InvestmentbankerDas Erbe nach dem Crash
Seite 3/4:

Was wäre, wenn das Flugzeug nicht abgestürzt wäre?

Man las in den Nachrufen von einem Mann mit dem höchsten Gehalt, das die Deutsche Bank einem Mitarbeiter bis dahin gezahlt hatte. Von einem Mann, der für einen Zahnarzttermin mit der Concorde von London nach New York geflogen sei. Derlei klang selbst in den Boomzeiten so vermessen wie bunt, dass vielen Interviewpartnern, wenn sie Geschichten aus der fünfjährigen Arbeit Mitchells für die Deutsche Bank erzählten, regelmäßig ein Lächeln das Gesicht erhellte. Viele mochten Edson Mitchell gerade wegen seiner Direktheit und Chuzpe. Natürlich: Die Karriere Mitchells erscheint nach 2008, nach Immobilienkrise und Lehman-Pleite, in einem noch grelleren Licht. Ein deutscher Vorstand der Deutschen Bank betonte im Interview, dass Weihnachtspartys der Art, wie sie Mitchell und seine Kollegen gern und exzessiv feierten, gefolgt vom obligatorischen Herrenprogramm in der Londoner Diskothek Equinox, heute so nicht mehr denkbar wären.

Doch schon zu seinen Lebzeiten war Edson Mitchell selbst innerhalb des Investmentbankings – und allemal innerhalb der Deutschen Bank – ein außergewöhnlicher Fall: Er war zu seiner Zeit tatsächlich (man ist fast versucht zu sagen: natürlich) der bis dahin bestbezahlte Mitarbeiter in der Geschichte der Deutschen Bank. Mit einem geschätzten Jahreseinkommen von über 30 Millionen Mark brutto verdiente der Amerikaner in seinen besten Zeiten pro Jahr womöglich mehr als alle deutschsprachigen Bankvorstände in der Frankfurter Taunusanlage zusammen.

Anzeige

Nur weiß man eben mit Albert Einstein: Alles ist relativ. Und das gilt auch und gerade für Gehälter. Von den Einkommen der bestbezahlten Investmentbanker war Ed Mitchells Verdienst nämlich deutlich entfernt, für die Deutsche Bank war der Amerikaner eigentlich ein Schnäppchen. Im Vergleich zu den Investmentbanking-Chefs von Merrill Lynch, Goldman Sachs oder Morgan Stanley verdiente Mitchell geradezu wenig. Wie viel Edson Mitchell nach seinem Wechsel von der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch in das damals eher drittklassige Investmentbanking der Deutschen Bank im Jahre 1995 tatsächlich genau verdiente, darüber lässt sich – ähnlich wie bei dem noch höher taxierten Gehalt Anshu Jains vor seiner Berufung in den Vorstand – trefflich spekulieren; aus dem einfachen Grund, weil auf den Managerebenen unterhalb des Vorstandes die Gehälter nicht veröffentlicht werden mussten. Fest steht, dass derjenige, der einen Regionalligisten nach weniger als fünf Jahren in die Spitzengruppe der Champions League des globalen Investmentbankings führte, fürstlich honoriert worden sein wird. Fest steht auch, dass derjenige, in dessen Büro Mitchells Foto steht, das Gehalt seines Mentors als dessen Nachfolger auf dem Chefsessel des Investmentbankings noch deutlich übertreffen sollte. Die Schätzungen für Anshu Jains Jahresgehälter vor seiner Wahl in den Vorstand variieren zwischen 30 Millionen und 100 Millionen Euro brutto pro Jahr. Die Schätzungen über Jains Gesamtverdienst bei der Deutschen Bank schwanken zwischen 200 und 500 Millionen Euro brutto für die Zeit seines Engagements in den letzten anderthalb Jahrzehnten.

