BrettspielSchach

von Helmut Pfleger

Schachaufgabe

Am 27. Februar liest Thomas Glavinic anlässlich der Ausstellung Spiele der Stadt im Wien Museum aus seinem trotz des Titels spannenden Debütroman Carl Haffners Liebe zum Unentschieden .

Darin wird der WM-Kampf zwischen dem alle überragenden deutschen Weltmeister Emanuel Lasker und seinem unscheinbaren österreichischen Herausforderer Carl Schlechter alias Carl Haffner, dem niemand einen ernsthaften Widerstand zutraute, aus dem Jahr 1910 noch einmal lebendig. Und die Verwandlung Haffners am Schachbrett: "Er strahlte eine Sicherheit aus, die ihm sonst nicht eigen war." Nur beim Schachspiel kann er sich geborgen fühlen: "Einem Wettstreit, dessen Regeln man zu kennen glaubte, lagen klare Muster zugrunde, ganz im Unterschied zu den Konflikten des Lebens. Im Leben wusste man nur selten, ob man ein Spiel gewonnen hatte. Und man wusste nicht, wer hinter den Spielregeln steckte. Das war das Schlimmste." Es gibt nur ein Heilmittel: "Er hatte keinen Ehrgeiz, ganz oben zu stehen. Er wollte ... sein Lebtag nichts als Schach spielen."

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Doch um ein Haar steht er ganz oben. Wenn er die zehnte und allerletzte Partie, in der er dem Unentschieden, seinem Lieblingsergebnis, so nahe war, nicht verloren hätte, nachdem er die fünfte Partie gewonnen hatte.

Wie hätte Schlechter als Weißer am Zug mattgesetzt, wenn Lasker hier nicht aufgegeben hätte?

Schachlösung
Schachlösung aus Nr. 8

Lösung aus Nr. 8:

Weiß zieht an und setzt im zweiten Zug matt. Wie? Wenn der schwarze Läufer oder Springer ziehen müssen, kann der weiße Springer mattsetzen. Es gilt also, Schwarz in Zugzwang zu bringen. Das glückt mit 1.Kh3! , wonach bei z. B. 1...La7 2.Sb4 und bei 1...Sd2 2.Sc3 mattsetzt. Falsch wäre indes beispielsweise 1.Kg3 Lf2+ oder 1.Kh1 Sd2+

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