Internet"Es beschützt uns"

Das Internet von morgen werde die Menschen vor Fehlern bewahren, sagt Padmasree Warrior. Die Topmanagerin des US-Technologiekonzerns Cisco spricht über Netzwerke, digitale Enthaltsamkeit und Frauen im Silicon Valley.

DIE ZEIT: Telefone, Fernseher, Autos – mehr und mehr Dinge hängen heute am Internet. Welchen Einfluss hat das auf die Gesellschaft?

Padmasree Warrior: In den vergangenen zehn Jahren sind tatsächlich sehr viele Gegenstände miteinander verbunden worden. Aber 99 Prozent sind es heute eben noch nicht, insofern stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung. Wir haben die Chance, praktisch alles miteinander zu vernetzen. Fahrzeuge zum Beispiel, was die Verkehrssysteme effizienter machen würde. Bei Cisco sprechen wir vom Internet of Everything.

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ZEIT: Also dem Internet von allem. Ist das wirklich eine gute Idee?

Warrior: Bislang haben die Hightechfirmen keine gute Arbeit geleistet. Wir haben in unserer Branche nie ernsthaft darüber nachgedacht, was wir eigentlich mit den Daten anfangen, die wir permanent sammeln. Wir speichern sie, weil Speicherplatz billig ist. Aber brauchen wir all diese Informationen wirklich? Man müsste sie sinnvoller nutzen, um Wirtschaft und Verbrauchern zu helfen. Dann wird sich der gesellschaftliche Nutzen zeigen.

Padmasree Warrior

ist Strategievorstand bei Cisco. Das Magazin "Forbes" zählt sie zu den 100 mächtigsten Frauen der Welt

ZEIT: Wem nützt es denn, wenn jede Teetasse mit dem Internet verbunden ist?

Warrior: Niemanden, weil das absolut irrelevant ist – obwohl wir Teetassen natürlich ans Netz hängen könnten. Es geht vielmehr um sinnvolle Anwendungen, etwa intelligente Energienetze oder eine sich selbst optimierende Öl- und Gasförderung. Maschinen werden zu Sensoren, die ständig analysieren, was sie gerade tun und wie sie ihre Aufgaben im Zusammenspiel mit anderen Geräten besser lösen könnten. Vor zehn Jahren bedeutete Kommunikation, dass zwei Menschen miteinander in Verbindung traten. Heute geht es mehr um die Kommunikation zwischen den Maschinen.

ZEIT: Gespräche zwischen Maschinen werden wichtiger als Gespräche zwischen Menschen?

Warrior: Die Wichtigkeit ist nicht die Frage, sondern die Nützlichkeit. Miteinander sprechende Maschinen helfen uns Menschen, etwa in Gesundheitsfragen. Vielleicht können wir Patienten eines Tages automatisch benachrichtigen, wenn sich ihr Zustand trotz einer an sich richtigen Medikation nicht bessert. Ein Sensor überwacht wichtige Werte, gleicht sie mit einer Datenbank ab und merkt vielleicht schneller als der Patient selbst, dass es diesem schlechter geht. Das kann der Kranke dann sehr früh und gezielt mit seinem Arzt besprechen.

ZEIT: Die Voraussetzung für so etwas ist absolute Kontrolle. Erst Gesundheit, dann Bewegungsmuster, irgendwann finanzielle Situation und persönliche Beziehungen. Wie weit soll das gehen?

Warrior: Ich glaube, dass Missbrauch eine Ausnahme bleiben wird, auch weil wir Wege finden werden, uns dagegen zu wehren. Heute diskutieren wir über Privatsphäre und Sicherheit, aber in zehn Jahren werden diese Fragen beantwortet sein. Das Internet hilft uns im Alltag.

ZEIT: Was macht Sie da so sicher?

Warrior: Denken Sie an die Frühzeit des Onlinehandels. Was gab es da Bedenken, Hacker könnten Kreditkartendaten stehlen und missbrauchen. Heute kauft jedermann über das Internet ein, und kaum jemand teilt noch diese Bedenken. Wir können Technik sicher und beherrschbar machen.

Leser-Kommentare
  1. nein danke.

    2 Leser-Empfehlungen
    • Hermez
    • 02.03.2013 um 18:32 Uhr

    .....nicht mit mir.

    Eine Leser-Empfehlung
  2. 3. Nix da

    Schon mal Terminator geguckt?

    Man sollte den Gendanken mal zuende denken.

    Mir ist ein intelligentes Netz suspekt. Das Netz und die vernetzten Computer könnten, nicht ganz zu unrecht, auf die Idee kommen, daß diese blöden, teilweise behaarten Affen, welche sich Homo Sapiens nennen, überflüssig oder sogar schädlich sind.

    Lieber den Geist in der Flasche lassen, ist meine Meinung.

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    Es heißt natürlich Gedanken. @§$& Tastatur und damit ein pro für Rechner die für uns mitdenken.

    Auf solche dumme Gedanken sind auch wir Menschen schon tausendfach gekommen. Irgendwas sagt mir, dass die Maschinen viel humaner als Menschen sind.

    Es heißt natürlich Gedanken. @§$& Tastatur und damit ein pro für Rechner die für uns mitdenken.

    Auf solche dumme Gedanken sind auch wir Menschen schon tausendfach gekommen. Irgendwas sagt mir, dass die Maschinen viel humaner als Menschen sind.

  3. Es heißt natürlich Gedanken. @§$& Tastatur und damit ein pro für Rechner die für uns mitdenken.

    Antwort auf "Nix da"
  4. ... in de Kommentarspalten.
    Nichts wollen, sich nichts trauen, in der Vergangenheit leben und verklären.
    Es ist gerechtfertigt Fragen zu stellen und Entwicklungen auf Kosten / Nutzen abzuklopfen, aber was EU und speziell D zur IT noch beiträgt, ist leider trotz der Startups in Berlin mehrheitlich Bedenken und Blockade. Wir sind in meinen Augen nur noch dekadent.

    2 Leser-Empfehlungen
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    • drölf
    • 03.03.2013 um 4:24 Uhr

    Entfernt. Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Danke, die Redaktion/sam

    • drölf
    • 03.03.2013 um 4:24 Uhr

    Entfernt. Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Danke, die Redaktion/sam

  5. Ohne Fehl und Tadel wird der mensch selbst zur Maschine.

  6. 7. .....

    Auf solche dumme Gedanken sind auch wir Menschen schon tausendfach gekommen. Irgendwas sagt mir, dass die Maschinen viel humaner als Menschen sind.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Nix da"
    • Jojas
    • 03.03.2013 um 1:29 Uhr
    8. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie konstruktive Beiträge. Danke, die Redaktion/sam

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