Geld und der gewonnene Wettbewerb sind in Mitchells Branche letztlich die alles entscheidenden Größen und Gradmesser des Erfolgs. Keine Bank hat Geld zu verschenken. Sie verschenkt auch keine Gehälter und Boni. Sie nutzt sie vielmehr, um die Nützlichkeit ihrer Mitarbeiter zu bewerten und zu kommunizieren. In einem von extremem Wettbewerb, Ehrgeiz und Futterneid geprägten Betriebsklima kann am Ende eines Geschäftsjahres jeder Mitarbeiter auf Dollar, Euro und Cent genau an seinem Gehaltsstreifen ablesen, wie viel er der Bank wert war und wie groß die Erwartungen an ihn sind. Vor allem aber kann jeder genauestens vergleichen, wie viel er im Vergleich zu seinen Kollegen bekommt, wie hoch in der Hackordnung er angesiedelt ist und wo er sich in der betriebsinternen Nahrungskette befindet. Wer diese Frage für sich stellt, der weiß auch, wie süß das Gefühl ist, es weit nach oben zu schaffen.

Edson Mitchell war nicht etwa per se versessen auf Geld. Im Gegenteil: Seine Familie und seine engsten Mitarbeiter beschreiben ihn als sehr großzügigen Menschen. Diejenigen, die ihn gut kannten, charakterisieren ihn als versessen auf jede Art von Wettbewerb, bei dem er als Sieger den Platz verlassen wollte. Mitchell liebte Wetten – besonders liebte er die, deren Chancen und Risiken er vorher sorgfältig kalkuliert hatte. Von seinem Freund von der Highschool, der danach sein Steuerberater wurde, über seine akademischen Lehrer am Elite-College Dartmouth bis hin zu seiner Frau und seinem Schwiegervater, vom örtlichen Handwerker bis hin zu seiner rechten Hand bei der Deutschen Bank: Sie alle erzählen von einem Edson Mitchell, der sich in jeder möglichen und unmöglichen Situation mit anderen messen und in Wettbewerb treten musste. Mitchell konnte nicht verlieren. Verluste seiner Trader waren ihm ebenso ein Graus, wie beim Schachspiel gegen seinen Sohn zu verlieren. Und der nur 169 Zentimeter große Mann suchte sich mit Basketball ausgerechnet eine Sportart aus, bei der er ob seiner Körpergröße statistisch unterlegen sein musste – die er aber so lange trainierte, bis er auch auf diesem Spielfeld mit anderen mithalten, ja seine Gegner besiegen konnte.

Dieser zwanghafte Drang, zu wetten und zu gewinnen, führt auch zur Antwort auf eine Frage, die sich seine ehemaligen Mitarbeiter bis heute stellen: Was wäre, wenn das Flugzeug nicht abgestürzt wäre? Während bei vielen der deutschen Interviewpartner und auch bei einigen Wirtschaftsjournalisten die Meinung vorherrschte, Mitchell wäre der Nachfolger von Josef Ackermann geworden, wird diese Ansicht von jenen, die mit ihm in London gearbeitet haben und die ihn persönlich gut kannten, nicht geteilt – und dem schließe ich mich an.

Seine Frau Suzan beschrieb bei unserem Interview in einem Wohnzimmer in West Palm Beach in Florida, dass er weder über die Deutsche Bank viel wusste noch eine besondere Affinität zur Arbeit in Europa hatte. Im Gegenteil, der Dienstort London führte zu einer finalen Ehekrise. Mitchell, so Suzan, war über einen Headhunter zur Deutschen Bank gekommen, weil er im Bankwesen als ein Entrepreneur und dealmaker galt, der etwas aufbauen wollte. Er war aber niemand, der gut Verluste ertragen konnte oder ein Schiff in Krisenzeiten steuern wollte, schon gar nicht, um in der Folge als Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank mit geringerem Einkommen als zuvor in Frankfurt zu residieren.

Leser-Kommentare
  1. gehört mitsamt den Handelnden in eine virtuelle Welt abgeschoben. In der realen Welt bringt sie (außer für die Zocker) keinen Mehrwert dafür aber viel Elend.

    5 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wer sich heute mit dem Thema Investment Banking auseinandersetzt, liest stets nur Aussagen wie "Zockerei", "Spekulation mit dem Geld anderer Leute" etc. Dabei verstehen die meisten Deutschen nicht in geringster Form, worum es im Investment Banking geht.

