Roma: Die Unerwünschten
Deutsche Städte sind überfordert, nur die EU kann das Elend der Roma beenden.
Wer ist schuld daran, dass die Polizei in Duisburg gegen etwa 300 bulgarische und rumänische Bewohner eines sogenannten "Problemhochhauses" im vergangenen Jahr mehr als 350 Strafverfahren einleiten musste? Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Roma-Familien in Dortmund, Offenbach oder Mannheim in abbruchreifen Drecksbuden hausen, in denen sich Tuberkulose ausbreitet? An wem liegt es, dass rund um diese Siedlungen wilde Müllkippen wuchern und die Jugendämter immer mehr verwahrloste Kinder in Obhut nehmen müssen, für viel Geld, wie die betroffenen Städte klagen?
An den Roma selbst vielleicht, jenen "Armutsflüchtlingen", wie Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sie nennt?
Sicherlich auch, ja.
Aber wer ist schuld daran, dass 72 Prozent der Roma in Rumänien keinen Zugang zu fließendem Wasser haben, 72 Prozent über keine Toiletten-Einrichtungen verfügen und 75 Prozent über keinen Gasanschluss? Wer trägt die Verantwortung dafür, dass über zwei Drittel der Roma-Kinder in Bulgarien auf segregierte Roma-Schulen gehen, Schulen, an denen es Lehrer als Strafe empfinden, Unterricht geben zu müssen? Und an wem liegt es, dass sich in der Slowakei der Anteil der Roma-Kinder, die eine Sonderschule besuchen, innerhalb einer Generation fast verdoppelt hat?
Womit sich die Polizisten in Duisburg und die Sozialamtsmitarbeiter in anderen deutschen Kommunen herumschlagen, ist ein europäisches Problem. Besser gesagt: Es ist ein Problem, dessen Europa unwürdig ist.
Schuld daran, dass dieses Problem zunimmt statt abnimmt, haben im Grunde alle außer der Duisburger Polizei und den Stadtverwaltungen: die Regierungen in Bukarest und Sofia, aber auch die Bundesregierung, die EU-Kommission und, ja, vermutlich auch viele Roma selbst.
2007 traten Bulgarien und Rumänien der EU bei. Der Fehler der Bundesregierung war es, dies zu diesem Zeitpunkt zugelassen zu haben. Die beiden Postdiktaturen hinkten nicht nur in Sachen Rechtsstaatlichkeit hinterher, sondern, für jeden offenkundig, auch beim Minderheitenschutz. Die amtliche Hoffnung lautete, dass, wenn diese Staaten erst einmal EU-Mitglieder seien, sich die Standards schon angleichen würden – quasi per Osmose. Das Gegenteil geschah. Der Reformeifer und die Europarechtstreue nahmen seit dem Beitritt so stark ab, dass es selbst wohlmeinenden EU-Beamten dämmerte, Bukarest und Sofia seien mindestens ebenso sehr an den Brüsseler Strukturhilfetöpfen interessiert gewesen wie an den Gemeinschaftsverträgen. "Die in den Beitrittsverhandlungen mit der EU eingeforderten Minderheitenrechte wurden zwar pro forma ins Rechtssystem aufgenommen, de facto aber nicht umgesetzt", so der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma. Die Folge: Viele Roma in Ost- und Südeuropa befänden sich nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Regime in einer schlechteren Lage als zuvor. Die Zahl der offenkundig verarmten Einwanderer aus den neuen Mitgliedsstaaten nach Deutschland liest sich wie ein Spiegel dieser Entwicklung: Sie hat sich von 64000 im Jahr 2007 auf 147.000 im Jahr 2011 mehr als verdoppelt.





Wie um alles in der Welt haben es solche Staaten geschafft der EU beizutreten? Warum ging das so flott? Warum dauert es bei der Türkei mehr als 20 Jahre, bis man überhaupt die Verhandlungen startet? Obwohl sie doch so einigen Staaten in vielen Bereichen weit überlegen ist....ich fänd's aber besser, wenn sie draußen bleibt,...könnte ihr nur schaden....
