen Studienbereichen dieses Verhältnis sogar bei den Diplom/Master-Abschlüssen gegeben.

    Bildung=Wohlstand gilt nicht mehr.

  1. sollten wir endlich auf den Wahnsinn verzichten, die Wirklichkeit aus der Brille von irgendjemand bezahlter Statistiker zu beobachten, die irgendwelche (bezahlten!) Kriterien auf irgendwas anwenden und dann zu bezahlten Ergebnissen kommen, die mit der Wirklichkeit ungefähr so viel zu tun haben wie Umfragen, Orakelsprüche und Handleserei. Es gibt keinen logischen Zusammenhang zwischen der Wirklichkeit und den Kriterien, nach denen sie beobachtet wird.

    BITTE liebe ZEIT: Beleidige uns nicht länger mit derlei Verantwortungslosigkeiten!

    ZWEITENS sollten wir in Deutschland eine Diskussion darüber führen, welchen BildungsINHALT welcher Abschluss gewährleisten soll. Ob das Auf- oder Abstieg ist, ist ungefähr so relevant wie die Frage, mit welchem Recht der selbständige Handwerker mehr verdient als die als Praktikandin tätige Einser-Absolventin der Denk- und Fühl-Studies.

    Aber wenn wir nur noch anhand von Statistiken, Kaffesatzleserei, Umfrage-DADA und ähnlichem BEZAHLTEN Wahnsinn regiert werden, braucht die Regierung sich nicht zu wundern, wenn eines Tages irgendetwas nicht mehr so recht klappen will.

    Aber ich bin mir sicher: Auch da erklärt dann eine Statistik ALLES. Im Zweifelsfall, dass das Volk eben irgendwie falsch, also überflüssig ist und ausgetauscht werden muss...

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    Ja, ich habe eigentlich auch keine Lust mehr über irgendwelche Dinge informiert zu sein, die ein überzahltes Kommittee zur Deutung der Relität, egal von wem bezahlt, mir erzählt warum irgendetwas so ist, wie ist. Da es auch nur Deutungsversuche mit skepsisbehafteten Kriterien sind. Wer soll dann was mit welchen Informationen anfangen? Ich frage mich manchmal, was uns eigentlich von der Ära unterscheidet als es noch das Orakel von Delphi gab? Und das trotz aller Technologie? Di Antwort wäre fatal, denn das Orakel war in der Regel gut informiert.

  2. Beide Studien geben keinerlei Aufschluss über die jeweils erworbenen Bildungsinhalte - wo steht denn darin, dass ein höherer Bildungsabschluss (gleich welcher Definition) auch de facto mit dem Erwerb umfangreicherer Allgemein- und Fachkenntnisse, logischeren Denkens, besserer Lern- und Arbeitsstrategien, größerer sozialer Fähigkeiten etc. etc. verbunden ist?
    Mir kommen doch große Zweifel, ob ein heutiger Hochschulabschluss tatsächlich so viel "mehr wert" ist als ein alter Meisterbrief. Vor den o.g. Fähigkeiten und Fertigkeiten so einiger älterer Handwerksmeister habe ich als Akademiker großen Respekt, vor allem, wenn ich sie mit denen einiger Jungakademiker von heute vergleiche.
    Das Problem ist wohl, dass auf Biegen und Brechen angestrebt wird, in genau solchen Studien oder Rankings gut dazustehen, indem man möglichst viele Jugendlichen zum Gymnasium bzw. zur Uni scheucht und dann Anspruch und Inhalte der Lernstoffe herabsetzt und inflationär Bestnoten verteilt. Da spielt es doch überhaupt keine Rolle, wie ein Abschluss definiert wird, und ich fände Studien interessanter, die untersuchen würden, ob denn die sogenannten "Bildungsaufsteiger" ihren Eltern tatsächlich mehr voraus haben als bloß den Titel.

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    • gusto
    • 03. März 2013 1:17 Uhr

    Nach meiner Erfahrung (leider) ja!
    Zwar hab ich vor 30 Jahren begonnen zehn Jahre lang als Dozent in der Erwachsenenbildung zu arbeiten doch heute wird der Hochschulabschluss gefordert. Also darf ich heut kaum unterrichten.
    Zwar hab ich einen Prozessrechner entwickelt (Schaltplan, Layout, OS, Anwendung und Einsatz) doch bin ich heut mit Mitte 50 zu alt um im der Informationstechnuk zu arbeiten. Die diversen Berufsausbildungen in der Elektronik oder Informationstechnologie gab es schlicht und einfach noch nicht als ich mich ausgebildet hab. Learning by doing zählt nicht, nicht einmal ein ESPIT Projekt der EU
    Also erst den (echten) Dr. dann arbeiten. Das Können Zält weniger als der Status und der Titel.

  3. Ist es tatsächlich erstrebenswert einen formal auf dem Papier höheren Bildungsabschluss zu erlangen um sich anschließend von einem Praktikum zum anderen zu pendeln oder von einer schlecht bezahlten befristeten Stelle zur andern zu hoffen? Begabten sollte dieser Weg natürlich offen stehen.

    Jedoch werden Handwerksberufe immer anspruchsvoller und angesicht der demographischen Veränderungen dürfte es dort zunehmend zu attraktiven Job-Chancen kommen. So dürften sich für den ein oder anderen "Mit-Ach-und-Krach"-Abiturienten mit einem anspruchsvollen Handwerk und Selbstständigkeit bessere Lebenschancen erschließen als eben einer von hunderten Absolventen in einem Massenstudium zu sein... zudem ist ein Meisterbrief auch nicht eben nebenbei zu erwerben.

