Fashion WeekUnterwegs im Auftrag der Mode

Atemlos hetzt unsere Autorin auf die Schauen von New York bis Paris. Hier verrät sie ihre zehn Höhepunkte der Saison. von Elisabeth von Thurn und Taxis

Lederkleid von Proenza Schouler auf der New York Fashion Week im September 2012

Lederkleid von Proenza Schouler auf der New York Fashion Week im September 2012  |  © Michael Dills/Getty Images

Zweimal im Jahr zieht ein großer Zirkus um die Welt, und seine Gäste ziehen hinterher: die internationalen Modeschauen. Sie beginnen in New York, wo die Veranstaltungen mit der größten Prominentendichte stattfinden. Weiter geht es in London, der Stadt, die sich der Avantgarde verschrieben hat. Dann trifft man sich in Mailand, wo Marken wie Prada, Gucci und Armani ihren Auftritt haben. Schließlich kommt es zum Höhepunkt in Paris, wo die besten Modehäuser versuchen, sich durch die Inszenierungen gegenseitig zu übertrumpfen. Es ist ein Zirkus voller Emotionen, Träume, Interpretationen und Ideen davon, wie heute, hier und jetzt die moderne Frau aussehen kann. Unsere Autorin Elisabeth von Thurn und Taxis ist eine ständige Beobachterin dieses Zirkus. Als Kolumnistin der amerikanischen Vogue bereist sie die Laufstege der Modemetropolen, trifft sich mit Designern und besucht die Partys der Modewelt. Für uns hat sie ihre Lieblingsmomente der Schauen zusammengestellt.

1.New York: Dieser Sturm von Shows, Dinners, Partys reißt jeden mit. Man muss darauf achten, nicht zu übermütig werden, sonst ist man schon in London erschöpft.

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2. Manchmal begegnet man einem Kleid, das einem das Gefühl gibt, alles, war man zuvor gesehen hat, seien keine richtigen Kleider gewesen. Diesmal sah ich dieses Kleid in New York bei Proenza Schouler. Es war aus grünem, durchbrochenem Leder, und es fiel trotzdem so natürlich, als wäre es aus Seide. Dazu trug das Model ein Kropfband. Die Show von Proenza Schouler ist mittlerweile einer der wichtigsten Termine der New York Fashion Week, genauso wie die Party.

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Um die Bilder der New Yorker Herbst-Kollektionen zu sehen, klicken Sie auf das Bild.

Um die Bilder der New Yorker Herbst-Kollektionen zu sehen, klicken Sie auf das Bild.   |  © Peter Michael Dills/Getty Images

3. Es gibt keine elegantere Präsentation als die von The Row, dem Label der Zwillinge Ashley und Mary-Kate Olsen, im Carlyle Hotel. Die Designerinnen kommentieren ihre Entwürfe während der Show persönlich. Begeistert haben mich die beiden mit vielen Stoffschichten in Hellbeige, Weiß und einem plötzlich dazwischenknallenden Rot.

4. London ist die Heimat der kreativen jungen Designer. Von Erdem, Peter Pilotto und Mary Katrantzou über Jonathan Saunders, Christopher Kane bis Meadham Kirchhoff. Jede Saison vergrößert sich die Liste meiner Must-see-Shows.

5. In London gibt es auch das netteste Gedränge kurz vor der Show. Wer nicht rechtzeitig da ist, verliert seinen Platz. Dafür rutschen die Leute gerne ein bisschen zusammen, was auch sehr sympathisch ist.

6. Seit der Belgier Raf Simons Chefdesigner bei Dior ist, ist die Präsentation der Kollektion reine Poesie. Jedes Kleid transportiert etwas Neues, Unerwartetes. Mal ist es ein Hauch aus schillerndem Organza, mal ein Blazer, der sich nach unten in leichtem Stoffgewirke verliert, oder ein Kleid, das einfach aus fünf übereinandergenähten Tanktops besteht. Eine Schau zum Atemanhalten. Und trotzdem vermisse ich manchmal das Spektakel, das sein Vorgänger Galliano veranstaltet hat.

7. Was Valentino in Paris zeigt, ist eine Wonne an Handarbeit und Eleganz. Es ist beeindruckend, wie viel Spitze verarbeitet ist. Verliebt aber habe ich mich in ein Paar Stiefel aus der Pre-Fall-Kollektion. Sie sind superweiß mit einem kleinen Absatz. Perfekt für einen langen Tag und eine noch längere Nacht.

8. Bei Giambattista Valli ist die Atmosphäre toll, denn sein Laufsteg ist umsäumt von einer Entourage aus Freunden, dadurch wird jede Schau zu einer Party. Ich kenne Giambattista noch aus meiner Zeit in Paris. Damals war er Jungdesigner bei Ungaro.

9. Die Fahrt vom Pariser Flughafen in die Innenstadt ist wegen des Verkehrs höllisch. Meine Entdeckung: das Pariser Taxi Moto. Im Sommer bin ich trotz eines großen Koffers damit direkt zu Dior-Schau gerauscht.

10. Das große Finale ist für mich die Show von Louis Vuitton – eine gigantische Produktion: Karussells, Rolltreppen und eine Lokomotive, die dampfend in den Zuschauerraum rollt. Die Szenerien sind atemberaubend. Und dabei schnappt man nach fünf Wochen Dauermodeprogramm ohnehin nach Luft.

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Leserkommentare
    • Jconrad
    • 17. Februar 2013 10:55 Uhr

    Was soll das sein? Jeder x-beliebige Zuschauer könnte diese Schmalspurbeobachtungen zustande bringen. Wer ist die Autorin, dass sie hier zum Thema Mode konsultiert wird? Diese Zeilen genügen bestenfalls als Smalltalk auf einer der "unzähligen Parties".

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Naja, vielleicht war der Name hilfreich. ;-)

  1. Naja, vielleicht war der Name hilfreich. ;-)

    Antwort auf "Less is not more"
  2. Mode als Schnittpunkt zwischen Individuum, Kreativität, Kommunikation und Kommerz ist sichtbarstes Ausdruckmittel des Zeitgeistes. Als solches verdient sie von einem Medium wie der Zeit deutlich mehr Inhalt als der Artikel von Frau Thurn und Taxis. Diese "Zehn-Punkte-Liste" würde man wohl in einer Frauenzeitschrift hinnehmen, jedoch nicht in einer Zeitung, die sich der gehaltvollen Information seiner Leser verpflichtet fühlt.

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  • Schlagworte Armani | Dior | Gucci | Louis Vuitton | Prada | Show
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