In Rumänien zum Beispiel gibt es in Schulen extra reservierte Plätze für Roma. Selbst in einigen der besten Gymnasien, dürfen diese Plätze nicht mit Rumänen aufgefüllt werden, sollten sich keine Roma bewerben. Desweitern bekommt man in der Grundschule als Roma alle Schreibmaterialien geschenkt, als Rumäne muss man die natürlich kaufen. An Universitäten sind genauso Plätze reserviert. Das geht sogar soweit, dass man als Roma selbst mit schlechten Noten bestimmte Fächer studieren kann, wo man als Rumäne mit den gleichen Noten nicht zugelassen wird.
Und das Ergebnis?
Nur eine absolute Minderheit der Roma nutzt dies. Anders als in Deutschland gibt es in Rumänien wie in vielen Ländern keinen "Schulzwang". Also liegt es in der Verantwortung der Eltern, ihre Kinder auf die Schule zu schicken. Man sollte die Tatsache in Erwägung ziehen, auch gegen die eigene Ideologie, dass Roma-Eltern Schule für etwas Unnötiges halten könnten.
Rumänien bemüht sich schon seit Jahrzehnten, die Roma zu integrieren (selbst als das Land noch kommunistisch war!). Aber ziemlich erfolglos. Bis jetzt hat ja jedes Land in Europa so seine Probleme. Außer Frankreich natürlich, die schieben die Roma einfach nach Rumänien ab.
Aber ernsthaft: Gibt es eigentlich ein Land, welches die Roma erfolgreich integriert hat?
Scheint so, als ob sie die Verhältnisse von innen kennen. Es passt auch zu dem, was ich kürzlich erfahren habe.
Vor etwa 2 Monaten habe ich einen sehr sympathischen jungen Mann kennengelernt, der aus Bulgarien stammt, in Mannheim studiert und perfekt Deutsch spricht. Nikolai erzählte mir, dass er in Bulgarien Abitur machte, und dass fast 2/3 seiner Abschlussklasse (9 oder 10 Personen von 16 Schülern) direkt nach dem Abitur auswanderten, weil sie in Bulgarien keine Chance mehr für sich sahen. Dageblieben sind nur jene, die schon eine Familie gegründet hatten oder Heiratspläne hatten. Was dieser Brain-Drain für Bulgarien bedeutet, kann sich wohl jeder denken.
Auch Nikolai hielt die Roma für nicht integrierbar, weil entsprechende Versuche alle fehlgeschlagen seien. Ein grosses Problem sah er darin, dass die Zahl der Roma extrem angestiegen sei, wobei aber niemand genau weiss, wieviele es überhaupt sind. Schätzungen gehen weit auseinander, es könnten schon eine Million sein. (Bulgarien hat laut Wiki über 7 Millionen Einwohner.) Der Grund scheint der gleiche zu sein wie hier: Der Erhalt von Kindergeld.
Wir sollten aufhören, solche Berichte als Hetze oder Rassismus abzutun. Niemand leugnet, dass die Roma in ihrer Geschichte Diskriminierungen ausgesetzt waren, aber als alleiniges Erklärungsmuster reicht das nicht aus. Um die Probleme zu lösen, muss man ganz dicke Bretter bohren und sehr viel Geduld haben.
"Man sollte die Tatsache in Erwägung ziehen, auch gegen die eigene Ideologie, dass Roma-Eltern Schule für etwas Unnötiges halten könnten."
ist 8 abgeschlossene Schuljahren Pflicht. Da gehen die Romi in der Schule trotzdem nicht. Weil keiner das durchsetzten kann (wie lernt man wenn man es nicht will und keine Unterstützung von zu Hause bekommt - in gegenteil?). Vielleicht brauchen die Romi viel bessere Bedingungen (als die Nicht-Roma-Bulgaren) in der Schule zu haben, aber welche Nicht-Roma-Bulgare wird das einsehen und akzeptieren? Es gibt bis jetzt keine Schule (Gebäude) für Romi (es hat auch keiner darüber nachgedacht). Und die Stellung der Romi gegenüber der Schule ist problematisch: "Schule, achgott - was soll das - wo es so viele Leute, sogar mit Uniabschluss arbeitslos sind - und was habe ich nach 8 Jahre Schule? Kann man nicht schnell tricksen lernen, so kommt man viel sicherer an Geld. " Bitte beachten: Romi haben andere Werten als Nicht-Roma-Bulgaren. Ein Roma hat mir gesagt: man trifft arbetende Romi in 2 Positionen: entwieder gibt es nichts zu tun (es gabt solche Jobs früher) oder man bekommt sehr viel Geld (ich nehme an, das sind stellen wie Bau- oder Mine-arbeiter, wie soll eine Stelle aussehen, wo man viel Geld bekommt aber keine Ausbildung hat?).
