Arbeitgeber KircheNicht nur predigen

Pastor werden kann man auch als Quereinsteiger, und das Berufsbild ist vielfältig. von 

Quereinstieg

Die Universität Marburg bietet einen dreijährigen berufsbegleitenden Master an. Ein ähnliches Angebot soll es ab dem Wintersemester 2013/14 auch an der Universität Heidelberg geben. In der Evangelischen Landeskirche in Württemberg können sich Diakone ohne Theologisches Examen für ein Vikariat bewerben. Wer nicht hauptberuflich Pfarrer sein will, aber gern Gottesdienste leiten und predigen möchte, kann eine Prädikanten-Ausbildung machen.

Sonderpfarrämter

Als Krankenhausseelsorger unterstützt man Patienten, Ärzte und Pflegepersonal. Als Militärseelsorger ist man Ansprechpartner für Soldaten. Eingesetzt werden Pfarrer auch in Polizei- und Schulseelsorge sowie bei der Konzeption von Fernsehgottesdiensten. Wen es ins Ausland zieht, der kann sich von Accra bis Wladiwostok für eine Stelle in einer deutschen Auslandsgemeinde bewerben. Alle Sonder- oder Funktionspfarrämter sind allerdings zeitlich befristet.

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Aufstiegschancen

Wer gern Führungsaufgaben übernehmen möchte, kann sich für die Leitung übergemeindlicher Gremien bewerben. Weitere Leitungsposten gibt es bei Diakonischen Werken, Evangelischen Akademien und in der Evangelischen Kirche in Deutschland, unter anderem in Abteilungen für Auslandsarbeit, Ökumene- oder Bildungsthemen.

Alternativen

Da Theologen oft Menschenkenntnis besitzen, gut kommunizieren können und über ein breites Allgemeinwissen verfügen, können sie zum Beispiel auch in Personalabteilungen oder der Medienbranche arbeiten oder sich als Ritualmanager selbstständig machen und außerhalb der Kirche Hochzeiten und Beerdigungen abhalten. Theologen finden außerdem Arbeit in Archiven, Museen oder Beratungsstellen. Entscheidend sind in der Regel praktische Erfahrungen auf dem jeweiligen Gebiet. In der Politik sind Geistliche nicht erst seit Joachim Gauck vertreten: In der Frankfurter Paulskirchenversammlung von 1848, dem ersten frei gewählten Parlament, saßen insgesamt elf evangelische Pfarrer.

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Leserkommentare
  1. Die Autorin behauptet: "Da Theologen oft Menschenkenntnis besitzen, gut kommunizieren können und über ein breites Allgemeinwissen verfügen, ....". Jetzt frage ich mich wie man an der Uni Menschenkenntnis und breites Allgemeinwissen lernt? Kann man das ueberhaupt lernen und vor allen Dingen wie wird das denn geprueft?

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich studiere Theologie und kann sagen, dass das schon für die meisten stimmt. Wir beschäftigen uns mit Seelsorge, bei den geistlichen Texten, die wir lesen, auslegen usw. sind wir immer wieder mit uns selbst konfrontiert, wir diskutieren und unterhalten uns untereinander sehr viel über tiefgründige Themen und bei der Kirchengeschichte, Exegese und eigentlich allen anderen Disziplinen ist ein breites Allgemeinwissen nötig. Theologie ist noch eines der wenigen richtigen Studienfächer auf Examen, Diplom oder sogar Magister, und hat eine andere Kultur als z.B. die wirtschaftlichen Studienfächer.
    Geprüft werden nur die Teildisziplinen. Es ist ja auch von "oft" die Rede und nicht von "allen".

  2. Ich studiere Theologie und kann sagen, dass das schon für die meisten stimmt. Wir beschäftigen uns mit Seelsorge, bei den geistlichen Texten, die wir lesen, auslegen usw. sind wir immer wieder mit uns selbst konfrontiert, wir diskutieren und unterhalten uns untereinander sehr viel über tiefgründige Themen und bei der Kirchengeschichte, Exegese und eigentlich allen anderen Disziplinen ist ein breites Allgemeinwissen nötig. Theologie ist noch eines der wenigen richtigen Studienfächer auf Examen, Diplom oder sogar Magister, und hat eine andere Kultur als z.B. die wirtschaftlichen Studienfächer.
    Geprüft werden nur die Teildisziplinen. Es ist ja auch von "oft" die Rede und nicht von "allen".

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wie lernt man das"
  3. "Theologie ist noch eines der wenigen richtigen Studienfächer auf Examen, Diplom oder sogar Magister"

    Gut, dass ich dann nach Ihrer tiefgründigen Auseinandersetzung mit anderen Studienfächern und aufgrund Ihres breiten Allgemeinwissens wohl drei unrichtige Studienfächer (1x Diplom, 2x Master) absolviert habe.

    Sie haben mit Ihrem Beitrag die unsubstantuierte These aus dem Artikel eindrucksvoll untermauert.

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  4. Ich will noch mal von vorne anfangen und katholischer Priester werden. Muss ich mich jetzt scheiden lassen?

  5. "Ritualmanager" - der war gut.

    Außerdem werden beim Halbsatz "Da Theologen oft Menschenkenntnis besitzen" die Kausalitäten vertauscht.

    Drittens: auch wenn ich kein Christ bin, erkenne ich doch an, daß Priester einen wichtigen Beitrag in der Seelsorge leisten, insbesondere im ruralen Bereich.

    Wenn jetzt aber verstärkt Leute mit dem Ziel einer "Karriere" in diesen Bereich hineinkommen, kann man das auch vergessen.

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