    Zunächst muss man zwischen traditionellem Investment Banking und Trading unterscheiden. Das traditionelle Investment Banking umfasst Beratung bei Fusionen, Übernahmen, Börsengängen, Kapitalerhöhungen etc. und ist als Beratungsgeschäft risikofrei.

    Trading geschieht (abgesehen vom Eigenhandel) nicht auf eigene Rechnung, sondern man führt einfach Wertpapier-Order für Kunden aus, etwa Anleihen-Käufe für Pension- und Rentenfonds, Versicherungen, Krankenkassen etc. Schließlich müssen diese das Geld anlegen, um zu verhindern, dass es der Inflation zum Opfer fällt.

    Des Weiteren helfen Investmentbanken, Wechselkurs-, Zinsrisiken etc. zu "hedgen", also abzusichern. Damit werden die Erträge von z.B. Exportunternehmen stabiler und Auslandsinvestitionen vor Währungsschwankungen geschützt.

    Investmentbanken helfen Unternehmen und Staaten, sich zu refinanzieren. Ohne solche Dienstleistungen wären alle deutschen Konzerne bereits bankrott.

    Abgesehen vom Eigenhandel (der bei den meisten Investmentbanken entweder ganz eingestellt wurde oder nur noch einen kleinen Anteil ausmacht) "zocken" Investmentbanken nicht. Wir müssen aufhören, Banken zu verteufeln, insbesondere, wenn wir deren Geschäft und wichtige Aufgabe nicht verstehen.

    Wer sich heute mit dem Thema Investment Banking auseinandersetzt, liest stets nur Aussagen wie "Zockerei", "Spekulation mit dem Geld anderer Leute" etc. Dabei verstehen die meisten Deutschen nicht in geringster Form, worum es im Investment Banking geht.

    Zunächst muss man zwischen traditionellem Investment Banking und Trading unterscheiden. Das traditionelle Investment Banking umfasst Beratung bei Fusionen, Übernahmen, Börsengängen, Kapitalerhöhungen etc. und ist als Beratungsgeschäft risikofrei.

    Trading geschieht (abgesehen vom Eigenhandel) nicht auf eigene Rechnung, sondern man führt einfach Wertpapier-Order für Kunden aus, etwa Anleihen-Käufe für Pension- und Rentenfonds, Versicherungen, Krankenkassen etc. Schließlich müssen diese das Geld anlegen, um zu verhindern, dass es der Inflation zum Opfer fällt.

    Des Weiteren helfen Investmentbanken, Wechselkurs-, Zinsrisiken etc. zu "hedgen", also abzusichern. Damit werden die Erträge von z.B. Exportunternehmen stabiler und Auslandsinvestitionen vor Währungsschwankungen geschützt.

    Investmentbanken helfen Unternehmen und Staaten, sich zu refinanzieren. Ohne solche Dienstleistungen wären alle deutschen Konzerne bereits bankrott.

    Abgesehen vom Eigenhandel (der bei den meisten Investmentbanken entweder ganz eingestellt wurde oder nur noch einen kleinen Anteil ausmacht) "zocken" Investmentbanken nicht. Wir müssen aufhören, Banken zu verteufeln, insbesondere, wenn wir deren Geschäft und wichtige Aufgabe nicht verstehen.

  2. Ich kenne Mitchell nicht. Die Beschreibung seines Charakters und seiner Biographie scheinen mir schlüssig und mit beinahe literarischer Qualität dargelegt zu sein, sodass ich mir erlaube, darüber keine eigenen Recherchen anzustellen. Im Zentrum des Artikels steht die Prognostizierbarkeit von Anshu Jains Politik. Der Autor Nils Ole Oermann konzentriert sich auf die Prägung Jains durch Mitchell, und er arbeitet die praktisch identische Personalpolitik beider heraus, nämlich Cliquenbildung im gehobenen Management mit den Mitteln von persönlicher Loyalität und ideologischer Identifikation. Hier stellen sich zwei Fragen, eine zur Zukunft der Deutschen Bank und eine zur Zukunft ihrer Kunden. Mittel- und langfristig schadet es einer Bank, wenn nur ein Vorstandsmitglied Macht hat, weil die anderen für ihre Ideen keine Resonanz im gehobenen Management finden können. Sie blutet geistig aus und ist auf Gedeih und Verderb auf die intellektuellen, strategischen, taktischen und diplomatischen Qualitäten des Mannes an der Spitze angewiesen. Damit setzt sich Jain der Versuchung aus, Prozesse in der Bank, die keinen Weg in die Gremien finden, weil ihre Initiatoren dort keine politische Mehrheit für ihr Anliegen schaffen können, mit mafiösen Methoden (Dossiers, Foto-/Videosammlungen etc.) vor dem Weg in die Öffentlichkeit zu stoppen. Nun zu den Kunden. Wie ein 25%-Renditeziel im "wealth management" und mit den klein- und mittelständischen Geschäftskunden erreichbar ist, weiß ich nicht.