Scheint so, als ob sie die Verhältnisse von innen kennen. Es passt auch zu dem, was ich kürzlich erfahren habe.
Vor etwa 2 Monaten habe ich einen sehr sympathischen jungen Mann kennengelernt, der aus Bulgarien stammt, in Mannheim studiert und perfekt Deutsch spricht. Nikolai erzählte mir, dass er in Bulgarien Abitur machte, und dass fast 2/3 seiner Abschlussklasse (9 oder 10 Personen von 16 Schülern) direkt nach dem Abitur auswanderten, weil sie in Bulgarien keine Chance mehr für sich sahen. Dageblieben sind nur jene, die schon eine Familie gegründet hatten oder Heiratspläne hatten. Was dieser Brain-Drain für Bulgarien bedeutet, kann sich wohl jeder denken.
Auch Nikolai hielt die Roma für nicht integrierbar, weil entsprechende Versuche alle fehlgeschlagen seien. Ein grosses Problem sah er darin, dass die Zahl der Roma extrem angestiegen sei, wobei aber niemand genau weiss, wieviele es überhaupt sind. Schätzungen gehen weit auseinander, es könnten schon eine Million sein. (Bulgarien hat laut Wiki über 7 Millionen Einwohner.) Der Grund scheint der gleiche zu sein wie hier: Der Erhalt von Kindergeld.
Wir sollten aufhören, solche Berichte als Hetze oder Rassismus abzutun. Niemand leugnet, dass die Roma in ihrer Geschichte Diskriminierungen ausgesetzt waren, aber als alleiniges Erklärungsmuster reicht das nicht aus. Um die Probleme zu lösen, muss man ganz dicke Bretter bohren und sehr viel Geduld haben.
"Man sollte die Tatsache in Erwägung ziehen, auch gegen die eigene Ideologie, dass Roma-Eltern Schule für etwas Unnötiges halten könnten."
ist 8 abgeschlossene Schuljahren Pflicht. Da gehen die Romi in der Schule trotzdem nicht. Weil keiner das durchsetzten kann (wie lernt man wenn man es nicht will und keine Unterstützung von zu Hause bekommt - in gegenteil?). Vielleicht brauchen die Romi viel bessere Bedingungen (als die Nicht-Roma-Bulgaren) in der Schule zu haben, aber welche Nicht-Roma-Bulgare wird das einsehen und akzeptieren? Es gibt bis jetzt keine Schule (Gebäude) für Romi (es hat auch keiner darüber nachgedacht). Und die Stellung der Romi gegenüber der Schule ist problematisch: "Schule, achgott - was soll das - wo es so viele Leute, sogar mit Uniabschluss arbeitslos sind - und was habe ich nach 8 Jahre Schule? Kann man nicht schnell tricksen lernen, so kommt man viel sicherer an Geld. " Bitte beachten: Romi haben andere Werten als Nicht-Roma-Bulgaren. Ein Roma hat mir gesagt: man trifft arbetende Romi in 2 Positionen: entwieder gibt es nichts zu tun (es gabt solche Jobs früher) oder man bekommt sehr viel Geld (ich nehme an, das sind stellen wie Bau- oder Mine-arbeiter, wie soll eine Stelle aussehen, wo man viel Geld bekommt aber keine Ausbildung hat?).
Anstatt ideologische Debatten à la 80er-Jahre zu führen, sollte man etwas gesunden Menschenverstand einsetzen.
Wenn man wie Herr Bittner der Meinung ist, dass ein freizügiger Personenverkehr erst bei einem ausreichenden sozialen Mindeststandard in den Herkunftsländern sinnvoll ist, muss man vier Dinge tun:
1) Den Zuzug von Armutsmigration vorerst gesetzlich begrenzen.
2) Wiederaufbauhilfe in den Herkunftsländern leisten.
3) Dafür sorgen, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie am nötigsten ist.
4) Keine feste Terminvereinbarung treffen bezüglich Personenfreizügigkeit, solange nicht klar ist, wie lange die sozio-kulturelle Integration der Roma in Rumänien und Bulgarien dauert.
