MinimalismusGroße Werke des Minimalismus

Der Minimalismus ist kein Trend. Er ist viel mehr. von Elisabeth Raether und Tilmann Prüfer

Form follows function: Ein Zebra

Form follows function: Ein Zebra  |  © Michael Dalder/Reuters

Das Zebra

Der Minimalismus ist in Wirklichkeit etwas kompliziert. Eine Philosophie, die mit den schwarzen Hosen und marineblauen Hemden auf den Bügeln bei COS in der Fußgängerzone wenig zu tun hat. Anhand eines Zebras lässt sich die Idee des Minimalismus aber ganz gut erklären.

Das Zebra hat das Gebiss eines Vegetariers und verbringt seine Tage am liebsten damit, mit vielen anderen Zebras durch die Steppe zu rennen. Nach mehr verlangt es dieses Tier nicht. Aber es gibt die Hyänen, Löwen und Tsetsefliegen, die ihm das Leben schwer machen. Also hat es sich ein gestreiftes Fell zugelegt, damit es unsichtbar wird für die Fliegen und die Raubtiere es schwer haben, sich in einer Horde Zebras zurechtzufinden. Form follows function. Und was macht der Mensch? Er bedruckt Kissen, Tapeten, Schuhe, Teppiche, Autositze und Taschen mit Zebramuster.

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Minimalismus ist die Erkenntnis, dass es Überflüssiges geben kann (Zebrakissen zum Beispiel) und dass Dinge, die wir tun, sagen, denken, entscheiden, sich als falsch erweisen können. Minimalismus ist eine Philosophie des Zweifels und der Zurückhaltung. Eine fünfte schwarze Hose von COS ist nicht minimalistisch, sondern überflüssig. Raf Simons, der nach Jahren bei Jil Sander seit dem letzten Sommer bei Dior entwirft, hat den Minimalismus in der Mode wiederbelebt. »Minimalismus ist eine Parodie seiner selbst geworden«, sagt er. »Ich will das Vokabular erweitern. Minimalismus darf lustig, lebendig und sinnlich sein.«

Elisabeth Raether

Leserkommentare
  1. Diesmal geht Ihr zu weit, im Magazin. Ich finde den neuen Minimalismus als Zeitzeichen genial. Nur; Männer lieben Kurven, nur Hunde mögen Knochen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Mari o
    • 16. Februar 2013 10:36 Uhr

    Der Minimalismus spricht die an,die versuchen,ihr sehnsüchtiges Wesen und ihre grenzenlose Fantasie halbwegs in den Griff zu bekommen.
    Das Leben ist an mir vorbei gegangen.Wer sich gefunden hat,muss nichts.
    Der Kampf gegen den Kitsch hat gerade erst begonnen.
    Einfach kompliziert.

    Die Schwindsucht ist wieder da

    • Mari o
    • 16. Februar 2013 10:36 Uhr

    Der Minimalismus spricht die an,die versuchen,ihr sehnsüchtiges Wesen und ihre grenzenlose Fantasie halbwegs in den Griff zu bekommen.
    Das Leben ist an mir vorbei gegangen.Wer sich gefunden hat,muss nichts.
    Der Kampf gegen den Kitsch hat gerade erst begonnen.
    Einfach kompliziert.

    Die Schwindsucht ist wieder da

    Antwort auf "Männer"
  2. @ Redaktion: Ich frage mich seit der letzten ZEIT-Magazin-Ausgabe wie denn das Bild von Anges Martin hieß was da gezeigt im Magazin zu sehen war. Könnt Ihr das zufällig mal sagen?

    MfG Kostennutzenfaktor

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