Es sei »nicht zu bezweifeln, dass Hannibal tatsächlich mit Elefanten über die Alpen gezogen ist«, sagt Boris Dreyer, Professor für Alte Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg. »Nur der genaue Weg ist umstritten.«

Die Historiker stützen sich auf ihren antiken griechischen Kollegen Polybios, der im zweiten vorchristlichen Jahrhundert lebte und als zuverlässige Quelle gilt. Hannibal brach demnach im Jahr 218 v. Chr. mit einem Heer von 38.000 Mann und 34 (manche Quellen sagen 37) Kampfelefanten in Richtung Norditalien auf. Die Römer versperrten ihm den Weg entlang der Küste, deshalb musste er durchs Rhonetal und dann über die Alpenpässe ziehen.

Kriegselefanten waren damals keine neue Erfindung – aber sie den beschwerlichen Weg in der Kälte Mitteleuropas (es war Oktober) antreten zu lassen, das war schon eine Pionierleistung. Während ein großer Teil der Elefanten die Alpenüberquerung überstand, kamen in den folgenden Wintermonaten fast alle um – bis auf einen, Hannibals persönlichen Elefanten mit Namen Surus.

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Aber wie kam Hannibal an die Elefanten? Heute leben die Rüsseltiere ja nur noch in Indien und in Afrika südlich der Sahara – beides ziemlich weit entfernt vom heutigen Tunesien, wo sich Karthago befand.

Damals gab es allerdings auch noch eine Subspezies von Elefanten in Nordafrika, Loxodonta africana pharaoensis, die kurz nach der Eroberung durch die Römer ausstarben. Diese kämen infrage, aber auch die Waldelefanten (Loxodonta cyclotis), die seit einigen Jahren als eigene Spezies gelten. Hannibals persönlicher Elefant Surus aber, das schließt man aus dem Namen (»der Syrer«) und den historischen Beschreibungen, war wohl ein importierter Indischer Elefant.

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