Geht man auf diese Weise vor, ist allen geholfen. Und überflüssige Auseinandersetzungen werden vermieden, weil alle an einem Strang ziehen.
Zum vierten Punkt: Sollten diejenigen Recht haben, die glauben, die Roma wären niemals entwicklungsfähig, würde man damit dauerhaft Schaden von Deutschland abwenden.
Sollte sich das Gegenteil herausstellen, gibt es kein Problem mehr, und Europa kann sich zu einem starken Staatenbund entwickeln.
Ich persönlich glaube, dass es sehr wohl möglich ist, auch die Roma zu integrieren. Allerdings wird die Zeitachse, auf der das möglich ist, unterschätzt. Werte werden von einer Generation zur nächsten weitergegeben, und kulturelle Faktoren sind sehr langlebig. Das kann unter Umständen 100 Jahre (drei bis vier Generationen) dauern. Sollte es schneller gehen, umso besser.
Scheint so, als ob sie die Verhältnisse von innen kennen. Es passt auch zu dem, was ich kürzlich erfahren habe.
Vor etwa 2 Monaten habe ich einen sehr sympathischen jungen Mann kennengelernt, der aus Bulgarien stammt, in Mannheim studiert und perfekt Deutsch spricht. Nikolai erzählte mir, dass er in Bulgarien Abitur machte, und dass fast 2/3 seiner Abschlussklasse (9 oder 10 Personen von 16 Schülern) direkt nach dem Abitur auswanderten, weil sie in Bulgarien keine Chance mehr für sich sahen. Dageblieben sind nur jene, die schon eine Familie gegründet hatten oder Heiratspläne hatten. Was dieser Brain-Drain für Bulgarien bedeutet, kann sich wohl jeder denken.
Auch Nikolai hielt die Roma für nicht integrierbar, weil entsprechende Versuche alle fehlgeschlagen seien. Ein grosses Problem sah er darin, dass die Zahl der Roma extrem angestiegen sei, wobei aber niemand genau weiss, wieviele es überhaupt sind. Schätzungen gehen weit auseinander, es könnten schon eine Million sein. (Bulgarien hat laut Wiki über 7 Millionen Einwohner.) Der Grund scheint der gleiche zu sein wie hier: Der Erhalt von Kindergeld.
Wir sollten aufhören, solche Berichte als Hetze oder Rassismus abzutun. Niemand leugnet, dass die Roma in ihrer Geschichte Diskriminierungen ausgesetzt waren, aber als alleiniges Erklärungsmuster reicht das nicht aus. Um die Probleme zu lösen, muss man ganz dicke Bretter bohren und sehr viel Geduld haben.
"Man sollte die Tatsache in Erwägung ziehen, auch gegen die eigene Ideologie, dass Roma-Eltern Schule für etwas Unnötiges halten könnten."
ist 8 abgeschlossene Schuljahren Pflicht. Da gehen die Romi in der Schule trotzdem nicht. Weil keiner das durchsetzten kann (wie lernt man wenn man es nicht will und keine Unterstützung von zu Hause bekommt - in gegenteil?). Vielleicht brauchen die Romi viel bessere Bedingungen (als die Nicht-Roma-Bulgaren) in der Schule zu haben, aber welche Nicht-Roma-Bulgare wird das einsehen und akzeptieren? Es gibt bis jetzt keine Schule (Gebäude) für Romi (es hat auch keiner darüber nachgedacht). Und die Stellung der Romi gegenüber der Schule ist problematisch: "Schule, achgott - was soll das - wo es so viele Leute, sogar mit Uniabschluss arbeitslos sind - und was habe ich nach 8 Jahre Schule? Kann man nicht schnell tricksen lernen, so kommt man viel sicherer an Geld. " Bitte beachten: Romi haben andere Werten als Nicht-Roma-Bulgaren. Ein Roma hat mir gesagt: man trifft arbetende Romi in 2 Positionen: entwieder gibt es nichts zu tun (es gabt solche Jobs früher) oder man bekommt sehr viel Geld (ich nehme an, das sind stellen wie Bau- oder Mine-arbeiter, wie soll eine Stelle aussehen, wo man viel Geld bekommt aber keine Ausbildung hat?).
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