    Und wenn dann noch Studieren im Fachgebiet ohne Abitur interessante Optionen böte könnte der restliche Jahrgang quasi von rechts überholt werden.

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    <em>Ist es tatsächlich erstrebenswert einen formal auf dem Papier höheren Bildungsabschluss zu erlangen um sich anschließend von einem Praktikum zum anderen zu pendeln oder von einer schlecht bezahlten befristeten Stelle zur andern zu hoffen?</em>

    Die Frage muss lauten "FÜR WEN ist es erstrebenswert"?

    Die Antwort liegt nahe: für Arbeitgeber: ein (noch) höherer Überschuß an hochqualifizierten Arbeitskräften drückt die Preise und erhöht damit die Margen. Umsätze und Gewinne müssen schliesslich stets steigen - so diktiert es der Markt.

    Die Politik versucht gar nicht erst die Frage der Abhängigkeit bzw. Problematik der Abhängigkeit von Arbeit und Einkommen im Informationszeitalter zu beantworten - das Thema Bildung ist größtenteils ein einziges Ablenkungsmanöver .. wie hat u.a. Volker Pispers so schön festgestellt: jeder kann reich werden - aber nicht alle!

    Bildung hat hier etwas von Losen im Gewinnspiel: die Chance steigt.

    Wenn aber immer weiter (menschliche) Arbeit vernichtet, bzw. durch <em>weniger</em>, dafür höher qualifizierte Arbeit ersetzt wird, was ist dann gewonnen, wenn am natürlich nur theoretischen Ende alle maximal qualifiziert sind? Eben.

    Das sind übrigens keine neuen Erkenntnisse, sondern Jeremy Rifkin und der Club of Rome wissen sowas schon seit Jahrzehnten.

    Aber seitens Politik und den Mächtigen der Gesellschaft: keine Reaktion.

    cui bono?

  4. <em>Ist es tatsächlich erstrebenswert einen formal auf dem Papier höheren Bildungsabschluss zu erlangen um sich anschließend von einem Praktikum zum anderen zu pendeln oder von einer schlecht bezahlten befristeten Stelle zur andern zu hoffen?</em>

    Die Frage muss lauten "FÜR WEN ist es erstrebenswert"?

    Die Antwort liegt nahe: für Arbeitgeber: ein (noch) höherer Überschuß an hochqualifizierten Arbeitskräften drückt die Preise und erhöht damit die Margen. Umsätze und Gewinne müssen schliesslich stets steigen - so diktiert es der Markt.

    Die Politik versucht gar nicht erst die Frage der Abhängigkeit bzw. Problematik der Abhängigkeit von Arbeit und Einkommen im Informationszeitalter zu beantworten - das Thema Bildung ist größtenteils ein einziges Ablenkungsmanöver .. wie hat u.a. Volker Pispers so schön festgestellt: jeder kann reich werden - aber nicht alle!

    Bildung hat hier etwas von Losen im Gewinnspiel: die Chance steigt.

    Wenn aber immer weiter (menschliche) Arbeit vernichtet, bzw. durch <em>weniger</em>, dafür höher qualifizierte Arbeit ersetzt wird, was ist dann gewonnen, wenn am natürlich nur theoretischen Ende alle maximal qualifiziert sind? Eben.

    Das sind übrigens keine neuen Erkenntnisse, sondern Jeremy Rifkin und der Club of Rome wissen sowas schon seit Jahrzehnten.

    Aber seitens Politik und den Mächtigen der Gesellschaft: keine Reaktion.

    cui bono?

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  5. mit einem aus der Zeit der Elterngeneration?

    Wenn nicht, sagen beide Studien wenig aus.

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    • 15thMD
    • 22. Februar 2013 11:46 Uhr

    Die Anforderungen ändern sich eben über 30 Jahre deutlich. Daher stimme ich Ihnen zu.

    Bsp.: Meine Mutter und ich haben beide im gleichen Bundesland Abitur gemacht (das erwähne ich der Vergleichbarkeit wegen) und haben natürlich auch mal so verglichen, was sich so geändert hat (Alte vs. neue Englischbücher etc.). Am Ende musste ich ca. 1/3 mehr an Englischvokabeln lernen, dafür kenne ich aber aus Englisch, Geschichte oder Deutsch kaum Jahreszahlen. Ich musste die besseren Erörteungen schreiben, ich kann mein Englisch besser anwenden und habe mehr moderne Literatur gelesen. Meine Mutter kennt dafür mehr aus Romeo und Julia etc. und alten englischen Geschichten, Sagen und Märchen. Im Abitur musste ich in Englisch einen Sachtext analysieren oder eine Erörterung schreiben, sie in der Oberstufe vor allem Nacherzählungen schreiben (Abitur habe ich nicht im Kopf).
    In Geschichte habe ich vor allem Quellen analysiert und hatte im Abitur Staatstheorien als Thema (wo ich wiederum eine Quelle analysiert habe), die ältere Generation weiß dafür die Jahreszahlen des 30-jährigen Krieges (hoffentlich). Ich kann gerade mal das Jahrhundert benennen (reicht meiner Meinung in der Zeit von Wikipedia auch aus).

    Insgesamt würde ich sagen, dass die Bildung am Gymnasium (and anderen Schulen habe ich keine Vergleichswerte der älteren Generation) deutlich praxisbezogener wurde und weniger auf Allgemeinbildung im Sinne von Jahreszahlen und alten Geschichten und Literatur gesetzt wird.

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  • Schlagworte Bildung | OECD | Studie
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