    3 Leser-Empfehlungen
  3. Ein Schneeballsystem basiert auch auf OPM. Das Geschäftsmodell von Banken wie der Deutschen Bank scheint mir mindestens fragwürdig bis ebenfalls kriminell zu sein. Warum werden nict endlich vernünftige Eigenkapitalvorschriften durch gesetzt und Gestalten wie Jain uznd Mitchell sind eine listige Episode der Finanzgeschichte.

    2 Leser-Empfehlungen
  4. … ist der Sinn allen Wirtschaftens (sehr richtig „reifenexperte“). Er ist die notwendige Triebfeder, sich ständig weiterzuentwickeln; allerdings langsam und stetig, die Grundlage, auf der man steht, erhaltend und stärkend.

    Die beschriebenen Typen hier aber sind auf Raubzug, auf Beutezug. Sie sind nicht auf der Jagd, die Hege verlangt, um auch im nächsten Jahr erfolgreich sein zu können.

    Diese Leute müssen siegen, koste es was es wolle. Leider sind diese Leute damit als Schwerstkranke beschrieben, die man behandeln muß. Dazu zwei Vorschläge:

    Erstens: Holt sie aus der „Schmuddelecke“ heraus; stellt die Finanzindustrie der „normalen“ Indsutrie gleich: mit Produkthaftungsgesetz und vollem Umsatzsteuersatz.

    Zweitens: Prohibition hat noch nie funktioniert; also gebt den ganz schweren Fällen für die Spielsucht an die Hand, was jeder Spieler im Casino bekommt: Spielgeld, Verrechnungeinheiten. Damit könnten sie nur das angeworbene OPM gefährden, aber sonst nichts.

    Im übrigen bin ich, der Leiharbeiter, der Meinung, die SPD müsse aus der politischen Landschaft verschwinden.

    2 Leser-Empfehlungen
  5. Wer kann nach Lesen dieses Artikels noch gegen ein Trennbankensystem sein?

    Investmentbanker? Zocker sind sie.

    Es wird allerhöchste Zeit, dass diese Deutsche Spielcasinobank zerschlagen wird. Besser wäre es noch, allen Geschäftsbanken das Geldschöpfungsprivileg zu nehmen, welches gerade die Großbanken so schändlich mißbrauchen. Eine Vollgeldreform tut Not.

    2 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Könnten Sie mir erklären, in welcher Form die Deutsche Bank "zockt"?

    Ich wil damit zeigen, dass 99% der Deutschen nicht wissen, was eine Investmentbank macht.

    Ohne eine Investmentbank hätten Sie als Unternehmen kaum Möglichkeiten zur Refinanzierung (z.B. via Börsengang, Kapitalerhöhung, Emission von Anleihen). Sie könnte kein anderes Unternehmen übernehmen, nicht fusionieren. Ihre Expansionsaussichten wären stark beschränkt und Wachstum kaum möglich.

    Investmentbanken sind nicht die wichtigsten Unternehmen, aber sie erfüllen in unserem Wirtschaftssystem eine vitale Funktion. Ohne sie würden unsere Unternehmen nicht funktionieren.

    Könnten Sie mir erklären, in welcher Form die Deutsche Bank "zockt"?

    Ich wil damit zeigen, dass 99% der Deutschen nicht wissen, was eine Investmentbank macht.

    Ohne eine Investmentbank hätten Sie als Unternehmen kaum Möglichkeiten zur Refinanzierung (z.B. via Börsengang, Kapitalerhöhung, Emission von Anleihen). Sie könnte kein anderes Unternehmen übernehmen, nicht fusionieren. Ihre Expansionsaussichten wären stark beschränkt und Wachstum kaum möglich.

    Investmentbanken sind nicht die wichtigsten Unternehmen, aber sie erfüllen in unserem Wirtschaftssystem eine vitale Funktion. Ohne sie würden unsere Unternehmen nicht funktionieren.

  6. ... endlich kapieren würden kein Geld über Finanzmittler jeglicher Art (Fonds, Kapitallebensversicherungen, etc. pp.) zu investieren, sondern dies direkt in Aktien oder Anleihen (Vorsicht: keine sogenannten Garantieanleihen, denn das sind verkappte Optionsprodukte!) investieren würden, dann würden solche Geschäftsmodelle erheblich erschwert werden.

    Zu Mitchell:

    Ich kann mich noch gut an die Berichterstattung rund um den Absturz erinnern. Letztlich hat sich aber für die Entwicklung der Deutschen Bank in ihrer Grundausrichtung nichts geändert. Ob mit Mitchell oder ohne ihn. Jeder ist ersetzbar. So wie er die Leute evolutionär rausgekegelt hat, so hat die Evolution schließlich auch ihn rausgekegelt.

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Investmentbanken emittieren Anleihen. Ohne Investmentbanken gäbe es keine Anleigen, die Sie kaufen könnten.

    Aktien ebenfalls nicht, da Investmentbanken Unternehmen beim Börsengang begleiten.

    Investmentbanken emittieren Anleihen. Ohne Investmentbanken gäbe es keine Anleigen, die Sie kaufen könnten.

    Aktien ebenfalls nicht, da Investmentbanken Unternehmen beim Börsengang begleiten.

    • rnr
    • 23.02.2013 um 11:43 Uhr

    Leider wird in dem Artikel nicht erwähnt, zu welch abnorm hoher Ablösesumme Mitchell mit seiner Abteilung von Merrill Lynch zur Deutschen Bank gewechselt ist.

    2 Leser-Empfehlungen
  7. Wer sich heute mit dem Thema Investment Banking auseinandersetzt, liest stets nur Aussagen wie "Zockerei", "Spekulation mit dem Geld anderer Leute" etc. Dabei verstehen die meisten Deutschen nicht in geringster Form, worum es im Investment Banking geht.

    Zunächst muss man zwischen traditionellem Investment Banking und Trading unterscheiden. Das traditionelle Investment Banking umfasst Beratung bei Fusionen, Übernahmen, Börsengängen, Kapitalerhöhungen etc. und ist als Beratungsgeschäft risikofrei.

    Trading geschieht (abgesehen vom Eigenhandel) nicht auf eigene Rechnung, sondern man führt einfach Wertpapier-Order für Kunden aus, etwa Anleihen-Käufe für Pension- und Rentenfonds, Versicherungen, Krankenkassen etc. Schließlich müssen diese das Geld anlegen, um zu verhindern, dass es der Inflation zum Opfer fällt.

    Des Weiteren helfen Investmentbanken, Wechselkurs-, Zinsrisiken etc. zu "hedgen", also abzusichern. Damit werden die Erträge von z.B. Exportunternehmen stabiler und Auslandsinvestitionen vor Währungsschwankungen geschützt.

    Investmentbanken helfen Unternehmen und Staaten, sich zu refinanzieren. Ohne solche Dienstleistungen wären alle deutschen Konzerne bereits bankrott.

    Abgesehen vom Eigenhandel (der bei den meisten Investmentbanken entweder ganz eingestellt wurde oder nur noch einen kleinen Anteil ausmacht) "zocken" Investmentbanken nicht. Wir müssen aufhören, Banken zu verteufeln, insbesondere, wenn wir deren Geschäft und wichtige Aufgabe nicht verstehen.

    Antwort auf "Diese ganze Zockerei"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service